Sonntag, 13. März 2011

5. Hamburg kocht!-Treffen am 12. März 2011: Ungarn. Die Nachlese

"Wie war's denn gestern?" fragt das Hühnerknie, das zum ersten Kochtreffen aus dem Finsterwald an die Elbe kam. Na ja, wie soll's gewesen sein? Wir haben uns ja alle nichts zu erzählen, und Kochen kann auch niemand, Kochen finden wir alle total öde und überschätzt, also war's 'ne total langweilige Veranstaltung. 

Wir saßen schweigend mit gesenkten Häuptern vor fast leeren Tellern, auf denen gelegentlich mal mikrige Speisen landeten. Unsere drei Blind Dates aus Hamburg und aus dem Siebengebirge saßen fremdelnd am Tisch und trauten sich nicht, einen Mucks zu sagen. Ich frage mich nur, warum ich erst um halb drei im Bett war. Sicher, weil ich vor Hunger einfach keine Kraft mehr hatte, das Auto nach Hause zu bringen. Bei Ulrike könnt Ihr sehen und lesen, wie langweilig das Treffen war und findet auch alle Rezepte. Sivie hat auch alle gebloggten Rezepte in ihrem Bericht verlinkt. 

Dass es langweilig und öde war, ist natürlich alles Blödsinn!  
 
ORsi, deren Wohnung wir invasieren durften bei der wir diesmal aus organisatorischen Gründen kochten, war eine zauberhafte, charmante Gastgeberin. Ihre Kater ergriffen allerdings die Flucht - elf Weibsen waren ihnen wohl einfach zu viel. Ganz herzlichen Dank, dass wir bei Dir kochen durften, ORsi! Und einen Dank an die Nachbarin, die mit Stühlen, Geschirr undundund aushalf! Ein großer Dank geht ebenfalls an Anikó, die mit ORsi das Menü zusammenstellte. Beide werden demnächst die Rezepte, die noch nicht gebloggt sind, einstellen (und sie vorher für uns Nicht-Ungarn übersetzen ... hoffe ich jedenfalls ;o)). Hier der Link zu ORsis Bericht: *klick*

Nachdem wir die vier Treppen erklommen (warum hatte ich, als ich die Adresse hörte, nur sofort die Assoziation "Grindel + Altbau + bestimmt Dachgeschoss = kein Aufzug"?! *g*), gab's erst mal eine kleine Stärkung. Und auch für den Hunger vor dem Kochen, während des Kochens, nach dem Kochen und zwischendurch stand ein bisschen was bereit: Maisflöckchen, Salami, Pogatscherln mit Schafskäse (kleine gefüllte Teigknuddel) und Pogatscherln mit Grieben, Gewürzgurken, Marzipan-Quitten-Pralinen (von Mocat handgemacht), Brot, Paprikacreme ....
Ungarisch kochen geht natürlich nicht ohne homöopathisch dosierte Kleinstmengen an Paprika:
Nicht im Bild sind die unzähligen Sorten an Paprikapulver (edelsüß, rosenscharf, geräuchert ...) und das Rote Gold, ein Paprikamark, das ORsi für uns alle als Mitnehmsel besorgte. Kleiner Tipp für Hamburger: Das gibt es auch im Kaufhof ;o) 

Gelegentlich gab's dann doch auch mal was zu essen. 

Das Paprikaöl wird in den nächsten Tagen wohl eine ungeahnte Nachfrage erleben. Es war wirklich fein. Und erst diese Farbe!

Der Vorspeise folgten die Hauptgerichte.

 und einem irgendwie eigentlich nicht eingeplanten ungarischen Gurkensalat mit Paprikapulver.
Ich kannte bislang nur Gurkensalat mit Dill, die Kombi war also neu für mich. Gibt's bestimmt mal wieder. Öhm, Gurken - da war doch was? Ah ja, ich mag doch gar keine Gurke ... Echt nicht! Mensch, warum hat mir das gestern keiner gesagt?!


Die richtige Kürbissorte, Spargelkürbis, hat es anscheinend noch nicht nördlicher als bis nach Österreich geschafft, so dass sich die hier lebenden Ungarn (und auch wir) mit Zucchini behelfen. Kürbis ist halt Kürbis ;o) Die drei mit uns am Tisch sitzenden Deutsch-Ungarinnen ließen Kindheitserinnerungen Revue passieren: Tökfözelék wird nämlich gerne in einer dicken Mehlschwitzenpampe serviert und ist dadurch ein Kinderschreck-Gericht. So haben wir es natürlich nicht gemacht! Das Kürbisgemüse war, wie alles andere an diesem Tag, gerade so essbar richtig lecker. Einige von uns dachten sofort an den Sommer und daran, dass dieses Gericht auch eine wunderbare kalte, erfrischende Suppe abgibt.

Einfach, schmackhaft und variabel. So kann man im Tomatensaft ein paar Hühnerbeine mitschmoren lassen oder Hack und hat dann eine komplette Hauptmahlzeit. Oder man isst einfach Brot dazu. Ein Klecks Schmand passt auch. 

Damit keine darben muss, gab's zwischendurch noch eine Portion ungarischen Weißkohlsalat,
bevor es ans Dessert ging. Während der Brot-Mohn-Auflauf im Entstehen war, 
wurde auf der anderen Seite der Küche schon an den Palatschinken gewerkelt. Gelegentlich konnte man den Eindruck haben, dass die Küche gut gefüllt war. 
 ... gefolgt von Mákos guba – Brot-Mohn-Auflauf, bei dem ganz klar die Vanillesauce fehlte ;o) Und die beiden Esslöffel Honig, die uns unterschlagen wurden - der Auflauf war ja gar nicht süß ;o) Und Reis- oder Tapiokamehl für die Standfestigkeit fehlte ;o)
Lecker war's! Schön war's! Und als nach dem Essen Barbara ihre Gitarre holte, um ungarische Musik zu spielen und zu singen, hätte ich noch Stunden bleiben und zuhören können ... Erstaunt war ich über die Vielfalt der ungarischen Küche und über die Kunst, aus wenigen, einfache Zutaten ohne viel Aufwand so viel Schmackhaftes zu machen. Der Tag hat sicher nicht nur mein Bild der ungarischen Küche verändert.

Mal schauen, wann wir wieder zusammen kochen. Eigentlich soll's ja nach Österreich gehen. Wir sollten also in die Terminfindung einsteigen.

Kommentare:

  1. Ach ja, das wiederholen wir mit einem neuen Thema, Sommer klingt gut, meinetwegen auch auf meiner Terrasse mit geeigneter Arbeitsplatte ;-)

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  2. Freut mich, dass wir auch Deinen kulinarischen Horizont erweitern konnten :-)
    Und danke für die ganze organisiererei, ich hatte sooo viel Spaß!

    Au ja, in Kiel am Meer mit hoffentlich nicht explodierenden Gerätschaften wäre ich auch dabei ;-)

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  3. Das war Klasse gestern! Ich bin auch gerne wieder dabei.

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  4. Danke für das Verlinken der Rezepte, Sivie! Die Links habe ich gleich mal gemopst ;o)

    Na, dann schlagt mal Termine vor, Mädels. Mein Auto fährt auch nach Kiel, findet den Weg inzwischen schon alleine.

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  5. ich musste wieder tränen lachen :)

    ich fasse mal kurz hzusammen: es war stinklangweilig und es gab wieder mal kaum was zwischen die kiemen.

    wann ist eigentlich der nächste termin?

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  6. Jetzt bin ich aber beleidigt, auch ich habe alle Rezepte verlinkt, ich gebe sofort mein Streu- und Deko-Diplom zurück, wenn ihr meine Arbeit so missachtet, schnüff...

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  7. Oh, Ulrike, das tut mir leid - bei mir gehen die Klüsen gerade nur zu 50 Prozent ... Hab's ergänzt.

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  8. Da hast du ja noch einmal Glück gehabt, sonst hättest du 5 V's natur pur auf der Stelle essen müssen ;-)

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  9. Gegen das Lob will ich mich auch gleich mal wehren, ich hatte nämlich schon bei Ulrike gemopst. Also bekommt Ulrike auch noch ein Link-Diplom 1.Klasse

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