Samstag, 17. März 2012

London calling 2012: Kundenmagazine von Waitrose und Sainsbury's

Links Waitrose Kitchen, rechts Sainsbury's Magazine.
Im Urlaub bummeln wir gerne durch die örtlichen Geschäfte inklusive der Supermärkte, auch, wenn wir keine Selbstversorger sind. Und da ich alles lese, was mir unter die Finger kommt, inklusive Buchstabensuppe, nehme ich mir gerne die Kundenmagazine mit. Die sind beispielsweise in England wesentlich lesenswerter als die deutscher Supermärkte. Letztere sind meistens nur ein schnell zusammengehauenes Sammelsurium von Pressemitteilungen für Fertigprodukte und entsprechenden Rezepten. Erstere enthalten durchaus lesenswerte Inhalte, sind vergleichbar mit Zeitschriften wie "essen & trinken".

Waitrose Kitchen erscheint seit zwei Jahren monatlich mit einer Auflage von 350.000 Exemplaren und kostet 1,20 GBP, sofern man keine Kundenkarte hat. Der Schwerpunkt liegt auf Warenkunde und Rezepten, zum Beispiel von Heston Blumenthal, Donna Hay, Delia Smith, Bill Granger und Dan Lepard. Die Rezepte reichen von Einfach bis Anspruchsvoll und sind online in einem Archiv zu finden. Schnelle Abendessen unter der Woche werden ebenso vorgeschlagen wie anspruchsvolle Menüs. Seit der Märzausgabe gibt es eine Kochschule.
Blick in Waitrose Kitchen.
Die Auflage vom Sainsbury's Magazine ist etwas höher als die von Waitrose Kitchen, und nach eigener Aussage ist es "the best selling food magazin in the UK". Die Zeitschrift erscheint ebenfalls monatlich und kostet 1,60 GBP, egal, ob mit Kundenkarte oder ohne.Der Rezeptteil ist kleiner, dafür gibt es mehr Werbung und sogenannte Frauenthemen.
Blick in Sainsbury's Magazine.
Ich würde mich feruen, wenn es auch in deutschen Supermärkten Kundenmagazine in dieser Qualität gäbe.

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Kommentare:

  1. Ich bin seit ich hier wohne auch Fan dieser Magazine geworden (Tesco hat auch eines, das kostet nicht mal was) und wir kochen auch ziemlich häufig Rezepte daraus. Unsere Küche ist deutlich kreativer als sie in Deutschland war. Was aber auch daran liegt, dass man hier in jedem Supermarkt Zutaten bekommt, nach denen man sich in Deutschland zum Teil die Füße platt läuft. Frischen Koriander oder Pastinaken kriegt man beispielsweise überall, in Berlin musste ich immer zu ganz bestimmten Märkten dafür.

    Jeder der Supermärkte hat auch kostenlose Rezeptkarten zum Mitnehmen und Sammeln und die meisten Rezepte finden sich auch online.

    Also ich koche wieder richtig gerne! :)

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  2. In Hotelnähe ist nur ein schmuddeliger Tesco Express, da habe ich noch kein Kundenmagazin gesehen. Ansonsten kenne ich bislang nur den an der Portobello Road. Muss ich das nächste Mal drauf achten.

    Und die Auswahl, aber auch die Qualität in ausländischen Supermärkten ist im Vergleich zu Deutschland oft ein Traum. Das fiel mir nicht nur in GB auf, sondern auch in DK, Italien und Österreich. Solange sich die Geiz-ist-geil-Mentalität hier nicht ändert, bekommen wir halt nur das, was wir bereit sind zu zahlen, und das ist im Vergleich zum Ausland oft B- oder C-Qualität.

    Wenn ich dann hier aus den Heften koche, verzweifle ich gelegentlich. Aktuell suchte ich in zwei großen Supermärkten vergeblich Pecannüsse für Muffins aus dem März-Waitrose-Heft ... Ich nahm dann Cashews, weil ich keine Lust hatte, x Kilometer zum großen Edeka zu fahren. Na ja, und die in GB häufig verwendete Brunnenkresse hier im Supermarkt oder auf dem Markt zu finden, gliche einem Sechser im Lotto.

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  3. Die ersten Male bin ich hier beim Einkaufen jedes Mal völlig erschlagen durch den Supermarkt gewankt - hört sich im Nachhinein lustiger an als es war, jeder Einkauf hat wenigstens 2 Stunden gedauert, selbst wenn ich nur Brot und Eier holen wollte...

    Ich denke in Deutschland ist das Problem dass 1.) die Politik mit der Food-Lobby im Bett liegt und daher jede Menge Zeug im Essen ist, was da eigentlich nicht hingehört und 2.) der durchschnittliche Deutsche sich sowas auch klaglos bieten lässt.

    Hierzulande überschlagen sich die Produzenten geradezu damit, zu versichern dass Nahrungsmittel selbstverständlich frei von Zusatzstoffen und lokal (!) produziert sind. Weil die Konsumenten darauf Wert legen.

    Die Preise sind für Nahrungsmittel nicht so wahnsinnig unterschiedlich in England und Deutschland...

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