Sonntag, 9. Dezember 2012

Szenen einer Ehe: Zickenkrieg

Er: Meine Mutter ist der Meinung, Tante braucht eine Digitalkamera zu Weihnachten.

Sie: Ah ja. Gibt's auch Seniorenkameras? So wie Seniorenhandys? Wäre angebracht ... Eigentlich könnte man doch 'ne Plattenkamera mit Rollator versehen, das wäre für Tante ideal. Ah, übrigens, da fällt mir ein: Ich gehe am 3. zu 'nem Fotokurs bei Canon.

Er: Ach! Und ich? Was ist mit mir? Warum weiß ich nichts davon?

Sie: Ähm, seit wann muss ich dich fragen? Seit wann interessierst du dich dafür, was ich im Blog mache?

Er: Man kann sich doch mal darüber unterhalten! Vielleicht interessiert mich so was ja auch?!

Sie: Das ist nachmittags um vier. Da kannste eh' nicht.

Er: Na und? Wir können uns doch trotzdem austauschen. Das macht man in einer Ehe so. Das nennt sich Kommunikation.

Sie: Ich wollte Dich nicht mit unnützen Informationen belasten, wo Männer doch nur einen täglichen Wortschatz von 2.000 Worten haben.

Er: Ja, dann ist die Festplatte voll. Und 1.989 Worte brauche ich ja schon in der Firma.

Sie: Siehste. Ach, eh' ich's vergesse: Ich habe heute den Tisch für's Brunch mit E. am nächsten Sonntag reserviert.

Er: Muss ich da mit?

Sie: Du MUSST nicht. Aber du WOLLTEST. FREIWIILIG.

Er: Wo issen das?

Sie: Im Louisiana.

Er: Ach ja, ich erinnere mich, da war was. Deswegen wollte ich da mit. Kommt A. auch mit?

Sie: War mir schon klar, dass du nicht wegen meiner und E.s Gesellschaft mitkommst. Nee, A. bleibt zu Hause. Einer muss ja auf  Tick, Trick und Track aufpassen.

Er: Ah, du willst mir also sagen, dass ich störe. IIIICH MUSS nicht mit. IIIICH kann auch zu Hause bleiben, wenn DUUUU lieber alleine mit E. frühstücken willst.

Sie: Nee, ist schon okay, hab' E. gefragt, sie hat nichts dagegen, wenn du mitkommst.

Er: Jaaaa, klaaaaa. Und dann sagste irgendwann, ich soll mal auffen Spielplatz rutschen gehen, damit Ihr in Ruhe Frauengespräche führen könnt.

Sie: Nee, da ist kein Spielplatz. Aber du könntest dich bei Staufenbiel umschauen. Der Laden ist jetzt fertig.

Er: Ja, Staufenbiel ist eine gute Idee! [Nach kurzer Bedenkzeit, empört] Moment mal, das ist doch auf 'nem Sonntag! Da ham die doch zu!

Sie denkt sich: Mist! Erwischt!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ein Kommentar, wie schön! Ich bemühe mich, alle Kommentare zu beantworten. Allerdings kann das manchmal etwas dauern - das Leben neben dem Blog, Du verstehst. Wenn Du Dich durch eine Sicherheitsabfrage quälen musst oder der Kommentar erst moderiert wird, heißt das, dass es gerade viele Spamkommentare gibt. Last but not least: Ich behalte mir vor, einzelne Kommentare zu löschen. Für die Löschung von Kommentaren, die zu kommerziellen Webseiten führen, stelle ich dem Webseiteninhaber 200 Euro in Rechnung.