Samstag, 31. März 2012

Rückblick: Wochenplan und Kühlschrank KW 13

Der Speiseplan für die 13. Kalenderwoche. Und ja, jetzt sehe ich das fehlende H auch.
Angeregt durch Peters Initiative und durch die Diskussion bei Astrids Beitrag habe ich diesen Blog um die Kategorien "Wochenplan / Speiseplan" erweitert und stelle Euch künftig sonnabends unseren Wochenplan für die vergangene Woche im Rückblick vor. Wie und warum wir mit einem Wochenplan leben, habe ich ja schon hier erläutert.

Diese Woche lebten wir aus unseren Vorräten. Das machen wir immer mal, wenn wir den Überblick darüber verloren haben. Zurzeit tummeln sich im Vorrat u.a. 1,5 kg Maisgrieß. Woher zur Hölle kommen die? Und was um alles in der Welt fangen wir damit an? Ungefähr die gleiche Menge haben wir an Maismehl und Semola. In den nächsten Monaten könnte ich also reichlich Praxis im Nudelmachen erwerben - hätten wir nicht noch ca. 12 kg Nudeln ... Hinzu kommen noch Dinkel- und Weizengrieß und noch einiges andere. Ich sollte mal die Kaserne nebenan fragen, ob wir die verproviantieren sollen - wir könnten es gerade ... Außerdem sind die beiden kleinen Tiefkühler gut gefüllt und könnten mal wieder geleert werden.

Am Sonnabend gab's die Burger aus dem T.G.I. Fridays. Da ich nur einen Burger schaffte, hat der Gatte am Montag ein Büro-Mittagessen. Arthurs Enkeltochter und ich machten uns Sonntag Gnocchi aus Weizenschrot mit Bärlauchpesto - die Gnocchi müssen wir nicht wieder haben, aber das Pesto war gut. Der Bärlauch im Garten ist zwar noch nicht so weit, aber ich hatte noch welchen im Tiefkühler. Montag gab's die schon in der Vorwoche geplanten Pellkartoffeln mit Kräuterquark und Ei. Dienstag gab's Bratkartoffeln aus den restlichen Töften vom Vortag und ein paar der Fischkonserven, die sich im Vorrat ansammelten. Salat aus Eisberg, Tomate und Gurke, alles übrig von den Sonnabends-Burgern, gab's mittags. Mittwoch gab's Hühnerfrikassee, das wider Erwarten auch noch für Donnerstag reichte.

Der Blick in den Kühlschrank nach dem Wocheneinkauf zeigt ziemliche Leere:

Blick in den Kühlschrank zu Beginn der 13. Kalenderwoche.
Das oberste Fach mit dem Aufschnitt ist gut gefüllt - der Gatte isst täglich eine Menge belegter Brote. Darunter stehen diverse angebrochene Gläser und des Gatten Margarine-Vorrat (ich esse Butter). Ein Bord tiefer stehen alle möglichen Milchprodukte: Der Kräuterquark für die Pellkartoffeln, meine Joghurts, zwei Quarks für den Gatten, Sahne ... Ganz unten liegt auf der Milch ein Paket mit Rinderhack vom Schlachter für die Burger.

Überrascht stellte ich fest, dass das Rinderhack beim Schlachter zwei Euro / Kilo preiswerter als bei Rewe bzw. genau so teuer wie bei Real ist. Da in der Nähe des Schlachters auch ein Bäcker ist, wollen wir versuchen, sonnabends Brötchen- und Fleischkauf miteinander zu verbinden. Mal gucken, ob wir das schaffen. Im Gemüsefach sind Eisbergsalat und Gurke für die Burger und eine vergessene Quitte.

Donnerstag, 29. März 2012

Kakaomandeln mit Cayennepfeffer

Die fertigen Kakaomandeln kühlen aus.
Gelegentlich bleibt Eiweiß bei mir übrig. Normalerweise friere ich sie ein und backe Eiklarkuchen davon, wenn ich genug davon zusammen habe.

Müssen aber gerade Mandeln weg, weil das MHD kurz bevor steht, bieten sich Würzmandeln an. Nüsse gehören zu den wenigen Lebensmitteln, bei denen ich mich an das MHD halte, denn sie werden schnell ranzig und schmecken dann nicht mehr. Eigentlich kann man Nüsse auch einfrieren, aber ich denke immer noch zu selten daran.

Die Idee für dieses Rezept kam mir spontan, als ich ein Schokoladenmenü vorbereitete, bei dem u.a. als Zwischengang diese Jakobsmuscheln mit Kakao-Gelee samt Garnelenspieße mit Schokoladen-Dip gab.

Ich nehme für dieses Rezept ungeschälte Mandeln, weil der Eischnee besser an ihnen haftet. Du kannst natürlich auch geschälte nehmen.

Kakaomandeln mit Cayennepfeffer

Die Mandeln werden in der Kakaomischung gewälzt.
Zutaten für 1 Portion
200 g ungeschälte Mandeln 
2 Eiweiß
2 gehäufte TL Kakaopulver
etwas gemahlenen Cayennepfeffer
Meersalz

Zubereitung

Eiweiß steif schlagen.

Meersalz mit einer Prise Cayennepfeffer fein mörsern, dann zusammen mit dem restlichen Cayennepfeffer unter den Kakao mischen und diese Mischung unter den Eischnee ziehen.

Mandeln im Eischnee wälzen, evtl. abschmecken und ggf. noch etwas Cayennepfeffer dazu geben.

Auf einem Backgitter auf der zweiten Schiene von unten in den Ofen schieben und bei 200 Grad (Ober- / Unterhitze) ca. 20 Minuten backen.

Die Mandeln kurz abkühlen lassen, dann mit den Händen zerpflücken.

Dienstag, 27. März 2012

Szenen einer Ehe: Gruß vom Gatten

Der Gatte kam zwischen zwei Terminen schnell zu Hause vorbei, damit ich Mittagsbrötchen und was Süßes zum Nachmittagstee habe, wenn ich vom Arzt komme. Nett, nich?


Sonntag, 25. März 2012

Standhaft, mit Haut und ohne Tüte: Vanillepudding

Vanillepudding, ohne Tüte und mit echter Vanille zubereitet.
Der Gatte behauptet gerne, dass ich a) nienich für ihn backe, sondern immer nur für andere und b) ihm nienich richtigen Puddeling, den man stürzen kann, koche. Klar. Alles Schlampen außer Mutti.

Der werte Herr Gemahl vergisst dabei gerne, dass er immer so viel zu Abend isst, dass kein Platz mehr für Pudding ist. Den isst er später, sagt er dann. Und wenn dieses "Später" nach Tagen, Wochen, Monaten erreicht ist, habe ich den Pudding meistens schon entsorgt - entweder im eigenen Bauch oder im Müll, wenn er inzwischen nach allem roch und aussah, aber nicht mehr nach Pudding. Bei Kuchen ist es ähnlich. Der Gatte isst ein Stück, manchmal zwei, und überläßt mir die Verwertung der restlichen zehn bis elf Stücke. Aber wehe, ich nehme die kleine Springform! Dann geht ein Lamento los, dass für ihn nienich genug Kuchen bleibt. Ja. Nee. Is klaaa.

Unten die wunderbar frischen Vanilleschoten aus Ägypten,
oben die Qualität, die ich normalerweise bestelle.
Als uns seine Chefin aus Ägypten wunderbare Vanilleschoten mitbrachte, die qualitativ weit vor denen von denen hier lagen, setzte der Gatte den besten Dackelblick auf und meinte treuherzig: "Vielleicht kocht meine Frau mir jetzt endlich mal einen schöne Vanillepudding. Einer, der von alleine steht. Und mit Haut!" Haut auf Pudding ist bei uns hoch im Kurs, die mögen wir beide. Ja, ich weiß, wir sind nicht normal. Normal kann jeder.

Also koche ich Vanillepudding. Mit Haut. Ohne Tüte. Und schnittfest. Und der Gatte wird ausgetrickst. Es gibt davor nur Salat, und davon ist nicht mehr genug da, dass er sich Nachschlag nehmen kann. Brot ist auch aus. So!

Der Vanillepudding ist mein Beitrag zur Initiative Sonntagssüß, heute betreut von Lingonsmak.



Vanillepudding ohne Tüte

Zutaten für 4 Portionen:
200 ml Sahne
300 ml Milch
1 Vanilleschote
50 g Stärke
75 g Zucker (mir reichen 50 g, aber der Gatte liebt es sehr süß)

Zubereitung:

Aus der Vanilleschote das Mark entfernen. Sahne mit 200 ml Milch mischen und mit dem Mark sowie der Vanilleschote in einem Topf zum Kochen bringen.

Die restliche Milch mit der Stärke und dem Zucker sorgfältig verrühren, so dass es keine Klümpchen gibt.

Wenn die Milch kocht, den Topf vom Herd ziehen und die Milchmischung hinein rühren. Den Topf wieder auf die Platte schieben und unter Rühren aufkochen lassen.

Pudding in Schälchen füllen und einige Stunden kalt stellen.

Wer keine Haut auf dem Pudding mal, spannt Frischhaltefolie über die Schälchen und lässt sie dann abkühlen.

Freitag, 23. März 2012

Von Planwirtschaft, Marktwirtschaft und Chaos in der Ordnung

Peter ruft zur Zusammenstellung von Speiseplänen auf, um die häufige Ausrede Berufstätiger zu widerlegen, man wisse nicht, was man kochen könne oder habe keine Zeit.

Wir haben schon seit etwa drei Jahren einen Wochenplan, nach dem wir kochen. Ich habe vor einiger Zeit mal angefangen, diese Pläne zu fotografieren, weil ich sie irgendwann mal bloggen wollte. Jetzt ist die Gelegenheit da. Ich präsentiere Euch also hier eine Zusammenstellung von Speiseplänen aus zwei Jahren für Herbst, Winter und aufkeimenden Frühling.

Früher haben wir den Speiseplan auf einer Tafel an der Kühlschranktür festgehalten. Heute haben wir eine Tafel im Flur hängen, an der oft auch meine Büroschlüssel und Stempelkarte sowie Eintrittskarten und Einkaufszettel parken. Meistens hängt auch ein Haussegen an der Tafel. Wenn Besuch kommt, fällt sein Blick schnell auf den Plan, was immer wieder für Gesprächsstoff sorgt, für Fragen nach dem Wie, Wieso und Warum.

Grund für die Einführung des Wochenplans war, dass uns irgendwann auffiel, dass wir viele Lebensmittel wegwerfen. Sie waren verdorben, weil wir sie nicht aßen. Gleichzeitig war der Kühlschrank irgendwie immer proppevoll. Da passte irgendwas nicht. Also fingen wir an zu analysieren und zu planen. Uns fiel auf, dass wir oft nach der Arbeit einkaufen fuhren und mit Fertigfutter heim kamen, anstatt die Lebensmittel zu verbrauchen, die da waren. Zurzeit beschäftigt sich ja die Presse damit, dass jeder Bundesbürger jährlich Lebensmittel im Wert von 235 Euro wegwirft. Was für eine Verschwendung! Mich entsetzt besonders, dass so viel bei Privathaushalten weggeworfen wird, nicht, wie ich vermutet hatte, von Supermärkten. Mit ein bisschen Planung kann man dem Einhalt gebieten.

Sonnabend traf ich mich mit Freundinnen, um in der Unilever-Kantine zu essen. Sonntag waren wir bei einem (schlechten) Italiener in der Nachbarschaft. Montag gab's Wassermelonen Curry, Dienstag und Donnerstag Kohleintopf und Freitag Rindfleisch mit Nudeln in Steinpilzsauce, zumindest theoretisch.
Seitdem wir die Planwirtschaft einführten, passiert uns das nicht mehr. Wir kaufen bewusster ein und nur das, was wirklich gebraucht wird. Dabei sparen wir auch Geld, klar, aber gleichzeitig haben sich unsere Einkaufsgewohnheiten geändert. Wir kaufen hochwertigere Lebensmittel, die natürlich ihren Preis haben. Geflügel beispielsweise kaufen wir wann immer es geht auf dem Markt, und da ist es nun mal teurer als beim Discounter (schmeckt dafür aber auch viel besser).

Am Sonnabend waren wir zu einer Geburtstagsfeier mit Spanferkel eingeladen. In der Vorwoche kam irgendwas dazwischen, deswegen wurde das Rind erst eine Woche später gegessen. Und überhaupt wurde in dieser Woche der Plan total auf den Kopf gestellt, denn an dem Dienstag ereilte uns ein Wasserrohrbruch, der uns länger beschäftigte, vom Kochen abhielt. Kohl und Kürbis mögen wir sehr gerne, deswegen gibt's beides im Herbst / Winter öfter.
Freitag Abend beim Essen oder Sonnabend Morgen beim Frühstück sitzen wir zusammen und überlegen, was wir im Laufe der Woche essen wollen. Das wird dann am Sonnabend gezielt eingekauft. Erst geht es auf den Markt, dann zum Discounter, und der Rest wird im Supermarkt gekauft – oder wir fahren gleich in die Metro. Dinge, die wir vergessen haben oder im Laufe der Woche frisch brauchen, werden dann kurzfristig auf dem Heimweg besorgt. Fleisch oder Fisch frisch zu kaufen, ist schwierig, da unsere Arbeitszeiten oft mit den Öffnungszeiten der Einzelhändler kollidieren, aber wir versuchen es so oft wie möglich einzurichten. Ansonsten wird Fleisch in der Metro gekauft und zu Hause portioniert.

Zwei Tage gab's Wurzel-Spinat-Curry, am Mittwoch war ich zur Stevan Paul-Lesung im trific (der Gatte machte sich vermutlich Hack mit Paprika, wie oft, wenn er alleine isst), und "7 Köstlichkeiten" ist bei uns ein Synonym dafür, dass alles in den Wok kommt, was gerade weg muss.
Unser Plan ist relativ simpel. Wir haben beide einen Vorrat von Rezepten, die wir gerne ausprobieren möchten, und der Gatte hat zahlreiche Lieblingsgerichte, die er regelmäßig auf dem Speiseplan sehen möchte. Am liebsten hätte er täglich Fleisch im Wechsel mit Bohnen-, Erbsen- oder Linsensuppe. Ich bin da genügsamer und könnte wochenlang von Broten, Joghurt, Obst und Salat leben, brauche nicht jeden Tag eine warme Mahlzeit. Der Gatte hingegen isst gerne mittags und abends warm.

In der Vorwoche kam Freitag irgendwas dazwischen, deswegen wurde das Lamm mit Quitten ein paar Tage verschoben. Der Emmer für den Salat wurde schon am Montag vorgekocht, damit es schneller geht. Ich vermute, auch die Kürbissuppe habe ich schon am Mittwoch vorbereitet, oder sie wurde aufgetaut.
Von mir kommen orientalische und vegetarische Gerichte, wobei ich meinen heftigen chronischen Eisenmangel im Blick habe, denn ich finde es blöd, den nur mit rotem Fleisch zu bekämpfen. Ich esse zwar gerne Fleisch, finde aber vegetarische Rezepte meistens spannender. Berücksichtigt wird auch, wer wann aushäusig ist - meistens bin ich das, was dem Gatten Raum für Fleisch und Suppen gibt. Eine Rolle bei der Planung spielen auch Produkttests, die ich gelegentlich mache, und Blog-Events, wenn ich vorhabe, daran teilzunehmen.

In der Woche testeten wir den Lieferdienst HelloFresh.
Also gucken wir, wer was kochen möchte und teilen die Woche möglichst gerecht auf, so dass jeder von uns kochen kann. Früher, als der Gatte noch im Schichtdienst arbeitete, teilten wir das Kochen wochenweise auf: Es kochte der, der zuerst zu Hause war, und der andere machte Klarschiff in der Küche. Heute hat der Gatte feste Arbeitszeiten, während ich flexibel bin. Bei der Planung wird auch berücksichtigt, was noch im Vorrat ist und weg muss. Wir werfen also einen Blick in die beiden kleinen Tiefkühler und in die beiden irgendwie unerschöpflichen Vorratsregale. Weil wir meistens spät einkaufen gehen, gab es früher sonnabends oft Fast Food, irgendwas aus der Supermarkt-Tiefkühltruhe, was schnell geht, aber das ändert sich gerade. Fertigfutter schmeckt uns immer seltener.

Gelegentlich müssen wir einen Speiseplan im Laufe der Woche umwerfen. Vom Herbst-Menü blieben beispielsweise keine Reste übrig, weswegen wir umdisponierten.
Manchmal gibt es schon Gezicke, wer wann was kochen darf, denn wir kochen beide gerne. Und jeder von uns hat Gerichte, von denen er denkt, dass sie der andere besser kann oder die er den anderen nicht kochen lässt, weil er sie selber besser kochen kann (oder es zumindest denkt). Unter der Woche muss es schnell gehen, klar. Normalerweise stehen wir etwa eine Stunde in der Küche - schnell ist halt relativ. Kochen entspannt uns, so dass uns die Zeit nicht lang vorkommt. Ich kann früher Feierabend machen als der Gatte und kann deswegen auch mal unter der Woche aufwändiger kochen. Der Gatte kommt dann eher am Wochenende mit aufwändigen Gerichten zum Zuge oder wenn wir Gäste haben. Menüs sind bei uns also meistens Teamwork.

Und so sah der neue Speiseplan dann aus - hier hatte ich den übrigens schon mal geblogt. Bis auf "Klopse und Lauch" stammen die Rezepte aus dem Nelson Müller-Kochbuch, das ich mit Dorothée und Heike für Valentinas Kochbuch rezensieren durfte.
Normalerweise kochen wir vier Portionen. Der Gatte isst zwei und nimmt am nächsten Tag eine dritte mit ins Büro. Ich esse eine Portion. Gerne kochen wir aber auch so viel, dass wir zwei Tage davon essen können. Das bietet sich bei Suppen, Eintöpfen oder Aufläufen an und ist praktisch, weil wir zwei, drei Tage in der Woche beim Sport sind und danach schnell essen möchten. Manchmal haben wir nach dem Sport keine Lust zum Kochen und entscheiden uns spontan für eine Currywurst im Stan's. Gelegentlich vergessen wir Teile des Einkaufs und führen so unsere eigene Planung ad absurdum.
Auch in dieser Woche änderte sich der Speiseplan. Dass zwei Mal Kabeljau eingeplant war, hing mit der Vorbereitung auf einen Kochwettbewerb zusammen, wo der Fisch im Warenkorb war. 
Sonntags isst der Gatte aushäusig. Dann esse ich entweder die Reste von Freitag oder Sonnabend, die übriggebliebenen Brötchen vom Frühstück, lade mir eine Freundin ein und koche mit ihr / für sie oder habe Zeit für aufwändigere Sache, für Gerichte, die der Gatte nicht mag. Umgekehrt kocht sich der Gatte, wenn ich aushäusig bin, Gerichte, die ich nicht mag.

Auf dem Wochenmarkt gab's keinen Kabeljau, also aß ich Sonntag Abend halt die restlichen Frühstücksbrötchen. Montag ging's mir zu schlecht zum Kochen, es gab TK-Pizza. Dienstag besorgte ich dann Fisch: Kabeljau für mich, Lachs für den Gatten. Sonnabend kam spontan Arthurs Enkeltochter zu Besuch. Wir kauften erst zusammen ein und machten später gebackenen Camenbert.
Wenn ich von unserem Plan erzähle, ernte ich oft ungläubiges Erstaunen. Ich sei unflexibel. Man könne sich doch nicht eine Woche im Voraus festlegen, was man essen wolle. Und was macht man, wenn man mal spontan Appetit auf was anderes hat?

Sonntag war ich mit terschies bei der Adventslesung im trific und aß abends bei Schwiegermutter. Dienstag gab's mal wieder Wurzel-Spinat-Curry - zum einen mögen wir das wirklich gerne, zum anderen ist es Resteverwertung, wenn mal wieder Wurzeln übrig sind, weil der Gatte sie gerne im günstigen x-Kilo Beutel kauft (TK-Spinat ist eigentlich immer im Haus). Mittwoch war ich zum Tea Tasting bei Samova, und Freitag gab's dann endlich den schon mehrfach verschobenen Wurstsalat.  
Merkwürdigerweise haben besonders oft Menschen, die fixe Tüten essen, mit dem Wochenplan ihre Probleme. Dabei betonen gerade sie oft die fehlende Spontaneität. Mensch, ist das dolle spontan, im Supermarkt bei den Fixtüten vorbeizugehen, eine Tüte mit Mehl, Gewürzen und Geschmacksverstärkern zu kaufen plus die übrigen Zutaten, damit das Zeugs überhaupt verzehrbar wird!

In der Woche testeten wir Frosta-Tiefkühl-Gemüse. Donnerstag gab's eine Frittata mit dem, was weg musste: Kartoffeln, Eier, schwarze Oliven (vom orientalischen Hackbraten vom Montag) und Speck.
Spontan sind wir trotzdem noch. Es passiert durchaus, dass wir auf dem Markt den Einkaufszettel umwerfen, weil wir gerade Gemüse sehen, auf das wir große Lust haben, das uns ein "Das wollte ich schon immer mal kochen / essen!" entlockt oder ein "Endlich gibt es mal ..." oder "Das ist gerade soooo günstig, da müssen wir zugreifen!" Klar greifen wir dann zu. Es passiert auch, dass einer von uns feststellt, abends keine Lust zum Kochen zu haben, lieber was anderes als das Geplante essen zu wollen, dass sich Termine verschieben, wir ins Kino gehen und unterwegs essen oder Lust haben, essen zu gehen. Auch das läßt sich umsetzen. Die meisten Gerichte lassen sich ja ein, zwei Tage schieben.

Der Plan für die laufende Woche ist zufällig ziemlich vegetarisch. Eigentlich war nur für Sonnabend Fleisch geplant (da will der Gatte die leckeren Burger aus dem T.G.I. Fridays nachbauen). Da das dem Gatten zu wenig ist, bekam er am Dienstag schon Pute zum Salat. Am Mittwoch schmuggelte er Krabben in die Nudeln. Oben links hängt der Einkaufszettel für die Burgerzutaten. Die Pellkartoffeln fallen aus, weil der Gatte mal wieder Nudeln nach der Devise "Ein Kilo für zwei könnte knapp reichen" kochte ... Bedeutet für die nächste Woche: Es gibt öfter Kartoffeln.
Überraschungsbesuch ist auch immer gerne gesehen, selbst, wenn er gerade komisch diätet. Irgendwas ist immer da, um einen kleinen Drei-Gänger zu zaubern oder eine Mahlzeit zu strecken, falls wir tatsächlich mal nur zwei Portionen planten. Und wer abends bei uns zu Besuch ist, isst mit. Punkt. Gezicke à la "Ich habe keinen Hunger. Ich sitze einfach nur mit Euch am Tisch oder lese hier auf dem Sofa was. Tut einfach so, als wäre ich nicht da." kann ich nicht ausstehen.
Aktueller Blick in den Kühlschrank: Im Gemüsefach sind ein paar Wurzeln und eine Stange Lauch für die Nudeln am Mittwoch sowie Broccoli für Freitag. In der durchsichtigen Plastedose sind saure Wurzeln, die der Gatte eigentlich mit ins Büro nehmen sollte (das ist etwas, das nur er mag). Seine Quarks hat er auch vergessen ... Das angebrochene Glas Miracle Whip müsste mal entsorgt werden, und ich traue mich nicht, in die rote Tupper oben rechts zu gucken, denn ich habe keine Ahnung, was darin sein könnte ... Und: Ja, es gibt in unserem Kühlschrank Sprühsahne. Ansonsten ist der Kühlschrank gerade so leer, dass wir Getränke darin lagern.
Schwierig wird's nur mit Gästen, die eine Reihe von Mag-ich-nicht's haben, aber auch das schaffen wir. Notfalls gibt es Nudeln mit Sauce, das ist immer da und geht eigentlich immer. Und dann gibt es da noch einen Spezialfall: Jemanden, dessen Magen durch jahrzehntelangen Fertigfraß so verkorkst ist, dass er keine glutamatfreie Nahrung oder frisches Gemüse mehr verträgt. Es ist kein Scherz: Es gibt in unserem Haushalt extra für diesen Menschen einen Glutamatstreuer.

Donnerstag, 22. März 2012

Bananen-Muffins mit Palmzucker und Cashew-Nüssen

Bananen-Cashew-Muffin mit Salat von in Palmzucker
karamellisierter und flambierter Ananas und Granatapfel
und Schokoladenstaub.
Wir haben die Marotte, dass wir Bananen nur mögen, solange sie keine braunen Flecken haben. Der diabetische Gatte soll sie dann nicht mehr essen, weil der Zuckergehalt so hoch ist, und mir schmecken sie dann einfach zu bananig. Aber auch eine braune Banane ist ja noch gut (und eigentlich erst mit braunen Flecken auf der Schale richtig reif), und deswegen bin ich immer auf der Suche nach Rezepten, in denen ich reife Bananen verstecken kann.

Dieses Rezept stammt aus der Waitrose-Kundenzeitschrift und ist von Diana Henry, einer englischen TV-Köchin. Ich habe einige Zutaten ersetzt, weil sie gerade nicht zu bekommen waren (Pecannüsse gab's nicht in zwei großen Supermärkten, und wir hatten gerade eine offene Dose Cashews), es sie in Deutschland nicht gibt (self-raising flour) oder weil sie sich hinten im Schrank verkrümelten und mal genutzt werden könnten (Palmzucker, so dass die Muffins nicht so süß sind). Dusseligerweise vergaß ich, den Küchenwecker zu stellen, deswegen wurden die Muffins etwas dunkel ...

Bananen-Muffins mit Palmzucker und Cashew-Nüssen

Zutaten für 12 Stück:
2 große, sehr reife Bananen (oder 3 bis 4 kleine)
2 Eier
75 g Butter
125 ml Milch
250 g Mehl
1 TL Backpulver
1 TL Natron
115 g Palmzucker, gemahlen / gerieben (im Original Muscovado)
50 g Haferflocken (im Original noch 1 EL extra als Topping)
50 g Cashew-Nüsse, gesalzen (im Original Pecannüsse und 1 Prise Salz)

Bananen-Cashew-Muffins in Pyramidenform.
Zubereitung:

Butter in einem Topf schmelzen und abkühlen lassen. Cashew-Nüsse fein hacken.

Bananen pellen, zerdrücken und mit den Eiern, der geschmolzenen Butter und der Milch in einer Schüssel schaumig schlagen.

In einer zweiten Schüssel Mehl, Backpulver, Natron, Palmzucker, Hafenflocken und Cashews miteinander vermischen. Die Bananenmischung unterheben.

Den Teig in ein Muffinblech geben und bei 170°C Umluft (190°C Ober-/Unterhitze bzw. Stufe 5 bei Gas) etwa 20 bis 25 Minuten backen. Noch etwa 5 Minuten im Ofen lassen, dann auf einem Kuchenrost auskühlen lassen.

Wer's süßer mag, kann noch Schokoplättchen in den Teig geben oder kuvertiert die abgekühlten Muffins.

Mittwoch, 21. März 2012

Salat von Postelein (Portulak), Roter Bete, Orange und Ziegenkäse

Salat von Postelein, Roter Bete, Orange und Ziegenkäse
Seit dem Postelein-Event im Gärtnerblog vor zwei Jahren steht Postelein oder Portulak bei uns im Winter öfter auf dem Speiseplan. Im Supermarkt ist Postelein nach wie vor nicht zu bekommen, aber die Zahl der Marktstände, die die zarten Blättchen anbieten, hat sich inzwischen verdreifacht. Der Preis für den vitamin- und eisenreichen Salat hingegen ist gleich geblieben: 1 Kilo kostet bummelig 16 Euro, also etwas mehr als Feldsalat. Aber so viel brauche ich gar nicht. Mir reichen wie bei Feldsalat ein oder zwei Handvoll.

Für das Dressing nahm ich u.a. Fleur de Sel mit Orange und ein wunderbares Olivenöl mit Orangen, das ich von ihr bekam. Der Salat bekommt dadurch eine wunderbar fruchtige Note. Alternativ kannst Du die Orangenschale abreiben oder in Zesten reißen und mit Olivenöl und Fleur de Sel in das Dressing geben. 

Salat von Postelein, Roter Bete, Orange und Ziegenkäse

Zutaten für 4 Portionen (als Hauptgericht für 2 Portionen):
2 Rote Bete
150 g Postelein
200 g Ziegenkäse
1 Orange
Orangenöl
Fleur de Sel mit Orange
Apfelessig

Zubereitung:

Die Rote Bete in Alufolie wickeln und im Backofen bei ca. 180°C (Umluft) etwa zwei Stunden garen. Wenn Du gerade zufällig einen Kuchen backen möchtest, schieb den dazu ;o) Du kannst die Rote Bete auch kochen oder vorgarte nehmen, aber ich mag sie aus dem Ofen am liebsten.

Den Ziegenkäse würfeln. Die Orange filetieren, dabei den Saft auffangen. Die abgekühlte Rote Bete fein würfeln und mit dem Käse und den Orangenfilets in eine Schüssel geben.

Orangensaft mit einem Schuss Orangenöl und einem Spritzer Apfelessig zu einem Dressing verquirlen und über den Salat geben. Vorsichtig durchmischen und mit Orangen-Fleur de Sel abschmecken.

Die Wurzeln vom Postelein entfernen. Die Blätter waschen und trockenschleudern und kurz vor dem Servieren unter den Salat heben.

Montag, 19. März 2012

Produkttest: Fünf Tage mit Frosta

Asiatische Glasnudelpfanne nach Frosta-Rezept.
Die Produkttester von Brandnooz luden gemeinsam mit Frosta zum Test der Frosta Gemüsepfannen. Nun sind unsere beiden kleinen Tiefkühltruhen zwar immer gut gefüllt, aber das sind im Wesentlichen Eis, Fleisch, Fisch, Garnelen, selbstgekochte Fonds, Suppen und Bolognese. Außerdem haben wir meistens Spinat, Erbsen, Obst (für meine Joghurts) und eine Notfall-Pizza (falls ein Kochexperiment schief geht) im Tiefkühler.

Zu den knapp 40 kg Tiefkühlkost, die jeder Bundesbürger im Durchschnitt jährlich verzehrt, tragen wir insgesamt nur wenig bei. Früher war das mal anders. Früher waren durchaus zahlreiche Fertiggerichte im Tiefkühler. Heute landet noch ein, zwei Mal im Jahr ein TK-Fertiggericht im Beutel bei uns, meistens von Frosta, da die Firma auf Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker oder Aromen verzichtet.

Blick in den Beutel der Thai-Mischung mit u.a. Mu-Err-Pilzen,
Mungobohnenkeimlingen, Wasserkastanien,
Zitronengras, kandiertem Ingwer und Sambal Oelek.
Da wir Frosta also schon als Marke kennen und schätzen, freuten wir uns über die Möglichkeit, die Gemüsepfannen zu testen. Besonders gespannt waren wir auf die Thai- und die asiatische Mischung. Der Gatte verwendete früher gerne Asia-Mischungen, war aber irgendwann nicht mehr mit Geschmack, Zusammensetzung und Konsistenz zufrieden und ging dazu über, das Gemüse selbst zu schnippeln.

Im Test-Warenkorb landeten also Thai-Mischung, Toskana-Mischung, Provence, Mexico, Karibik und Asiatische Küche. Der Einkauf war übrigens alles andere als einfach: Bei real, wo wir normalerweise einkaufen, gab's kaum was von Frosta, weswegen ich ein paar Tage später nochmal zu Rewe fuhr, wo's das komplette Sortiment gab.

Asiatische Glasnudelpfanne kurz vor der Fertigstellung.
So ein Gemüse-Mix-Beutel enthält knapp 500 g und kostet ca. 2,50 Euro, was vergleichsweise teuer ist, vor allem, wenn man das Gemüse nur als Beilage nimmt. Dann ergibt es gerade mal zwei Portionen (und ich kenne Menschen, die schaffen so einen Beutel auch alleine). Allerdings ist die Qualität wirklich grandios.

Biss und Textur des Gemüses kommen verdammt nahe an frisches heran (ich wäre gespannt auf das Ergebnis einer Blindverkostung). Die Wurzeln beispielsweise waren nicht faserig, die Tomaten nicht wässrig, sondern fruchtig-süß im Geschmack, das Gemüse war knackig, die Mischungen waren gut abgeschmeckt ... Du merkst, ich bin ehrlich begeistert. Die Thai- bzw. die Asia-Mischung werden auf jeden Fall nachgekauft.

Chili con carne nach Frosta-Rezept.
Als erstes gab's die Provence-Mischung zu einem Rest orientalischen Hackbraten. Am nächsten Tag gab's dann eine asiatische Glasnudelpfanne aus dem Rezepteheftchen, das den Testunterlagen beilag. Das Gericht löste einhellige Begeisterung aus und kommt öfter auf den Speiseplan, da es sich nach dem Sport ratzfatz zubereiten läßt: Putenbrust würfeln und salzen, dann in etwas Öl im Wok goldbraun braten und aus dem Wok nehmen. Thai-Mischung mit Kokosmilch und heller Sojasauce in den Wok geben, Knoblauch und Chili dazu und alles etwa 5 Minuten auf höchster Stufe kochen lassen. Fleisch und Glasnudeln dazu geben, nochmal 5 Minuten köcheln lassen - fertig. Ergebnis waren vier leckere, leichte, sättigende Portionen.

Blick in den Beutel mit der Toskana-Mischung.
Weiter ging es mit Chili con carne nach Frosta-Rezept unter Verwendung der Mexiko-Mischung. Wir hatten frische Tomaten und Tacoschalen beim Einkaufen vergessen, aber es schmeckte auch so sehr gut (wenngleich der Gatte möpperte, es wäre mit seinem Chili nicht zu vergleichen - wir führen seit Jahren eine sehr lebhafte Debatte über die richtige Chili-Zusammensetzung). Mit Hack ergab's drei Portionen.

Irgendwie hat es sich bei uns seit einiger Zeit so eingependelt, dass es freitags Fisch gibt. In diesem Fall war's Lachs zu Reis und der Toskana-Mischung, was zwei üppige Portionen ergab und wie erwartet richtig lecker war.

Zum Abschluss der Testwoche gab uns die werte Frau K. die Ehre. Sie wurde mit einem kleinen Drei-Gänger bekocht, der ein wenig karibisch wurde, da der Test der Karibik-Mischung nach ausstand. Es gab

Salat von Postelein (Portulak), Roter Bete, Orange und Ziegenkäse
Fettuccine mit Scampi in Hummersauce und Karibik-Gemüse
Bananen-Cashew-Muffin mit Salat von in Palmzucker karamellisierter und flambierter Ananas und Granatapfel.
Die Rezepte von Vorspeise und Dessert blogge ich im Laufe der Woche. Der Hauptgang war denkbar einfach: Während Frau K. auf das Nudelwasser wartet, gab ich die Scampi und die Gemüsemischung mit etwas Erdnussöl in eine Pfanne und briet sie an. Mit Hummerfond, den ich Weihnachten aus den Karkassen des Vorspeisen-Hummers zog, ablöschen, mit etwas Stärke binden und mit etwas Ananassaft, Salz und Pfeffer abschmecken. Als Frau K. mit den Nudel fertig war, wurden diese mit der Sauce vermischt und serviert. Beim Essen diskutierten wir darüber, wie karibisch denn nun Broccoli und Prinzessbohnen sind, aber wir waren uns einig darüber, dass die Mischung gelungen ist.

Sonntag, 18. März 2012

Sieben auf einen Streich: Eiklar-Kuchen als Eiweißverwertung

Eiklarkuchen mit Schokoverzierung, wie es ihn mal bei
einem Hamburg kocht!-Treffen gab
Ich bin ein großer Fan von Resteverwertung, und dazu gehört auch Eiweiß. Ich kann nicht verstehen, dass man das Eiweiß einfach in den Ausguss kippt, wenn man nur ein Eigelb braucht.

Ich habe im Tiefkühler eine Dose, in die das Eiweiß kommt. Und wenn die voll ist, wird beispielsweise dieser Eiklar-Kuchen gebacken. Er ist geschmacklich einer Sachertorte sehr ähnlich und geht schnell.

Mit Eigelb mache ich übrigens das gleiche: Auch für die gibt es eine Dose im Tiefkühler, falls ich mal nur Eigelb brauche, zum Beispiel zum Nudelnmachen, für Kekse oder schlicht für Rührei (gemischt mit frischen Eiern). Wichtig ist, dass das Eigelb gut durcherhitzt wird - für diese Spaghetti ist eingefrorenes Eigelb also nicht mehr geeignet, aber wenn ich die mache, aber ich fast schon wieder alles Eiweiß übrig, das ich für den Eiklarkuchen brauche.

Der Kuchen ist mein Beitrag zur Initiative Sonntagssüß, für die diesmal Fräulein Text sammelt.



Eiklar-Kuchen

Zutaten für eine 26er Springform:

150 g Butter
200 g Zucker
100 g dunkle Schokolade, geschmolzen
150 g Mehl
7 Eiweiß
1 TL Backpulver
1 Schuss Rum
nach Geschmack und Vorhandensein gehackte Nüsse
1 Glas Aprikosenmarmelade
200 g Zartbitter-Kuvertüre

Zubereitung:

Butter, Zucker, Rum und geschmolzene Schokolade verrühren.

Das Eiweiß steif schlagen und den Eischnee unter die Schokomasse heben.

Mehl und Backpulver ebenfalls unterheben.

Den Teig in eine Springform oder eine Auflaufform geben. Den Kuchen im Backrohr bei 160°C (Umluft) ca. 30 – 40 Minuten backen (Stäbchenprobe). Den Kuchen soweit erkalten lassen, dass er aus der Form genommen werden kann, aber noch warm ist.

Die Aprikosenmarmelade in einem Topf erwärmen, bis sie geschmolzen ist und über den Kuchen geben.

Jetzt die Schokolade über einem Wasserbad schmelzen, über den Kuchen geben und nach Wunsch verzieren. Abkühlen lassen, in Stücke schneiden und servieren.

Wer sich das Aprikotieren und Glasieren ersparen will, siebt einfach Puderzucker über den kalten Kuchen.

Quelle: CK

Samstag, 17. März 2012

London calling 2012: Kundenmagazine von Waitrose und Sainsbury's

Links Waitrose Kitchen, rechts Sainsbury's Magazine.
Im Urlaub bummeln wir gerne durch die örtlichen Geschäfte inklusive der Supermärkte, auch, wenn wir keine Selbstversorger sind. Und da ich alles lese, was mir unter die Finger kommt, inklusive Buchstabensuppe, nehme ich mir gerne die Kundenmagazine mit. Die sind beispielsweise in England wesentlich lesenswerter als die deutscher Supermärkte. Letztere sind meistens nur ein schnell zusammengehauenes Sammelsurium von Pressemitteilungen für Fertigprodukte und entsprechenden Rezepten. Erstere enthalten durchaus lesenswerte Inhalte, sind vergleichbar mit Zeitschriften wie "essen & trinken".

Waitrose Kitchen erscheint seit zwei Jahren monatlich mit einer Auflage von 350.000 Exemplaren und kostet 1,20 GBP, sofern man keine Kundenkarte hat. Der Schwerpunkt liegt auf Warenkunde und Rezepten, zum Beispiel von Heston Blumenthal, Donna Hay, Delia Smith, Bill Granger und Dan Lepard. Die Rezepte reichen von Einfach bis Anspruchsvoll und sind online in einem Archiv zu finden. Schnelle Abendessen unter der Woche werden ebenso vorgeschlagen wie anspruchsvolle Menüs. Seit der Märzausgabe gibt es eine Kochschule.
Blick in Waitrose Kitchen.
Die Auflage vom Sainsbury's Magazine ist etwas höher als die von Waitrose Kitchen, und nach eigener Aussage ist es "the best selling food magazin in the UK". Die Zeitschrift erscheint ebenfalls monatlich und kostet 1,60 GBP, egal, ob mit Kundenkarte oder ohne.Der Rezeptteil ist kleiner, dafür gibt es mehr Werbung und sogenannte Frauenthemen.
Blick in Sainsbury's Magazine.
Ich würde mich feruen, wenn es auch in deutschen Supermärkten Kundenmagazine in dieser Qualität gäbe.

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Freitag, 16. März 2012

London calling 2012: T.G.I. Fridays am Leicester Square

Das Lokal T.G.I. Fridays ist schon eine gefühlte Ewigkeit am Leicester Square, und genau so lange wollte ich da mal hinein, aber die Menschentrauben vorm Eingang hielten mich immer davon ab. Am letzten Tag waren wir mittags in der Gegend, hatten Hunger, wollten weder Pizza bei Fiori, Steaks bei Angus essen oder suchen, also ab zu T.G.I. Fridays, vielleicht ist ja was frei. Wir hatten einen günstigen Moment abgepasst und wurden sofort an einem der wenigen freien Tische platziert. Ein paar Minuten später, und wir hätten warten müssen.

T.G.I. Fridays ist eine Mitte der 1960er Jahre gegründete Kette mit ca. 1.000 Lokalen in ca. 50 Ländern, allerdings nicht in Deutschland. Ich nehme an, Einrichtung, Deko und Speisekarte der einzelnen Lokale unterscheiden sich nur unwesentlich. Die Einrichtung am Leicester Square besteht aus dinertypischem Mobiliar, die Deko aus Filmplakaten, Requisiten, Sportgeräten wie Surfbretter und Footballhelme etc. Es gibt also einiges zu gucken. Der uniform gekleidete Service ist freundlich und flink. Die Getränke kamen quasi im Handumdrehen, anders als im Diner am Vortag. Nur auf's Essen mussten wir etwas warten. Die Gäste waren überwiegend Touristen, englisch- und italienischsprachig (machen Italiener eigentlich immer als Großfamilie Urlaub?). Auch die Speisekarte ist dinertypisch, mit Schwerpunkt auf Burger und Fries. Es gibt aber auch Steaks, Sandwiches und Seafood. Alles, was an unserem Tisch (wir saßen in unmittelbarer Küchennähe) vorbeigetragen wurde, sah appetitlich aus.

In seltener Einmütigkeit bestellten wir beide das gleiche: Jack Daniel's Burger und Coke, bottomless, was heißt, dass die Getränke stets nachgefüllt, aber nur einmal berechnet werden.

Jack Daniel's Burger mit Bacon und Monterey Jack Cheese, extra Sauce und Fries.
Die Fritten-Portion war kleiner als im Diner, dafür war der Burger üppiger und um Längen besser. Besonders begeisterte uns die Honey Smokehouse-Sauce, die wir restlos aus dem Schälchen kratzten und  bislang leider vergeblich zu kaufen suchten. Dafür haben wir inzwischen eine ähnliche Sauce von Jim Beam hier, und das Original werden wir wohl bestellen.

Bei T.G.I Fridays werden wir sicher nochmal essen gehen.

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Donnerstag, 15. März 2012

London calling 2012: Everything Stops for Tea

Das Haus mit der Nummer 216 am Strand duckt sich ein wenig weg und kuschelt sich eng an die benachbarten, viel höheren Häuser. Das Mutterhaus von Twinings ist schmal, aber nicht unscheinbar, und zelebriert britisches Understatement, denn die wahre Größe des Unternehmens lässt das Stammgeschäft kaum erahnen.

1706 eröffnete Thomas Twining ganz in der Nähe kein Tee-, sondern ein Kaffeehaus, in dem auch Tee ausgeschenkt wurde. Der Verkauft losen Tees entwickelte sich bald besser aus der Ausschank von Heißgetränken, Geschäft und Ansehen wuchsen. 1717 eröffnete Twining zwei Filialen, eine davon in Strand 216. Der handtuchschmale Laden wird heute als Tea Shop genutzt, beherbergt aber auch ein kleines Museum und eine Probierstube, in der man mit den Proben alles machen kann, was man möchte, sogar, typisch britischer Humor, sie auf den Boden werfen - was aber schade wäre. Kaffee, Kannen, Geschirr und Accessoires kann man dort ebenfalls kaufen (und vermutlich erst nach dem Bezahlen auf den Boden werfen).

Die Passion der Briten für Tee ist ja legendär und wird oft karikiert. Ich finde, das ist mit am Besten den Franzosen gelungen, Goscinny und Uderzo mit dem Comic "Asterix bei den Briten", wo Teefax und seine Kompanen jeden Tag um fünf Uhr, komme was wolle, eine Pause einlegen, um eine Tasse heißes Wasser (Teeblätter waren noch unbekann) mit Milch zu trinken. Seit dem letzten London-Urlaub höre ich oft "Everything Stops for Tea" von Jack Buchanan und bekomme jedes Mal Lust auf a cuppa.

Fester Bestandteil jeder Englandreise ist bei mir der Kauf von Twinings English Breakfast Tea. Normalerweise trinke ich morgens zwar Kaffee, aber sonntags oder immer dann, wenn ich Ruhe zum Frühstücken habe, mag ich diesen Tee - außerdem schmeckt der Breakfast Tea nicht nur zum Frühstück. Inzwischen gibt es den Tee auch in Deutschland, so dass ich nicht mit den Beuteln knausern muss, bis die nächste Reise bevorsteht, aber den Tee in England zu kaufen, ist für mich immer noch was ganz besonderes, und so freute ich mich, dass es diesmal mit einem Besuch im Mutterhaus klappte.

Erstaunlichste Wahrnehmung beim Betreten des Geschäftes: Es riecht nicht sahnig-süßlich wie sonst meistens in Teegeschäften. Im Gegenteil, es riecht neutral, so dass man sich ganz auf den Duft von Tee oder Kaffee konzentrieren kann. Die Warenpräsentation ist zurückhaltend, die Beratung gut. Da auch mein Koffer schon gut gefüllt war, hielt ich mich mit dem Einkauf zurück und erstand neben English Breakfast nur noch die mir bislang unbekannte Sorte 1706 Strong Breakfast.

Im Laden selbst mochte ich nicht fotografieren. Ich vermute, niemand hätte etwas dagegen gesagt, aber der laden ist so schmal und war gut besucht, dass die Kamera nur im Weg gewesen wäre.

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Mittwoch, 14. März 2012

London calling 2012: Umlaute werden überschätzt

Am letzten London-Tag schlenderten wir bei bedecktem Himmel und ziemlich kalten (na ja, wir hatten die letzten drei Tage vergessen, dass noch Februar ist) Temperaturen von der Themse nach Covent Garden und Soho.

Nachdem wir durch den Temple District bummelten, fanden wir uns unvermittelt in der Essex Street vor einem Haus mit unverkennbar deutscher Inschrift wieder. Mir gefiel das Haus mit seiner mittelalterlichen Schrift, auch wenn das Bier hier sicher nicht verschenkt, sondern ausgeschänkt wird (gelegentlich regt sich die Germanistin in mir).

In der Bierschenke gibt es das, was man im Ausland unter typisch deutscher Küche versteht, und natürlich Bier, wobei ich die Auswahl da nicht so üppig finde). Da das Lokal montags erst nachmittags öffnet, konnten wir nicht einkehren, aber wer weiß, wenn ich beim nächsten London-Besuch G. mal deutsche Küche nahebringen oder den Tatort sehen möchte, schaue ich mal vorbei.

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Dienstag, 13. März 2012

London calling 2012: The Diner in Soho

Abendessen im The Diner in Soho: California Burger mit
Monterey Jack Cheese und Guacamole sowie Fries für den
Gatten, Original Burger und Sweet Potatoe Fries für mich.
Am letzten Abend landeten wir in Soho. Eigentlich wollten der Gatte und ich ins Kino, aber es lief kein Film, der uns beiden gefiel. Also entschieden wir uns dazu, noch ein wenig bummeln, denn die Temperaturen waren frühlingshaft. Früher, als S. noch lebte und ich sie regelmäßig in London besuchte, gingen wir meistens in Soho aus, und seitdem mag ich die Gegend einfach.

Da es ein wenig schwierig sein kann, mit dem Gatten essen zu gehen, weil er ungern neues ausprobiert, keine Überraschungen mag, ein Lokal weder zu exotisch noch zu edel sein darf, das Essenfassen nicht zu lange dauern darf, er quasi eine Garantie haben möchte, dass es ihm in einem Restaurant schmeckt, halte ich bei Abreise gerne eine Liste möglicher Restaurants bereit. So landeten wir beispielsweise auch in der Fire Station. Jede Küche mit einer gewissen Schärfe scheidet zudem aus. Curry ist also nicht. Ich könnte problemlos durch Soho bummeln, mir irgendwann denken, dass die Hühnerfüße, die im Fenster hängen, lecker aussehen und einkehren, aber mit dem Gatten ist es nicht zu machen, und wenn nur einer von beiden Spaß hat, ist es ja auch blöd.

Eines der Lokale auf meiner Liste war The Diner in Soho, denn Hamburger und Fritten gehen bei uns immer. Wir verliefen uns und irrten durch menschenleere, zwielichtige Straße, was in London eher selten passiert und durchaus eine Erfahrung ist. Es gibt in Soho einige gut erhaltene Bauten aus der Georgianischen Ära, zum Beispiel in der Broadwick oder Wardour Street, und Leere und Dunkelheit sorgten für einen Hauch Mystik. Eine schöne Atmosphäre. Zwischendrin passierten wir durchaus das eine oder andere sehenswerte Lokal und schöne Pubs, aber der Gatte war jetzt auf amerikanisches Essen eingestellt und wollte keine Änderung.

Wir mussten ein wenig warten, bis ein Platz frei wurde. Wieder mal war ich verblüfft, wie voll die Lokale sind. Während wir im Lokal waren, bildeten sich im Eingang regelrechte Menschentrauben. Um uns herum saßen Einheimische und italienische Touristen, darunter eine Großfamilie, eine skurrile Mischung. Während wir so warteten, überlegte ich schon ,wieder zu gehen, denn mich überkam der Drang, zu putzen. Wer meine hausfraulichen Fähigkeiten kennt, weiß, dass so was nur ganz selten passiert. Also, so richtig sauber war das Lokal nicht. Dafür wurde nach jedem Gast der Tisch mit Desinfektionsmittel eingenebelt und mit einem Tuch in undefinierbarer Farbe gewischt. Ehrlich, ein Seitenstraßen-Kellerlokal mit Speisekarte in einer Sprache, die ich nicht verstehe, hätte mir gerade mehr Vertrauen eingeflößt. Aber wir waren nun mal da und würden nun auch hier essen.

Aus der Nähe betrachtet: Original Burger und Sweet Potatoe Fries 
Wir wurden dann endlich von einer Kellnerin, die ein an eine totes Frettchen erinnerndes Gebilde um den Hals und sonst nicht viel trug, platziert, mit Speisekarten versorgt und nach unseren Getränkewünschen gefragt. Dann tat sich 20 Minuten erst mal gar nichts. Ich hatte viel Zeit, mich im Lokal umzusehen, die wild gemusterten Unterhosen des Kellners zu beobachten (diese Hosen-auf-Halbmast-Mode ist so gar nicht meins) und mich zu fragen, warum die Jungs an der Bar ihr Essen wohl aus allen Perspektiven mit dem Smartphone knipsen. Der Gatte überlegte, zu gehen, als die Getränke endlich kamen.

Die Speisekarte gefiel uns gut, vor allem die Auswahl an Fries und anderen Beilagen. Wir bestellten und stellten uns wieder auf eine lange Wartezeit ein, aber diesmal ging es überraschend schnell. Das Essen kam in Plastikkörben, was mir meinen Wunsch erfüllte, endlich mal aus einem Plastikkorb zu essen, wie ich es aus amerikanischen Filmen kenne. Bei den Fries war's okay, bei den Burgern war's schwierig, zumindest, wenn man sie mit Messer und Gabel essen wollte. Die Körbe kamen dann ganz schön ins Kippeln.

Das Essen war lecker. Die Fries-Portionen sind üppig, die kann man gut teilen. Ich streckte bei den Sweet Potatoe Fries die Waffen, was bei mir selten passiert - die Portion war einfach zu groß. Der Gatte, mit seinen Fries ebenfalls sehr zufrieden, probierte reichlich von meinen und erteilte den Auftrag, zu Hause mal Süßkartoffelfritten zu machen. Uns fehlten einzig Ketchup oder Mayonnaise, die nicht auf dem Tisch standen, und irgendwie saßen wir zu ungünstig, um einen Kellner zu stellen. Mein Burger und die Fries waren dadurch etwas drüch, während der Gatte auf seinem Burger Guacamole hatte.

Auf dem Rückflug las ich die aktuelle Olive-Ausgabe mit einem Test verschiedener Dinerketten. The Diner in Soho schnitt am Besten ab. Das war für uns unverständlich, denn am nächsten Tag landeten wir zufällig in einem Diner, wo es uns um Klassen besser schmeckte, aber die Kette wurde nicht getestet.

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Montag, 12. März 2012

London calling 2012: Wieder besucht: Chin Chin Labs

Lemon Sugar Pancakes im Chin Chin Labs.
"You have been here before", stellte Akbari-Kalhur fest, als wir unser Eis im Chin Chin Labs bestellten. In der Tat, im letzten Jahr waren wir zwei Mal dort, aber trotzdem war ich über das Erkennen erstaunt, denn das Lokal hat ja seitdem unzählige Gäste gesehen.

Auch diesmal bestand selbst der Gatte darauf, dass wir dorthin zum Eisessen gehen und rannte damit bei mir natürlich offene Türen ein. Diesmal war der Laden recht leer, so dass wir nicht warten mussten und einen Platz bekamen.

In seltener Einmütigheit entschieden wir uns beide für den Flavour of the week. Da unsere Reise in die Woche vom Pancake Tuesday fiel, war der Geschmack der Woche Lemon Sugar Pancakes, cremig-softes Eis auf der Basis von Pfannkuchenteig und tunesischen Zitronen, mit karamellisierten Zesten - sehr lecker.

Diesmal war leider nur Zeit für einen Besuch, aber für die nächste Londonreise ist Chin Chin wieder fest eingeplant.

Hier geht's zu meinem Bericht vom letzten Besuch.

Angeblich soll's einen Laden in Hamburg geben, der Eis mit Stickstoff herstellt. Wenn Du weißt, wo, freue ich mich über einen Hinweis.

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Sonntag, 11. März 2012

London calling 2012: Ab in den Osten! Rund um die Brick Lane

Im Londoner Osten war ich zuletzt Anfang der 1990er Jahre, als ich die Bevis Marks Synagoge besuchte, und, da schon mal in dieser Gegend, durch das einstmals jüdisch geprägte Viertel bummelte. Es war also hohe Zeit für einen neuen Besuch in dem Viertel zwischen Whitechapel, Bethnal Green und Spitalfields. Wir ließen uns von der Liverpool Street Station bei bestem Frühlingswetter ein paar Stunden durch Petticoat Lane, Brick Lane, Spitalfields Market und zahlreiche Seitenstraßen treiben.
Durch den Torbogen in der Wentworth Street ging es einstmals in einen 1886 erbauten Wohnkomplex der Four Per Cent Industrial Dwellings Company für jüdische Immigranten. In den 1970er Jahren wurde
der Komplex größtenteils abgerissen.  
Heute sind es eher die Bangladeshis, die Gegend prägen, aber wer weiß, wie lange noch, denn das East End gilt nicht mehr als verrucht und gefährlich, sondern als schick, unterliegt der Gentrifizierung, was zur Vertreibung derer führt, die sich aufwändig renovierte Wohnungen, schicke Lofts nicht leisten können. Andererseit trägt die Gentrifizierung auch zum Erhalt des Viertels und seiner Bauten bei.
Einer der Zugänge zur Brick Lane.
Das Publikum auf der Straße war bunt gemischt: Junge und Alte, Einheimische, aber meiner Einschätzung nach verhältnismäßig wenig Touristen. Ich hatte eher den Eindruck, als würde der Markt bis heute von den in der Nachbarschaft Lebenden zum Einkaufen genutzt. Das kann natürlich auch an der Reisezeit liegen - Februar ist für einen Londonurlaub ja nicht gerade Hochsaison. Oder die Touristen waren noch auf der Petticoat Lane, in der wir uns nur kurz verirrten.

Lass' uns an der Ecke Hoolka Dadka Guryaha Deggan und Frostic Walk treffen ... Ersteres scheint ein Tempel zu sein, keine Straße, zweites ein Nachbarschaftszentrum.
1743 als Hugenotten-Kirche erbaut, ab 1819 Methodisten-Kirche, im späten 19. Jahrhundert Synagoge und seit 1976 Moschee: Das Gebäude in der Brick Lane 59.
Exotische Gerüche zogen uns in die riesige ehemalige Truman Brewery, die heute Künstler, Restaurants und Bars beherbergt. In einer Halle boten Menschen Speisen und Getränke aus allen Herren Länder an. Nachos, Sushi, Falafel, Curries ... Alles war dabei. Leider waren wir noch satt vom Frühstück, aber dieser Duft ... unbeschreiblich!
In der Truman Brewery.
In der Truman Brewery.
In der Truman Brewery.
Zurück auf der Brick Lane waren wir ebenfalls von dem Angebot an Speisen und Getränken überwältigt. Wer soll das alles essen? Wir waren weiterhin gut gesättigt vom Frühstück ...

Straßenszene in der Brick Lane.
Je weiter wir Richtung Bethnal Green Road kamen, nahmen die Antiquitäten-, Ramsch-, Trödel- und Hausratstände zu. 

Blick in eine Seitenstraße.
Und hier sind sie dann auch, die beiden berühmten Beigelshops, die 365 Tage im Jahr rund um die Uhr Beigel verkaufen. Leider waren wir noch immer nicht hungrig, und da beide Geschäfte proppevoll waren, hatten wir auch keine Lust, uns anzustellen und was für später zu holen. Hier gibt es einen Bild-Bericht über die beiden benachbarten Bäckereien.

Die erste Beigel-Bäckerei wurde 1855 in London ins Leben gerufen.
Nur ein Haus weiter ist eine zweite Beigel-Bäckerei.
Sehr schräg ist das Angebot in der Sclater Street: Auslegeware, Metallwaren, ziemlich sicher illegal gebrannte Porno- und Splatterfilme asiatischer Straßenhändler, Obst und Gemüse, Haushaltswaren und Fahrräder über Fahrräder ...
Ist Auslegeware impulskauftauglich? Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass sie ein Verkaufsschlager
auf einem Straßenmarkt ist.

Zu der Straße passt die schräge Ausstellung der polnischstämmigen Künstlerin Olek in der Galerie Tony's.

Blick in die Galeie Tony's mit Häkelobjekten von Olek.
Übrigens gibt es rund um die Brick Lane viel Straßenkunst zu entdecken. Es lohnt sich, sich in den Seitenstraßen zu verlieren oder mal einen Blick in Hinterhöfe zu werden. Mich beeindruckten besonders die Werke des Belgiers ROA. Hier gibt es einen Überblick über sein Schaffen in verschiedenen europäischen Metropolen.

Wir warfen auf dem Rückweg zur Liverpool Street Station noch einen schnellen Blick in die Hallen des ehemaligen Old Spitalfields Market, die ursprünglich einen Obst- und Gemüsemarkt beherbergte. Nach der Verlagerung des Marktes in den 1991er Jahren gab es Proteste in der Bevölkerung mit dem Ergebnis, dass die alten Markthallen mit täglich wechselnden Schwerpunkten wiederbelebt wurden. Fest eingeplant für den nächsten Besuch ist die Spitalfields City Farm, die ein wirklich beeindruckendes Projekt zu sein scheint.

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