Freitag, 1. Februar 2013

Eine Eppendorfer Institution: Petit Café

Blick in einen Teil des Petit Cafés, der für einen kurzen
Moment leer war. 

Das Petit Café im Souterrain der Hegestraße ist seit 1982 eine Institution in Eppendorf. Ich war vor einer Woche zum ersten Mal da, als wir vor dem Essen im Trific noch Zeit hatten und ins Warme wollten. Meine Begleitung kannte das Petit Café schon aus der Hamburger Innenstadt, aber auch das war bislang an mir vorbeigegangen.

Das Lokal ist berühmt für seinen Streuselkuchen, den die Inhaberinnen nach einem pommerschen Familienrezept von 1855 backen, wie das Hamburger Abendblatt weiß.

Normalerweise wäre das Petit Café mit seiner Wohngemeinschafts-Wohnküchen-Atmosphäre und dem zusammengewürfelten Interieur durchaus ein Lokal, in dem ich mich wohlfühlen könnte, aber so ganz überzeugte es mich nicht.

Geschirr, Besteck und Deko sind zusammengewürfelt,
was viel Charme hat.
Wir saßen noch nicht, als eine Bedienung vor uns stand. Okay, als ich das letzte Mal konditorn war, hätte ich mir eine flinke Servicekraft gewünscht. Aber so ein Mittelding zwischen Gar-nicht-bedient-werden und Schon-vor-dem-Sitzen-bestellen-müssen muss doch auch möglich sein.

Schön hätte ich auch eine Karte gefunden. Okay, ich trinke eh' meistens Milchkaffee, aber einen Blick werfe ich trotzdem gerne in die Karte. Inzwischen weiß ich: Es gibt im Lokal eine handgeschriebene Tafel, die wir allerdings beide übersahen. 

Beim Kuchen gab's nicht viel Auswahl. Wir kamen eine Stunde vor Schließung; es gab noch Apfelkuchen. Wenn ich das Konzept des Cafés richtig verstand, gibt es auch ohnehin nur Streuselkuchen mit wechselnden Früchten. Der Kuchen war noch ofenwarm und ziemlich an der Grenze. Ich hätte ihn jedenfalls noch ein bisschen im Ofen gelassen, damit er zu Ende backen kann ... Aber immerhin: So war der Kuchen sehr saftig und nicht drüch.

Der berühmte Streuselkuchen des Petit Café.
Geschmacklich war der Kuchen gut, wenngleich sehr süß (und ich bin schon ein zuckersüchtiges Speckbällchen!). Angenehm fand ich, dass der Boden nicht zu sehr nach Hefe schmeckte. Über die Streusel könnte man trefflich streiten, denn sie sind eher Teigplatten als Streusel, aber das soll anscheinend so. Mir sind Streusel lieber, aber das ist Geschmackssache. Das Stück war riesig - der Preis von 2,80 Euro geht voll in Ordnung.   

Der Kaffee, der aus dem Lokal in der Innenstadt kommen und dort selbst geröstet worden sein soll, war ziemlich flau. Anders gesagt: In der heißen Milch fiel er nicht weiter störend auf ... 

Mit der Bestellung kam gleich die Rechnung, die am Tresen beim Ausgang bezahlt wird. Dass wir getrennt zahlten, überforderte die junge Bedienung (im Café bedienen anscheinend überwiegend Schülerinnen und Schüler), galt es doch, zwei Milchkaffee und zwei Kuchen auf zwei Personen zu verteilen ...

Da das Café um 19 Uhr schließt, wir gegen 18 Uhr kamen, störten wir beim Putzen und Aufräumen. Die Eingangstür stand sperrangelweit offen, weil die Tische vor dem Lokal hereingeholt wurden, und die gefüllten Putzeimer wurden vor der (aus mir unbekanntem Grund geöffneten) Tür zum Hinterhof aufgereiht. Der dadurch entstehende Zug trieb uns dann aus dem Café, was sicher der Zweck dieser Aktion war. 

Sicher ist das Petit Café eine Alternative zu den Coffee-Shop-Ketten. Extra nach Eppendorf würde ich dafür aber nicht fahren - und beim nächsten Eppendorf-Bummel findet sich sicher auch eine Alternative zum Petit Café.

1 Kommentar:

  1. Oh, du zuuckersüchtiges Speckbällchen! Herrlich, dafür hat es sich schon gelohnt den Eintrag zu lesen, auch wenn ich das Café wohl eh nie besucht hätte ;).

    AntwortenLöschen

Ein Kommentar, wie schön! Ich bemühe mich, alle Kommentare zu beantworten. Allerdings kann das manchmal etwas dauern - das Leben neben dem Blog, Du verstehst. Wenn Du Dich durch eine Sicherheitsabfrage quälen musst oder der Kommentar erst moderiert wird, heißt das, dass es gerade viele Spamkommentare gibt. Last but not least: Ich behalte mir vor, einzelne Kommentare zu löschen. Für die Löschung von Kommentaren, die zu kommerziellen Webseiten führen, stelle ich dem Webseiteninhaber 200 Euro in Rechnung.