Mittwoch, 3. April 2013

Resteverwertung und Restevermeidung mit dem Tiefkühler

Bei verde, dem Kundenmagazin meines Lieblingsdrogeriemarktes, kurz "Budni" genannt, geht es diesen Monat um Resteverwertung und Restevermeidung. Ergänzend zum Magazinartikel, zu dem ich etwas beitragen durfte, stelle ich Euch mal auf, was sich bei uns so alles im Tiefkühler tummelt oder tummeln könnte.

Meine untenstehende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern basiert auf unseren Gewohnheiten und Erfahrungen. Bei einigem war mir meine virtuelle Kochgruppe netterweise behilflich. Wenn Du mir Deine Einfriertipps nennst, kann ich die Liste erweitern.

Wir haben eine Kühl-Gefrierschrankkombi mit einem ca. 100 Liter fassenden Gefrierteil und eine zusätzliche Gefrierbox mit 60 Litern, die im Keller steht. Vorteil der Box ist, dass sie ein Beerenfach hat, ein flaches Tablett, auf dem sich Beeren optimal einfrieren lassen - ideal für den Sommer, wenn die Früchte günstig angeboten werden.

Ingwer, tiefgefroren.
Im Keller lagert alles, was wir nicht so oft brauchen oder auf Vorrat kauften bzw. kochten, zum Beispiel, wenn der Gatte meint, er müsse die Fleischabteilung der Metro aufkaufen, er Bolognese im 10-Liter-Topf kochte oder ich einen Rappel bekomme und Eis en gros produziere ...

Das Gefrierteil des Kühlschranks in der Küche hat drei Schubladen. In der obersten liegt das, was wir oft brauchen: Ingwer, Nüsse und Saaten, Toastbrot für mich, Brotscheiben für den Gatten, kleine Mengen an Saucen, Einzelportionen als Büromittagessen, Eiswürfel, Kräuter ...

Darunter sind größere Dosen mit Vorräten an Fonds und Bolognese, einzeln verpackte Filets von Fisch oder Fleisch, angebrochene Mengen von Gemüse oder Obst, Brotvorrat für den Gatten, Eis - also alles, was wir nicht so schnell zur Hand haben müssen.

Im dritten Fach, das ziemlich schwer herauszuwuchten ist, ist alles, was wir selten brauchen wie Einzelportionen für Mudderns, auf Vorrat gekochte/r Suppe bzw. Eintopf für des Gatten Mittagspause, größere Fleischstücke wie Roastbeef, ein Beutel mit Garnelen ...

Eiweiß und Mandeln wandern in den Tiefkühler.
Unsere Aufteilung ist sicher kein allgemein gültiger Maßstab. Sie hat sich aus der täglichen Praxis entwickelt.

Seitdem wir eine richtige Tiefkühlmöglichkeit haben, nutze ich sie fleißig. Früher, mit einem kleinen Gefrierfach im Kühlschrank, war das anders, aber da lebte ich auch noch alleine und kochte selten.

Heute witzelt der Gatte gerne, ich fröre auch heißes Wasser ein, damit ich immer einen Vorrat habe. Aber auch er bekam glänzende Augen, als meine Mutter uns ihre inzwischen überflüssige Gefriertruhe anbot. Allein: Uns fehlt der Platz dafür. Hätte ich den Platz, würde ich, wie früher meine Eltern, bei einem Bauern im Umland regelmäßig ein halbes Rind kaufen, zerlegen lassen und einfrieren.

Was sich im Gefrierschrank tummeln kann:
Bananen, tiefgefroren.
  • Knochen, Parüren, Schalen von Biogemüse und Gemüseabschnitte finden sich normalerweise nicht in unserem Tiefkühler, weil sie gleich zu Brühe verkocht werden, aber wenn man Platz hat, sollte man das unbedingt einfrieren. So ist schnell alles zur Hand, um einen Fond zu kochen, kann man auf gekaufte Fonds verzichten. 
  • Nüsse und Saaten wie Sesam oder Sonnenblumenkerne friere ich gerne ein. Gerade die Saaten gibt es nur in Packungsgrößen, die ich nicht schnell essen kann, und bei Nüssen bekomme ich nicht immer alles. Finde ich gerade mal Pecannüsse, schlage ich zu und friere sie ein. Sind Pinienkerne im Angebot, kommen sie ins Eis. Saaten streue ich mir über den Salat. Kleine Mengen von Nüssen mahle ich und gebe sie in Kuchenteig (als Ersatz für Mehl oder in Streuseln wie bei diesem Apfelkuchen oder bei diesem Brownie). Außerdem kommen Nüsse in Pesto oder gehackt als Kruste über Aufläufe - eine schöne Alternative zur Käsekruste. Angenehmer Nebeneffekt ist, dass ich so meinen Verzehr an Nüssen und Saaten steigere, denn beides enthält viel Eisen, und ich habe chronischen Eisenmangel.
  • Saucen, Fonds und Kokosmilch kommen auch in den Tiefkühler. Ich habe gelernt, dass man in Glas einfrieren kann, also kommen auch angebrochene Flaschen mit Tomatensugo ins Eis. Das Gleiche gilt für Kokosmilch im angebrochenen Tetrapack: Umbiegen, mit Malerkrepp verschließen und ab ins Eis. Auch Bolognese haben wir im Tiefkühler.
  • Molkereiprodukte landen bei uns selten im TK, weil wir sie zügig verbrauchen, aber alles kann eingefroren werden. Das gilt auch für Sojaprodukte wie Sojamilch oder Tofu. Das findet sich immer mal wieder in unserem Gefrierschrank, weil ich beispielsweise keinen ganzen Liter Sojakakao so schnell trinken kann, dass er nicht verdirbt.Gelegentlich landet Mozzarella im Eis. Aufgetaut lässt sich damit immer noch prima Pizza belegen.
  • Eiweiß / Eigelb: Behalte ich Eiweiß oder Eigelb übrig, kommt es in den Tiefkühler, wenn wir es nicht zeitnah verbrauchen. Ich habe eine Dose, in die sechs oder sieben Eiweiß bzw. Eigelb hineinpassen. Ist die Dose voll, wird der Inhalt irgendwann verarbeitet. Unter dem Tag Eiweißvertung finden sich einige Rezepte dafür. Wenn Du auch noch Nüsse übrig hats, lassen sich daraus Gewürznüsse machen, wie zum Beispiel diese Kakaomandeln mit Cayenne. Eigelb kommt in Nudeln, bindet Saucen oder wird zu Rührei. Eier lassen sich auch ganz einfrieren: Aufschlagen, etwas verquirlen und ab in die Kälte. Egal, was Du aus den Eier machst, sie müssen durcherhitzt werden.
  • Ingwer und Meerrettich brauchen wir nur in mikroskopischen Mengen. Der Ingwer schlummert in einer Dose im Tiefkühler, abgedeckt mit einer Schicht Frischhaltefolie. Brauche ich welchen, entnehme ich eine Knolle und ziehe sie über die Microplane - mitsamt der Schale. So klein geraspelt fällt die nicht weiter auf. Brauche ich größere Stücke, nehme ich eine passende Knolle heraus und lasse sie auftauen. 
  • Reis und Nudeln finden sich selten in unserem Gefrierschrank, lassen sich aber einfrieren - am Besten portionsweise. Dann ist schnell was zur Hand. Mit etwas übriggebliebener Sauce hast Du dann eine schnelle Mahlzeit. 
  • Brot, Toastbrot: Brot kauft der Gatte als Laib, schneidet es in seine Lieblingsscheibenstärke und friert das Brot scheibenweise ein - so viel, wie er für jeweils zwei Tage braucht. Morgens taut er dann die Scheiben in der Mikrowelle langsam auf. Ich esse meistens Toast oder Knäckebrot. Die gefrorenen Toastscheiben gebe ich direkt in den Toaster.    
  • Fleisch und Fisch werden bei uns oft eingefroren. Auch Aufschnitt kann in Scheiben eingefroren werden, aber daran denken wir nur selten.     
  • Bananen lassen sich einfrieren und zu Eis verarbeiten oder verbacken. 
Und jetzt bin ich gespannt zu erfahren, was sich in Deinem Tiefkühler so tummelt. 
   

Kommentare:

  1. Wie passend, wo ich doch in der nächsten Woche meinen ersten Standalone Tiefkühler geliefert bekommen werde.
    Nach einigem Ningeln hat sich der Vermieter bereit erklärt, dass wir im Keller eine Steckdose legen lassen (in der Küche selber ist für solche Spässeken kein Platz). Und ich muss sagen, dass ich mich darauf freue, auf Vorrat kochen zu können.

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    1. So ein Vorrat ist schon toll! der Gatte greift immer seltener auf Dosensuppen zurück, weil er Einzelportionen aus dem TK nehmen kann.

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  2. Sehr interessant für mich, dieser Blogbeitrag! Ich hätte nicht gedacht, dass man Bananen, Ingwer etc einfrieren kann und auch den Tipp mit den Nüssen finde ich klasse, denn - wie du sagst - man braucht die Mengen meist nicht ganz auf und irgendwann sind sie dann nicht mehr genießbar...da ist Einfrieren die bessere Lösung (leider wusste ich bisher nicht, dass das möglich ist.)

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    1. Alleine wäre auch nie darauf gekommen, dass sich Nüsse und Saaten einfrieren lassen, hab' es auch irgendwo gelesen / gehört und ausprobiert.

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  3. Wir haben nur 3 Laden zum Tiefkühlen, wobei eine davon für den Hund reserviert ist, die ist voll mit Pansen, Kopffleisch und hundlichen Stinkedingen (Lammpansen! *grusel*).
    In der Menschenabteilung gibt es vor allem Fond im Tiefkühler, den ganz kräftig einreduzierten teilweise in Eiswürfel-Sackerln eingefroren. Eiweiß hab ich auch oft im TK. Es ist immer noch ein Schinkenknochen von Silvester im TK, sonst Reste von Eintopfgerichten, die man gut aufwärmen kann, wenn nur einer von uns beiden daheim isst.

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    1. Ich kannte mal einen Haushalt, da war die "Hundeabteilung" ein eigener Tiefkühler im Gartenhaus, weil die befanden, dass der Pansen, selbst tiefgekühlt, im Haus zu stark röche *gg*

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  4. Diesen Beitrag finde ich auch super interessant - und leider staerkt er auch meine Eichhoernchenmentalitaet, und ich friere womoeglich NOCH mehr ein...

    Bei mir ist klar: Bruehe und Fonds sind in der Kaelte. Fleisch, was ich nicht oft bekomme und deshalb auf Vorrat kaufe wie Beinscheiben oder Schweinskoteletts, oder Wuerste. Auch Blauschimmelkaese, denn um den zu kaufen, muss ich ca. 100 km fahren. Seit einer Weile habe ich auch Tueten mit Weisswein eingefroren. Der Wein war fuer meinen Geschmack nicht trinkbar, aber ich hoffe, dass er in einem Risotto oder in einem Ragout durchgeht. Verzeiht die Ignoranz, da ist halt in Thailand "Schmalspur Kuechenmeister".

    Was mir gar nicht schmeckt, sind Reste von Gerichten, die wir nicht aufessen konnten. Die einzufrieren und dann aufgetaut zu essen, ist meist BAEH.

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    1. "Eichhörnchenmentalität" -> das muss ich mir merken ;-)
      Der Begriff ist viel besser als mein Standard-Spruch "Ich könnte jeden Weltuntergang überleben".

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    2. Zur Weinverwertung könnte ich eine eigene Rubrik aufmachen, denn der wird bei uns auch oft verkocht. Zurzeit haben wir ein paar Flaschen Chardonnay, die im Keller vergessen wurden, als Kochwein noch taugen, aber nicht als Trinkwein. Solange mich der erste Schluck nicht vom Hocker haut, wird der Wein verkocht.

      Auf die Weinverwertung gehe ich auch noch mal in einem Extra-Beitrag ein.

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  5. In meiner Gefriertruhe tummelt sich auch so Einiges. Außer den Dingen, die Du schon genannt hast, noch Folgendes:
    - Wein in Döschen: Es bleibt doch immer mal was übrig und für Soßen will man oft nicht eine ganze Flasche aufmachen
    - geriebene Orangenschalen / Zitronenschalen
    - die Schwarte vom Schwarzwälder Schinken (perfekt für die Bolognese-Sauce)
    - abgeschöpftes Fett vom Braten: mit diesem Fett (anstatt Öl) wird dann der nächste Braten angebraten (Ist was für den Geschmack)

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    1. Dass mit dem Fett finde ich interessant! Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, das einzufrieren. Und klar, Abrieb von Zitrusschalen, der findet sich bei uns auch gelegentlich. Momentan überlege ich, den in Zucker zu konservieren, weil ich ihn dann auch in Wasser oder Tee auflösen kann.

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  6. In meiner Kühl-Gefrierkombi gibt es leider nur 2 Schubfächer zum Einfrieren und dort sind Kräuter eingefroren (beim Türken umme Ecke sind die Bunde so groß, dass immer was übrig bleibt, wird gehackt und weggefroren), Brot tiefgekühlt, weil die üblichen Laibe zu groß für mich allein sind, Reste von gekochtem Essen in 2 Portionengrößen, damit ich zur Not was habe. Auch so Spinat, Erbsen und Blätterteig haben einen festen Platz bei mir. Im Sommer kommen meist noch Massen an gekochtem Letscho hinzu, aber da muss sich auch eine andere Lösung finden. Brühe versuch ich am WE mal in Flaschen zu füllen und hoffe, dass sie nicht vergären :-) Ach, ich hätte gerne einen größeren Tiefkühler *seufz*

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    1. Zu den Flaschen habe ich Dir ja schon bei FB geschrieben, dass ich inzwischen lieber einkoche, weil das länger hält.

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  7. Super, noch mehr "ich frier alles ein"-Menschen. Mittlerweile haben wir (2 Erwachsene, 2 Kleinkinder) eine Gefrierschrank mit drei Fächern im Keller für Brot, TK-Gemüse (was aktuell oben nicht gebraucht wird), Grillfleisch und Speiseeis. In der Küche im Kühlschrank haben wir eine seperaten Drei-Fach-Gefrierer. Hier lagern in der obersten Box der Monatsorrat Fleisch und wurst sowei Kühlpacks. Im zweiten Fach TK-Gemüse und -Obst, gekochtes Essen (Bolognese, Chili con carne, Suppen) und im untersten Fach alles was mit Brot und Kuchen zu tun hat.
    Brot wird bei uns Laibweise eingefroren und bei Bedarf am Abend vorher rausgelegt (geht auch mit einzelnen Scheiben, dnn müssen die nicht in die Mikro). Ungefähr einmal im Quartal gibt es dann Eiswoche oder manchmal auch Wochen. Da werden dann alle Reste gegessen, Fleisch verbraucht (manchmal kauf ich etwas viel).
    Lg Kathie Jo

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    1. "Eiswoche" - das gefällt mir! Der Gatte versucht auch, das Brot am Vorabend aus dem Eis zu nehmen, denkt aber nicht immer daran.

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  8. Letztes Jahr ist bei uns im Keller auch ein (ganz) großer Gefrierschrank eingezogen, nachdem die Kühl-Gefrier-Kombi in der Küche gerne mal ein paar Stunden ausfällt. Ein Traum!
    Ich friere auch viel ein und bin ganz mit deiner Liste konform, das einzige was nicht funnktioniert ist jegliches Milchprodukt einzufrieren. Nach Selbstversuchen habe ich festgestellt, dass Crème fraîche und Quark nicht mehr lecker sind und sich zersetzen nach dem Auftauen.
    Und auf die Idee mit der Kokosmilch bin ich noch nicht gekommen (warum eigentlich?!) und die wird doch gerne mal schlecht, wenn sie angebrochen ist.

    Finde ich toll so eine Liste, das ist sicher eine große Hilfe für viele Menschen!

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    1. Danke für die Hinweise zu den Miclhprodukten. Bleiben die zersetzt, lassen sich auch durch Rühren nicht wieder bändigen?

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  9. Hallo!

    Du hast da wirklich einen ganz tolle Übersicht gegeben.

    Ich habe übrigens nur gute Erfahrungen gemacht mit dem Einfrieren von Milchprodukten. Zuletzt ist es mir sogar gelungen, Schlagobers (Sahne) wieder aufzuschlagen, die war perfekt wie frische!

    lg
    Maria

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