Dienstag, 20. August 2013

Mehr Hamburg geht kaum: Ein Besuch in Cölln's Restaurant - stilvoll hanseatisch speisen

Als ich mein Geld noch auf den Straßen der Stadt verdiente, war Cölln's Austernkeller oft Station auf einer meiner Stadtführungen. Allerdings war das Lokal in den Brodschrangen 1 damals oft geschlossen, stand zwei Jahre ganz leer. Dann eröffnete es nach umfassender Renovierung als Cölln's Restaurant wieder.

Cölln's Restaurant in den Brodschrangen 1.
Der Eingang.
Das Haus atmet Geschichte - kein Wunder, denn seine Geschichte reicht zurück bis ins Jahr 1760, als der Fischhändler Hinrich Brügmann ein Fischgeschäft mit Austernhandlung im Souterrain des Hauses gründete.

Im Eingangsbereich des Lokals ist das berühmte Fliesenbild, das die Elbe und ihren Reichtum an Meeresfrüchten darstellt, zu sehen.
Ist diese alte Registrierkasse nicht zauberhaft?
Im Eingangsbereich.
In den 1830er Jahren wurde das Restaurant in den Brodschrangen 1 eröffnet. Damals bestand das Restaurant aus vielen kleinen Séparées, Salons, von denen heute noch einige erhalten sind.

Im Treppenhaus.
Im Treppenhaus.
Im Treppenhaus. Die Etageren hätte ich am Liebsten mitgenommen ... 
Um 1900 herum erhielt das Lokal sage und schreibe 27.500 handbemalte Villeroy & Boch-Jugendstilkacheln, die bis heute erhalten sind. Eigentlich wollte ich alle zählen ...

Im Flur vor den Separées.
In einem der Séparées, im Senatorensalon, nahmen meine Begleitung und ich Platz.

Im Senatorensalon.
Im Senatorensalon. Hinten links ist ein alter Bürgermeisterstuhl zu sehen, und auf dem Tisch die Klingel, mit der man den Kellner rufen kann, wenn man im Séparée ungestört sein möchte. Wir ließen die Tür allerdings offen.
Sind diese Stühle nicht zauberhaft? Wer darauf wohl alles schon vor uns Platz nahm?
Der Bürgermeisterstuhl.
Warum meine Begleitung und ich angesichts des Namens des Séparées lachen mussten, verstehen nur Insider - der Kellner gehörte nicht dazu, ertrug unser Gekicher aber mit Fassung (und bewahrte die auch den ganzen Abend über).

Das Hamburg-Wappen findet sich überall, sogar auf dem Silberbesteck. 
Wir besuchten Cölln's Restaurant im Rahmen des Schlemmersommers, was bedeutet, dass unser Menü gesetzt war, wir uns nicht lange Gedanken machen mussten, was wir speisen möchten.

Das Cölln's-Menü für den Schlemmersommer 2013.

Los geht's mit Brot, Olivenöl und Salz.
Gratinierte Auster nach Johann Cölln - meine erste Auster!
Gebratene Jakobsmuscheln auf sommerlichen Blattsalat mit Salamichips, Shiso-Kresse und Himbeer-Dressing.
Aus der Nähe betrachtet: Gebratene Jakobsmuscheln auf sommerlichen Blattsalat mit Salamichips, Shiso-Kresse und Himbeer-Dressing.
"Surf and turf" vom Rinderfilet und Wildfang-Garnelen an sautiertem Blattspinat mit Sauce Bearnaise (nicht im Bild) und Röstkartoffeln.
Tarte von der Aprikose mit Mandelcreme und Mascarpone-Tonkabohnen-Eis.
Das Essen war vom ersten bis zum letzten Bissen großartig! Der aufmerksame Kellner ließ uns das Brot da, so dass wir das Himbeerdressing und die Bearnaise dippen konnten - beides war ein Traum.

Zum guten Schluss gab's noch einen Espresso - mit stilvoll servierten Keksen und Zucker.

Kekse und Zucker - ohne Espresso.
Die Auswahl war zwar bestechend, aber wir verzichteten trotzdem auf einen Digestif.
Mit Bedauern verabschieden wir uns aus unserem Séparée. Wir sind uns sicher: Wir kommen wieder!

Ein letzter Blick auf unser Séparée.
Fazit: Mehr Hamburg als bei Cölln's geht kaum! Hier lässt es sich stilvoll hanseatisch speisen! Hingehen! Und hier gibt es einen Video-Rundgang durch das Lokal

Kommentare:

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