Mittwoch, 27. Februar 2013

Seid schön folgsam!

Langsam entdecke ich die sozialen Medien für mich - 'ne alte Frau ist halt kein D-Zug.

Wenn Du möchtest, kannst Du mir auch an anderer Stelle durch's große, weite Netz folgen.
Ich freue mich, wenn Du Lust hast, mir zu folgen!

Montag, 25. Februar 2013

Russisch Brot (Patience)

Russisch Brot in Stäbchenform.
Hast Du Dich auch schon mal gefragt, wie eigentlich Russisch Brot gebacken wird? Ich esse das sehr gerne, kam aber nicht so ohne Weiteres auf die Idee, das selbst zu machen.

Dann aber war die Dose mit dem Eiweiß im Tiefkühler voll, und ich fragte mich, was ich daraus machen könne. Immer nur Eiklarkuchen ist ja auch irgendwie doof.

Und da gleichzeitig die Kollegen im Büro gerade total auf Russisch Brot stehen, guckte ich mal nach Rezepten. Ergebnis: Russisch Brot ist eine optimale Eiweißverwertung!

Die Kollegen gingen allerdings leer aus. Der Gatte sagte, er liebe Russisch Brot, bekäme vom industriell hergestellten aber immer Sodbrennen, und requierierte kurzerhand die Dose, die ich mit ins Haus, das Irre macht, nehmen wollte ... Dass der Gatte gerne Russisch Brot isst, war mir bislang unbekannt. Schön, dass sich auch nach 13 Jahren immer noch unbekannte Seiten am anderen entdecken lassen!

Russisch Brot (Patience)

Zutaten für ein Backblech:
6 Eiweiß
1 Prise Salz
225 g brauner  Zucker
1 gehäufter EL Vanillezucker
1 gehäufter EL Kakaopulver
1 gute Prise Kardamom, gemahlen.
1 gute Prise Zimt, gemahlen
225 g Mehl

Zubereitung:

Das Eiweiß mit Salz zu möglichst sehr steifem Schnee schlagen (keine Panik, wenn der Schnee nicht steif wird, es geht auch so, wird aber nicht ganz so fluffig).

Zucker, Vanillezucker, Gewürze und Kakao in den Eischnee geben, dann das Mehl portionsweise unterheben und alles zu einer glatten Masse verrühren.

Ein Backblech mit Backpapier belegen und den Teig gleichmäßig darauf verteilen.

Das Blech 15 Minuten an einem kalten Ort ruhen lassen, dann in den Ofen schieben und bei 150°C (Umluft) ca. 10 Minuten backen. Jetzt das Blech aus dem Ofen nehmen und den Teig in gleichmäßige kleine Stäbchen schneiden. Danach noch mal für weitere 5 Minuten in den Backofen schieben und knusprig backen.

Nach dem Backen die Kekse erst leicht abkühlen lassen (sie sind jetzt noch ein wenig weich) und dann vorsichtig ablösen.

Alternativ kann der Teig in einen Spritzbeutel gefüllt werden, mit dem Du Buchstaben auf's Backblech spritzt. 

Sonntag, 24. Februar 2013

Szenen einer Ehe: Mit dem Essen spielt man nicht!

Er hat eine Ader für filigrane Arbeiten. Wenn es Erbsen und Wurzeln gibt, achtet Er sorgfältig darauf, dass die Wurzelwürfel genau so groß sind wie die Erbsen. Sie rechnet fest damit, dass Er die Wurzelwürfel eines Tages auch noch erbsengroß rund drechselt.  

Als Sie vom Kochen mit Nelson Müller kommt, berichtet Sie begeistert von einem Quadrat aus Wurzel mit einer Kantenlänge von ca. einem Zentimenter. Im Quadrat gibt es eine Ausparung für eine erbsengroße Wurzelkugel, die oben drauf sitzt und sich drehen läßt.

Sie: Schatz, das machst du auch mal, ja?!

Er: RAUS!

Samstag, 23. Februar 2013

Rückblick: Kühlschrank und Wochenplan KW 08

Unser Kühlschrank zu Beginn der Woche.
In dieser Woche kam ich endlich mal wieder dazu, ein Foto von unserem Kühlschrank zu machen.

Die Debatte um Pferdefleisch als Rindfleischersatz hatte eine ganz konkrete Auswirkung auf unser Einkaufsverhalten: Der Gatte beschloss, dass ihm kein Supermarkt- oder Discounterfleisch mehr ins Haus kommt!

Als ich letzten Sommer Teilzeit arbeitete, fuhr ich auf dem Heimweg öfter mal beim Schlachter vorbei, wenn ich etwas mit Fleisch kochen wollte. So bürgerte es sich schließlich ein, dass ich das Fleisch für meine Kochtage selbst besorgte und der Gatte das für seine ebenfalls, oder dass der, der den wöchentlichen Einkauf zahlt, bestimmte, wo das Fleisch gekauft wurde. 

Seit ungefähr drei Wochen bewegten den Gatten dann einige Sendungen, die er über die Qualität von Supermarkt- und Discounterfleisch sah. Meine Einstellung zu dem Thema kennt er ohnehin, und er wurde immer nachdenklicher. Das Pferdefleisch brachte das Fass dann zum Überlaufen, denn der Gatte isst kein Pferd. Er legt zwar ganz tapfer Pferdesteaks für mich auf den Grill, aber das auch nur unter Protest. Und jetzt traut er dem abgepackten Rindfleisch, egal, in welcher Form nicht mehr.

Sonnabend früh fuhr er also zum Schlachter, besorgte anderthalb Kilo Rinderbraten und ein Kilo Hackfleisch und verkündete, das müsse für die kommende Woche reichen. Na ja, so ganz reichte es nicht, denn gestern besorgten wir noch Steaks. Ich bin zudem gespannt, was der Gatte mit seinem Aufschnitt nacht, ob er den zukünftig auch beim Schlachter besorgt. Das wäre nur konsequent.

Und was gab's nun zu essen? Sonnabend machte der Gatte einen wunderbaren Burgunderbraten, von dem wir zwei Mal aßen. Außerdem wurde eine Portion für Mudderns eingefroren, gab's in der Mittagspause Rundstück warm. Eine weitere Mittagspause bestritten wir mit den Stücken einer Quark-Öl-Pizza, die von der Vorwoche übrigblieben.

Montag gab's Hackbällchen mit Mozzarella-Füllung, Tomatensalat (untypisch für diese Jahreszeit, aber uns war danach) und Fladenbrot. Mittag aß ich fremd, machte sich der Gatte Hack-Paprikapfanne mit Fladenbrot. Dienstag gab's Brot und Salat, gestern Steak mit Ofenkartoffeln.

Mal schauen, was die nächste Woche so bringt.

Freitag, 22. Februar 2013

Küchenhelfer: Malerkrepp

Ich habe viele verschiedene Etiketten ausprobiert, um Gefrierdosen zu beschriften. Nichts hielt so wirklich. Spätestens beim Umräumen von einem Fach ins andere fielen die Etiketten ab. Neri hatte schließlich die rettende Idee: Malerkrepp!

Eiweiß und Mandeln kommen in den Tiefkühler, die Wurst in den Kühlschrank.

Als ich den Gatten allerdings bat, mir aus der Werkstatt Malerkrepp mit in die Küche zu bringen, dachte er, ich wolle spontan die Küche renovieren ... Das ist zwar mehr als überfällig, aber so verrückt bin ich dann doch nicht. Er hat ja bald Urlaub und bleibt zu Hause *hüstel* 

Seine zweite entzückende Idee war, dass ich einzelne Buchstaben aus dem Krepp ausschneide und auf die Dosen klebe. Ähm ... nein.

Mit anderen Worten: Du darfst so viel Eis essen, wie Du willst, sofern Du mir genug für ein Foto übrig lässt.
Inzwischen ist Malerkrepp bei uns ein gern gesehener Küchenhelfer und beschriftet nicht nur TK-Dosen, sondern auch Vorratsbehälter und Schraubgläser. 

Des Gatten Bolognese wartet auf den Tiefkühler.

Okay, es gibt sicher stylischere Aufkleber, und wüsste ich nicht, wohin mit meiner Zeit, würde ich vermutlich selbst welche gestalten, aber hey, ich bin eine bekennende faule Hausfrau! Da tut es Malerkrepp völlig!

Mittwoch, 20. Februar 2013

In Hamburg um die Welt: Litauen - Essen im Restaurant "Teigtasche"

Wir reisen kulinarisch in Hamburg um die Welt.
Monambelles hatte vor vielen Monden die Idee, in Hamburg auf eine kulinarische Weltreise zu gehen. Bislang kamen wir nicht so wirklich dazu, das regelmäßig umzusetzen, aber Frau K., der Gatte und ich machten uns zumindest schon mal kulinarisch nach Litauen auf, ins Restaurant Teigtasche in der Hein-Hoyer-Straße. Anlass war diese Überraschung unserer Nachbarn. 

Frau K. war kurz nach der Eröffnung in der "Teigtasche" und damals wenig angetan. Das Essen war ungewürzt, als sie um Salz und Pfeffer bat, kam eine Flasche Ketchup ... Sie beschwerte sich, der Inhaber versprach, es handle sich nur um Anlaufschwierigkeiten, und hielt Wort. Beim Wiederbesuch war das Essen sehr, sehr lecker.

Bei unserem Besuch war das Lokal drinnen sehr leer, was es mir ermöglichte, Fotos zu machen. Die Bänke draußen hingegen waren gut besetzt - es war ein heißer Augustabend, zwischen den Häusern staute sich die Hitze. Wir hatten reserviert, was sich empfiehlt, denn leer ist das Lokal nur selten, und nahmen drinnen Platz.

Blick ins Lokal.

Das Lokal ist rustikal eingerichtet: Stühle und Bänke mit Lederpolsterung, Platzsets aus Leder mit "Teigtasche"-Aufdruck, Speisekarten im Ledereinband, Serviettenkästen aus Holz mit Lederdeckel, Metalllampen - durchdesignt und liebevoll. Mich erinnerte es an ein Mittelalter- oder LARP-Lokal, und ich hätte mit nicht gewundert, wenn Frodo Beutlin und die Seinen um die Ecke gekommen wäre. Die liebevolle Einrichtung setzt sich auch auf dem stillen Örtchen fort.

Noch ein Blick ins Lokal.
Blick auf den noch leeren Tisch.

Unser Platz war strategisch geschickt gewählt, denn an uns vorbei wurde das Essen aus der Küche im Keller nach draußen getragen. Alles roch sehr lecker und verführerisch, so dass wir uns kaum entscheiden konnten. Für die Qualität des Essens spricht auch, dass unter den Gästen viele Litauer sind, hier regelmäßig ein litauischer Stammtisch stattfindet.

Und das kam auf unseren Tisch:

„Bulviniai blynai su mesa“, gefüllte Kartoffelpuffer .
Gekochte Teigtaschen mit Hähnchenfleischfüllung (leider ein wenig unscharf fotografiert).
Frittierte Teigtaschen mit Hähnchenfleischfüllung.
Dessert: Süße Teigtaschen mit Walnüssen und hausgemachter Karamellsauce.
Uns hat der kulinarische Besuch in Litauen sehr gut gefallen. Wir kommen gerne mal wieder und wünschen "Skanaus!" - Guten Appetit!

Montag, 18. Februar 2013

Nachgekocht: Rotkohltarte mit Walnüssen, Brie und Speck

Rotkohltarte mit Walnüssen, Brie und Speck.
Im Tiefkühler war noch eine Portion karamellisierter Rotkohl - perfekt, um zum (hoffentlich bald eintretenden) Ende des Winters eine Rotkohltarte zu machen. Vorbild war dieses Rezept von Culinaria Ungaria.

Da mein Rotkohl schon gekocht war, wandelte ich das Rezept entspechend ab. Ansonsten ist das Rezept so angelegt, dass der Rotkohl in der Zeit, die der Teig zum Ruhen braucht, ganz komod zubereitet werden kann.

Die Tarte schmeckt warm, aber auch am nächsten Tag kalt in der Mittagspause. 

Rotkohltarte mit Walnüssen, Brie und Speck

Zutaten für eine Tarteform mit 26 - 28 cm Durchmesser:

Für den Boden:
50 g Walnüsse, fein gemahlen
250 g Mehl
100 g kalte Butter, gewürfelt
1 Ei
1 EL Essig
1 Eiweiß

Für die Füllung:
karamellisierter Rotkohl von einem halben Kopf Rotkohl

Für Obendrauf:
6 Scheiben Frühstücksspeck
6 Scheiben Brie oder Camenbert
2 Schalotten, geschält und in Ringe geschnitten

Außerdem:
Hülsenfrüchte zum Blindbacken

Zubereitung:

Die Zutaten für den Teig verkneten (evtl. noch etwas Wasser dazu geben, wenn der Teig zu mürbe ist), in Frischhaltefolie wickeln und für eine Stunde in den Kühlschrank stellen.

Eine Tarteform buttern und mehlieren und ebenfalls kaltstellen. 

Den Teig dünn ausrollen und in die Tarteform legen. Mit einer Gabel gleichmäßig einstechen und nochmals für 30 Minuten kaltstellen. Dann mit Hülsenfrüchten bedecken und bei 180°C (Umluft) 10 Minuten backen. Jetzt die Hülsenfrüchte enfernen und den Teig nochmals für 15 Minuten backen. Das Eiweiß verkleppern, auf den Teig streichen und im Backofen 1 bis 2 Minuten antrocknen lassen.

Die Form aus dem Ofen nehmen und den Rotkohl darauf verteilen. Um jede Scheibe Brie eine Scheibe Frühstücksspeck wickeln und auf dem Rotkohl verteilen, Schalottenringe ebenfalls auf dem Rotkohl verteilen.

Die Tarte etwa 20 Minuten backen, bis der Brie leicht geschmolzen ist.

Die Tarte schmeckt warm, aber auch am nächsten Tag kalt in der Mittagspause.

Sonntag, 17. Februar 2013

Szenen einer Ehe: Krümelmonster

Beim Einkaufen, schon auf dem Weg zur Kasse.

Er: Ich will noch was Süßes! Ich mein', ich hab' natürlich dich, aber ich will auch noch Kekse!

Samstag, 16. Februar 2013

Rückblick: Wochenplan KW 07

Wir lebten in dieser Woche weitgehend ohne Plan. Zwar hatten wir einen, aber den warfen wir teilweise um.

Montag gab's Spaghetti mit Sahne-Meerrettich-Sauce und Lachs. Der frische Meerrettich war noch von des Gatten Menü übrig.

Dienstag sollte es eigentlich Grünkohl geben, aber den ersetzten wir spontan durch Currywurst und Kroketten - letztere dümpelten noch im Tiefkühler vor sich hin. Mittags aß ich nach langer Zeit mal wieder in der Mensa - also, ich esse zwar eigentlich jeden Tag dort, aber das Essen bringe ich mir meistens von Zuhause mit. Dienstag gab's Nudeln mit Cherrytomaten, Pesto und Peccorino - sehr lecker! Im Pesto waren Pinienkerne, der Peccorino war frisch, kein Parmesan aus der Tüte - so wünschte ich mir Mensaessen öfter.

Den Grünkohl gab's dann Mittwoch und Donnerstag - und für mich noch mal Freitag im Büro. Erstmals machten wir zum Grünkohl neben Kassler auch Pinkel statt der bei uns sonst üblichen Mettwürstchen. Für Hamburg und umzu ist diese Wurst nicht so typisch. Vielleicht aß ich sie als Kind schon mal, aber daran erinnere ich mich nicht mehr. Für den Gatten ist Pinkel nichts, auch nicht gebraten. Zu sehr erinnert sie ihn an Grützwurst, die er überhaupt nicht mag. Nun, so blieb mehr Pinkel für mich und mehr Kassler für ihn.

Gestern gab's Pizza, selbstgemacht. Wir hatten noch so viele Tomaten da, außerdem Champignons, eine Paprika, eine Zucchini und viel Petersilie. Als ich den Gatten fragte, ob er mit Pizza einverstanden sei, meinte er: "Ja, gute Idee, wir ham noch so viel Kochschinken!" Ähm, ja, also an den dachte ich nun weniger ... Aber natürlich bekam er seine Schinkenpizza. Auf meiner Hälfte war Schafskäse.

Mal schauen, ob wir es heute auf den Markt schaffen - und zum Schlachter. Der Gatte ist nämlich immer unzufriedener mit dem Fleischkauf im Supermarkt, nachdem er immer mehr Berichte über begastes Fleisch etc. sah. Das ist überzeugender als meine Worte. Die Berichte über mit Pferdefleisch gestrecktes Rindfleisch gaben ihm den Rest, denn anders als ich isst er kein Pferd.

Aber Fleischkauf beim Schlachter bedeutet auch immer, dass wir einen Umweg fahren und sonnabends früher zum Einkaufen los müssen, da ich zurzeit nicht Teilzeit arbeite und mal eben schnell auf dem Heimweg dort vorbei komme ... Der Schlachter in der Nähe von des Gatten Büro hat über Mittag geschlossen, und abends will er schnell nach Hause. In der Nähe meines Büros gibt es einen Schlachter auf dem freitäglichen Wochenmarkt, den könnte ich mal testen.

Nun, wir werden sehen.

Donnerstag, 14. Februar 2013

Der Gatte wokt: Doppelt gebratenes Schweinefleisch mit Wok-Gemüse

Doppelt gebratenes Schweinefleisch mit Gemüse
Seitdem wir zusammenleben, kocht der Gatte regelmäßig "Sieben Köstlichkeiten". Früher kaufte er dafür einen Beutel Asia-TK-Gemüse, Puten- oder Schweinegeschnetzeltes, Soja- und Bambussprossen und legte los.

Irgendwann gestand ich ihm kleinlaut, dass mir das TK-Asia-Gemüse nicht mehr schmeckt. Der Gatte bemerkte, ihm ginge es ähnlich. Wir testeten verschiedene Marken, aber keine sagte uns zu, mit Ausnahme von Frosta, in dem sogar Wasserkastanien sind, das aber dem Gatten meistens zu teuer ist.

Seitdem verzichtet der Gatte auf TK-Asia-Mischungen und kauft, bis auf Bambus- und gelegentlich Sojasprossen, das Gemüse frisch. Meistens gibt er auch frische Ananas dazu, aber diesmal war's Dosenmandarine. Merkwürdigerweise mag ich die immer noch lieber als frische. 

Seitdem der Gatte auf's TK-Gemüse verzichtet, experimentiert er allgemein mehr, zum Beispiel mit Tempura oder wie in diesem Fall, mit doppelt gebratenem Schweinefleisch. Das macht er alles aus der Lamäng - Kochbücher liest er selten, Kochsendungen schaut er noch seltener und Kochkurse hält er für Geldverschwendung.

Typisch für den Gatten ist, dass es allenfalls rudimentäre Mengenangaben gibt und dass er für das Fleisch eine Pfanne nutzt, anstatt es im Wok zuzubereiten. Der ist meistens dem Gemüse vorbehalten.

Dies ist mein zweiter Beitrag für das Blog-Event "Ran an den Wok" von Sandra bei Zorra.

Blog-Event LXXXIV - Ran an den Wok (Einsendeschluss 15. Februar 2013)

Doppelt gebratenes Schweinefleisch mit Wok-Gemüse

Zutaten für 4 bis 6 Portionen (mit Reis als Beilage):
2 - 3 Wurzeln (Möhren)
1 - 2 rote oder gelbe Paprika
1 Handvoll Zuckerschoten, gerne in Bio-Qualität (schmecken einfach viel intensiver, und wir haben gelegentlich das Glück, beim Demeterstand auf dem Wochenmarkt welche aus der Region zu bekommen)1 Glas Bambussprossen (330 g brutto)
Butterschmalz
Gemüsebrühe
Kokosmilch
1 kleine Dose Mandarinen (oder 2 - 3 frische Mandarinen)
500 g Schweinegeschnetzeltes
Mehl
Bier
Salz
Pfeffer
Süß-saure Sauce, selbstgemacht oder von der Marke Deiner Wahl

Zubereitung:

Gemüse waschen, putzen, ggf. schälen und (bis auf die Zuckerschoten) in Streifen oder Scheiben schneiden. Zuckerschoten ganz lassen. 

Etwas Butterschmalz im Wok erhitzen. Wurzeln und Paprika kurz andünsten, dann mit Gemüsebrühe köcheln lassen. Wenn beides knapp gar ist, Bambussprossen und Zuckerschoten dazu geben, Kokosmilch unterrühren und alles ziehen lassen.Kurz vor dem Servieren die Mandarinen unterheben.

Aus Mehl und Milch Bier einen Teig rühren und etwas stehen lassen.

Das Schweinegeschnetzelte mehlieren und in einer Pfanne mit etwas Butterschmalz scharf anbraten.Dann das Fleisch im Teig wenden und in der Pfanne in Butterschmalz kross braten.

Gemüse und Fleisch mit Reis und süßsaurer Sauce servieren.

Montag, 11. Februar 2013

Gewagt gewokt: Rote Bete-Curry

Rote Bete-Curry mit Quinoa.
Zwar bin ich experimentierfreudig, doch die Idee, Rote Bete, Curry und Kokosmilch zu kombinieren, erschien mir dann ein wenig gewagt.

Aber der Gatte ließ eine fast volle Dose Kokosmilch übrig und brachte nicht eingeplante frische Rote Bete mit, also googlete ich ein wenig und fand tatsächlich einige Rezepte, in denen beides kombiniert wird. Könnte also schmecken, dachte ich, und machte mich ans Werk. Der Gatte war lustigerweise weit weniger skeptisch als ich, wo er doch sonst immer derjenige ist, der bei neuen Gerichten und unbekannten Kombinationen skeptisch ist.

Bei dem Rezept gefällt mir, dass es prinzipiell vegan ist (sofern man, anders als ich, kein Butterschmalz verwendet). Der Gatte merkte zwar mehrmals an, ich hätte das Fleisch vergessen, übersah aber, dass dieses Gericht mein tapferer Versuch war, wenigstens einmal in der Woche vegetarisch zu kochen.

Ich servierte das Curry mit Quinoa. Der Gatte wünschte sich Reis. Ich hätte auf ihn hören sollen. Quinoa war okay, aber mit Reis wäre es besser gewesen. Nur aßen wir in der Woche schon zwei Tage lang Reis, und ich wollte mal ein anderes Getreide als Beilage. 

Bei den Flüssigkeiten - Kokosmilch und Gemüsebrühe - nahm ich mehr Gemüsebrühe, da die Dose Kokosmilch schon angebrochen war.

Prinzipiell lässt sich das Gericht auch mit vorgegarter, vakuumierter Roter Bete zubereiten. Die braucht dann nur noch warmzuziehen, was die Zubereitungszeit reduziert.

Im Originalrezept wird noch mit Zitrone abgeschmeckt und Basilikum darüber gestreut. Beides habe ich schlichtweg vergessen. Fiel nicht weiter auf. 

Das Rote Bete-Curry ist mein Beitrag für "Ran an den Wok" von Sandra bei Zorra.

Blog-Event LXXXIV - Ran an den Wok (Einsendeschluss 15. Februar 2013)

Rote Bete-Curry

Zutaten für 4 Portionen (ohne Beilage):

1 kg Rote Bete
2 Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
Butterschmalz (bei veganer Zubereitung Pflanzenöl)
gemahlener Koriander
gemahlenes Kurkuma
300 ml - 400 ml Gemüsebrühe
Salz

300 g - 400 g Kokosmilch
2 TL grüne Currypaste

Curry Rot-Weiß ;o)
Zubereitung:

Rote Bete schälen und würfeln (wer mag, trägt dabei Handschuhe - Rote Bete färbt).

Zwiebeln und Knoblauch schälen. Zwiebeln halbieren und in Streifen schneiden, Knoblauch hacken.

Butterschmalz im Wok erhitzen.Gemüse dazu geben und farbgebend andünsten.

Mit Koriander und Kurkuma bestäuben, durchrühren und mit der Gemüsebrühe ablöschen. Mit Salz  abschmecken und ca. 20 Minuten köcheln lassen.

Dann die Kokosmilch und die Currypaste einrühren und weitere 20 Minuten köcheln lassen, bis die Rote Bete bissfest gegart ist.

Mit Reis oder einem anderen Getreide oder Fladenbrot servieren.

Quelle: Küchengötter

Sonntag, 10. Februar 2013

Szenen einer Ehe: Des Gatten Menü

Er: Hat meine Frau nicht eine schöne Tischdeko gemacht?
Schwiegermutter: Schade um die schönen Tulpen!
Sonnabend Morgen.

Sie schlappt schlaftrunken zum PC, wo Er schon einen Milchkaffee für Sie bereit stellte. Sie will nur wach werden, Radio hören und spielen. Er ist schon wach und kommunikativ.

Er: Duuuhuuu, Schaaahaaatz, ich habe heute Nacht vom Essen geträumt! Ich habe ein ganzes Menü geträumt!

Sie denkt sich: Heiligs Blechle! Reicht nicht eine Kochbekloppte, die vom Essen träumt?!

Er: Aaaalsoooo, pass auf! Vorspeise ist eine klare Tomatenessenz. Oder 'ne Clear Oxtail. Oder Mockturtle. Dann kommt ein Erdbeersorbet. Das machst Du. Kannst auch die Eismaschine nehmen. Als Hauptgang gibt es Lachs mit Nusskruste. Zum Dessert mache ich Orangenmousse. Na, wat sachste? [Er strahlt Sie voller Stolz an].

Sie hüstelt: Ähm, Hase, also, wir haben Januar. Tomate? Erdbeeren? Das kannste im Sommer machen.

Er: Du kannst auch immer nur meckern!

Sie rollt die Augen.

Er, wieder von der Palme runter: Okay, dann die Oxtail.

Sie: Gut, dann bestellen wir gleich beim Schlachter einen Ochsenschwanz.

Er: Ochsenschwanz? Wozu? Ich wollte eine aus der Dose nehmen.

Sie schnappatmet.

Sonnabend Nachmittag, beim Afternoon Tea bei Schwiegermutter.

Er: Schatz, was hältst Du davon, wenn wir meine Mutter nächsten Sonntag zum Essen einladen?! Ich kann dann mein Menü kochen. Er guckt treuherzig. Wie kann Sie da nein sagen? Er: Muddi, kannst Du nächsten Sonntag?

Petersilienwurzelessenz.
Schwiegermutter: Also, da brauche ich erst mal meinen Kalender. [Geht in die Küche und kruschtelt, kommt wieder, setzt sich, blättert im Kalender]. Ach, ohne meine Brille kann ich nichts sehen. [Steht auf und sucht die Brille, findet sie, setzt sich wieder, blättert im Kalender]. Also, heute ist der 26. Dann ist morgen der 27. Nächsten Sonntag, sagst Du? Da ist schon Februar [blättert weiter im Kalender]. Also, Sonnabend ist der 2. Da hat C. Geburtstag. Sie geht mit Frau L. und P. zu Tschebull. Ich bin nicht eingeladen, weil sie sagt, dass sei ja nichts Besonderes für mich, weil ich da ja jeden Dienstag bin. Das stimmt so zwar nicht, aber ich muss auch nicht mit Frau L. zusammen sein und bin ganz froh, dass ich da nicht mit muss. Dafür hat C. mich in der Woche drauf in den Jahrezeiten Grill eingeladen. Im Vier Jahreszeiten war ich lange nicht mehr. Passt mir viel besser! Das ist also der Sonnabend. Sonntag ... Warte mal ... Sonntag ... Das ist der 3., ja? Da bin ich nachmittags in Rissen, zum Kaffeetrinken. Mir ist da eine Hundepension empfohlen worden, von Frau P. Das ist die mit Moritz. Die habt Ihr mal kennengelernt, als sie nach dem Bridge länger blieb und Ihr kamt, um Rindfleischreste für das Bellchen vorbei zu bringen. Der Moritz ist ja so ein Lieber! Die Hundepension nimmt zwar normalerweise keine Hunde mehr auf, aber bei mir will sie eine Ausnahme machen, wenn es passt. Deswegen gehen wir da Sonntag zum Kaffee hin. Keine Ahnung, warum das ausgerechnet Sonntag sein muss. Das passt mir eigentlich gar nicht. Hoffentlich benimmt sich das Bellchen. Ja, also, das ist der Sonntag.

Er: Und dann kommst Du abends zu uns zum Essen?

Schwiegermutter: Ja, ich glaube das geht. Warte mal [blättert wieder im Kalender]. Also Montag, da habe ich ...

Er, sie unterbrechend: SONNTAG! Bei uns! Halb sieben!  

Während der Woche redet er immer wieder von seinem Menü. Schließlich ist wieder Sonnabend Morgen.

Er: Also, ich hab' das Menü jetzt festgelegt. Es gibt Petersilienwurzelessenz. Dann machst du Erdbeersorbet. Ich mache den Lachs und die Orangenmousse.

Lachs mit Nusskruste auf Limetten-Meerrettich-Schaum
mit Wurzel-Zucchini-Gemüse.
Er zu seiner Frau: Schatz, ist der Fisch für dich gut gegart?
Schwiegermutter: Der Fisch ist perfekt!
Er: Na ja, er sollte innen noch glasig sein. Dieser ist ziemlich
durch.
Schwiegermutter: Glasig! Blödsinn! Wir essen doch
kein Sushi!
Sie: Schatz, bei aller Liebe, das Sorbet ist Blödsinn. Ich mache aber gerne ein Erdbeereis zum Dessert, wenn es im Februar partout Erdbeeren sein müssen. Im Tiefkühler sind noch welche vom letzten Sommer. Wir haben aber noch so viele Kiwi. Was hältst Du von einer Kiwi-Eis-Tarte? [Die Kiwi sind schon seit zwei Wochen Diskussionsgegenstand. Sie wollte sie schon in einer Nudelsauce verwerten, aber leider kam Er zu früh nach Hause und unterband das. Sie mag keine Kiwi, ist zudem dagegen allergisch.] 

Er: Nein, ich mache Orangenmousse! Basta! Und die Kiwis esse ich noch! Bestimmt! Oder ich püriere sie und friere sie ein.

Später, auf dem Markt. Er findet keinen Parkplatz.

Er: Kannste nich' schon ma' aussteigen und einkaufen? Ich komm' dann später nach.

Sie: Nee, ich weiß ja nich', waste willst. Du suchst dir das Gemüse doch lieber selbst aus und diskutierst mit jeder einzelnen Wurzel. Ich kauf' bestimmt das falsche. Und Bargeld hab' ich auch keines mit.

Er: Sind wir heute mal wieder ein bisschen zickig?!

Vor dem ersten Marktstand:

Er: Haben Sie Petersilienwurzeln?

Verkäuferin: Ja, vier Stück.

Er zu Ihr: Schatz, reicht das?

Sie: Keine Ahnung, Ich kenne dein Rezept nicht.

Er: Zickzickzick [Später stellt sich heraus: Er hat noch gar kein Rezept.]

Sonntag Mittag.

Die Suppe muss noch geklärt werden. Die Mousse steht im Kühlschrank. Er hat alles im Griff.

Er: Kanst du mir bitte zeigen, wie man Suppe klärt? Ich hab' das noch nie gemacht!

Sie setzt zu einer Erklärung an, meint dann aber: Töv ma! Ich hab' das gebloggt. Ich druck's dir aus! 

Er geht lesend zurück in die Küche, kommt wieder und klagt: Das klappt nicht! Sie geht mit in die Küche, stellt fest, dass die Temperatur zu niedrig ist, gibt Starthilfe und verschwindet wieder.

Kurze Zeit später ruft er aus der Küche: Schaaahaaatz, bist du so lieb und filetierst mir die Orangen? Sie trabt in die Küche und legt los, in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt durch sein liebendes Haupt auf ihrer Schulter. Er will halt genau sehen, was Sie macht, damit Er es das nächste Mal selbst kann.

Er: Ach, Du wendest die Brutalo-Methode an!

Sie: Äh, ja. Wie denn sonst?

Er: Ich dachte, man pellt erst die Apfelsine, dann nimmt man die einzelnen Stücke heraus und häutet sie.

Sie: Kann man. Ich hab' heute aber noch was anderes vor. 

Orangenmousse mit schokolierten Orangenfilets.
Schwiegermutter: Der Teller ist ja ganz dreckig!
Er: Das ist die Deko!
Dann steht er wieder vor ihrem Schreibtisch und klagt: Sachma, wie lange dauert das eigentlich mit der Schokolade im Wasserbad?! Die kocht jetzt schon 'ne Stunde und ist immer noch nicht richtig geschmolzen!

Neue Kuvertüre, neuer Versuch, aber auch ihr schmiert die Kuvertüre ab, als sie mit Orangenfilets in Verbindung kommt.

Es ist halb sieben. Schwiegermutter und das kleine braune Hundevieh stehen vor der Tür. Letzteres hat Gastritis. Oder Noro. Auf jeden Fall Magenprobleme. Die könnten auch von dem Maulkorb kommen, den es vor fünf Tagen zerkaute, als es die Tierarztpraxis zerlegte.

Sie kocht Fencheltee für den Hund und füllt mitgebrachte Wurzelsuppe mit aufgelöster Hundepille auf einen Porzellanteller, denn Schwiegermutter besteht darauf, dass der Hund nur von Porzellan frisst. In diesem Fall half auch das Porzellan nichts. Der Hund verweigert die Suppe. Als Sie die später wegkippt, denkt Sie, Sie kann den Hund verstehen.

Um sieben Uhr verkündet Er stolz: Es ist angerichtet!

Samstag, 9. Februar 2013

Rückblick: Kochen ohne Plan in KW 06

Zwar machten wir letzten Sonnabend vor dem Einkauf einen groben Plan, wussten aber schon, dass wir uns kaum daran halten würden, weil der Gatte am Sonntag ein Menü kochen würde. Was davon übrig blieb, würde im Laufe der Woche unseren Plan bestimmen. Außerdem wollte der Gatte asiatisch kochen.

Sonnabend gab's Brathähnchen. Um es bei "unserer" Eierfrau zu kaufen, kamen wir zu spät, also kauften wir es beim Stand von Hof Bimöhlen. Es sollte eigentlich ein Maishähnchen sein, war aber sehr blass und geschmacklos, kein Vergleich mit der Qualität "unserer" Eierfrau. Ich vermute, es war ein qualitativer Ausrutscher. Aus dem blassen Vogel machte ich ein Jerk-Orangen-Huhn mit Butternusskürbis.

Sonntag lief der Gatte zu Hochform auf. Mehr dazu gibt es morgen in einer neuen Folge "Szenen einer Ehe".

Montag gab's einen Restenudelauflauf mit Nusskruste, der so üppig war, dass er auch noch für Dienstag und für zwei Büro-Mittagessen reichte. Da der Gatte im Kochwahn war, stand er wieder in der Küche, wurde der Auflauf nicht vegetarisch.

Mittwoch kochte der Gatte doppelt gebratenes Schweinefleisch mit Wok-Gemüse, das auch für ein spätes, also kleines, Abendessen am Donnerstag reichte.

Im Laufe der Woche erledigte der Gatte beim Hasenfutterkauf frische Rote Bete. Die mag er, seitdem ich sie zubereite. Gestern wurde daraus ein Curry - vegetarisch, auch wenn der Gatte dackelig guckte.

Unsere Gemüsefach ist noch rappelvoll. Mal schauen, was uns dazu einfällt. Der Gatte erwägt das Kochen einer Vorratsbolognese. 

Freitag, 8. Februar 2013

Paradicsomos káposzta – Tomatenkohl nach Anikó mit Curry-Note

Tomatenkohl mit Curry-Note und Krümelhack.
Wir hatten vom Hühnerbeinegrillen noch Currysauce übrig, die ich ohnehin schon mit Tomatensaft gestreckt hatte. So richtig was damit anzufangen wussten wir nicht, für kein Gericht brauchten wir sie. Also kam sie erst mal in den Kühlschrank. Der Gatte wollte sie sich mit Nudeln oder Reis als Büroessen mitnehmen, aber ausgerechnet in dieser Woche blieben weder Nudeln noch Reis übrig, und zum Extrakochen hatte er keine Lust.

Der Tomatenkohl von Anikó stand schon länger auf der Nachkochliste. Im Kühlschrank war noch ein kleiner Weißkohl, so dass ich überlegte, warum wir den nicht in der Currysauce kochen sollten. Das Experiment nahm seinen Lauf - und glückte!

Tomatenkohl mit Curry-Note und Krümelhack

"Schatz, der Topf ist zu klein!" - "Nee, der Kohl fällt doch
noch zusammen." - "Sicher?"
Zutaten für 4 bis 6 Portionen:

1 kleiner bis mittelgroßer Weißkohl, in feine Streifen geschnitten
1 Zwiebel, in halbe Ringe geschnitten
Butterschmalz
ca. 750 ml Tomatensaft
ca. 250 ml Currysauce (alternativ 1 Liter Tomatensaft und ca 1 TL Currypulver)
ca. 1 TL ganzer Kümmel
Salz
Pfeffer
Zucker
500 g Hack
Schmand oder Kräuterquark
Weißbrot oder Fladenbrot

Zubereitung:

Das Butterschmalz in einem größeren Topf erhitzen (der Topf muss so groß sein, dass die gesamten Kohlmenge rein passt - also nimm lieber einen sehr großen Topf!). Den  Weißkohl portionsweise zusammen mit den Zwiebelringen darin andünsten.

"Siehste, passt alles in 'n Topf!"
Mit Salz, Pfeffer und ein Zucker würzen, dann den Kümmel dazu geben. Mit soviel Currysauce und Tomatensaft begießen, dass das Kraut knapp bedeckt ist. Aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze so lange kochen lassen bis der Kohl weich ist, aber noch Biß hat. Das dauert so 30 Minuten bis 45 Minuten, je nach Menge und Größe der Kohlstreifen.

Kurz bevor der Kohl gar ist, Hack in einer Pfanne mit etwas Butterschmalz, Salz und Pfeffer krümelig braten. Zum Kohl in den Topf geben, unterheben, abschmecken.

Mit einem Klecks Schmand oder Kräuterquark und einer Scheibe Weiß- oder Fladenbrot servieren.

Mittwoch, 6. Februar 2013

Pannukakku - Pfannkuchen aus dem Ofen und aus Finnland

Dicker Pfannkuchen aus dem Ofen mit Erdbeermarmelade
und Puderzucker.
Ich mag gerne Pfannkuchen, esse sie aber lieber als dass ich sie backe. Mit dem Backen tue ich mich immer ein bisschen schwer, denn meistens misslingt mir das Wenden. Putzigerweise klappt es am Besten in öddeligen Ferienhauspfannen. Da bin ich entspannter, geduldiger. Aus unseren Pfannen zu Hause bekomme ich immer Pfannkuchenfetzen.

Aber die Finnen wissen Rat! Sie backen ihre Pfannkuchen im Ofen! Ganz ohne Wenden! Und selbstverständlich auch ohne so'n blödes Mixfix aus der Schüttelflasche. Dadurch verzichte ich auf einen Teil folgender Zutaten:
Weizenmehl, Glukosesirup, Eipulver, Fruchtzucker, Eigelbpulver und jodiertes Speisesalz.
Je nachdem, von welchem Hersteller das Pulver ist, sind auch noch Magermilchpulver, Aroma, Emulgatoren und Verdickungsmittel enthalten. 

Mir ist eh' unklar, wer so 'ne Schüttelflasche kauft, wenngleich ich dem Marketingtrick, Luft zu verkaufen, Respekt zolle. Ich meine, haaaaalloooooo, nur ein Viertel der Flasche, die knapp 2 Euro kostet, ist mit Pulver gefüllt. In den Rest kommt Milch, die man extra kaufen muss, genau wie das Fett zum Braten. Wie blöd kann man sein, um so was mitzumachen? 

Auch hier wird gerne damit geworben, dass mit dem Fertigzeugs auch Ungeübte Pfannkuchenteig herstellen können. Hm ... Wer schon an Pfannkuchenteig scheitert, sollte sich vielleicht ein andere Betätigungsfeld als die Küche suchen *hüstel* Im Ernst, was ist so schwer daran, Mehl, Milch und Eier zu verrühren? Wenn Du die Zutaten unbedingt schütteln willst, dann fülle sie halt in ein Schraubglas und schüttel das kräftig.

Pfannkuchen essen wir meistens süß. Willst Du sie herzhaft essen, dann lass' einfach den Zucker und das Vanillemark weg. Die Teigmenge ist für ein Backblech ausreichend. Willst Du dünne Pfannkuchen haben, verteile die Menge einfach auf zwei Bleche und reduziere die Backzeit.

Nein, keine Kraterlandschaft, sondern
Pannukakku - Pfannkuchen aus dem Ofen.
Pannukakku - Ofenpfannekuchen

Zutaten für 1 Reine (tiefes Backblech mit hohem Rand):

600 ml Milch
250 g Mehl
3 Eier (oder mehr - umso mehr Eier, desto fluffiger werden die Pfannkuchen)
1 Prise Salz
Mark einer halben Vanilleschote
1 EL sehr weiche oder geschmolzene Butter
1 EL brauner Zucker

Zubereitung:

Alle Zutaten zu einem glatten Teig verrühren.

Backblech mit Backpapier auslegen und den Teig darauf verteilen. Ggf. einen Teigschaber zur Hilfe nehmen,  damit sich der Teig gleichmäßig verteilt.

Backblech in den Ofen schieben und bei 180°C (Umluft) ca. 30 Minuten backen.

Ist der Pfannkuchen gar, wird er in Streifen geschnitten und serviert.

Montag, 4. Februar 2013

Pfannkuchenteller mit Petzi (Rasmus Klump)

Dänemark-Souvenirs: Pfannkuchenteller,
Vanillezucker und Erdbeermarmelade.
Meine Kindheit war durch Disney geprägt, weil mein Vater in der Nachkriegszeit eine Zeitlang für den Verlag arbeitete, der die ersten deutschsprachigen Disneybücher herausgab. Was die Disneyprägung betrifft, ging meine Kindheit nie zu Ende. Micky und Minnie sind meine treuen Begleiter, bis heute. 

Mein Fernweh hingegen wurde durch Rasmus Klump oder Petzi, wie er auf Deutsch heißt, geprägt. Vor allem "Petzi in den Pyramiden" tat es mir an.

Petzi, Pingu, Pelle und Seebär reisen auf der Mary durch die Welt. Jede ihrer Reisen endet in der Küche von Petzis Mutter, die Pfannkuchen bäckt - natürlich die Besten der Welt, wie jede Mutter.

Während Petzi in Deutschland ein Schattendasein führt, ist er in Dänemark allgegenwärtig. In einem unserer Urlaube schenkte mir der Gatte zwei Petzi-Pfannkuchenteller, die noch am gleichen Tag eingeweiht wurden.

Pfannkuchenteller mit Petzi, Pingu, Pelle,
Seebär und Kakadu.
Inzwischen weiß ich, dass es von den Tellern verschiedene Motive gibt. Die Teller werden sich also mit Sicherheit vermehren.

Seit 2007 gibt es in Jütland zudem eine Rasmus Klump-Restaurantkette. Der Gatte tut sich zwar noch schwer damit, aber er wird sich an den Gedanken gewöhnen, dass er im nächsten DK-Urlaub meinetwegen quer durch Jütland fahren wird, damit ich Petzi treffen kann.

Na ja, und das Petzi-Pfannkuchen-Backbuch steht natürlich inzwischen auch auf meinem Wunschzettel.


Sonntag, 3. Februar 2013

Szenen einer Ehe: Prost! zum Dritten

Bei ca. 15 cm Neuschnee repariert Er den Scheibenwischer ihres Autos - erfolgreich.

Sie, nachdem Sie sich überschwenglich bedankte: Haste zufällich auch Scheibenwischwasch nachgefüllt?

Er: Nee, tut mir leid, hab' ich vergessen.

Sie: Macht nix, kann ich ja auch alleine. Is' auch noch was im Kofferraum. Is' abba das für Sommer, glaub' ich.

Er: Weiß ich auch nicht mehr. Was steht denn auf der Flasche?

Sie: Evian.

Samstag, 2. Februar 2013

Rückblick: Kühlschrank und Wochenplan KW 4 und 5

Blick in den Kühlschrank zu Beginn der KW4.
In dieser Woche gab's Montag Endivienstampf mit gebratener Weißwurst.

Dienstag bereitete der Gatte seinen Lieblingssalat zu: Eisberg, Gurke und Tomate. Zusammen mit Putenbruststreifen, Erdnüssen und einem Sauerrahmdressing war's echt lecker.

Mittwoch wollte der Gatte Lachs zubereiten, als Probe für ein Menü, das er am Sonntag plant, aber er hatte einen überraschenden Abendtermin. Also kochte ich - oder versuchte es zumindest. Als ich gerade Kiwis würfeln wollte, um sie in eine Gemüsesauce zu Nudeln zu schmuggeln, kam der Gatte und setzte meinem Treiben ein Ende ...

Er übernahm das Küchenzepter und zauberte eine wirklich leckere Sauce aus Zucchini, Paprika, Tomate, Knollensellerie und Sugo. Meine Kolleginnen blickten am nächsten ganz neidisch auf meine Reste, die besser aussahen als ihr Mensaessen (und sicher auch besser schmeckten).    

Donnerstag gab's Nudeln mit Carbonara - der ausgefallene Fisch brachte uns etwas aus dem Tritt, denn eigentlich sollte es nur einmal Nudeln geben.

Freitag gab's Steaks mit Kroketten und Tomaten vom Grill. Momentan ist zwar keine Tomatensaison, aber wir hatten gerade Appetit darauf und fanden welche aus Holland, die sehr gut schmeckten. Gemüse aus Holland ist für uns von der Entfernung noch okay. Welches aus Spanien oder von noch weiter weg kaufen wir nicht. Beim letzten Einkauf sah ich Tomaten aus dem Senegal im Laden - geht's noch?!

In der Vorwoche kochte der Gatte Montag und Dienstag. Ich muss gestehen, ich habe verdrängt, was.

Mittwoch machte ich eine Rote-Bete-Tarte, die eigentlich für zwei Tage reichen sollte, es aber nicht tat.

Donnerstag hatten wir einen Abendtermin und setzten auf Fertigfutter - TK-Pizza für den Gatten, Nudeln mit Tomaten und Käse von Frosta für mich.

Freitag schlemmte ich im Trific, während sich der Gatte eigentlich Steak machen wollte, dann aber doch eingefrorene Bohnensuppe auftaute. 

Sonnabend gab's mal wieder Hack mit Gemüse und Nudeln.

In den letzten beiden Wochen klappte es prima, dass wir uns vom Abendessen auch immer noch was mit ins Büro als Mittagessen mitnehmen konnten. Für diese Woche hatte ich für mich zwar noch Chinakohlsalat eingeplant, aber das war gar nicht notwendig. Also gibt es den in der nächsten Woche.

Freitag, 1. Februar 2013

Eine Eppendorfer Institution: Petit Café

Blick in einen Teil des Petit Cafés, der für einen kurzen
Moment leer war. 

Das Petit Café im Souterrain der Hegestraße ist seit 1982 eine Institution in Eppendorf. Ich war vor einer Woche zum ersten Mal da, als wir vor dem Essen im Trific noch Zeit hatten und ins Warme wollten. Meine Begleitung kannte das Petit Café schon aus der Hamburger Innenstadt, aber auch das war bislang an mir vorbeigegangen.

Das Lokal ist berühmt für seinen Streuselkuchen, den die Inhaberinnen nach einem pommerschen Familienrezept von 1855 backen, wie das Hamburger Abendblatt weiß.

Normalerweise wäre das Petit Café mit seiner Wohngemeinschafts-Wohnküchen-Atmosphäre und dem zusammengewürfelten Interieur durchaus ein Lokal, in dem ich mich wohlfühlen könnte, aber so ganz überzeugte es mich nicht.

Geschirr, Besteck und Deko sind zusammengewürfelt,
was viel Charme hat.
Wir saßen noch nicht, als eine Bedienung vor uns stand. Okay, als ich das letzte Mal konditorn war, hätte ich mir eine flinke Servicekraft gewünscht. Aber so ein Mittelding zwischen Gar-nicht-bedient-werden und Schon-vor-dem-Sitzen-bestellen-müssen muss doch auch möglich sein.

Schön hätte ich auch eine Karte gefunden. Okay, ich trinke eh' meistens Milchkaffee, aber einen Blick werfe ich trotzdem gerne in die Karte. Inzwischen weiß ich: Es gibt im Lokal eine handgeschriebene Tafel, die wir allerdings beide übersahen. 

Beim Kuchen gab's nicht viel Auswahl. Wir kamen eine Stunde vor Schließung; es gab noch Apfelkuchen. Wenn ich das Konzept des Cafés richtig verstand, gibt es auch ohnehin nur Streuselkuchen mit wechselnden Früchten. Der Kuchen war noch ofenwarm und ziemlich an der Grenze. Ich hätte ihn jedenfalls noch ein bisschen im Ofen gelassen, damit er zu Ende backen kann ... Aber immerhin: So war der Kuchen sehr saftig und nicht drüch.

Der berühmte Streuselkuchen des Petit Café.
Geschmacklich war der Kuchen gut, wenngleich sehr süß (und ich bin schon ein zuckersüchtiges Speckbällchen!). Angenehm fand ich, dass der Boden nicht zu sehr nach Hefe schmeckte. Über die Streusel könnte man trefflich streiten, denn sie sind eher Teigplatten als Streusel, aber das soll anscheinend so. Mir sind Streusel lieber, aber das ist Geschmackssache. Das Stück war riesig - der Preis von 2,80 Euro geht voll in Ordnung.   

Der Kaffee, der aus dem Lokal in der Innenstadt kommen und dort selbst geröstet worden sein soll, war ziemlich flau. Anders gesagt: In der heißen Milch fiel er nicht weiter störend auf ... 

Mit der Bestellung kam gleich die Rechnung, die am Tresen beim Ausgang bezahlt wird. Dass wir getrennt zahlten, überforderte die junge Bedienung (im Café bedienen anscheinend überwiegend Schülerinnen und Schüler), galt es doch, zwei Milchkaffee und zwei Kuchen auf zwei Personen zu verteilen ...

Da das Café um 19 Uhr schließt, wir gegen 18 Uhr kamen, störten wir beim Putzen und Aufräumen. Die Eingangstür stand sperrangelweit offen, weil die Tische vor dem Lokal hereingeholt wurden, und die gefüllten Putzeimer wurden vor der (aus mir unbekanntem Grund geöffneten) Tür zum Hinterhof aufgereiht. Der dadurch entstehende Zug trieb uns dann aus dem Café, was sicher der Zweck dieser Aktion war. 

Sicher ist das Petit Café eine Alternative zu den Coffee-Shop-Ketten. Extra nach Eppendorf würde ich dafür aber nicht fahren - und beim nächsten Eppendorf-Bummel findet sich sicher auch eine Alternative zum Petit Café.