Donnerstag, 2. April 2015

Karfreitags im Münsterland gibt es Struwen

In ihrem Buch "Phönixkinder" beschreibt Christine Drews Struwen, ein typisches Karfreitagsgericht aus dem Münsterland und vom Niederrhein, das ich bis dahin nicht kannte.

Struwen schmecken nicht nur Karfreitag, sondern auch im Sommer im Dänemark-Urlaub.
Struwen sind Hefepfannkuchen, die meistens mit Rosinen gegessen werden. Erstmals nachgewiesen werden Struwen in einer Urkunde aus dem Jahr 1090. In ihr bestimmte Bischof Erpho von Münster anlässlich einer Auseinandersetzung zwischen der Äbtissin und den Stiftsdamen des Klosters Freckenhorst, dass den Klosterfrauen an verschiedenen Feiertagen, so an Weihnachten, Ostern und Pfingsten, zum Abendessen eine Speise gereicht werden solle, die vom Volk allgemein „struva“ genannt werde. Da in späterer Zeit mit Struwen Pfannkuchen gemeint sind, kann dieses auch für die Zeit der Abfassung der Urkunde vermutet werden*.

Inzwischen sind Struwen ein reines Karfreitagssgericht. Im Christentum ist der Karfreitag ein strenger Fasttag, an dem außer Fisch nur das gegessen werden darf, was auf dem Halm wächst. Kompott oder ähnliches als Beilage sind daher eigentlich nicht angebracht.

Bis heute servieren viele Restaurants im Münsterland an Karfreitag die traditionellen Pfannkuchen. In den allermeisten Fällen muss man schnell sein und reservieren, um einen Platz zu bekommen. Oder mensch backt zu Hause Struwen. Das geht ganz einfach.

Dieses Rezept nimmt teil an Shermins Dauer-Event "Lesehunger".


Struwen

Zutaten für 2 - 3 Portionen:

3 EL Rosinen
2 EL Rum 300 g  Mehl
200 ml Milch, lauwarm
20 g  Hefe (also 1/2 Würfel)
1 EL Zucker
1 Ei
1 Prise Salz
Fett zum Ausbacken

Zubereitung

Die Rosinen über Nacht oder ein paar Stunden im Rum einlegen.

Die Hefe mit etwas lauwarmer Milch aufgehen lassen.

Das Mehl in eine Schüssel sieben und alle Zutaten, einschließlich der aufgegangenen Hefe, hinzugeben und mit der restlichen lauwarmen Milch anrühren. Der Teig sollte sich seidig anfühlen, also ggf. etwas mehr Mehl oder Flüssigkeit zugeben.

Der Teig sollte mindestens 1 Stunde gehen, also sein Volumen deutlich vergrößern.

Ist der Teig gegangen, das Fett in einer Pfanne erhitzen - es sollte so viel Öl sein, dass die Struwen schwimmen können. Den Teig esslöffelweise in das heiße Fett geben und backen - nicht zu schnell, damit die Struwen nicht zu dunkel werden.

Struwen im Werden.
Die fertigen Struwen warmhalten, bis alle fertig gebacken sind, dann servieren.

Dazu schmecken Zimt und Zucker, oder, wenn man nicht fastet, Sahne, Vanilleeis, Apfelkompott, Marmelade oder Chutneys.

* siehe Wikipedia

Affiliate link zum Buch von Christine Drews

1 Kommentar:

  1. Wie jetzt? Ich habe es wirklich verplant, hier zu kommentieren? Oh man.. Schande über mich und ein dickes, dickes Sorry! Gedanklich hatte ich die leckeren Struven angemessen gewürdigt und auch bei FB in der Veranstaltung verlinkt. Ganz lieben Dank für dieses Rezept und das Buch!

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