Montag, 11. Januar 2016

Eine Woche Dänemark oder: 7 Tage, 7 Biere

Relativ kurzfristig entschlossen wir uns, die letzte Dezemberwoche und den Jahreswechsel in Dänemark zu verbringen, an der Nordsee, in unserer Lieblingsgegend, Holmsland Klit. Das ist immer ein bisschen wie Nachhausekommen: Sobald wir in Nymindegab am Kro über die Nehrung blicken, atmen wir tief durch, fällt aller Stress von uns ab.

Nach der Ankunft im Ferienhaus: Erstmal eine Teepause machen. Den Kuchen gab's vom Vermieter, die Zimtsterne kamen von Zuhause mit. Die Tischsets tauschte ich danach gegen eine mitgebrachte Tischdecke aus.
Stau, Sturm und Dauerregen machten die Anfahrt am zweiten Weihnachtstag sehr anstrengend, zumal Heiligabend und der erste Weihnachtstag schon sehr anstrengend waren. Wir brauchten alleine drei Stunden für die Strecke Hamburg - Flensburg.

Ein Rest Chokoladekage und Smørhorn, wunderbares Mürbgebäck vom Bäcker in Hvide Sande. Muss ich unbedingt nachmachen. 
Hinter der dänischen Grenze konnte ich den Gatten endlich überzeugen, eine Pause zu machen. Bis dahin hatte ich ihn mit Haribo und Kaffee bei Laune gehalten, merkte aber, dass er schon eigentlich seit Flensburg nicht mehr konnte. Normalerweise stoppen wir bei den Hüttener Bergen, aber der Gatte wollte partout vorwärts kommen.

Die wunderbaren Smørhorn. Eins hat sich der Gatte schon gesichert.
So hielten wir dann endlich bei Monarch in Vojens und aßen frokostret med rejer - selten schmeckte ein Krabbenbrot so gut! Die restliche Strecke fuhren wir dann ohne Pause durch. Der Gatte wollte noch im Hellen ausladen.

In der Küche. Frische Lebensmittel, die zu Hause sind, nehmen wir mit ins Ferienhaus.
Kurz vor Schluss holten wir den Schlüssel beim Vermieter ab, fanden in der Dämmerung auf Anhieb unser kleines Häuschen, luden in Sturm und Regen aus, fuhren schnell zum Købmand an der Ecke, um Holz, Kartoffeln, Gewürzgurken und Brot zu kaufen, richteten schnell die Küche ein, um Tee zu trinken und anzukommen.

Blick aus dem Küchenfenster.
Eigentlich hatte ich als Abendessen eine Kohlsuppe aus dem TK-Vorrat mitgenommen, aber schon auf der Fahrt gelüstete uns nach einem ordentlichen Bauernfrühstück, so dass die Suppe für den nächsten Tag in den Kühlschrank wanderte (und der Gatte in die Küche zwecks Zubereitung des Bauernfrühstücks).

Muss auch mal sein: Pizza, selbst gekauft.
Der Gatte schenkte mir zu Weihnachten eine Flasche Tanqueray und schlug vor, sie gleich mit in den Urlaub zu nehmen, aber ich freute mich auf die dänischen Weihnachtsbiere und legte mir gleich beim ersten Købmand-Besuch eine Auswahl zu.

"White Christmas" von Fuglsang. 
Den Auftakt machte "White Christmas" von Fuglsang. Das Pils traf nicht wirklich meinen Geschmack. Mir fehlte vor allem das Karamellige, Malzige, das das Bier laut Brauerei haben soll. Stattdessen schmeckte ich den Hopfen sehr stark Ich fand es ziemlich fad. Aber es ist mit 4,8% vol. ein leichtes Bier, von dem man, wenn man es denn mag, viel trinken kann.

Der russische Kühlschrank funktioniert auch in Dänemark. Den Grill brauchten wir nicht - der Gatte hatte keine Lust zum Wintergrillen. 
Wesentlich besser schmeckte mir hingegen "Ding Dong" von Fuglsang, ein kräftiges, dunkles Pils mit viel Karamell und Hopfen, von dem ich, wäre ich kein Mädchen, gerne mehr getrunken hätte. Aber der Alkoholgehalt von 7,6% vol. schafft mich schnell.

"Julebryg" von Hancock.
Aber es geht noch stärker: Den Gatten, der gerne Bock trinkt, machte das "Julebryg" von Hancock ob seines Alkoholgehalts von 10,5% vol. sprachlos. Mir hingegen schmeckte das Lager, das vor der Abfüllung anderthalb Jahre eingefroren wird, richtig gut. Es ist sehr malzig-süß und voller Aromen - ein Mädchenbier. Putzigerweise nahm ich, anders als bei "Ding Dong" den Alkoholgehalt gar nicht so schnell wahr. "Julebryg" ist vermutlich das stärkste dänische Weihnachtsbier.

"Merry Christmas" von Hancock.
Die leichtere Alternative ist "Merry Christmas, Happy New Year" von Hancock (wobei der Alkoholgehalt von 6,3% vol. ebenfalls nicht gerade leicht ist). Malz und Hopfen haben hier eine harmonische Balance, finde ich.

Silvester-Tisch. Es gibt Raclette mit Krabben, Kartoffeln und Brot.
Durch mich angesteckt, kam auch der Gatte auf den Starkbier-Geschmack. Seine Wahl fiel auf "H. C. Andersen Eventyr" von Albani. Das Bier wurde erstmals 1988 zum 1000jährigen Bestehen der Stadt Odense aufgelegt.

Silvester isst man in Dänemark Kransekage. 
Seitdem gibt es jährlich zum 2. April, dem Geburtstag Andersens, eine neue, limitierte Flasche mit wechselndem Motiv. Die nummerierten Flaschen sind begehrte Sammlerobjekte. Inzwischen gibt es auch nichtnummerierte Dosen, bei denen ebenfalls jährlich das Motiv wechselt.

"H. C. Andersen Eventur" ist trotz 9,0% vol. ein Bier, das leicht und trotz des hohen Zuckergehalts nicht zu süß schmeckt (um einen höheren Alkoholgehalt zu bekommen, wird Zucker zugesetzt). Stattdessen dominieren Zitrusnoten. Unser Fazit. Kann man trinken. Muss man aber nicht.

"Julbock" von Jacobsen.
Eine leckere Alternative zum "Julebryg" von Hancock ist "Julebock" von Jacobsen. Durch die Süße des gerösteten Malzes, Noten von Karamell, Schokolade und Kaffee ist das Bockbier mit 6,5% vol. auch ein schönes Mädchenbier. Ich bedauerte, dass ich nur eine Flasche kaufte, dachte dann aber auch nicht mehr daran, vor der Heimfahrt noch was nachzukaufen.

"Ludvigs Jul" aus dem Mylius-Erichsen Bryghus. Und: Doch, ja, ich hätte ich das passende IPA-Glas gehabt. 
Zu guter Letzt gab's "Ludvigs Jul" vom Mylius Erichsen Bryghus, einer lokalen Microbrauerei aus dem nahegelegenen Ringkøbing, ein Pale Ale mit 6,2% vol. Es ist fruchtig und füllig, mit einem Hauch Nelke, war mir allerdings nicht süß genug (diesen Winter stehe ich anscheinend echt auf Mädchenbiere).

Zwischen den Bieren wurde natürlich auch gekocht, aber unsere Ferienhausküche ist ziemlich simpel. Neben Bauernfrühstück und Kohlsuppe gab's Klopse mit Wurzelgemüse, Pizza, zu Silvester Raclette und an Neujahr Rinderfilet. 

Rinderfielt, Ofentomate, Bratkartoffel, Béarnaise. Ja, ich weiß, den Teller hätte man schöner anrichten können. 
Dieser Beitrag nimmt teil an der Montagsfreuden-Linkparty und der Urlaubs-Linkparty.

Kommentare:

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