Donnerstag, 11. August 2011

Halloumi-Hirse-Tomaten-Auflauf

Im Sommer bleibt bei uns regelmäßig Halloumi übrig. Ich esse ihn gerne vom Grill und mag ihn weitaus lieber als die obligatrorischen Würstchen, die Gatte und Schwiegermutter so schätzen. Falls also tatsächlich mal Grillwetter eintreten sollte, ist für mich im Sommer immer Grillkäse auf Vorrat im Kühlschrank. Spätestens im Herbst muss der Vorrat dann verbraucht werden - notfalls auch in einem Auflauf.

Ich lernte Halloumi Ende der 1990er Jahre durch eine Kommilitonin kennen, die auf Zypern urlaubte und mir als Dank für's Hamsterhüten den Käse und Olivenöl mitbrachte. Der Käse, in hauchdünne Scheiben geschnitten und in etwas von dem mitgebrachten Olivenöl kurz gebraten, mit Tomaten in lauwarmer Pita gegessen, schmeckte unvergleichlich. Lange suchte ich danach vergeblich nach dem Käse. Inzwischen gibt es ihn auch in Deutschland - industriell hergestellt und nicht so intensiv im Geschmack wie der mitgebrachte. Hm, ich glaube, ich sollte mal Zypern als Urlaubsziel ins Auge fassen ...

Halloumi-Hirse-Tomaten-Auflauf


Zutaten für 3 bis 4 Portionen
200 g Hirse
400 ml Wasser
3 Tomaten
250 g Halloumi
Za’atar*
Salz
Pfeffer
Olivenöl

Zubereitung:

Hirse in einem Topf ohne Öl leicht rösten, bis sie würzig riecht. Dann mit Wasser ablöschen, leicht salzen und auf kleiner Flamme etwa 20 Minuten quellen lassen, bis die Hirse bissfest ist.

Tomaten waschen und in Scheiben schneiden. Halloumi in Scheiben schneiden.

Hirse in eine Auflaufform geben. Die Tomatenscheiben darauf verteilen und mit Za’atar und Pfeffer würzen (ggf. auch salzen, falls die Za’atarmischung kein Salz enthält). Die Halloumischeiben auf den Tomaten verteilen und mit ein wenig Olivenöl beträufeln.

Bei 200 Grad Umluft ca. 20 bis 25 Minuten überbacken.

* Za’atar ist eine orientalische Gewürzmischung. Ich nehme eine israelische, die aus Ysop, Thymian, Oregano, Knoblauch, Petersilie, Salz, Sesamkörnern und Olivenöl besteht.

Dienstag, 9. August 2011

Hähnchen im Salzteig mit Sauce und Salat

Einmal mehr ist dies ein Rezept aus der Österreich kocht-Reihe, und wieder mal habe ich vergessen, von welchem Koch. Es schmeckt lecker an einem nicht zu heißen Sommertag.

Dies war übrigens mein erster Salzteigversuch. Meine bevorzugte Zubereitungsmethode wird's nicht. Der Salzteig ist ziemlich schwer ums Huhn zu kriegen, wenn man so grobmotorisch veranlagt ist wie ich, und dass das Huhn jetzt besonders saftig wurde, fand ich auch nicht. Außerdem mag ich knusprige Haut, die mit dieser Methode nicht entsteht.

Hähnchen im Salzteig mit Sauce und Salat

Zutaten für 4 Portionen:
500 g Salz
250 g Mehl
4 Eiweiß
12 EL Wasser
1 Hähnchen, ca. 1,5 kg
10 Wacholderbeeren
3 Zweige Rosmarin
3 Zweige Thymian
300 g Hühnerklein
1 Zwiebel
1 Wurzel
150 g Knollensellerie
500 g Champignons
4 Tomaten
1 Kopf Lollo Rosso
Olivenöl
1 TL Tomatenmark
Wermut, trocken
Weißwein
Madeira
400 ml Hühnerfond
Butter, kalt
Salz
Pfeffer
Kürbiskernöl
wießer Balsamico
1 Fladenbrot

Zubereitung:

Ofen auf 180 Grad Ober-/ Unterhitze vorheizen.

Salz, Mehl, Eiweiß und Wasser miteinander verkneten, so dass eine formbare Masse entsteht. Das Wasser esslöffelweiße hinzugeben, ggf. etwas mehr oder etwas weniger. Den Teig auf Backpapier etwa 1 cm dick ausrollen.

Hähnchen säubern und in das Innere Rosmarin, Thymian und Wachholderbeeren geben. Dann das Hähnchen mit dem Salzteig umhüllen.

Backblech mit Backpapier auslegen, darauf eine etwa fingerdicke Salzschicht in Größe des Hähnchens geben und das Hähnchen darauf positionieren. Backblech in den Ofen schieben und bei 180 Grad ca. 75 Minuten garen.

Währenddessen Salat und Sauce vorbereiten:

Für die Sauce das Hühnerklein waschen. Zwiebel, Karotte, Sellerie und 1 Champignon in Stücke schneiden. Einen guten Schuss Olivenöl in eine Pfanne geben und erhitzen, dann Gemüse und Hühnerklein solange anrösten, bis alles eine schöne Farbe hat. Tomatenmark einrühren und mit je einem guten Schuss Weißwein, Madeira und Wermut ablöschen. Flüssigkeit einkochen, dann Hühnerfond dazugeben und alles etwa 30 Minuten köcheln lassen.

Die Sauce in einen Topf abseihen, warm halten und kurz vor dem Servieren so viel kalte Butter einrühren, dass eine leicht gebundene Sauce entsteht. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Für den Salat die restlichen Champignons in Scheiben schneiden und in einer Pfanne in etwas Olivenöl bräunen. Lollo Rosso waschen, putzen und in feine Streifen schneiden. Tomaten waschen, achteln, entkernen und in kleine Stücke schneiden. Alle Zutaten in einer Schüssel mischen. Balsamico und Kürbiskernöl verquirlen, über den Salat geben und alles mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Das Hähnchen aus dem Ofen nehmen, den Teig aufschlagen, das Hähnchen aus dem Teig heben und portionieren. Mit Sauce auf Tellern anrichten, Salat in einem Schälchen dazu geben. Mit Fladenbrot servieren.

Sonntag, 7. August 2011

Gold und Silber lieb ich sehr: Matjessalat mit Melone

Seit dem Spargel-Erdbeer-Rauke-Salat mit Matjes-Rhabarber-Tatar und Matjes mit Mango und Knoblauch-Kartoffel-Kugeln mag ich die Kombi von dem doch recht salzigen Fisch mit Frucht. Als ich dieses Rezept für einen fruchtigen Matjessalat mit Melone entdeckte, brauchte ich nicht lange zu überlegen. Ich machte den Salat morgens um sechs Uhr aus der Lamäng, was das Foto erklärt.

Ich nahm für eine große Mittagspausenportion eine halbe Charantaise-Melone, würfelte das Fruchtfleisch. Eine Handvoll Rauke waschen, trockenschleudern und die Stiele abschneiden. Das Gleiche mit zwei, drei Stängeln Minze machen. Beides mit der Melone mischen. Ein Doppel-Matjesfilet abspülen, abtupfen, würfeln und zum Rest geben.

Für das Dressing Weißwein-Essigcreme, Olivenöl, Salz, Pfeffer und Chiliflocken zu einer Creme verquirlen (morgens um sechs kommt einfach alles in den Schüttelbecher) und über den Salat geben. Vor dem Essen alles durchmischen.

Der Fischkauf war diesmal übrigens eine kleine Reise in die Vergangenheit: Ich kaufte bei Pagel. Als lütte Deern ging ich da jeden Freitag an Mudderns Hand hin, und nach getätigtem Einkauf gab's aus einem kleinen, inzwischen zugemauertem Fenster hinten rechts, wo heute die Fahrradständer sind, eine Kugel Eis. Ich entsinne nur die Sorte Zitroneneis, die unwahrscheinlich köstlich schmeckte. Vielleicht gab's gar keine anderen. Putzigerweise wurde bei mir aber nicht der Reflex ausgelöst, dass ich nach jedem Fischkauf Zitroneneis möchte. Anders ist es beim Schwimmen. Nach dem Schwimmen gab's immer Pommes. Die könnte ich auch heute noch danach verdrücken, selbst nach dem Frühschwimmen morgens um sieben ...

Samstag, 6. August 2011

Warum ich so gerne auf den Markt gehe

Ich kaufe ausgesprochen gerne auf dem Markt ein, weil
  • ich dort Fitzbeker bekomme, kleine, leckere Kartoffeln, von denen ich bis vor 12 Jahren gar nicht wusste, dass es sie gibt. Stattdessen habe ich Kartoffeln aus dem Glas genommen, wenn ich kleine Kartoffeln haben wollte für eine sardische Kartoffelpfanne. Glas-Kartoffeln kommen mir nicht mehr ins Haus. 
  • der Vierländer Gemüse-Mann auf die Frage nach Kochbirnen knapp antwortet: "Nächsten Sonnabend!" Aans kloar. Gibt es morgen halt was anderes, aber nächsten Sonntag gibt es wie geplant Bohnen, Birnen, Speck. Und weil er gute Preise macht. "Wat wullt ji denn?" - "Zwei Kilo Dicke Bohnen und zwei Mal Bohnenkraut." - "Nee, kommt Kinners, macht die Kiste alle. 2,9 Kilo und Bohnenkraut für 5 Euro. Gekauft?" Gekauft!
  • die Bardowiker Obst-Frau immer noch Blau trägt und genauso hochnäsig ist wie Generationen von Bardowikerinnen vor ihr. Und nach ihr. Und weil sie weiß, was ich will, wenn ich Bickbeern verlange.
  • sich der Fischhändler nicht wundert, wenn ich "Fisch. Egal welchen. Hauptsache mit Haut!" verlange, ich ihm nicht erklären muss, dass ich gerade übe, Fisch auf der Haut zu braten, und er mir den Fisch auch noch ungefragt ausnimmt und filetiert. Er ahnt wohl: Besser is dat. Ich habe heute übrigens Saibling gekauft. Dorade hätte auch noch zur Wahl gestanden.  
  • der Eiermann stoisch die Frage nach der Frische seiner Eier erträgt, die schon des Gatten Vater jeden Sonnabend stellte, als der Gatte noch Kind war und an Vadderns Hand zum Markt ging.
  • der Gatte seit über vier Jahrzehnten an der Bude "Drei Kleine" bekommt und beim Kauen darüber sinnieren kann, dass die Welt immer schlechter wird. Früher waren es nämlich fünf Kleine.
  • ich den Käse-Mann schon meterweit riechen kann. Sein Verkaufsstand riecht genau so wie sein Tante-Emma-Laden, in dem ich mir zwei Jahre lang täglich mein Brötchen mit Benjamin holte. Ohne Butter. Und für den Herrn Chef-Redakteur ein Brötchen mit Heidefrühstück und die Schoggi mit den ganz dicken Nüssen. Wo ich mal mit einem Lachkrampf zusammenbrach, als die Kundin vor mir sehr energisch "Einmal Voll-Fick" verlangte und der Kollege Chefsekretär neben mir sich ebenso energisch empörte: "Aber doch bitte nicht hier im Laden vor all den Leuten!"
  • ich weiß, woher die Ware kommt. Und dass sie frisch ist. Und kurze Wege hatte. Und die Qualität besser ist als im Discounter oder Supermarkt. Und die Verkäufer wissen, was sie mir verkaufen. Und die Produkte saisonal sind.
  • es da noch einen Seifen- und Bürsten-Mann gibt, der für jedes Problem die richtige Bürste hat.
  • der Gatte mir nach dem Abarbeiten des Einkaufszettels Blumen kauft. Jeden Sonnabend.

Freitag, 5. August 2011

Szenen einer Ehe: Fertig wie ein Brötchen

Sie, auf den Weg in den Feierabend, am späten Freitag Abend, auf dem Parkplatz eines Discounters, am Funkruftelefon: Okay, Gurke bringe ich mit. Butter besorg ich. Ja, Schokolade und Eis auch. Und Chips? Okay, die nicht. Nee, ich glaub' nich, dass Penny frischen Dill hat, aber ich gucke. Was ist mit Aufbackbrötchen für Dich für morgen früh?

Er, zu Hause, in der Küche, in einer Hand das Telefon, in der anderen Hand den Lachs für's Abendessen: Den Industriescheiß ess' ich nicht mehr. Ich fahr' morgen früh zum Bäcker.

Sie guckt auf's Display des Telefons, um zu prüfen, ob sie die richtige Nummer wählte ...

Endlich ist es so weit: Der Gatte ist das Fabrikbrot und die Fertigbrötchen Leid. Es schmeckt ihm nicht mehr. Ich ahne schon: Bald muss ich selber backen und bei ihr ins Trainingscamp.

Mittwoch, 3. August 2011

Kalte Schale für heiße Tage: Beeren-Gelee mit Tonkabohnen-Sahne

Bushi und ich flegen einen regen Austausch von Gläsern und Flaschen. Der Deal ist einfach: Ich schicke ihr die Gläser und Flaschen leer an die Isar, und sie schickt sie voll zurück an die Elbe. Ausgesprochen praktisch.

Inzwischen brauche ich zunehmend selber Gläser und Flaschen, weil ich mehr und mehr selbst mache, und kann ihr auch schon mal gefüllte zur freundlichen Verkostung schicken. Und unser ständiger Gläser-und-Flaschen-Bedarf wird inzwischen von Mudderns, ihren Freundinnen und meinen Kolleginnen gedeckt.
In einer dieser Bushi-Lieferungen war Tonkabohnensirup enthalten. "Schmeckt lecker im Kaffee", meinte sie dazu. Stimmt, aber da geht sicher noch mehr. In Sekt ist das Zeugs auch nicht zu verachten. Oder zum Parfümieren von Sahne, Quark oder Joghurt, wie in dieser sommerlichen Kaltschale.

Eine Kaltschale ist übrigens in Norddeutschland mitnichten nur ein Dessert. Sie ist vielmehr eine vollständige Mahlzeit, die gerne auch mit nichts davor und nichts dahinter gegessen wird. Dann reicht die Menge dieses Rezeptes für zwei Personen, nicht für vier.

Beeren-Gelee mit Tonkabohnen-Sahne


Zutaten für 4 Portionen

200 g gemischte Beeren z.B. rote Johannisbeeren, Blaubeeren und Himbeeren
500 ml Wasser
2 EL Zucker
Zitronensaft
4 Blätter Gelatine, weiß
200 ml Sahne
1 TL Tonkabohnensirup

Für die Dekoration:
Beeren
Minze

Zubereitung

Gelatine einweichen und ausdrücken. Wasser mit 1 EL Zucker aufkochen, mit einigen Spritzern Zitronensaft abschmecken und die Beeren dazugeben. Einmal aufkochen lassen, dann unter Rühren die Gelatine in der Flüssigkeit auflösen. Die Masse auf vier Gläser verteilen, abkühlen lassen und kalt stellen.

Sahne mit Tonkabohnensirup und 1 EL Zucker steif schlagen, löffelweise über das Gelee geben, mit Beeren und Minzblättchen dekorieren und servieren.

Als Variation kann man das Wasser mit Holunderblütensirup mischen und den Zucker entsprechend reduzieren. Die Sahne lässt sich auch figurfreundlich durch Joghurt oder Quark ersetzen.

Dienstag, 2. August 2011

Food Porn und Blind Dates VIII: Wehe, wenn sie los gelassen

Nummer eins und Nummer zwei kehrten die Regel, dass vor dem Vergnügen die Arbeit kommt, um. Aber nach zwei vergnüglichen Tagen ließ sie sich nicht länger ignorieren, die Arbeit. Denn sie war ja der eigentliche Grund für die Reise in den Norden. Und Arbeit heißt Kochen. Was sonst? Während also Nummer eins und Nummer zwei beim kargen Frühstück die Haare schön bekamen, trafen sich Heidi, Frau Küchenlatein und ich zum frugalen Frühstück im Eisenstein in den Zeisehallen, wo einst Schiffschrauben hergestellt wurden.

Vor lauten Klönen über Orient und Okzident, (Her-)Männer, Treppen, unerwünschte Nominierungen, Lebensmittel und was man aus ihnen machen kann, hätten wir fast das Frühstück vergessen. Aber nur fast.

Frühstück, erster Gang
Eisenstein, zweiter Gang
Eisenstein, dritter Gang
Nach bummelig zwei Stunden machten wir uns von Ottensen nach Bahrenfeld auf, von der Zeisefabrik zum Gelände des ehemaligen Ottensener Eisenwerks. Und wer uns beim Frühstück in den Zeisehallen beobachte und womöglich dachte, die drei Kichererbsen da hinten in der Ecke wären völlig enthemmt gewesen, wäre wahrscheinlich gänzlich vom Glauben abgefallen, wenn er uns knapp zwei Stunden später gesehen hätte. Oder vier. Oder sechs. Wir machten uns nackig. Wir zeigten Brust. Wir kreischten, stampften, hüpften und jubelten. Und da waren wir noch nüchtern. Ehrlich. Dass es auch Bier und Prosecco gab, erfuhren wir erst viel später.
Wenn Du weißt, wo dieses Schwein zu finden ist, weißt Du, wo
wir nach dem Frühstück waren.
Wir gaben alles. Und Frau Küchenlatein ist davon überzeugt, dass wir ein ganz klein wenig daran beteiligt waren, dass es später das eine oder andere wohlverdiente Bier gab. Natürlich alles ganz gesittet.
Das zischte.
Mehr kann ich Dir an dieser Stelle nicht erzählen. Du musst bis zum 1. September warten. Da berichte ich dann hier von krosser Haut, gelangweilter Sauce, Po-Push-Ups, Bauarbeiter-Dekolletés, Kompetenzessern, geharkten Pürees, Glücks-Parklücken und warum Frau Küchenlatein dringend ein Zimmer in Hamburg braucht, kurzum: Von Food Porn und Blind Dates, Teil IX.

Food Porn und Blind Dates:
Der Auftakt
Teil I
Teil II
Teil III
Teil IV
Teil V
Teil VI
Teil VII

Weitere Topfgeldjäger-Berichte bei Hamburg kocht!:

Vorbericht von 31. August 2011
Topfgeldjäger am 1. September 2011
Topfgeldjäger am 2. September 2011
Topfgeldjäger am 5. September 2011
Topfgeldjäger am 6. September 2011

Frau Küchenlateins Blind Dates

Topfgeldjäger-Berichte von denen, die kochten:

Bushcooks Kitchen:

Erst das Vergnügen, dann die Arbeit
Warum?
Durchschnaufen
Finale
Nachlese


Heike Essen von Au:

Warenkorb vom 1. September 2011
Warenkorb vom 2. September 2011
Wochenende
Finale
Nachlese

Montag, 1. August 2011

Food Porn und Blind Dates VII: Abendessen im Helmrichs

Wenn Du meinen gestrigen Bericht gelesen hast, denkst Du jetzt vermutlich, ich sollte einfach noch ein paar Fahrstunden nehmen, und mein Park-Problem ist gelöst. Ganz so einfach ist es nicht. Ein Freund von mir ist Fahrlehrer. Er gab mir Sonntag um Sonntag auf einem leeren Supermarkt-Parkplatz Einparknachhilfe. Ergebnis: Zwischen leeren Einkaufswagen parke ich wie eine Eins ein. Ich brauche also nur ein Auto, in das drei Einkaufswagen passen, die ich bei Bedarf aufstelle, und schon kann ich einparken. Bis dahin lasse ich mich, ganz Luxusluder, chauffieren oder fahre nur, wenn ich weiß, dass mich am Ziel ein Parkplatz erwartet. So einfach ist das.

Es ist daher wenig verwunderlich, dass ich Sonnabend zum Abendessen mit Nummer eins und Nummer zwei, die am Nachmittag endlich angekommen war, auch mit dem Bus fuhr. Wir trafen uns im Helmrichs, wo wir im März zur Weinprobe waren. Eigentlich wollte ich die beiden zu mir zum Essen einladen, Bohnen, Birnen und Speck auf der lauschigen Terrasse beim plätschernden Springbrunnen, aber der Hamburger Sommer zeigte sich mal wieder von seiner winterlichen Seite. Also ab ins Helmrichs. Es war inzwischen mein dritter Besuch dort. Ich mag die entspannte das Atmosphäre und das gute Essen. Und den Wein.

Wir bezogen den Tisch in der Fensternische und klönten die nächsten Stunden über's Kochen und Essen, über Köche, Blogger, Männer, Israel und was uns sonst noch so wichtig ist. Natürlich gab's auch was zu essen. Und zu trinken. Aber alles sehr gesittet *hüstel*
Riesengarnelen mit Ananas-Mango-Salsa, jeweils für Nummer zwei und für mich.
Der Seniorenteller für Nummer zwei: Rumpsteak mit Balsamicosauce und Trüffelpürree.
Kalbsnieren in Senfsauce mit Kartoffelstampf und Spinat für mich.
Falls Du das Haar in der Sauce entdeckst: Das stammt ganz sicher von mir.
Tarte Tatin für mich.
Falls Du jetzt denkst, Nummer eins musste neben uns darben, sei beruhigt. Sie wird ihr Essen selber bloggen.

Nach ein paar Stunden sammelte uns der treusorgende Gatte auf und brachte uns heim. Die Nacht war kurz. Nummer eins und Nummer zwei mussten arbeiten, während ich mich mit Heidi und Frau Küchenlatein zum Frühstück traf. Aber das ist eine andere Geschichte.

Food Porn und Blind Dates:
Der Auftakt
Teil I
Teil II
Teil III
Teil IV
Teil V
Teil VI