Also stellte ich kurzerhand Mittwoch Abend den Wochenplan so um, dass ich weitgehend aus dem Vorrat leben konnte. Der Tiefkühler platzt ohnehin mal wieder aus allen Nähten, und der Vorratsschrank in der Küche wird im Gegensatz zum Vorratsregal im Keller auch nicht wirklich leerer.
Den Wocheneinkauf erledigte ich dann mit dem Hackenporsche beim kleinen Innenstadt-Famila, wo ich ausgesprochen ungern einkaufe, weil mir die Kette einfach viel zu teuer ist. So zahlte ich dann auch fast genauso viel wie für den Riesen-Einkauf bei Discounter und Supermarkt in der Vorwoche, obwohl ich nur ein gutes Dutzend Artikel brauchte. Teilweise nahm ich andere Marken, weil mir die, die ich gerne mag, einfach zu teuer waren. Angesichts von 1,69 € für eine Pampelmuse kaufte ich dann auch nur zwei anstatt vier, in der Hoffnung, in der nächsten Woche wieder zum Discounter fahren zu können, wo die Pampelmusen ein Drittel kosten (Spoiler: Dort werden die Pampelmusen ausverkauft sein). Der Preis für einen Granatapfel stand in keinen Verhältnis zu seiner Qualität, weswegen ich TK-Ware kaufte. Ich hätte zum Grönhöker gehen können, aber dazu fehlte die Kraft. Deswegen gab's auch keine Blumen, denn für den Umweg zum Blumenhöker fehlte ebenfalls die Kraft. Aber ich schaffte es zum Schlachter, um Büro-Mittagessen zu holen und Essen zu bestellen.
Im Laufe der Woche ging's dann noch in den Sonderpostenmarkt, in ein Kaufhaus und schnell auf dem Rückweg vom Bahnhof in den Discounter, weil zu wenig Milch.
Mir fehlt aktuell für alles die Kraft. Die Trauer lähmt mich. Das wirkte sich auch auf den Wochenplan aus. Der schaffte es nicht mal an die Tafel im Flur. Hier ist er in Theorie und Praxis:
Sonnabend wollte ich Fliederbeersuppe mit Grießklößchen kochen - keine große Sache, aber es war keine Kraft da. Also gab's Ofenfisch mit Ofenkartoffeln aus dem Vorrat.
Sonntag raffte ich mich auf, asiatisch angehauchten Spitzkohl zuzubereiten, denn der Spitzkohl wäre sonst vergammelt.
Montag musste ich nach Hamburg und besorgte auf dem Rückweg TK-Kartoffelpuffer. Dazu gab's Apfelmus aus dem Vorrat. Geplant war Fliederbeersuppe mit Grießklößchen.
Dienstag gab's wie geplant Asia-Spitzkohl.
Mittwoch war Ofenfisch mit Ofenkartoffeln, aber ich hatte noch ein paar TK-Kartoffelpuffer samt Apfelmus übrig.
Donnerstag raffte ich mich auf, schnibbelte ein Schweineschnitzel aus dem Vorrat und eine Paprika, kippte je ein Glas Asia-Gemüse und süß-saure Sauce aus dem Vorrat drüber und nannte es "Schweinefleisch süß-sauer". Dazu gab's Reis.
Freitag trabte ich zum Schlachter und holte Grünkohl mit Kohlwurst und Salzkartoffeln. Kurz überlegte ich, die Salzkartoffeln in die Pfanne zu werfen, aber die fehlende Kraft ...
Gebacken wurde nicht, aber ich aß drei Stück veganen Schoko-Kuchen aus dem TK-Vorrat. Damit ich zukünftig öfter kleine Kuchen für mich backen kann, kaufte ich mir ein entsprechendes Backbuch, nur um festzustellen, dass die Backform in einer Kiste auf dem Küchenschrank steht und mir die Kraft fehlt, sie dort runterzuwuchten. Irgendwas ist ja immer. Ich beschloss, zukünftig öfter Muffins zu backen. Das Muffinblech ist in Reichweite, und Muffins lassen sich gut einfrieren. An den Echtbüro-Tagen gab's Overnight Oats. Über Too good to go holte ich nichts.
Bleibt zuversichtlich, bleibt gesund, passt auf euch und eure Lieben auf.
