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Donnerstag, 27. August 2015

Blogger für Flüchtlinge oder: Patriotische Esser Gegen die Islamisierung Der Alimente*

Blogger für Flüchtlinge freut sich über Unterstützung!
Ich bin gegen zwei Dinge allergisch: Haselnüsse und Nazis. Dass beides braun ist, ist sicher Zufall.

Haselnüsse kann ich mir notfalls mit Zucker verträglich machen. Nazis sind ungenießbar.

Als Foodblogger fallen mir natürlich die Äußerungen der Pegidioten, Rassisten und Nazis zum Essen besonders auf.

Es gab eine Zeit, da lebte eine gewisse Dresdner Schrei-Else noch in Hamburg, versuchte sich an einer Kochseite und stellte beispielsweise ein Rezept für Crêpes online. Genau: Crêpes. Keine troidoitschen Pfannekuchen, sondern die utländische Variante. Oder Gurkensuppe mit Lachs. Gurken kommen aus Indien, aber vielleicht werden sie durch deutschen Lachs patrioditisiert.

Hähnchenkeulen mit buntem Gemüse, Kartoffeln, Olivenöl und Martini bereitete die Schrei-Else auch gerne zu. Das Huhn stammt aus Südostasien, die Kartoffel aus Südamerika, die Olive ist im Mittelmeerraum, im Nahen Osten und in Südafrika heimisch. Sicher reißt es der Martini raus, denn der ist aus Wermut. Der Name ist germanischen Ursprungs. Das Kraut allerdings kommt aus Eurasien und Nordafrika.

Hm, so wirklich deutsch ist das alles nicht.

Das ging wohl irgendwann der Schrei-Else auf, denn Ende Mai propagierte sie die Besinnung "auf die klassischen, deutschen Rezepte [...], [denn] sonst verschwindet unsere Esskultur und wird vollständig durch Döner, Pizza und Cheeseburger übernommen. Zur bodenständigen, regionalen Küche gehört die gute, alte Bratwurst ebenso wie ein Schweineschnitzel mit Leipziger Allerlei!"** Bis dahin trafen sich die Pegidioten schon mal bei McDonalds ...

Schweinefleischverzehr ist für Pegidioten und Co. ausgesprochen wichtig. Mit dem Schwein wollen sie anscheinend das Abendland retten. Ich hoffe nur, sie essen dann auch Meißner Gebrauchsschwein, denn schon dem Deutschen Edelschwein können sie nicht mehr trauen: es suhlt sich zwischen Mitteleuropa und dem Balkan. Die Schweine der Deutschen Landrasse können sie auch nicht guten Gewissens essen, denn die erwiesen sich in der Zucht als zu stressanfällig und mussten mit ausländischen Rassen gekreuzt werden, um zu überleben.

Hm, so gesehen wird der Schweinefleischverzehr auch nicht das Abendland retten. Aber Leipziger Allerlei schmeckt ja auch ohne Schwein, denn das klassische Leipziger Allerlei besteht aus Erbsen, Karotten, Spargel und Morcheln.

Okay, schauen wir uns die Zutaten mal an: Die Erbse ist erstmals nachgewiesen in Aswad in Syrien. Ausgerechnet! Die Erbse ist islamisch! Dass die den Pegidioten noch nicht im Halse stecken blieb! Bei der Karotte ist es nicht viel besser: Die gelben und rotvioletten Formen, die sich gegen die mediterranen weißen durchsetzten, kamen aus Afghanistan. Der Spargel hat seinen Ursprung in China und verbreitete sich über Ägypten gen Westen.

Die Pegidioten haben Recht: Wir werden islamisiert! Schon seit Jahrtausenden! Ich geh' gleich mal meinen Aluhut suchen.

Gut, die Morcheln reißen es raus: Der Name ist immerhin fränkisch, das dürfte wohl als Deutsch durchgehen. Der Ursprung des Pilzes ist ansonsten aber unbekannt, und in der chinesischen Küche wird er wesentlich öfter verwendet als in der deutschen.

Aber gestehen wir den Pegidioten wenigstens die Morcheln als Nahrung zu, denn auch sonst sieht's mit der sächsischen Küche schlecht aus für sie: Die Zutaten für den klassischen Dresdner Stollen aus der Zeit des starken Augusts beispielsweise bestehen aus Eiern (wir erinnern uns: Hühner kommen aus Südostasien), Milch (Rinder kommen ursprünglich aus Anatolien und dem Nahen Osten), Butter (ein Milchprodukt vom undeutschen Rind und somit für Pegidioten ungenießbar), Mehl und Hefe.

Die Hefe hat ihren Ursprung in der Bierhefe, und Bier wiederum hat, so leid es mir für die biertrunkenen besoffenen besorgten Bürger Rassisten tut, seinen Ursprung in Ägypten.

Jetzt klauen uns die Asylanten sogar schon den Alkohol!

Apropos Alkohol: Das Wort ist eines der deutschen Wörter, die arabischen Ursprungs sind. Und die Trauben für den sächsischen Wein, auf den manche stolz sind, auch wenn das Land eher eine Bierkultur hat, kommt übrigens ursprünglich aus Vorderasien. Wein ist also auch keine Alternative für Bier.

Ich fürchte, Pegidioten bleibt nur Wasser.

Tscha, liebe Pegidioten, das mit der deutschen Ess- und Trinkkultur wird schwierig. Selbst das so beliebte Brot gibt es für Euch nicht, außer, Ihr backt Fladen aus Mehl, Wasser und Salz über offenem Feuer auf Steinen, denn nicht nur die Hefe ist ägyptischen Ursprungs, sondern auch die Backöfen. In der Antike galten die Ägypter als Brotesser, nicht die Teutonen.

Halten wir fest: Das Schweineschnitzel mit Leipziger Allerlei, das Ihr laut Eurer Anführerin essen sollt, besteht für Euch aus Morcheln, und der Dresdner Stollen hat sich für Euch ganz erledigt. Statt Bier und anderen Alkohol gibt es für Euch künftig Wasser.

Vielleicht führen Abstinenz und Diät Euch ja zur Vernunft.

Bei Jochen gibt es einen tollen Beitrag zum "Essen mit Migrationshintergrund" - lesen! Mit diesem Artikel unterstütze ich außerdem die Aktion "Blogger für Flüchtlinge". Mehr dazu habe ich schon gestern im kleinen Blog geschrieben.

P.S. Auf die Tauglichkeit von Mehl als troidoitsche Zutat würde ich mich auch nicht verlassen wollen. Erstmals belegt ist der Getreideanbau für den Fruchtbaren Halbmond, also die Region zwischen Syrien und dem Persischen Golf. Ich fürchte, Mehl ist für Pegidioten auch Tabu.

Bleibt am Besten nur bei Morcheln und Wasser. Da seid Ihr auf der sicheren Seite.

* "Alimente" wurden früher Lebensmittel genannt.
**Quelle des Zitats

Freitag, 12. September 2014

Lasst uns spontan Sonntag (m)einen Apfelbaum ernten!

Sonntagsprogramm vom Buchholzer Stadtfest.
Das vollständige Programm gibt es hier.

Einen Apfelbaum zu pflanzen macht Spaß. Einen Apfelbaum zu ernten, macht viel mehr Spaß. Also komm' am Sonntag doch mit mir zur Apfelbaumernte in die schöne Nordheide!

Vom Apfelbaum in Mudderns Garten hatte ich Dir schon mal berichtet, als ich aus einigen Früchten Bratapfelmarmelade kochte.

Am Grundzustand hat sich nichts geändert: Der Apfelbaum produziert fleißig Früchte, mal mehr, mal weniger - im Moment wohl wieder mehr.

Mudderns kann sie nicht pflücken, hebt das auf, was herunterfällt, und verschenkt, so viel sie kann.

Mitte August twitterte Frau Schlemmerliese, dass sie gerade mit pflück.org Marmelade kocht. Pflück was bitte?

Ich folgte dem Link, sah, dass es sich um eine Gruppe junger Menschen handelt, die Obstbäume ehrenamtlich ernten und die Ernte zwischen dem Baumbesitzer, den Erntehelfern und der Gemeinde aufteilen.

Spontan trug ich Mudderns Apfelbaum ein und dachte mir, es wird eh nichts passieren - Buchholz ist ja ziemlich weit ab vom Schuss.

Da ich ohnehin jetzt am Wochenende zu Mudderns zum Apfelernten wollte, legte ich mir schon die Infos vom Saft Mobile zurecht, um die Äpfel mosten zu lassen. 

Dann aber meldete sich Laura von pflück.org bei mir, telefonierte mit Mudderns und vereinbarte ein spontanes Pflücktreffen jetzt am Sonntag, 14. September 2014, um 15.30 Uhr in 21244 Buchholz / Nordheide.

Jetzt werden natürlich pflückende Hände gesucht! Hast Du Zeit und Lust, dabei zu sein? Dann melde Dich doch einfach hier an. Wenn sich bis Sonnabend Abend nicht genügend Pflücker finden, müsste das Sammeln leider angesagt werden. Es gibt zur Belohnung auch Æblekage, dänischen Apfelkuchen. 

Buchholz ist gut durch den Metronom angebunden. Vom Bahnhof sind es je nach Kondition 10 bis 15 Minuten Fußweg in Mudderns Garten. Für den Hinweg habe ich auch noch einen Platz im kleinen schwarzen Auto frei, sofern Du den Apfelkuchen und die Sahne auf Deinen Schoß nimmst (auf dem Rückweg sind dann drei oder vier Plätze frei).

Außerdem steppt am dem Tag in Buchholz der Bär: Es ist nämlich Stadtfest! Und während wir pflücken, spielen auch noch die Appeltown Washboards Worms - wie genial ist das bitte?! Außerdem gibt es Flohmarkt, Buchholzer Honig, Kindertrommeln (trommeln die auf, mit oder für Kinder?!), Jazz, Rockabilly, Heidjer Shantys (hm, ich dachte bislang, Shanties sind mehr maritim als heidisch ...), heilendes Singen (okay, da sollte ich lieber nicht mitsingen) und vieles mehr. 

Also, wir wär's? Ich würde mich freuen, wenn wir uns sehen!

Freitag, 24. Januar 2014

Freitags-Freude: Alfajores

Chef I war in Argentinien und brachte Alfajores mit.


So sehen die "Pfui Teufel"-Kekse, die vor dem Brasilien-Kochtreffen buk, also in der argentinischen Variante aus.


Sie schmecken ganz anders als mein Rezept, irgendwie parfümiert, und sind weich .... Öhm ... Meine Version mag ich lieber ...

Freitag, 17. Januar 2014

Freitags-Freude: Neues Geschirr für das neue Büro

Ist das nicht entzückend?!
Im Sommer wechselte ich ja, wie hier schon mal erwähnt, Aufgabengebiet, Team und Abteilung. Nach diversen Vor- und Nachstellungsgesprächen mit Blaumännern hatte ich nicht nur ein Kleidungsproblem, sondern auch gehörig Muffensausen, ob der Punk, der ich noch immer bin, überhaupt in das Team passt.

Ein paar Wochen lang versuchte ich verzweifelt, seriös zu wirken, dann war mir das zu blöd. Eine Dame werde ich nie, und das wird sich auch in der Position, in der ich jetzt arbeite, nicht ändern.

Als erstes kaufte ich mir einen Türstopper - das Haus, in dem mein Büro ist, neigt sich nämlich nach innen, weswegen fast alle Türen zufallen, werden sie nicht gestoppt. In einem Hochhaus (und ich meine hoch!) ist das ähnlich vertrauenerweckend wie die Fahrstuhltür, die sich oft nur per Hand zuschieben lässt.

Natürlich wollte ich nicht einen xbeliebigen Türstopper, sondern einen, der zu mir passt. Also bestellte ich mir einen Hasen, der prompt geliefert wurde und seitdem für viel Spaß sorgt. Ein Fernsehteam wollte ihn partout bei der Aufzeichnung eines seriösen Blaumann-Interviews mit ins Bild nehmen (das ging dann aber doch zu weit). Meine frühere Chefin rief mir bei einer Flurbegegnung irritiert zu "Ich kam gerade an Ihrem Büro vorbei - da sitzt ein Hase vor der Tür!" Blaumann Eins stoppte irritiert im Lauf den Flur herunter und murmelte kopfschüttelnd: "Hase!"

Behält den Flur im Blick und hält die Tür auf. 
Ich bin mir außerdem sicher, dass der Hase nach Feierabend mit den Nilpferden der Kollegin im Büro gegenüber spielt. Anders ist es nicht zu erklären, dass er morgens nie da zu finden ist, wo ich ihn am Abend vorher parkte (und jetzt komm' mir nicht mit den Putzfrauen ...).

Detail.
Nun ist diese Abteilung zwar gut ausgestattet mit Geschirr, und ich hätte inzwischen sogar eine komplette Küche zur Verfügung, aber trotzdem wollte ich was eigenes. Auf dem Weg zum Down Under kam ich dann beim Comicbuchladen vorbei und konnte dieses entzückende Barbapapa-Geschirr einfach nicht stehen lassen.

Meine Büro-Geschirr-Auswahl.
Ein wenig zitterte ich, wie das Geschirr wohl bei den Chefs ankommt.

Meine Sorge war unbegründet.

Ein Chef hat zumindest den gleichen Esslöffel.

Affiliate-Links zur neuen Büroausstattung:

Freitag, 11. Oktober 2013

11. Hamburg kocht!-Treffen - Indien: Ich kauf' so gerne ein

Donnerstag im Supermarkt, wo alle Lebensmittel lieben. Ich choppere zwischen Gemüse und Molkereiwaren hin und her und arbeite einen DinA4-Zettel ab.

Hinter mir läuft eine dürre Blondine, die sicher jünger ist, als sie aussieht, und unterhält sich funktelefonisch über ihre geplante Fettabsaugung. Das macht sie ausgiebig zwischen Schokoladen-, Tiefkühlwaren- und Chipsregal.

Muss ich sagen, dass mir solche Menschen zuwider sind?!

Telefonieren im Supermarkt - also wirklich!

Ich bin endlich glücklich an der Kasse und lade auf:
  • 7 Stück + 200 g Zwiebeln, kleine, weiße
  • 1 Knolle Ingwer
  • Chilischoten, frische, rot und grün
  • 3 Stangen Lauch
  • 5 Knollen Knoblauch
  • 980 1200 ml Kokosmilch
  • Zitronen
  • 24 Riesengarnelen
  • 500 g Blumenkohl
  • 1 Stück + 150 g Tomaten
  • Mandelblättchen
  • Schalotten
  • Limetten
  • 8 Liter Vollmilch
  • 1 Paket Puderzucker
  • 2 Auberginen
  • 2 Salatgurken
  • 2 Bund Frühlingszwiebeln
  • 4 Granatäpfel
  • 5 Mangos
  • 2 kg Bananen
  • 2 Packungen koschere Chips

Die Kassiererin macht große Augen ob der Menge, während ich mich frage, was ich vergessen habe, weil es nach so wenig aussieht.

Irgendwann stellt sie fest: "Das reicht dann genau für eine Woche!"

"Nee", antworte ich. "Das reicht dann genau für einen Tag!"

Die Kassiererin blickt panisch und sucht nach einer Fluchtmöglichkeit. Bevor sie meint, ich wolle sie verspeisen - fett, wie ich bin, sehe ich schließlich so aus, als könnte ich das mühelos - erkläre ich, dass das die Zutaten für 12 Personen und bummelig 15 Gänge sind und mir nur die Chips gehören. Ich verschweige ihr, dass das auf dem Band nur ein Drittel dessen ist, was auf unserem Einkaufszettel steht.

Als ich bezahle, guckt die Kundin nach mir in meinen Einkaufswagen und meint lobend: "Das sieht aber sehr gesund aus!" Ich verschweige ihr die zwei Kilo Butterschmalz und vier Liter Frittieröl, die schon auf dem heimischen Balkon stehen.

Während ich mein Auto belade, kommt die Fettabsaugungsblondine mit ihren Einkäufen aus dem Markt: Eine Tiefkühlpizza und eine Tüte Chips. 

Mittwoch, 4. September 2013

Drüben gibt's Salat

Miho von herzelieb lernte ich an einem lauschigen Sommerabend bei der Vorstellung von Mia Moscato kennen.

Ich hatte einen ziemlich heftigen Arbeitstag hinter mir, weil mal wieder nicht sicher war, ob es mit einer seit Monaten geplanten Umsetzung klappt oder nicht. Es gab mal wieder ein (diesmal unerfreuliches) Gespräch, ich war schwerst genervt von dem ewigen Hin und Her und wollte eine Uzi oder einen Sandsack.

Und dann, schon fast am Ende des Abends, meinte ein schwarzhaariges Wesen: "Komm', setz' dich doch zu uns!" Das war Miho. Der weitere Abend verlief mit viel Gelächter und endete sehr fröhlich - so fröhlich, dass Miho glatt ihre Tochter in der "Sturmfreien Bude" vergaß ...

Keine vier Wochen später erreichte mich die Nachricht, dass Miho krank ist. Diese lachende, vor Energie sprühende Frau soll krank sein? Nicht vorstellbar! Und doch, das Schicksal schlägt manchmal unerwartet zu. Klar also, dass ich zusagte, als sie fragte, ob ich etwas beisteuern könne, damit ihr Blog nicht verwaist, während sie nicht schreiben kann.

Daher findest Du gerade einen Wassermelonensalat von mir bei Miho - rechtzeitig zum Spätsommerbeginn.

Liebe Miho, komm' ganz bald wieder auf die Beine!

Donnerstag, 22. August 2013

We are Hamburg: Miki, ein Siebenbürgener in Hamburg

Miki spielt Geige im
ungarischen Tanzhaus.
Diese Woche bin ich ja Kuratorin bei "We are Hamburg" und unterhalte die Follower auf Twitter. Gestern und vorgestern schwächelte ich allerdings ein wenig - der Betriebsausflug, der bis in den Abend dauerte, und ein anstrengender Arbeitstag sind Schuld.

Heute freue ich mich über einen Gastbeitrag von Miki, der zu unserer Kochgruppe gehört und sich die Zeit nahm, die Fragen, die "We are Hamburg" seinen Kuratoren stellt, zu beantworten. .

Wer bist du, was machst du?

Ich bin Handwerker von Beruf. Irgendjemand muss ja auch die Wände färben. Das wurde mir von OBEN bestimmt, glaube ich. Der Pinsel ist schließlich auch ein Streichinstrument.

Kommst du aus Hamburg oder …?

Komme aus 7bürgen und bin in Hamburg, weil die Verwandschaft meiner Ex uns hier geholt hat…

Warum magst du Hamburg?

Weil meine  Liebste hier lebt. Die Menschen sind nett. Hamburg ist verhältnismäßig ruhig. Es ist eine Dorf-Metropole. Und das Wetter ist immer wieder spannend: im August Aprilwetter, zu Weihnachten Sommer.

Dein Lieblingsbezirk und warum?

Neuwiedenthal - nein es war nur Spaß, es klingt so schön. Grindel und Umgebung. Ich fühle mich hier (fast) wie zu Hause.

5 Tipps für Hamburg:

Fahr Rad und guckst du
alle Parks
Ise-Markt
Laeiszhalle
ungarisches  Tanzhaus HAJNALI.

Sonntag, 18. August 2013

Katjes? No, no, no!

Links der ungültige Sticker, rechts der gültige.
Update vom 30.08.2013: Von Katjes kam gestern ein Paket mit Schnobkram  und mit den richtigen Sammelstickern, damit wir eine Schale bekommen können. Dafür vielen Dank! Außerdem geht der Aktionszeitraum inzwischen bis zum 30. September 2013.

Der Gatte isst gerne die Grün-Ohr-Hasen von Katjes und war als passionierter Hasensammler gleich Feuer und Flamme, als er hörte, dass es eine Naschschale mit dem Hasen gibt. Wollte er haben!

Für eine Schale werden acht Veggie-Sammelsticker benötigt, die, auf einem Sammelpass geklebt, eingeschickt werden und nach Überweisung der Versandkosten soll man die Schale erhalten. Aktionszeitraum ist vom 1. Juni bis 30. August 2013.

So weit die Theorie.

In der Praxis schaut es so aus, dass mitnichten die Veggie-Sticker, die auf vielen Katjes-Packungen zu finden sind, akzeptiert werden, sondern nur die, die den Zusatz "Sammelsticker" tragen. Diese Packungen sind aber im Handel kaum zu finden. Im Juni, als die Aktion losging und wir die ersten Packungen kauften, gab es sie noch gar nicht. Erst Anfang August fanden wir die ersten in den von uns frequentierten Supermärkten.

Nur hinter diesem Aufkleber sind
die richtigen Sammelsticker zu
finden. Nur finden sich kaum
Packungen mit diesen Aufklebern ... 
Zwar war ich als Herrin über die Sammelpässe irritiert, als ich sah, dass wir plötzlich zwei verschiedene Sammelsticker haben, dachte mir aber nichts dabei außer "Sammelsticker ist Sammelsticker".

Mitnichten! Durch Zufall erfuhr ich vor Überweisung der Versandkosten auf der Facebookseite von Katjes, dass nur die Sammelsticker mit dem Zusatz "Sammelsticker" akzeptiert werden. Ich bin nicht die Einzige, die davon überrascht war.

Im Ergebnis haben wir nun 16 Sammelsticker, von denen gerade mal zwei Stück den Vorgaben von Katjes entsprechen, und fühlen uns auf den Arm genommen. Ich schrieb Katjes an und tat meinen Unmut kund. Hier die Antwort: 
"Es kann schon einmal ein wenig Zeit dauern, bis unsere Aktionsware komplett in allen Märkten zu finden ist. Deshalb waren auch Anfang Juni sicherlich noch nicht überall unsere Produkte versehen mit den Aktionsstickern zu finden. Dies liegt an Prozessen des Handels, die wir nicht beeinflussen können. Neue Ware wird schließlich erst gelistet, wenn ältere Ware abverkauft ist.

Für unsere Aktion ist wie in allen Medien und auf allen Materialien kommuniziert nur der gelbe Aktionssticker gültig, der eindeutig mit unserer Aktion gekennzeichnet ist und nicht der normale, grüne Veggie Sticker, den unsere vegetarischen Produkte schon sehr lange aufweisen. Unserer Meinung nach heben sich die 2 Sticker stark voneinander ab, nicht nur textlich, sondern auch gestalterisch.

Dass Sie enttäuscht sind, tut uns leid und dies war sicherlich nicht unsere Absicht. Wir hoffen, dass Ihnen unsere Produkte trotzdem noch schmecken und wünschen Ihnen auch weiterhin viel Spaß und Freude beim Naschen."
Nun, die Freude beim Naschen, zumindest von Katjes, ist uns gründlich vergangen! Der Gatte meinte trocken: "Das ist Verarschung! Katjes kaufen wir nicht mehr!"

Genau so sieht's aus.

Samstag, 10. August 2013

Montagskrümel (3), diesmal am Sonnabend

nata sucht zum dritten Mal unsere Montagskrümel. Hier mein Rückblick auf die vergangenen Tage.

Dieses Wochenende ist es zum Glück nicht so heiß hier in Hamburg. Das letzte killte nämlich meinen Kreislauf.

1. Wonach schmeckte das Wochenende?

Nach Salz. Blutdruck und Kreislauf waren Freitag Abend so runter, dass ich mich nur von Chips und salzigen Butterbroten ernährte. Mein Arzt meinte, viel Trinken würde helfen, aber irgendwann fühlte ich mich wie ein Wasserspei(h)er und bekam einfach keine Flüssigkeit mehr in mich rein.

2. Spezielle Vorbereitung für das heiße Wochenende?

Nö.

3. Die ideale Erfrischung?


Dusche und Deckenventilator.

4. Was war nicht so erfrischend?

Abends ins Auto zu steigen, nachdem es zehn Stunden auf dem Dach des Parkhauses stand. Unten war nämlich kein Platz mehr frei.

5. Wonach schmeckt die kommende Woche?

Hoffentlich nach Terrasse. Die können wir nach zwei Monaten Zwangspause nämlich endlich wieder nutzen. 

Montag, 29. Juli 2013

Spaziergang durch Oberursels Altstadt

Du warst noch nie in Oberursel?

Blick auf die St. Ursula-Kirche, deren Grundmauern aus dem Jahr 880 stammen.

Schwerer Fehler!

Das alte Rathaus, das 1479 erbaut (und zwei Mal zerstört und wieder aufgebaut) wurde, ehemals Teil der Stadtmauer. Die Sonnenuhr stammt aus dem Jahr 1702.

Die Stadt ist absolut entzückend!

Die "Betzelkammer" im alten Rathaus, eine Gefängniszelle aus dem 17. Jahrhundert. In der winzigen, fensterlosen Kammer wurden bis zu 20 Menschen zusammengepfercht.

Komm' einfach mit uns auf einen Stadtspaziergang!

So freundlich wurden die Inhaftierten sicher selten empfangen: Stadtführerin Marion Unger in der Tür der Betzelkammer.

Wir vertrauten uns Marion Unger an, die mit viel Wissen und Charme durch ihre Heimatstadt führt.

Am Marktplatz.

Oberursel ist mit etwa 40.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Hochtaunus, knapp 20 Minuten von Frankfurt entfernt. 
Detail am alten Rathaus: Ein Ellenmaß.
Entlang des Urselbachs gab es einst 42 Mühlen, die das Gefälle von knapp 100 Metern geschickt zu nutzen wussten.

Die schlichte Rückseite des alten Rathauses und das Gatshaus zum Schwanen.

Die Standorte kannst Du heute auf einem Mühlenwanderweg erkunden. 

Der Urselbach.
Überall in der Stadt lässt sich der Urselbach entdecken. Wenn Du genau auf die Pflasterung der Straßen achtest, siehst Du, dass an vielen Stellen, wo der Fluss unterirdisch verläuft, der Bachlauf nachempfunden wurde.

Die Burg, einst das größte Gebäude Oberursels.
In der Straße An der Burg fällt neben der alten Stadtmauer mit Aufgang zum Wehrgang auch ein entzückender Garten auf (wobei es in der Stadt so viele schöne Gärten zu entdecken gibt, dass wir uns kaum sattsehen konnten).

Garten der verstorbenen Künstlerin Inga Dilcher Hassenstein.

Er gehört zum ehemaligen Wohnhaus der 2010 im wahrhaft biblischen Alter von 102 Jahren verstorbenen Künstlerin Inga Dilcher Hassenstein.

Säule mit biblischen Motiven von Inga Dilcher Hassenstein.
Die jetzigen Bewohner ließen eine Säule im Garten stehen, die die besondere Technik der Künstlerin zeigt: Sie arbeitete mit Zement auf Drahtgeflecht, aus dem die Motive herausgearbeitet wurden. Das sind keine Werke für die Ewigkeit. Sie verwittern und erhalten dadurch einen ganz eigenen Charakter.

Wäschfraa-Brunnen des Oberurseler Künstlers Georg Hieronymi.
In der Stadt gibt es viele Brunnen, die mit ihrem kalten Wasser und Bänken für eine willkommene Erfrischung auf unseren Spaziergängen sorgten.

Hausdetail: Ein Nachtwächter.
Hinter der Hospitalkirche findet sich das Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus, das seit 2007 gestaltet wird. 

Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus. Ein wenig abseits werden auf einer Tafel die Namen der in der Shoah Ermordeten genannt

Mir persönlich gefällt das Denkmal, das nach einem Entwurf der damals 17jährigen Schülerin Juliane Nikolai seit 2005 von der Steinbildhauerin Christine Jasmin Niederndorfer umgesetzt wird, weniger - ich bin ein Fan des Stolperstein-Projektes - aber ich begrüße die private Initiative gegen das Vergessen. Die Figuren werden je nach Spendeneingang gefertigt. Im Café Macondo werden Kachelbilder der Künstlerin Annette Andernacht zur Finanzierung verkauft.

Oberurseler Sehenswürdigkeiten am neuen Rathaus.
Natürlich blieben wir nicht nur in der Altstadt, denn rund um die Stadt gibt es auch viel Natur zu entdecken.

Heidelandschaft bei Oberursel.
Einen informativen Nachmittag verbrachten wir zudem im Schulwald

Falls Du spontan Lust hast, Oberursel zu entdecken: Am Sonnabend, den 3. August 2013 um 14 Uhr beginnt eine öffentliche Führung mit Marion Unger. Treffpunkt ist vor dem Vortaunusmuseum, Marktplatz 1.

Sonntag, 21. Juli 2013

Blogger trifft Bordsteinschwalbe

In einer Foodblogger-Gruppe geht es immer mal wieder auch darum, welche Angebote von Sponsored Posts, also bezahlten Blogbeiträgen, angenommen werden können, ob das Honorar okay ist und so weiter. Ein durchaus kontroverses Thema.

Jüngst kam es dabei zu diesem Dialog:


Die ersten Antworten trudeln ein.


Dann ein Kommentar eines Profis, der einige kurz schlucken ließ.


Hurende?

Hat er wirklich Hurende geschrieben?

Ist das nicht ein wenig kraß als Bezeichnung für Lohnschreiberei? Und dann auch noch in einer überweigend weiblichen Gruppe?

Der hat Nerven.

Andererseits weiß ich, dass sich Mietköche auch schon mal als Huren bezeichnen, also schlucke ich und beschließe, es in diesem Kontext zu verstehen.

Schließlich die Aufklärung.


So 'ne Autokorrektur ist schon ein gemeines Ding.

Freitag, 3. Mai 2013

Besuch im Lagerhaus G, dem ehemaligen KZ-Außenlager Dessauer Ufer

Zu den Orten, mit denen ich mich während meiner Tätigkeit als Historikerin lange und intensiv beschäftigte, gehört das Lagerhaus G am Dessauer Ufer (heute Dessauer Straße).

Normalerweise ist dieser Ort nicht öffentlich zugänglich, aber ich hatte vor zwei Wochen Gelegenheit zu einer Besichtigung. Heute, anläßlich des 68. Jahrestages der Befreiung der Konzentrationslager und des Kriegsendes, nehme ich Dich auf einen Spaziergang durch das Lagerhaus mit - seit dem 7. Mai 2013 ohne Fotos, denn auf nachdrücklichen Wunsch des jetzigen Pächters habe ich die aus dem Speicher-Inneren aus diesem Artikel entfernt.

Der Pächter möchte auch, dass ich diesen Artikel entferne.

Nein.

Geschichte lässt sich nicht entfernen.

Das Lagerhaus G wurde 1903 gebaut und steht seit 1988 unter Denkmalschutz, da es die historische Form der Lagerhaltung außerhalb der Speicherstadt dokumentiert. Das Gebäude hat drei Böden (so heißen die Stockwerke in den Speichern) und ist durch Brandmauern in acht Sektionen gegliedert. 

Blick auf die Fassade mit den landseitigen Luken und
der Winde für den Außenaufzug.
Seit 1997 wird das Lagerhaus u.a. zum Umschlag von Sammelgut genutzt. Hier findet sich ein buntes Sammelsurium an Waren. Vieles macht einen absolut vergessenen Eindruck, wie dicke Staubschichten verraten. Es ist ein Ort, der ein wenig surreal anmutet, ein wenig aus der Welt gefallen ist. 

Im Lagerhaus G befand sich zwischen 1944 und 1945 eines der über 80 Außenlager des KZ Neuengamme. Die Außenlager des KZ Neuengamme erstreckten sich über Nordwestdeutschland bis hin zur britischen Kanalinsel Alderney.   

Eingang in einen der Kellertrakte.
Zwischen Juli und September 1944 waren in den Kellerräumen des Speichers 1.500 Jüdinnen aus den Lager Auschwitz-Birkenau und dem Ghetto Łódź untergebracht.

Eine von ihnen war die Hamburgerin Cecille Landau (heute Lucille Eichengreen), Tochter polnischer Eltern. Die 16jährige wurde nach der Ermordung ihres Vaters im KZ Dachau mit ihrer Mutter und ihrer 12jährigen Schwester ins Ghetto Łódź verschleppt. Dort starb die Mutter durch Verhungern. Kurze Zeit später wurde Landaus Schwester in das Vernichtungslager Chelmo deportiert und ermordet.

Landau kam über das KZ Auschwitz in das Lager am Dessauer Ufer, wo die Frauen im Rahmen des so genannten Geilenberg-Programms nach Bombardierungen Aufräumarbeiten für die Mineralölindustrie (u.a. Rhenania Ossag (Shell) und Ebano-Oehler (Esso)) leisten mussten. 

Die Arbeit war körperlich sehr anstrengend und gefährlich. Hinzu kamen unzureichende Kleidung, mangelnde Ernährung, Hygiene oder medizinische Versorgung (zum Beispiel von Blutvergiftungen, die häufig vorkamen und zum Tode führten) sowie sexuelle Übergriffe durch das Wachpersonal. Die Keller, in denen die KZ-Häftlinge untergebracht wurden, waren zudem nicht zum Wohnen gedacht. Sie standen (und stehen) teilweise unter Wasser, sind unwegsam, klamm, feucht und stockfinster. Teilweise sind sie nur durch sehr steile Stiegen zu betreten.

Einige Frauen kamen schwanger im Lager an und brachten hier bzw. im benachbarten Speicher F ihre Kinder zur Welt. Sie und die Neugeborenen hatten kaum Überlebenschancen, wie Kindergräber auf dem Ohlsdorfer Friedhof zeigen.

Mitte September 1944 schließlich wurden die Frauen auf drei andere Hamburger KZ-Außenlager verteilt. Landau kam im März 1945 nach Bergen-Belsen, wurde dort befreit und emigrierte in die USA, wo sie heute lebt.

Zwei Tage nach der Verlegung der Frauen kamen 2.000 männliche KZ-Häftlinge in die Keller. Bewacht von zur SS abgeordneten Zollbeamten, wurden sie in verschiedenen Firmen im Hafen eingesetzt oder hoben bei Hittfeld Panzergräben aus.

Nach der weitgehenden Zerstörung während eines Bombenangriffs, der etwa 150 Tote forderte, wurden die Überlebenden in das KZ-Außenlager Fuhlsbüttel verlegt. Die Einsatzortde der KZ-Häftlinge änderten sich nicht.

Stolperstein vor dem Lagerhaus G in der Dessauer Straße.
Zwischen Februar und April 1945 wurden nochmals 800 männliche KZ-Häftlinge in den Kellern des zerstörten Speichers untergebracht, nachdem sie ihr Gefängnis notdürftig herrichteten. Zwei von ihnen, russische Juden, hinterließen ein Lebenszeichen im feuchten Zement.

Mitte April 1945 wurden die Männer in das Lager Sandbostel transportiert.

An die NS-Vergangenheit des Lagerhauses G erinnern heute eine Gedenktafel und ein Stolperstein für Margarethe Müller, die mit ihren Töchtern Nina und Melitta in das KZ-Außenlager Dessauer Ufer kam und hier an den Folgen einer Blutvergiftung starb. 

Bis Sonntag erinnern eine Reihe von Veranstaltung an die Befreiung Hamburgs vom Nationalsozialismus. Einen Überblick gibt es hier.

Bücher zum Thema:


Mittwoch, 27. Februar 2013

Seid schön folgsam!

Langsam entdecke ich die sozialen Medien für mich - 'ne alte Frau ist halt kein D-Zug.

Wenn Du möchtest, kannst Du mir auch an anderer Stelle durch's große, weite Netz folgen.
Ich freue mich, wenn Du Lust hast, mir zu folgen!

Mittwoch, 23. Januar 2013

Umgefallen

Ich bin kein Typ für Visitenkarten. Daran änderte auch ein Geschenk von Mudderns, ein silbernes Visitenkartenetui mit eingraviertem Namen, nichts. Meine privaten Visitenkarten, die ich vor zehn Jahren mit Einzug in diese Wohnung machen ließ, habe ich vor neuneinhalb Jahren unauffindbar verlegt.

Einzig meine beruflichen Visitenkarten, sofern ich mal welche brauchte, verwahrte ich auffindbar - und gelegentlich hatte ich bei geschäftlichen Terminen sogar welche dabei ...

Ich bin also nicht wirklich visitenkartenkompatibel.

Dementsprechend brauchte ich lange, bis ich mich durchrang, Visitenkarten für meinen Blog machen zu lassen.

Jetzt habe ich welche, und wie alle meine Visitenkarten wurden sie von Druckmaus gefertigt, wo ich schon seit fast 20 Jahren bestelle. Motiv ist ein Schichtsalat mit Hummer.

Mir gefallen die Karten sehr, und gelegentlich denke ich sogar daran, welche zu verteilen.

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Dicke Faxen und der wohl netteste DHL-Bote, den es gibt

Was mag da wohl drin sein?
Vor gut einem Jahr kaufte ich mir spontan eine Rollei Powerflex 210 HD, nachdem meine kleine Canon Powershot ein Kollateralschaden war.

Dreizehn Monate versuchte ich, mich mit der Rollei anzufreunden. Dreizehn Monate fluchte ich. Dreizehn Monate bangte ich, ob die Fotos was wurden.

Dann kam die Vorstellung der neuen Canon EOS M, und mir wurde deutlich, wie sehr ich meine Canon doch vermisste. Die Kamera ließ sich intuitiv bedienen; die Fotos wurden trotz widriger Lichtverhältnisse gut; ich konnte Dinge fotografieren, die sich schneller bewegten als eine deutsche Eiche; die Fotos waren scharf ... Okay, die EOS M hat für 'ne alte Frau wie mich zu viel technischen Schnickschnack, aber in den vier Stunden, die ich die in der Hand hatte, kam ich mit ihr besser zurecht als in den dreizehn Monaten mit der Rollei - ohne einmal die Bedienungsanleitung studieren zu müssen.

Aber ich bin ja vernünftig. Gelegentlich. Bevor ich in den Vorweihnachtsurlaub fuhr, studierte ich nochmal sehr intensiv die Bedienungsanleitung der Rollei. Es muss doch zu schaffen sein, dass ich mit der Kamera warm werde!

Ah, ein Weihnachtsgruß von Canon bzw. der
Agentur Wildcard Communications.
Im Urlaub saß ich dann fünf Tage lang neben einer Frau, die eine Powershot hatte. "Die ist idiotensicher! Die versteht sogar mein Mann!" meinte sie mal. Und klein und handlich ist sie auch - also die Kamera, nicht die Tischnachbarin. Und in der Zeit, die meine Rollei brauchte, um anzugehen, machte ihre Canon schon Fotos. Dutzende. Warum wollte ich eigentlich so ein Trumm wie die Rollei? Okay, ich wollte mal wieder was in der Hand haben. Aber hätte es nicht gereicht, mal wieder einen Film in meine alte Spiegelreflex (übrigens eine Sigma, die ich am liebsten mit einem Canon-Objektiv nutzte) einzulegen?

Gut, die Rollei ist so schick, dass sie immer die Blicke auf sich zieht. Aber gutes Aussehen ist bekanntlich nicht alles.

Aus dem Urlaub kam ich mit 517 Fotos. Maximal zehn Prozent davon sind brauchbar - und selbst mein altes Mobiltelefon macht teilweise bessere Fotos als die Rollei. Mal ehrlich, das kann es doch nicht sein! Da hatte ich die Faxen dicke! Aber so was von! Noch am Tag der Rückkehr bestellte ich eine Canon Powershot A810. In Rot, klar. Die ist inzwischen da und einsatzbereit - ohne dass ich einmal die Bedienungsanleitung las.

In Zukunft wirst Du hier also Fotos sehen, die mit verschiedenen Kameras gemacht wurden.

Die Kamera bescherte mir zudem vor Weihnachten die Begegnung mit dem wohl nettesten Paketboten, den mensch sich vorstellen kann.
Als ich Freitag an die Packstation kam, war er gerade beim Bestücken derselbigen. Er unterbrach er die Einlieferung, damit ich meine Sendungen abholen kann, obwohl ich meinte, das täte nicht Not - mich hetzte niemand, ich hatte frei.

Der Paketbote fragte, ob ich noch was Großes erwarte, das nicht in die Packstation passt - er habe noch so viel auf dem Wagen. Ich bejahte. Er guckte nach und fand das Geschenk für Schwiegermutter, das er dann mit mir im Schlepptau zur nächsten Filiale fuhr, damit ich es sofort bekomme. Noch lieber hätte er die Packstation ausgetrickst und mir den Weg zur Post samt Warteschlange erspart, aber meine Dusseligkeit sperrte meine Karte für die Packstation, so dass da nichts mehr zu machen war. Er musste ohnehin zur Post, sie lag auf meinem Heimweg, und ich konnte dort gleich das noch benötigte Geschenkpapier kaufen. Nette Gespräche mit den Wartenden gab's obendrein - und einen Parkplatz vor der Tür, so dass ich Schwiegermutters Geschenk nicht so weit schleppen musste. 

Der Paketbote nahm die durch meine Dusseligkeit gesperrte Karte auf seine Kappe, damit ich nicht in der kostenpflichtigen Warteschleife zur Entsperrung hing, und sorgte für eine umgehende Unter-der-Hand-Entsperrung.

Er wollte dann noch nicht mal den Trinkgeldschein.

Und als ich am nächsten Tag wieder bei der Packstation war, um weitere Sendungen zu holen, hatte der Paketbote mir einen Gruß hinterlassen.

Ist das nicht großartig? An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an die vielen Paketboten, die Sonderschichten schoben, Überstunden machten, sich durch sonntäglichen Eisregen quälten, damit wir rechtzeitig unsere Weihnachtsgeschenke bekommen!

Ach ja, und ich hätte jetzt eine Rollei günstig abzugeben ... Sie sieht sehr hübsch aus. Und manchmal macht sie sogar ganz hübsche Fotos. Gelegentlich sind sie sogar scharf.

Freitag, 14. Dezember 2012

"Kompass Ernährung" zum Thema Fertigfutter

Gelegentlich bin ich eine gute Hausfrau. Bevor ich die neue Fernsehzeitung auf den Couchtisch unter die Fernbedienung lege, damit der Gatte zum Feierabend beides griffbereit hat, zupfe ich die Werbebeilagen 'raus und übergebe sie dem Altpapier.

Diesmal war ein "Kompass Ernährung" des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) beigeheftet, Ausgabe 3/2012 mit dem Titel "Das Beste aus der bequemen Küche". "Och, blätter' doch mal schnell durch", denke ich so bei mir. "Vielleicht sind ja Rezepte drin." Mit Rezepten kann man mich fast so gut ködern wie mit Arak. Oder Schokolade.

Ich hätte es bleiben lassen sollen, das Blättern.

Zuerst begrüßt mich Ilse Aigner mit der Information, dass jeder Deutsche jährlich 40 kg Fertigprodukte isst, weil "die Zeiten, in denen meist 'Sie' den Haushalt und das Essen machte, während 'Er' draußen das Geld verdiente" vorbei seien. Ja, die Steinzeit hatte unbestreitbar ihre Vorteile. Aber selbst Frau Aigner befindet, es sei gut, dass diese Zeiten vorbei sind.

Und weil diese Zeiten vorbei sind, leben wir von Fertigfutter, neudeutsch "Convenience". Dank Frau Aigner lernen wir: "'Convenience' bedeutet bequem, einfach, verbraucherfreundlich." Die Ministerin schließt mit den Worten: "Ich hoffe, diese Ausgabe kann Ihnen eine gute Hilfe sein, gesundes und schmackhaftes Essen zuzubereiten. Dabei wünsche ich Ihnen einen guten Appetit!"

Der verging mir gründlich, als ich weiterblätterte.

Auf Seite 4 und 5 werden unter dem Aspekt "Fertigprodukte" die Vor- und Nachteile von frischem Schnibbelobst aus dem Kühlregal und Schnibbelsalat im Beutel abgewogen - beides eigentlich überflüssig, aber doch recht praktisch und für Faule wie mich gelegentlich eine Alternative für das Mittagessen, wenn ich weder Brot noch Joghurt mag. Über TK-Obst und -Gemüse wird dann der Bogen zu den TK-Fertiggerichten geschlagen: "Manche Gerichte sind sehr fettreich und überwürzt", weiß der "Kompass" und rät: "Bevorzugen Sie Fertiggerichte aus natürlichen Zutaten mit wenig Fett, Salz und Zucker."

Okay, bis dahin war mit meinem Appetit noch alles so weit in Ordnung.

Auf der nächsten Seite werden Dosen, Gläser und Tüten behandelt. Bei Obst in Gläsern wird vor zu viel Zucker, bei Tütensuppen vor zu viel Salz und Zusatzstoffen wie Aromen, Antioxidantien und Geschmacksverstärkern gewarnt. Eine Seite weiter wird dem Verbraucher dann erklärt, wie er erkennt, was in welcher Menge im Fertigprodukt enthalten ist: "Was an erster Stelle auf dem Etikett steht, bildet auch gewichtsmäßig den höchsten Anteil des Produktes."

Gut, da musste ich auch noch nicht schnapptamen.

Die Schnappatmung setzte aber massiv ein, als ich das Interview mit Ulrike Arens-Azevedo las, die an der HAW als Professorin für Ernährungswissenschaften / Gemeinschaftsverpflegung arbeitet. Ihre Statements zum Fertigfutter und seinen Inhalten lauten u.a.: "Diese Stoffe [also Zusatzstoffe, A.d.V.] sind geprüft und europaweit zugelassen. Sie sind nach allem, was man weiß, und unter Berücksichtigung teilweise festgelegter Höchstmengen gesundheitlich unbedenklich." Und: "Glutamat ist aus wissenschaftlicher Sicht in den üblicherweise verzehrten Mengen unbedenklich. [...] Hefeextrakt und auch Glutamat lassen es zudem zu, mit weniger Salz zu kochen. Das ist gut. Zu viel Salz kann Bluthochdruck begünstigen." Als ich das dem Gatten vorlas, zeigte er mir einen Vogel.

Na also! Ist doch ganz gesund, das Fertigzeugs. Und so praktisch! Was stellen wir uns eigentlich so an?!

Weiterhin erfahre ich von der Professorin, dass für Bio-Fertiggerichte 50 Zusatzstoffe zugelassen sind und für konventionelle Produkte 300. Gesünder seien Bio-Lebensmittel aber nicht, klar. Umso erstaunlicher, dass die Dame angibt, kein Lieblings-Fertiggericht zu haben, sondern lieber selbst zu kochen. Knapper Kommentar des Gatten dazu : "Ach was! Und da packt sie dann Glutamat rein?!"

Wäre es mir nicht schon vergangen, hätte ich auf der nächsten Seite laut lachen müssen. Unter der Überschrift "Schnell was Gesundes auf den Tisch: Sechs Ideen aus der Minutenküche" heißt es unter Punkt 1: "Das Aufpeppen von Fertiggerichten dauert nur Sekunden. Einer Tiefkühlpizza oder einer Fertigsuppe geben Sie mit einer Handvoll frischem oder tiefgefrorenem Gemüse und Kräutern aus der Tiefkühltruhe nicht nur einen Vitamin-Kick. Es schmeckt auch gleich viel besser."

Soso.

Die Punke 2 bis 5 sind dagegen ganz hilfreich: Mensch erfährt, dass sich Reis portionsweise einfrieren lässt (echt guter Tipp!), wie eine schnelle Nudelsauce gemacht wird (ich überlese das mit dem Öffnen eines Glases Fertigpestos mal ...), wie eine schnelle Salatsauce ohne Tüte gemacht und dass mensch sich einen Vorrat von selbstgekochten Suppen und Eintöpfen im Eisfach zulegen sollte.

Und zwei weitere lesenwerte Seiten hat die Broschüre dann tatsächlich: Ernährungswissenschaftlerin Maria Flothkötter weist darauf hin, dass angeblich besonders für Kinder geeignete Lebensmittel wahre Bomben an Fett und Zucker sind, und die Biathletin Kati Wilhelm gibt Tipps, wie sie es schafft, sich schnell und frisch ohne Fertigfutter zu ernähren. Davon hätte ich mir mehr gewünscht.

Der Rest hingegen ist für die Tonne.

Mittwoch, 1. August 2012

Üüüüüüberraaaaaaschung!

Vorgestern klingelte es gegen halb zehn abends an der Wohungstür. Davor stand eins der Nachbarskinder, die von direkt nebenan, die nett und guterzogen sind und wo's immer so lecker riecht, dass sich der Gatte zum Essen einladen möchte, hielt einen Teller in der Hand und sagte: "Meine Mutter hat was für Sie gekocht. Russische Spezialität. Teigtaschen, mit Mus gefüllt." Ist das nicht entzückend? Wir waren völlig von den Socken! Und die Teilchen waren noch warm!

Übrigens riecht es nicht nur lecker aus der Wohnung, sondern die Mutter kann auch wirklich gut kochen! Menno, sind die Taschen lecker! Sie sind nicht süß, wie wir zuerst dachten, sondern herzhaft, gefüllt mit einer Art Kartoffelbrei, wenn wir das richtig schmeckten. Ich hoffe, ich erfahre bei der Rückgabe des Tellers, wie die Taschen heißen oder bekomme sogar das Rezept.

Diese Nachbarn sind ein echter Gewinn, nicht nur wegen der Teigtaschen.

Dienstag, 26. Juni 2012

Kulinarischer Krimi: "Rotes Gold" von Tom Hillenbrand

Rotes Gold (Front-Cover)Das Timing war perfekt: Das Buch kam auf einem Freitag an, und bis Montag hatte ich nichts anderes zu tun als zu lesen. Einmal angefangen, mochte ich „Rotes Gold“ von Tom Hillenbrand nämlich nicht mehr aus der Hand legen. Dabei machte es gar nichts, dass ich Hillenbrands Erstling, „Teufelsfrucht“, noch nicht kannte, denn „Rotes Gold“ ist ein eigenständiger Krimi, den man auch ohne Kenntnis des Erstlings versteht (allerdings zieht das Lesen von „Rotes Gold“ fast schon automatisch den Erwerb von „Teufelsfrucht“ nach sich, denn es macht einfach Spaß, Kieffer bei seinen Ermittlungen zu folgen).

„Rotes Gold“ ist der zweite Fall, in dem der Luxemburger Koch und Hobby-Detektiv Xavier Kieffer ermittelt. Er ist zu einem Omakase, einen Sushi-Gala-Dinner im Musée d’Orsay in Paris eingeladen, bei dem Ryuunosuke Mifune als größter Sushi-Meister Europas ausgezeichnet werden soll. Plötzlich taumelt der Japaner, kippt um, ist tot. Diagnose: Fischvergiftung. Schnell zweifelt Kieffer daran, dass jemand, der sich so gut mit Fisch auskennt wie Mifune, durch eigene Unachtsamkeit vergiftet.

Auf nachdrückliche Bitte des Pariser Bürgermeisters, der ebenfalls nicht an einen Unfall glaubt, beginnt Kieffer mit eigenen Ermittlungen und taucht tief ein in die Welt der japanischen Küche. Er merkt rasch, dass es Fische gibt, die teurer als Gold und mehr Wert sind als ein Menschenleben; rotes Gold, für das manche über Leichen gehen. Die Ermittlungen führen Kieffer von Luxemburg nach Paris und bis nach Sizilien.

Hillenbrand setzt seine Protagonisten atmosphärisch dicht in Szene, macht Lust auf einen Luxemburg-Besuch; nimmt die Leser mit zum Rungis, dem Pariser Großmarkt, einst der Bauch von Paris, jetzt eher der Wanst der Welt, wie Kieffer resigniert bemerkt, und zu sizilianischen Fischern. Hillenbrands Stil ist flüssig, leicht lesbar, aber „Rotes Gold“ ist weit davon entfernt, leichte Kost zu sein, denn der Autor geht sehr detailliert auf Zucht- und Fangmethoden ein, beschreibt kulinarische Exzesse wie das Verspeisen eines Ortolans, eines im Ganzen gebackenen Singvogels. Ich bin zwar vor nichts fies, aber da kam ich am meine Grenzen. Auch Hillenbrands Beschreibung der Mattanza, des traditionellen Thunfischfangs vor Sizilien, ist nichts für zarte Gemüter.

Aber traditionelle Gerichte oder Fangmethoden sind nichts gegen die Perversionen industrieller Lebensmittelerzeugung, die Hillenbrand in "Rotes Gold" ebenfalls sehr detailliert beschreibt und kritisiert. So ist der Krimi dann auch ein Plädoyer, sich Gedanken zu machen über die Herkunft der Lebensmittel am Beispiel des Thunfischs, ein Plädoyer für echte, ehrliche, regionale Lebensmittel. Und so habe ich an dem Buch nur eines zu bemängeln: Dass die Rezepte für die Köstlichkeiten, die Kieffer zubereitet, fehlen.

Danke an Kiepenheuer & Witsch und an Blogg Dein Buch für die Möglichkeit, "Rotes Gold" zu lesen und einen neuen Autor kennenzulernen. Hier ist der Link zum Kauf des Buches.

Samstag, 2. Juni 2012

Grumpf!

Links ist die Dosenmilch. Rechts ist das Salz. Beides steht auf der Arbeitsplatte. Rate mal, was im Nudelwasser landete ...

Dienstag, 22. Mai 2012

Alien Invasion - sie sind unter uns.

Neulich, in einer kleinen Firma in der Nachbarschaft.

Chef zum Lehrling, der gerade an Gemüsesticks knabbert: Sie machen Diät?

Lehrling: Nein. Ich und mein Freund leben jetzt veganisch.

Chef: Ach ... Vermissen Sie die Küche Ihres Heimatplaneten sehr?