Donnerstag, 24. Juli 2014

Übern Tellerrand: Isas Gyrosschichtbraten mit Joghurtsoße und Pommes

Isa von "Meine Kochseite"
Hallo,

ich bin Isa von "Meine Kochseite" und darf heute bei Hamburg kocht! "gastbloggen".

Na gut, wer bin ich?

Eine Frau, Jahrgang 1966,
verheiratet, geboren in Niedersachsen, Hamburg-Liebhaberin, Ostdeutsche-Küche-Genießerin, Bayern mögende,
Ostsee erfahrene, Nordsee liebender Syltfan, Fastfood Genießerin, in der Kurpfalz lebende Rezeptliebhaberin und Versuchsköchin.

Bloggen ist neu für mich und ich habe einige Zeit überlegt, was ich Euch aus meiner Küche anbieten könnte. Das ist nicht so einfach, tausend Ideen die verworfen wurden, und dann, ja, das sollte es werden.


Mein Mann und ich lieben griechisches Essen, besonders Gyros .....
Aber immer außer Haus essen iss ja auch nix und deshalb haben wir nach Alternativen gesucht und eine hat unseren Speiseplan wirklich enorm erweitert: Mein Gyrosschichtbraten, den wir mittlerweile in vielen Variationen ausprobiert und genossen haben.



Diese Variante, die ich euch vorstellen möchte, ist unser Platz 1.


Gyrosschichtbraten mit Joghurtsoße und Pommes

Diese Zutaten benötigt man für den Gyrosschichtbraten:

1,5 kg Schweinenacken
250 gr. Zwiebeln
50 gr. Gyrosgewürz
50 ml Rapsöl

Den Schweinenacken vom Metzger in dünne Scheiben schneiden lassen, nicht dicker als Rouladen (eher noch etwas dünner, eventuell kann man auch noch mit dem Fleischklopfer nachhelfen).

Die Zwiebeln in feine Scheiben schneiden (geht gut mit der Brotmaschine oder dem Gemüsehobel).

Das Gyrosgewürz mit dem Öl mischen.

Ein Blech oder eine Auflaufform einfetten oder mit Backpapier belegen und die erste Scheibe Fleisch hineinlegen, mit der Gyrosgewürzmarinade bestreichen und dann wieder Fleisch, Gyrosmarinade und eine Schicht Zwiebeln.

Dies jetzt immer wiederholen, bis alle Fleischscheiben verbraucht sind.

Dann die Scheiben mit Rouladenpieksern fixieren, damit sie nicht auseinanderrutschen.

Das Ganze sollte ca. 1,5 Stunden bei 180°C in die Röhre

Die Dönersoße gehört für uns dazu, sie ist ein guter Tzatziki-Ersatz und schmeckt auch zu diversen anderen Fleischspeisen.

Für die Joghurtsoße braucht man diese Zutaten:

250 gr. Joghurt 10% Fett
125 gr. Mayonaise
1 Teel. frisch gemahlener Pfeffer
1 Eßl. gehackte Petersilie
1 Teel. Dillspitzen
1 gestrichener Teel. Zucker
Salz

Die Zubereitung ist easy und schnell erledigt: Alle Zutaten zusammenrühren, gut durchziehen lassen. Nochmal abschmecken.

Für die Pommes braucht man festkochende Kartoffeln. Die Kartoffeln schälen und mit einem Kartoffelschneider in Stäbchen schneiden (oder die Kartoffel erst in ca. 1 cm dicke Scheiben und diese dann in 1 cm dicke Stifte schneiden).

Pommes werden in Belgien in Rinderfett gebacken, die „in“ Sorte nennt sich Blanc de Boeuf. In Deutschland ist sie mir noch nicht aufgefallen weshalb ich meine Pommes in ganz normalem Rapsöl frittiere.

Die Pommes werden knapp 8 Minuten bei 160 Grad vorgebacken. Dabei werden sie weich und bekommen je nach Vorbehandlung mehr oder weniger Farbe.

Werden die Pommes vorab abgewaschen, fehlt schon mal ein wenig Stärke und sie nehmen nicht so viel Farbe wie auf dem Bild zu sehen. Ich mag das jedoch, daher wurden sie nicht vorher abgewaschen. Sie bekommen dadurch auch einen leicht süßlichen Touch (mag auch ein wenig Einbildung sein von wegen Stärke/Zucker usw).

Dann sollten sie einige Zeit liegen aber, so dass das überschüssige Fett noch ablaufen kann. Expertenzungen behaupten, das darf auch schon mal einen halben Tag oder länger sein. Optimal wäre es sie morgens bereits vorzufrittieren und dann im Kühlschrank bis abends zu lagern.

Dann bei 180 Grad bekommen sie in nur wenigen Minuten, wirklich nur wenige Minuten (in meinem Fall zwei) ihre endgültige Farbe und werden außen schön kross.

Da man langsam eine große Menge vorher vor frittiert hat und dann wirklich nur wenige Minuten braucht, werden die bereits fertigen auch nicht wirklich kalt und man bekommt, wenn man möchte, auch gleich eine ordentliche Menge auch bei einer kleinen Fritteuse auf den Tisch.

Optimal ist jedoch eine größere Fritteuse Richtung 4 Liter. Der schlimmste Fehler, den man machen kann ist, zu viel Pommes in zu wenig Öl in einer leistungsschwachen Fritteuse frittieren zu wollen. Da sinkt die Temperatur so schnell ab und krosse Pommes sind fast unmöglich. Auch saugen sie sich so mit Fett richtig voll was ja wohl niemand wirklich essen möchte.

übern Tellerrand

Dienstag, 22. Juli 2014

Übern Tellerrand: Hamburger Rote Grütze von der Hamburger Deern

Heute ist Christin, eine echte Hamburger Deern, in meinem kleinen Blog zu Gast.

Sie schreibt:

"Liebe Sabine,

als ich Deinen Aufruf nach einem Gastblogger hörte, war ich ganz schnell Feuer und Flamme und freue mich sehr Dir und Deinen Lesern hier eines meiner Lieblingsrezepte vorzustellen. Noch mehr freute ich mich allerdings, als ich hörte, dass das Rezept saisonal und tütenfrei sein sollte. In Ergänzung dazu habe ich die Attribute 'regional' und 'original' obendrauf gepackt.

Ich muss vorab sagen, dass ich eine absolute Heimat-Patriotin bin. In meinen Adern fließt glaub ich nix anderes als Alsterwasser und ich kann nicht mit irgendwelchen coolen, exotischen Vorfahren dienen. Nicht einmal aus Niedersachsen oder Schleswig-Holstein.

Weiterhin liebe ich Beeren - jeder Art. Und Kirschen, aber die kann ich roh nicht essen - aber kochen und backen. Und das tu' ich auch!

Um also Deine und meine Wünsche unter einen Hut zu bekommen, habe ich mich für die Hamburger Rote Grütze entschieden. Die ist für mich eine absolute Kindheitserinnerung und ich verbinde damit (außer Hamburg) heiße Sommermittage nach der Schule an denen ich mit meiner Mama auf der Terrasse saß und Rote Grütze mit eiskalter Vanillemilch gelöffelt habe.

Die meisten kennen die Rote Grütze nur als Nachtisch, zugepampt mit dicker Vanillesauce. Warum verstehe ich bis heute nicht, da muss irgendwas schief gelaufen sein, denn traditionell wird sie mit Vanillemilch oder -sahne gegessen. Und das nicht unbedingt nur als Nachtisch.

Nur zu gerne würde ich Dir jetzt ein altes, gut behütetes Familienrezept verraten, aber leider muss ich gestehen, dass es weder bei meinen Großeltern noch bei meinen Eltern die hausgemachte Variante nach alter Tradition gab, sondern die schnöde (aber trotzdem leckere) Variante aus Tüte oder Glas. Für mich kommt das heute aber irgendwie nicht mehr in Frage, denn die Rote Grütze von heute schmeckt irgendwie anders als damals - wie das meistens so ist. Und daher hab ich mir einfach meine eigene Variante gesucht. Zum Glück gibt es nämlich DAS Originalrezept der Roten Grütze nicht. Jeder macht sie anders.

Also, genug geschnackt, hier jetzt mein Rezept. Ich wünsche Dir und allen Lesern viel Spaß beim Nachkochen und einen tollen Sommer!

Liebe Grüße
Christin"

Wie schön - ich liebe Rote Grütze! Bei uns gab es sie im Sommer selbstgemacht, mit Sauerkirschen vom eigenen Baum, die vorher von Mudderns mühevoll entsteint wurden - nicht nur 300 g, sondern die komplette Ernte, denn die Kirschen wurden eingeweckt.

Und wie Christin aß ich sie am Liebsten zum Mittagessen - Vadderns ist Hamburger, der wusste natürlich, dass Rode Grüt eine Hauptmahlzeit ist, kein Dessert. Oft gab's das Mittagessen auch auf der Terrasse - nein, nicht unterm Kirschbaum, denn am dem hing meine Schaukel, da war kein Platz zum Sitzen, aber im Schatten einer riesigen Hemlocktanne. Vadderns war zudem mittags meistens zu Hause, denn als Selbstständiger konnte er sich seine Arbeitszeit frei einteilen.

Hier nun aber das köstliche Rezept von Christin für Hamburger Rote Grütze

Zutaten:

300 g rote Johannisbeeren
300 g schwarze Johannisbeeren
300 g Sauerkirschen
300 g Himbeeren
1 Vanilleschote
1 kleine Zitrone
1/2 l roter Johannisbeer- oder Kirschsaft
4-6 EL Speisestärke
50 g Zucker
250 g Schlagsahne oder Milch

Zubereitung:

Früchte, bis auf die Himbeeren, abspülen, trocken tupfen und putzen.
Himbeeren verlesen. Johannisbeeren von der Stielen abstreifen, Kirschen entkernen.

Die Vanilleschote aufschneiden, Mark herauskratzen und beiseite stellen.

Zitrone heiß abspülen, Schale mit einem Sparschäler als langen Streifen abschälen. Die Vanilleschote, Zitronenschale und den Fruchtsaft aufkochen.

Die Stärke und 3 bis 5 EL Wasser glatt rühren, in den kochenden Fruchtsaft gießen und kräftig rühren. Nochmals aufkochen, dabei immer schön rühren, damit es nicht klumpt. Dann die Früchte dazugeben, unterrühren. Vom Herd nehmen und mit dem Zucker abschmecken.

Die Grütze abkühlen lassen und kalt stellen.

Wenn sie dann richtig schön kalt ist, in kleinen Schüsseln (als Nachtisch) oder tiefen Tellern (als Mittagessen) servieren (aber vorher die Vanilleschote und die Zitronenschale entfernen!)

Wer die Grütze mit Sahne mag, verrührt einfach die Sahne mit dem Mark der Vanilleschote und gießt diese dann über die Grütze, sobald diese in de Schüsseln/Tellern ist. Alternativ kann man auch statt der Sahne (Vanille)milch nehmen - so wurde sie bei uns traditionell gegessen.

Dieser Beitrag gehört zur Reihe "Übern Tellerrand".

übern Tellerrand

Sonntag, 20. Juli 2014

Szenen einer Ehe: Bier her, Bier her ...

Bei der Wochenplanung.

Sie: "Bei den aktuellen Temperaturen möchte ich am Liebsten nur Kaltschalen machen."

Er, hoffnungsfroh: "Gerstenkaltschale?!"

Samstag, 19. Juli 2014

Rückblick: Wochenplan KW 29

Ikarimi-Rücken-Loin im Wasabi-Nori-Mantel.
"Also, zuerst klären wir mal, an welchen Tagen du nicht da bist", leitete der Gatte die Wochenplanung ein.

"Ich bin an allen Tagen da, habe nichts vor", antwortete ich.

"Wie? Das geht doch nicht!"

Doch, doch, ich muss nicht jede Wochen fremdessen, auch wenn der Gatte das manchmal denkt.

Diese Woche hatte ich Spätdienst, gleichzeitig aber Kochlust. Also musste es Gerichte geben, die schnell gehen oder gut vorzubereiten waren. In der Theorie klappte es besser als in der Praxis.

Übrigens: In meinem achtwöchigen Vertretungsdienst ist Halbzeit *tschakka* Bald ist es geschafft, und ich habe wieder normalen Dienst.

Diese Woche waren zumindest in meinem Arbeitsbereich die Ferien auch deutlich spürbar - bei Kollegin II am Schreibtisch gegenüber geht's hingegen unvermindert stressig weiter. Sie muss aber nur noch eine Woche durchhalten, dann hat sie Urlaub (und ich habe das Vergnügen, sie zu vertreten).

Ich selbst bin auch mehr als urlaubsreif, aber außer Pläneschmieden und Food Guides oder Blogs lesen geht momentan nichts. Ich möchte nächstes Jahr endlich zum Koningsdag nach Amsterdam*, nachdem ich den Koninginnedag so oft verpasste.

Der Abendbrottisch vom
Sonnabend, noch weitgehend leer.
Unsere London*-Liste ist inzwischen so lang, dass sie sich in diesem Leben kaum noch abarbeiten lässt, Berlin wurde mehrfach verschoben, ebenso Wien, und Barcelona* wäre auch mal wieder schön. Im Moment gilt aber nur eines: Durchhalten!

Hier jetzt aber unser Wochenplan in Theorie und Praxis:

Sonnabend kamen liebe Gäste, darunter einer, der gerade in Hamburg urlaubt, weil es hier kühler ist als in seiner derzeitigen Heimat Abu Dhabi - das war zumindest der Plan. Inzwischen ist es ein runnig gag.

Es gab Ikarimi-Lachs / Edamame / Mango-Edamame-Salat / Tomatensalat mit Garnelen / Matcha-Eis mit Himbeeren und viele, viele bunte, fruchtige Sommerdrinks mit und ohne Alkohol.

Sonntag wollte ich Salatreste mit Reststeak essen, hatte aber keinen richtigen Hunger mehr, nachdem wir spät frühstückten und der Gatte Mango-Himbeer-Törtchen machte. Salat- und Steakreste wurden Montag Büro-Mittagessen.

Montag gab's Zucchinisalat mit Grillwürstchen - und einen maladen Gatten.

Dienstag sollte es Rumfort-Pizza geben, und der Gatte wollte den Pizzateig zubereiten - er war ja zu Hause und hatte Zeit. Allerdings las er das Rezept nicht zu Ende.

Als ich abends nach Hause kam, fand ich nur ein Mehl-Salz-Gemisch mit einer Kuhle für die Hefe vor - der Gatte dachte, 25 Minuten reichen, um den Teig gehen zu lassen und befand, es wäre doch kein Problem, erst gegen halb acht mit dem Teig anzufangen. Dusseliger weise sollte der Teig 70 Minuten gehen - mindestens.

Tischdeko von letzten Sonnabend.
Ich hatte Hunger und war entsprechend schlecht gelaunt, also zauberte der Gatte Würstchengulasch mit Nudeln - die eigentlich für Freitag geplanten Rumfort-Nudeln.

Mittwoch sollte es Gnocchi-Salat mit Birnen geben. Der Gatte war allerdings schon wieder malad und zu Hause. Diesmal las er das Pizzateigrezept bis zu Ende, und als ich abends heim kam, erwartete mich ein wunderbar gegangener Teig.

Donnerstag war Schnitzel mit Kartoffelsalat Berliner Art geplant, aber es war noch Pizza da.

Da es die für Freitag geplanten Rumfort-Nudeln schon am Dienstag gab, machte ich gestern das Mittwochsgericht: Gnocchi-Salat mit Birnen und Pecorino.

Heute will der Gatte Fischpäckchen mit Senfkartoffeln und Gemüse zubereiten - er kennt da trotz der Hitze keine Gnade. Für die kommende Woche wünscht er sich Frikadellen, Cheeseburger und Würstchen mit Sauerkraut und Kartoffelstampf. Ich wünsche mir Kaltschalen und Rote Grütze.

Mal schauen, wer sich durchsetzt.

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Freitag, 18. Juli 2014

Rezension: Who the f*** is Heidi?

Die Wienerin Sarah Krobath fühlt sich ausgebrannt. In ihrem Beruf als Werbetexterin ist sie erfolgreich, findet aber nach vier Jahren keine Erfüllung mehr. Sie fasst den Entschluss zu kündigen.

Nur: Was dann?

Da kommt ihr das Angebot der Schweizer Käsehersteller Jumi, die eine Praktikantin suchen, gerade recht. Sie bewirbt sich, bekommt den Praktikumsplatz und taucht in eine andere Welt ein – Käse war ihr bislang weitgehend gleichgültig und auf die immer gleiche Auswahl im Supermarkt beschränkt.

Zwischen Menschen, die mit Liebe und Leidenschaft Beruf und Berufung gleichsetzen, findet Krobath wieder zu sich selbst und den Mut, ihren eigenen Weg zu gehen, der sie in italienische Piemont, an die Universität der Gastronomischen Wissenschaften, führt. Bei Slow Food ist sie ohnehin engagiert, da scheint ihr Weg im Nachhinein nur konsequent.

Heute lebt Krobath wieder in Wien und arbeitet als freiberufliche Werbetexterin, Journalistin und Autorin und bloggt.  

Die geneigte Leserin begleitet Krobath dabei, wie sie das Genießen lernt, wie sie Geschmack und Lebensmittel über Käse hinaus entdeckt, wie sie auf Marktständen in London und in Bern im Winter friert und sich an der Kameradschaft der Kollegen wärmt, wie sie akquiriert, Köche und Küchen kennenlernt, sich im Emmental verfährt und schließlich im Piemont ankommt.  Dabei macht sie die Erfahrung, wie befriedigend es ist, einer Arbeit nachzugehen, die einen ausfüllt und glücklich macht.

Krobath nimmt ihre Leser mit auf ihre Reise, plaudert munter daher, so dass der Leser schnell in ihre Welt eintauchen kann. Manches Mal allerdings wünschte ich mir, dass die Schilderungen etwas tiefergehen – manches wird nur angerissen.

So ist „Who the f*** is Heidi?“ ein Coming-of-Age-Roman, den ich, doppelt so alt wie die Autorin, mit Anfang 20 sicher leidenschaftlicher gelesen (und rezensiert) hätte denn heute als alte Frau (die aber sehr wohl weiß, dass mensch nie zu alt ist für einen Neubeginn).

Auch wenn „Who the f*** is Heidi?“ gelegentlich ein wenig dahin plätschert, eines gelingt Krobath sehr gut: Die Leidenschaft für guten Käse, gutes Essen im Allgemeinen herüberzubringen und darzustellen, wie viel Arbeit darin steckt. Die Frage, welche Lebensmittel ihren Preis wert sind, wird der Leser anschließend sicher anders beantworten.

Sarah Krobath, Who the f*** is Heidi, dotbooks Verlag, Mai 2014, 248 Seiten, nur als eBook erhältlich. Danke an den Verlag für die Möglichkeit der Rezension!

Donnerstag, 17. Juli 2014

Polentakuchen mit Himbeeren und Zitrone

Polentakuchen mit Himbeeren und Zitrone.
Gelegentlich muss ich glutenfrei backen, und dann verwende ich gerne Polenta, also Maisgrieß.

Dieses Mal kombinierte ich zum ersten Mal Polenta mit glutenfreiem Mehl, wobei irgendwas schief ging.

Nach der Stäbchenprobe war der Kuchen durch und wunderbar goldbraun, also so, wie's sein soll.

Als ich aber am nächsten Tag in die Küche kam, um den Kuchen für einen Ausflug zu verpacken, hatte sich in der Mitte der Form ein kleiner Teigsee gebildet. Die Randstücke schmeckten super und kamen mit auf den Ausflug, waren aber auch sehr feucht.

Ich habe keine Ahnung, woran es liegt, dass der Kuchen über Nacht so feucht wurde. War es das schwüle Wetter? Das glutenfreie Mehl? Obwohl das ja eigentlich mehr Flüssigkeit brauchen soll als "normales" Mehl, habe ich mir sagen lassen.

Waren es die nicht aufgetauten Himbeeren? Oder schlichtweg zu viele Himbeeren? Ich habe sie nicht gewogen, sondern mich auf das Gefühl des Gatten verlassen, die die Beeren aus dem Keller holte.

Aber auch wenn er sich teilweise verflüssigte: Der Kuchen ist sehr lecker und aromatisch! Und um sicher zu gehen, dass er Dir nicht flüssig wird, solltest Du ihn am Backtag essen.

Der Kuchen ist mein zweiter Beitrag für das Geburtstagsevent der Herzensköchin.

Banner Herzensköchin -

Polentakuchen mit Himbeeren und Zitrone

Zutaten für eine rechteckige Backform mit den Maßen ca. 32 x 24 cm (oder eine Brownieform*):

200 g Polenta
150 g glutenfreies Mehl
100 g brauner Zucker (+ 2 EL extra)
100 g Butter
250 ml Milch
2 Eier
1 TL Natron oder Weinstein-Backpulver
1 Prise Salz
1 Zitrone
125 g Himbeeren

Zubereitung:
Blick auf den Kuchen,
bevor er in den Ofen kommt.

Die Eier trennen und das Eiweiß zu Schnee schlagen.

Die Zitrone heiß abwaschen und abtrocknen. Die Schale abreiben, den Saft auspressen und anschließend mit allen anderen Zutaten (außer Eischnee und Himbeeren) verrühren.

Das Eiweiß unter den Teig heben.

Den Teig in eine mit Backpapier ausgelegt Form geben. Die Himbeeren gleichmäßig darauf verteilen und alles noch mit zwei Esslöffeln Zucker bestreuen.

Den Kuchen bei 175°C (Umluft) für etwa 30 Minuten backen, bis er goldbraun ist (Stäbchenprobe machen!).

Quelle: Berliner Küche
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Dienstag, 15. Juli 2014

Alles im Kasten: Falscher Hase in Form gebracht

Falscher Hase inner- und
außerhalb der Form.
Der Gatte liebt Hackbraten, also Falschen Hasen. Daher gibt es ihn öfter, seitdem wir zusammenleben.

Anfangs gab er die Fleischmasse einfach auf ein Backblech. Zum Herausheben nahm er einen Fischheber*, von dem keiner uns von wusste, wieso wir ihn eigentlich bekamen, denn ganze Fische bereiteten wir damals gar nicht zu (außer Schlefi und Kastenhai bereiteten wir damals eigentlich gar keinen Fisch zu).

Dann kam der Gatte auf die Idee, eine Kastenform* zu nehmen - bis vor drei Jahren, als er eines abends beim Hackbraten zu mir sagte, er werde Löcher in die Kastenform bohren, damit der Fleischsaft austreten kann. Richtig schlimm war das mit der austretenden Flüssigkeit, als wir noch solchen Blödsinn wie fettreduziertes Hack kauften, das zu einem Großteil aus Wasser besteht.

Der Hackbraten wäre dann servierfertig.
Dass der Gatte vorhatte, in eine Kastenform Löcher zu bohren, passte mir natürlich so gar nicht.

Zwar ist es nicht so, dass ich nur eine Kastenform habe, aber trotzdem wollte ich mir keine durchlöchern lassen.

Als ich Tage später im Backformenschrankfach rumkramte, fiel mir die Stollenform* vom orientalischen Stollen wieder in die Hand. da war sie, die Kastenform mit Löchern!

Seitdem wird Hackbraten bei uns nur noch in der Stollenform gebacken. Um austretenden Fleischsaft aufzufangen, kommt sie in eine Kastenform - oder wir schieben ein Backblech unter das Ofenrost.

Blick ins Innere des Hackbratens. 
Dem Gatten ist die Stollenform inzwischen so vertraut, dass er letztens kopfschüttelnd vom Hackbratenessen bei Schwiegermutter nach Hause kam, weil: "Sie hat noch nicht mal eine Stollenform, um Hackbraten zu machen!"

Schwiegermutter hat keine Stollenform, dafür aber Hackbratenfixe. Bei uns ist es umgekehrt, so dass wir auf einige dieser pulverisierten Zutaten verzichten können:
Weizenpaniermehl (Weizenmehl, Hefe, Speisesalz), 22% Zwiebeln, 7% jodiertes Meersalz, Palmöl, Petersilie, Paprika, Kochsalzersatz , Pfeffer, Speisesalz, Muskatnuss, Stärke, Aromen
bzw.
Paniermehl (Weizenmehl, Salz, Hefe, Antioxidationsmittel Extrakt aus Rosmarin), Weizenmehl, Gewürze (16,8% Zwiebeln, Paprika, Knoblauch, Pfeffer, Kurkuma), Jodsalz, Hühnerei-Eiweiß, Petersilie, Sonnenblumenöl, Hefeextrakt, Aromen (mit Sellerieöl, Senföl)." 
Kann mir jemand bitte erklären, was eigentlich dieser Kochsalzersatz?

Unser Grundrezept für Falschen Hase in der Kastenkuchen- oder Stollenform ist mein herzhafter Beitrag zu Friederikes Blog-Event "Alles im Kasten?!" und eine prima Verwendung von hartgekochten Eiern, zum Beispiel nach Ostern.



Hackbraten / Falscher Hase

Es ist angerichtet. 
Zutaten für 6 - 8 Portionen:

Für den Fleischteig:
1 kg Rinderhack
1 altbackenes Brötchen, eingeweicht und zwischen zwei Brettchen gut ausgedrückt (oder so viel Paniermehl, dass sich der Teig gut formen lässt)
2 Eier, aufgeschlagen
1 Löffel Quark
1 Zwiebel, fein gewürfelt
Salz
Pfeffer
Tomatenmark
Paprikamark oder -pulver
frische Kräuter (was Garten oder Fensterbrett so hergeben, Menge nach Geschmack) - notfalls gehen auch getrocknete Kräuter

Für die Füllung:
2 hartgekochte Eier, gepellt
1 Wurzel, geputzt und in feine Streifen geschnitten

Zubereitung:

Hack mit Brötchen, Eiern, Quark und Zwiebel miteinander verkneten, entweder mit den Händen, in der Küchenmaschine oder mit den Knethaken des Handrührgerätes. Mit Salz, Pfeffer, Tomaten- und Paprikamark sowie den Kräutern abschmecken.

Wird keine beschichtete Form verwendete, diese ausfetten und mit Paniermehl oder Mehl ausstreuen (bei einer beschichteten Form kann das entfallen).

Die Hälfte des Fleischteiges in die Form geben. Eier und Wurzelstreifen darauf verteilen und dann den restlichen Teig.

Bei ca. 180°C (Umluft) ca. eine Stunde lang im Ofen auf dem Gitter backen, bis der Hackbraten oben braun wird.

Hackbraten auf dem Ostertisch.
Wenn Du willst, dass der Hackbraten rundherum schön braun wird, die Backzeit etwas verkürzen, den Hackbraten auf ein mit Backpapier belegtes Backblech stürzen und kurz unter den Ofengrill schieben.

Auf einer Platte servieren.

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