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Dienstag, 11. März 2025

Szegediner Gulasch nach Nelson Müller

Als beim Hofladen Schlachttag war, kauften wir u.a. Schweinegulasch. Ein Pfund davon wurde jetzt zu Szegediner Gulasch.

Szegediner Gulasch.

Dieser Beitrag geht rüber zum Dings vom Dienstag und zum Creativsalat. Vielen Dank für's Sammeln!

Szegediner Gulasch nach Nelson Müller

Zutaten für 4 - 6 Portionen:

500 g Gulasch vom Schwein
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
150 g Bauchspeck
100 g Butter
Paprika edelsüß, Menge nach Geschmack
500 ml Rinderfond
1 TL Kümmelsamen, gemörsert
1 TL Majoran, getrocknet
1 Lorbeerblatt, frisch und eingeknickt
3 Wacholderbeeren, leicht zerdrückt
500 g Sauerkraut
2 Paprikaschoten, Farbe nach Geschmack
4 EL saure Sahne
Salz
Pfeffer

Zubereitung:

Zwiebeln und Knoblauch pellen und fein würfeln. Die Schwarte vom Bauchspeck abschneiden und den Speck fein würfeln. 

Butter in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Speck goldbraun anbraten. Das Fleisch dazu geben und rundherum anbraten. Knoblauch dazu geben und ebenfalls anbraten, dann alles mit Paprikapulver bestäuben und warten, bis das Pulver Farbe nahm. 

Mit Fond ablöschen und die Gewürze dazu geben. Aufkochen lassen, dann etwa 60 Minuten bei schwacher Hitze schmoren lassen. Sollte es zu wenig Flüssigkeit sein, mehr Fond, Wasser oder Gemüsebrühe angießen.

Paprika waschen, putzen und fein Würfel. Zusammen mit dem Sauerkraut zum Gulasch geben und alles noch etwa 30 Minuten schmoren lassen, bis das Fleisch schön zart ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und portionsweise mit einem Klecks saurer Sahne servieren.

Wir mögen am liebsten Kartoffeln dazu, aber ein kräftiges Landbrot oder ein rustikales Weißbrot sind auch fein. Ohne diese Beilagen ist das Gulasch keto bzw. low carb.



Montag, 6. Juli 2020

Gegrillter Halloumi mit Wassermelone nach Nelson Müller

Bei gegrilltem Halloumi mit Wassermelone mag ich's am liebsten, wenn mit der Melone nicht mehr viel passiert, sie weitgehend pur und vor allem kalt bleibt. Dann ist sie ein schöner Kontrast zum marinierten und heißen Käse.

Gegrillter Halloumi mit Wassermelone.
Gegrillter Halloumi mit Wassermelone nach Nelson Müller

Zutaten für 1-2 Portionen:

200 g Halloumi (je nachdem, welche Marke du bekommst, sind in einer Packung auch 225 g oder 250 g - passt auch)
1 Knoblauchzehe
1 TL Zitronenschale
1 TL Apfelsinenschale
1 Zweig Rosmarin
50 ml Olivenöl
2 Scheiben Wassermelone, in Größe der Käsescheiben
1 Limette, den Saft davon
Cayennepfeffer
Etwas Salz

Zubereitung:

Den Käse in 1,5 Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Für die Marinade den Knoblauch pellen, fein hacken, mit Apfelsinen- und Zitronenschale, die Rosmarinnadeln und Olivenöl vermischen und die Käsescheiben in die Marinade legen. Abgedeckt einen Tag im Kühlschrank ziehen lassen.

Am nächsten Tag die Melonenscheiben in Limettensaft, Salz und Cayennepfeffer einlegen.

Den Käse aus der Marinade nehmen und circa vier Minuten von jeder Seite goldgelb grillen. Halloumi und Melone auf Tellern anrichten und mit der Marinade servieren.

Quelle

Sonntag, 20. August 2017

Szenen einer Ehe: Alles Banane

Sonntag Morgen, kurz vor 10 Uhr. Sie schläft noch tief und fest, als er ins Schlafzimmer gestürmt kommt.

Er, sie rüttelnd: "Duuuuhuuuu, schläfst du noch?!

Sie grunzt indifferent.

Er: "Iiiichiiich sehe gerade Nelson Müller, und der Nelson macht aus nur einer Zutat ein leckeres Speiseeis."

Sie, im vergeblichen Versuch, im Halbschlaf zu bleiben: "Ach. Und die wäre?"

Er, noch immer ganz aufgeregt: "Also, der Nelson nimmt einfach eine vollreife Banane, schneidet die in Scheiben, friert sie ein, püriert sie, und schon hat man ein leckeres Speiseeis. Mit nur einer Zutat!"

Sie würde immer noch lieber schlafen: "Kenn' ich. Kennst du auch. Hast du schon gegessen. Mochtest du nicht. Banane ist im Tiefkühler, leg' los. Aber denk dran: Immer, wenn ich Banane einfriere, sagst du, deine Frau ist bescheuert."

Er: "Ach."

Dienstag, 2. Dezember 2014

Feijoada do Brasil nach Nelson Müller

Gerne hätte ich die Feijoada completa von unserem 10. Hamburg kocht!-Treffen öfter gemacht, aber sie ist leider nicht gattenkompatibel und für eine Person zu viel, selbst, wenn ich die Reste einfriere.

Aber in Nelson Müllers Kochbuch "Meine Rezepte für Body and Soul"* gibt es ein Feijoada-Rezept mit Rindfleisch, das isst der Gatte.

Feijoada do Brasil nach Nelson Müller.
Ich strickte das Rezept ordentlich um. Im Kochbuch war es grundlos sehr umständlich beschrieben, zudem wurde Rinderfilet zum Schmoren verwendet - alleine die Vorstellung trieb der Fleischereifachverkäuferin fast die Tränen in die Augen. Sie empfahl mit Querrippe. Außerdem waren mir 100 g Bohnen für 4 Portionen einfach zu wenig.

Der brasilianische Bohneneintopf ist mein Beitrag zur Eintopf-Blog-Parade bei Conjas Eck. Ich hoffe, sie sieht darüber hinweg, dass ich zur Zubereitung drei Töpfe brauchte - der Geschmack ist dann einfach feiner. Die typischen Eintopf-Eigenschaften bleiben aber erhalten: Es werden mühelos viele Überraschungsgäste satt und sollte es unwartet doch Reste geben, lassen sie sich prima einfrieren.
Feijoada do Brasil nach Nelson Müller.
Feijoada do Brasil nach Nelson Müller

Zutaten für vier Personen:

Für den Eintopf:
400 g getrocknete schwarze Bohnen oder getrocknete rote Bohnen*
500 g Querrippe vom Rind
500 g durchwachsener Räucherspeck am Stück (oder Carne seca)*
2 Schalotten
1 EL Mehl
50 g Tomatenmark
2 Knoblauchzehen
Chiliflocken
200 ml Rotwein
2 Lorbeerblätter, gerne frisch
400 ml Rinderfond
800 ml Wasser
4 Landjäger (Mettwürstchen)
Salz
Pfeffer
Olivenöl
evtl. 1-2 EL Speisestärke, in etwas Waser aufgelöst

Für die Orangen:
2 Orangen
2 Gewürznelken
2 Pimentkörner

Für den Reis:
200 g Langkornreis
400 ml Wasser

Zubereitung:

Die Bohnen über Nacht in reichlich Wasser einweichen.

Am nächsten Tag das Fleisch der Querrippe von den Knochen schneiden und würfeln. Den Speck in kleine Würfel schneiden. Die Schalotten und den Knoblauch schälen und würfeln.

Schalotten, Fleisch und Speck in Olivenöl anbraten. Das Tomatenmark unterrühren und rösten, bis es dunkelbraun ist, ohne jedoch zu verbrennen. Mit dem Mehl bestäuben und mit dem Rotwein ablöschen. Die Bohnen, den Knoblauch, Chili, Lorbeerblätter dazugeben und mit Fond und Wasser ablöschen.

Das Ganze etwa eine Stunde weich schmoren (falls nötig, etwas Wasser hinzufügen).

Während die Bohnen garen, die Orangen heiß abwaschen und abtrocknen. Eine Orange filetieren, dabei den Saft auffangen. Filets beiseite stellen. Von der zweiten Orange die Schale mit einem Sparschäler abschälen und die Frucht auspressen. Den Orangensaft mit der Orangenschale, den Gewürznelken und den Pimentkörnern
aufkochen, die Flüssigkeit auf die Hälfte einkochen und durch ein feines Sieb gießen.

Während der Orangensaft kocht, den Reis kochen.

Nach etwa einer Stunde die Landjäger in Scheiben schneiden, mit den Orangenfilets zu den Bohnen geben und warmziehen lassen. Den Orangensaft ebenfalls dazu geben. Ist der Eintopf noch zu flüssig, die Speisestärken zum Binden in den Topf geben.

Den gekochten Reis untermischen und die Feijoada do Brasil noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Servieren den Eintopf in tiefen Tellern anrichten.

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Donnerstag, 13. November 2014

Kürbissuppe mit Apfel und Curry nach Nelson Müller

Kochbuch und Kürbis.
Normalerweise mache ich um eine Kürbissuppe ziemlich wenig aufhebens: Kürbis in Brühe kochen, pürieren, würzen, fertig.

Dafür brauche ich exakt einen Topf, einen Löffel, einen Pürierstab, Messer und Brett. Schnelle Feierabendküche halt.

In der Nelson-Müller-Variante brauchte ich zwei Töpfe, ein Haarsieb, einen Schaumlöffel, einen Esslöffel, eine Pfanne, einen Pürierstab, diverse Schälchen, Messer und Brett.

Puh.

Zum Glück habe ich eine Spülmaschine (und einen küchenaufräumenden Gatten).

Das ist dann nicht unbedingt schnelle Feierabendküche, aber lecker.

Da mit Kürbis der Herbst beginnt, nimmt diese Suppe teil am Event von LeBonVivant im Kochtopf.

Blog-Event CIII - Quintessenz des Herbsts (Einsendeschluss 25. November 2014)

Kürbissuppe mit Apfel und Curry nach Nelson Müller

Zutaten für 6 Portionen:

600 g Hokkaido-Kürbis
2 Schalotten
ca. 30 g Ingwer
2 Boskop-Äpfel (oder eine andere aromatische Sorte)
7 kleine Wurzeln (Möhren, Karotten)
4 EL Butter
2 EL mittelscharfes Currypulver
500 ml Hühnerbrühe
400 ml Sahne
Salz
1 EL Créme fraîche
1 EL Kürbiskerne
2 EL Kürbiskernöl

Zubereitung:

Den Kürbis waschen, entkernen und das Fruchtfleisch in Würfel schneiden. Schalotten und Ingwer schälen und fein würfeln. Äpfel waschen, ggf. schälen, vierteln, entkernen und in grobe Stücke schneiden. Wurzeln putzen, schälen und in grobe Stücke schneiden. Vom Kürbis und der Wurzel je einen Esslöffel Würfel aufheben und beiseite stellen.

In einem Topf 3 EL Butter erhitzen, dann Schalotte, Ingwer, Kürbis, Äpfel und Wurzeln darin andünsten, dabei mit Currypulver bestäuben.
Kürbissuppe im Werden.

Mit Hühnerbrühe und Sahne ablöschen und salzen. Bei mittlerer Hitze köcheln, bis das Gemüse weich ist. Mit einem Schaumlöffel die Hälfte des Gemüses abnehmen und beiseitestellen.

Die übrige Suppe mit einem Stabmixer fein pürieren. Falls sie zu dünn ist, etwas von dem beiseitegestellten Gemüse löffelweise zugeben. Ist die Suppe zu dünn, löffelweise etwas heißes Wasser zugeben. Wenn Dir die Konsistenz zusagt, die Suppe durch ein feines Sieb passieren.

Die Suppe kann passiert werden. 
Okay, die Suppe wäre fertig. Aber wer putzt jetzt den Herd und wäscht ab?!
Das abgenommene Gemüse dazu geben, alles nochmals erwärmen und mit Salz und Crème fraîche abschmecken.

Die Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie zu duften beginnen. Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. Die restliche Butter in einer Pfanne erhitzen und die beiseite gestellten Kürbis- und Wurzelwürfel darin anrösten, ohne dass sie Farbe nehmen.

Zum Servieren die Suppe in tiefe Teller oder Schalen füllen. In der Mitte die Gemüsewürfel anrichten, mit Kürbiskernen bestreuen und mit Kürbiskernöl beträufeln.

Kürbissuppe mit Apfel und Curry nach Nelson Müller (aus organisatorischen Gründen mit Pinien- statt mit Kürbiskernen).
Und wenn dann jetzt bitte jemand kommen und meine Küche putzen könnte? Danke!

Affiliate links zu Kochbüchern von Nelson Müller:

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Serbische Bohnensuppe mit Kabanossi nach Nelson Müller

Der Gatte liebt Bohnensuppe und war daher begeistert, als ich freiwillig Serbische Bohnensuppe auf den Wochenplan setzte.

Ich habe nichts gegen Bohnensuppe. Nur könnte der Gatte sie mindestens wöchentlich essen, wenn er denn könnte.

Im Originalrezept aus dem Buch "Meine Rezepte für Body and Soul"*verwendet Nelson Müller Chorizo, eine scharfe, spanische Wurst. Die war bei uns nicht zu bekommen, weswegen Kabanossi, das ungarische Pendant, in die Suppe kam.

Serbische Bohnensuppe. 



Serbische Bohnensuppe mit Kabanossi nach Nelson Müller

Zutaten für 4 Portionen:

750 g weiße Bohnen, über Nacht eingeweicht
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 milde Chilischote
50 g Knollensellerie
100 g Rinderschulter
100 g Kabanossi
1 EL Paprika, edelsüß
1 l Hühnerbrühe
1 EL Tomatenmark
1 TL Majoran, getrocknet
1 TL Oregano, getrocknet
1/2 TL Kümmel
Salz
1 - 2 Zweige Liebstöckel (alternativ 1 TL getrockneter Liebstöckel)
Olivenöl

Zubereitung:

Die eingeweichten Bohnen in ein Sieb geben, gut abbrausen und gut abtropfen lassen.

Blick in den Topf. 
Zwiebel und Knoblauch schälen.

Chilischote längs halbieren, entkernen und waschen.

Zwiebel, Knoblauch und Chili in feine Würfel schneiden.

Sellerie waschen, putzen, schälen und in feine Würfel schneiden.

Das Rindfleisch in kleine Würfel, die Wurst in Scheiben schneiden.

Butter in einem Topf erhitzen und Zwiebel, Knoblauch, Sellerie und Rinderschulter darin anbraten. Bohnen und Paprikapulver dazugeben und andünsten. Mit der Hühnerbrühe ablöschen, Chilischote und Tomatenmark zugeben. Mit Majoran, Oregano, Kümmel und Salz abschmecken.

Bohnen und Fleisch bei schwacher Hitze etwa eine Stunde weich garen. Das Fleisch ist gut, wenn es leicht von der Gabel fällt. In den letzten 15 Minuten die Wurst zugeben und weich ziehen lassen.

Vor dem Servieren mit Olivenöl und Liebstöckel abschmecken.

*Affiliate links zu Kochbüchern von Nelson Müller

Freitag, 4. Januar 2013

Kochen mit Canon und Nelson Müller: Der Film

Rechtzeitig zu Weihnachten sandte Wildcard Communications den Film, der während der Vorstellung der Canon EOS M-Kamera (und dem Kochen mit Nelson Müller) gedreht wurde.

Ich war zu dösbaddelig, den Film aus der Dropbox heraus zu speichern - oder soll das stundenlang dauern? Ich gab jedenfalls irgendwann auf.

Aber Zorra war so nett, das Video bei youtube herunterzuladen, so dass ich es Dir hier zeigen kann - viel Spaß damit!



Ich hab's zum Glück weitgehend geschafft, nicht im Bild zu sein ;o)

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Kochen mit Nelson Müller und Canon

Fingerfood zum Einstieg: Kürbissuppe mit Zitronengras.
"Und? Ist der wirklich so nett, wie er im Fernsehen rüber kommt?" fragt Frau K., als ich beim Wurzel-Spinat-Curry mit ohne Würzreis vom Kochen mit Nelson Müller erzähle.

Doch, ja, ist er. Hätte mich aber auch gewundert, wenn nicht, denn bislang habe ich von denen, die schon mal mit ihm kochten, nur Positives gehört. 

Hintergrund des Kochvergnügens in der Private Kitchen des Hamburger East Hotels ist die Präsentation der neuen Canon EOS M-Systemkamera.

Ich habe mich sehr über die Einladung der Agentur Wildcard Communications gefreut, denn meine im September letzten Jahres verschiedene Canon PowerShot vermisse ich noch immer sehr. Vielen Dank für die Gelegenheit, die neue Kamera kennenzulernen.

Noch mehr Fingerfood wird serviert.
Es machte Spaß, mal wieder eine Canon in der Hand zu haben, und die Bildqualität gefällt mir sehr gut. Die folgenden Fotos habe ich nicht bearbeitet und überwiegend ohne Blitz oder Stativ aufgenommen - und ohne Weißabgleich ...

Jeder von uns bekam eine Kamera gestellt, konnte zwischen verschiedenen Objektiven wählen und durfte nach Herzenslust knipsen. Die Kamera blieb natürlich da, aber die Speicherkarte konnten wir mitnehmen. So kam ich mit über 100 Fotos nach Hause - und ich war an dem Abend fotofaul.

Neben dem Kennenlernen der Kamera gab's die Möglichkeit, die Fotos gleich auszudrucken, und natürlich konnten wir die angerichteten Teller auch in einer Hohlkehle mit professioneller Ausleuchtung fotografieren.

Hier ein paar Impressionen von den Vorbereitungen des Menüs, bei denen wir helfen durften, sofern wir wollten.

Das Rind für den Hauptgang wird filetiert.

Der Lachs für die Vorspeise wird filetiert.

Der Lachs für die Vorspeise wird zubereitet.
Die haben Spaß beim Kochen.
Was vom Lachs übrig blieb ...
 Und das gab's zu essen:

Variationen vom Wildlachs mit Yuzu-Gel und Kefir-Espuma.
Dreimal Rind mit Wurzelgemüse und Zwiebelconfit. Und guck mal links in der Ecke! Siehst Du die Wurzel? Das ist ein kleiner Quader mit einem beweglichen Kügelchen aus Wurzel. Ist das nicht genial?! Ich bekomme beim Betrachten des Fotos schon wieder Schnappatmung.
Potpurri von der Cru-Virunga-Schokolade und exotischen Früchten.
Das Essen war wunderbar! Die Weinbegleitung sicher auch, aber auf die verzichtete ich. Ich war mit dem Auto unterwegs (und hoffe, der Mensch, der die Bilder der Überwachungskamera betrachtete, hat sich vom Lachkrampf angesichts meiner Einparkversuche schon wieder erholt).

Mit der Veranstaltung einher ging auch ein Bloggertreffen. Es wär schön, bekannte Gesichter wiederzusehen und neue Menschen zu treffen, darunter auch Alice. Am Ende ihres Berichtes gibt es eine Übersicht über alle Foodblogs, die dabei waren. 

Sonntag, 24. Juni 2012

Sonntagssüß: Das personifizierte Böse in Form eines perfekten Käsekuchens nach Nelson Müllers Tante Hilde

Käsekuchen à la Tante Hilde nach Nelson Müller.
Wenn ich etwas in den vielen, vielen Jahren, seit denen ich esse, lernte, dann, das Eier das personifizierte Böse sind. Und Butter. Zucker sowieso. Beim Mehl bin ich mir nicht so sicher, aber im Zweifel gilt vermutlich auch hier: Böse! In diesem Kuchen ist reichlich vom personifizierten Bösen: 12 Eier! 12! ZWÖLF! 400 g Butter! 525 g Zucker! 300 g Mehl!

Schwiegermutter bekam dementsprechend auch Schnappatmung, als sie vom Kuchen aß und vorsichtig feststellte, da seien wohl ein paar Eier drin. Nö, kein Paar. Ein schlappes Dutzend. Dass wenigstens der Quark mager war, machte den Kohl Kuchen dann auch nicht mehr fett. Schwiegermutter hält mich einmal mehr für komplett durchgeknallt und weigert sich kurzfristig, von mir gebackenen Kuchen zu essen. Gut. Bleibt mehr für uns.

Zu meiner Verteidigung sei gesagt: Ich hatte zu viele Eier gekauft. 20 Stück zu viel. Und in diesem Kuchen wurde ich davon 12 Stück los. Auf einmal. Ich hätte davon auch zweimal Eier mit Senfsauce kochen können. Oder mit Grüner Sauce. Oder mit Kapü und Spinat. Und aus den restlichen acht hätte ich Eiersauce machen können. Doppelt. Den Käsekuchen fand ich effektiver. Und acht Eier für irgendeine Sauce blieben ja übrig. Außerdem bekomme ich aus einem Backblech etwa 20 Stück Kuchen. Macht also 0,6 Eier pro Stück. Oder 20 g Butter und 12,6 g Zucker. Dieser Kuchen ist also nicht das personifizierte Böse. Dieser Kuchen ist in Wahrheit diätisch, mathematisch betrachtet (und an dieser Stelle hoffe ich, dass ich richtig gerechnet habe ...).

Zehn Eier, die zu Schnee geschlagen werden, brauchen Platz.
Viel Platz. Und wenn der Teigschaber stehen bleibt, ist
die Eischnee-Konsistenz perfekt.
Das Rezept stammt von Nelson Müller, findet sich im Kochbuch "Meine Rezepte für Body and Soul" und heißt im Original "Käsekuchen à la Tante Hilde". Es ist mein heutiger Beitrag für die Initiative Sonntagssüß, für die heute mat & mi sammelt, und für Alice, die nach dem perfekten Käsekuchen sucht.

Da ich zum ersten Mal so viele Eiweiß auf einmal zu Schnee schlug, wusste ich eines nicht: Eischnee von zehn Eiern braucht Platz. Viel Platz. Blöd, wenn Du das erst merkst, wenn die erste Schüssel zu klein ist. Und die zweite auch. Nimm also gleich eine große Rührschüssel. Nein, nicht die. Die ganz große. Die größte, die Du hast. Notfalls kauf noch schnell 'ne Plastikwanne. Besser is das.

Käsekuchen à la Tante Hilde nach Nelson Müller

Zutaten für ein Backblech:

Für den Teig:
1 Vanilleschote, das Mark davon
150 g Butter
2 Eier
125 g Zucker, weiß
1 Prise Salz
300 g Mehl
1 Päckchen Backpulver

Für den Belag:
10 Eier
250 g zimmerwarme Butter
1,5 kg Magerquark
400 Zucker, weiß
100 g Weichweizengrieß
2 Zitronen, Saft und Schale davon

Einer meiner liebsten Küchenhelfer:  Ein Teigroller, mit dem
ich den Teig direkt auf dem Backblech oder in der
Springform ausrollen kann.
Außerdem:
Butter und Semmelbrösel oder Mehl für's Blech (oder eine Lage Backpapier)
Mehl zum Teigausrollen auf der Arbeitsplatte (es sei denn, Du bist eine faule Hausfrau wie ich und hast so einen Ausroller, mit dem Du den Teig auf dem Backblech ausrollen kannst).

Zubereitung:

Alle Zutaten für den Teig gut miteinander verrühren.

Ein Backblech mit Butter einfetten und mit Semmelbröseln oder Mehl sorgfältig bestreuen, dann den Teig auf dem Backblech ausrollen (oder auf der bemehlten Arbeitsfläche und dann zusehen, wie Du den Teig unfallfrei auf das Backblech bekommst).

Für den Belag die Eier trennen und die Eiweiße zu Schnee schlagen. Die Butter schaumig rühren, denn den Magerquark unterheben und den Zucker nach und nach einstreuen. Grieß, Eigelbe, Zitronensaft und -schale untermischen, dann den Eischnee vorsichtig unterheben.

Die Füllung gleichmäßig auf dem Teig verteilen und den Käsekuchen im Ofen bei 190°C (Umluft) ca. 50 Minuten backen. Nach der Hälfte der Zeit immer mal kontrollieren, dass die Oberfläche nicht zu stark bräunt - falls doch, den Kuchen locker mit Alufolie abdecken.

Nach etwa 50 Minuten (Stäbchenprobe) den Kuchen aus dem Ofen nehmen und mit einem sauberen Küchenhandtuch bedeckt auskühlen lassen.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Herbstfarben-Menü: Grießkrapfen mit Mango (Dessert)

Grießkrapfen mit Mango. Ich hatte noch Pistazien von
den Liebesäpfeln übrig und nahm ein paar davon zur Deko.
 Im Originalrezept werden die Krapfen mit Puderzucker bestäubt.
Abschluss des Herbstfarben-Menüs bildete auch ein Nelson Müller-Rezept: Grießkrapfen mit Mango. Im Originalrezept wird die Mango gebraten, aber uns gefiel sie ungebraten als frischer Kontrast zu den Krapfen besser. Die Krapfen sind ja schon fett genug. Sie können übrigens am Vortag vorbereitet und mit Umluft aufgebacken werden, wenn Du vermeiden möchtest, dass eine Wartezeit entsteht oder die Wohnung kurzfristig nach Frittenbude riecht.

Wir gönnten uns erstmals Flugmangos. Das war Zufall; sie waren an dem Tag auf dem Markt kaum teurer als Schiffsmangos. Ich hätte nicht gedacht, dass das geschmacklich tatsächlich so ein großer Unterschied zu den Schiffsmangos, die wir normalerweise kaufen, ist. Die Ausgabe lohnt sich wirklich. Aus Budgetgründen wird's die allerdings nur zu besonderen Gelegenheiten geben, denn solche Schnäppchen sind vermutlich nicht oft zu machen.

Grießkrapfen mit (gebratener) Mango

Zutaten für 4 bis 6 Portionen:
Für die Grießkrapfen:
1 Vanilleschote
250 g Buttermilch
4 El Zucker
120 g Butter
1 Zitrone, Schale davon
180 g Weichweizengrieß
6 Eier
1 l Öl zum Frittieren
Puderzucker zum Bestäuben

Für die Mango:
2 reife Mangos (im Original 1 reife Mango)
1 EL Sonnenblumenöl und 2 El Zucker, wenn man die Mango tatsächlich braten möchte.

Zubereitung:

Für die Grießkrapfen die Vanilleschote längs aufschneiden und mit einem spitzen Messer das Mark herauskratzen. Zitrone waschen, trocknen und die Schale abreiben. Buttermilch, Zucker, Butter, Vanillemark und Zitronenschale aufkochen. Grieß langsam einstreuen und unter ständigem Rühren köcheln lassen, bis sich die Masse vom Topfboden löst. Das passiert quasi sofort. Topf von der Platte ziehen.

Die Eier trennen und die Eigelbe unter die warme Teigmasse rühren. Den Teig abkühlen lassen. Die Eiweiße steif schlagen und unter den abgekühlten Teig heben.

Das Öl in einer Fritteuse oder in einem hohen Topf auf 160°C erhitzen. Aus dem Teig mit einem Esslöffel Nocken abstechen und im Öl goldbraun ausbacken. Laut Originalrezept dauert das etwa drei bis vier Minuten; mir kam's länger vor, was daran liegen kann, dass die Gäste unruhig mit den Füßen scharten ...

Für die Mango die Frucht schälen, das Fruchtfleisch vom Stein und dann in längliche Streifen schneiden. Sollen die Streifen karamellisiert werden, dann Öl in der Pfanne erhitzen und die Mangostreifen darin anbraten. Wenn sie goldbraun sind, mit dem Zucker bestreuen und karamellisieren.

Grießkrapfen und Mango auf Teller verteilen, mit Puderzucker bestäuben und servieren.

Quelle: Nelson Müller, Meine Rezepte für Body and Soul, Verlag Zabert Sandmann, München 2011.

Freitag, 16. Dezember 2011

Herbstfarben-Menü: Liebesäpfel von der Cocktailtomate mit Pistazien (Amuse)

Liebesäpfel von der Cocktailtomate
mit Pistazien.
Mein November-Herbstfarben-Menü leitete ich ein mit einer Erinnerung an den Sommer: Mit karamellisierten Cocktailtomaten nach einem Rezept von Nelson Müller, gereicht zum trockenen Sekt als Aperitif. Ich hatte Glück, dass wir auf dem Markt noch aromatische deutsche Tomaten bekamen, sonst hätte ich auf das Amuse verzichtet.

Liebesäpfel von der Cocktailtomate mit Pistazien

Zutaten für 4 Portionen:

12 bis16 Cocktailtomaten
200 ml Waser
200 ml weißer Zucker
1 Prise Salz (nicht im Original-Rezept. Muss auch nicht. Mir war nur so.)
50 g gehackte Pistazien (im Original 200 g. Keine Ahnung, was man mit den restlichen 150 g macht)
Zahnstocher (am Besten welche mit so einem kleinen Widerhaken, sonst rutschen die Tomaten runter)
1 Barhocker
1 Hörspiel (in meinem Fall "Alice im Wunderland" in der Kinderstunde im Radio) oder ein nicht zu spannendes Buch

Zubereitung:

Tomaten waschen und trocken tupfen. In jede Tomate einen Zahnstocher stecken - am Besten diese Plastikdinger, die unten so einen kleinen Widerhaken haben. Bei den einfachen Holzdingern machen die Tomaten nämlich gerne Fluchtversuche. Und versuch' bloß nicht, die Geflüchteten mit bloßen Fingern wieder auf den Stab zu schieben, nachdem sie im Karamell waren, außer, Deine Fingerkuppen sind aus Teflon. Falls Du das trotzdem machst, sorg' dafür, dass Eispads und Brandsalbe parat liegen.

Die Pistazien in eine kleine Schüssel geben.

Zucker und Wasser mit einer Prise Salz aufkochen, dabei anfangs ein wenig rühren, bis sich der Zucker auflöste. Ist der Zucker gelöst, die Masse ohne Rühren dickflüssig einkochen (der Zucker karamellisiert sonst zu schnell, der Wasseranteil ist zu hoch). Da das dauert, machst Du es Dir mit Blick auf den Herd auf einem Barhocker bequem und lauscht einem Hörspiel oder liest ein mäßig spannendes (ein Auge muss beim Herd bleiben) Buch.

Solche Farben vertreiben den trübsten Herbsttag.
Den Zucker einkochen, bis er zu karamellisieren beginnt. Er verfärbt sich hellbraun und riecht nach Karamell. Den Topf vom Herd ziehen.

Die Tomaten am Zahnstocher einzeln in das Karamell tunken und dann in die Pistazien tauchen. Auf eine Platte stellen, abkühlen lassen und servieren.

Die Tomaten knacken beim Anbeißen, und der fruchtig-süße Kontrast gefällt mir sehr gut. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch gesalzene Pistazien gut passen.

Quelle: Nelson Müller, Meine Rezepte für Body and Soul*, Verlag Zabert Sandmann, München 2011. *Affiliate link

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Herbstfarben in fünf Gängen - mein November-Menü

Mitte November bot sich die Gelegenheit, mal wieder ein kleines Menü zu kochen. Idee war, die bunten Herbstfarben draußen vorm Fenster auf die Teller zu holen. Da im Menü auch Rezepte aus Nelson Müllers neuem Kochbuch "Meine Rezepte für Body and Soul" Verwendung fanden, das ich gemeinsam mit Dorothée und Heike rezensieren durfte, und die Veröffentlichung mit Valentinas Kochbuch abgesprochen werden musste, kann ich Euch das Menü erst heute vorstellen. Nehmt es als Farbtupfer im grauen Winter. Die Rezepte blogge ich ab übermorgen und verlinke sie dann hier. Heute erscheint unsere Rezension bei Valentina.

Den Anfang bildete ein Rückblick auf den Sommer in Form von Liebesäpfeln von der Cocktailtomate nach einem Rezept von Nelson Müller als Amuse zum trockenen Sekt beim Aperitif. 
Amuse: Liebesäpfel von der Cocktailtomate.
Weiter ging's mit der Vorspeise, Feldsalat mit Gedöns aus Vorrat und Lamäng, zu der es wie zum Hauptgang einen 2009er Riesling (Rauenthaler Gehrn) von Eser gab.
Feldsalat mit Orangenfilets, Granatapfel und Paté mit Kastanien und Preiselbeeren.
Der Suppengang war praktizierte Resteverwertung. Vom Rindfleisch mit Pflaumen, das es zwei Tage vorher gab, waren noch ein kleiner Rest Fleisch und ganz viel Brühe übrig. Die wurde flugs geklärt, denn sie war so geschmacksintensiv, dass ich es schade gefunden hätte, sie als Fond zu verwenden (wobei ich natürlich nichts gegen gute Fonds habe, im Gegenteil).
Rinder-Consommé mit Fleischeinlage.
Das Hauptgericht war eine Mutprobe für die Gäste, allen voran Schwiegermutter. Sie war nämlich der festen Überzeugung, keinen Kürbis zu mögen, weil sie nur den geschmacklosen Halloween-Kürbis kannte. Der zweite Gast erinnerte den Kürbis aus der Nachkriegszeit und mag ihn seitdem ebenfalls nicht. Der Gatte, der bis vor ein paar Jahren ebenfalls noch keinen Kürbis möchte, war voller missonarischen Eifers und bestand auf disen Hauptgang. Ich vermute, es hat den Gästen geschmeckt, denn es wurde das Rezept verlangt, zwei Mal nachgenommen und noch vier Wochen später geschwärmt - ich kann kaum glauben, dass meine Schwiegermutter tatsächlich zu Gast war ... Da der Hauptgang ratzeputz aufgegessen wurde, fiel das hier eingeplante Reste-Essen aus.
Zitronenhuhn mit Butternuss-Kürbis und Zwiebeln
Das Rezept für's Dessert stammt wieder von Nelson Müller. Nach dem sättigenden Hauptgang wäre ein leichteres Dessert sicher besser gewesen. Deswegen gab's für jeden nur einen Krapfen, dafür viel Frucht.
Grießkrapfen mit Mango.
Unterm Strich war's dann doch eines der anstrengenderen Menüs. Bis zum Hauptgang konnte zwar viel vorbereitet werden, aber beim Hauptgang musste halt vorm Servieren noch die Sauce gezogen werden, was für Wartezeit sorgte. Und die Grießkrapfen habe ich auch erst zum Dessert frittiert, was ebenfalls Wartezeit bedeutete. Sie lassen sich aber auch sehr gut vorbereiten und im Umluft-Ofen schnell aufbacken. Das wäre ideal gewesen, denn der Ofen war hatte ja noch Resthitze vom Huhn. Na ja, das nächste Mal ...

Freitag, 9. Dezember 2011

Und wenn das neunte Lichtlein brennt ....

Janine und Andreas mit Alexander Herrmann
und Nelson Müller.  
Wieder mal bei den Fernsehmachern. Diesmal ganz entspannt. Keine Topfgeldjäger, sondern Küchenschlacht. Und ich kenne niemanden von denen, die da vorne kochen, persönlich. Also kann ich mich ganz entspannt in der letzten Studioreihe an die Wand lehnen. Hier oben findet mich keine Kamera.

Außerdem kann ich hinter die Sperrholzkulisse gucken, von oben. Ist spannend, was sich da tut. Alexander Herrmann, der heutige Moderator-Koch, plaudert vor Beginn der Aufzeichung mit den Kandidaten. Aus irgendeinem Grund tut er das auf Englisch. Ich muss an Ernst Busch denken. Der sprach fast alle Sprachen dieser Welt - und doch hörten sie sich immer an wie Kieler Platt. Herrmann spricht nicht Englisch, sondern Fränkisch mit englischem Akzent.

Das Studio ist das gleiche, in dem auch die Sendungen "Topfgeldjäger", "Lanz", "Lafer, Lichter, lecker" und das bescheuerte TGJ-Plagiat "Wer is(s)t besser?" aufgezeichnet werden. Nur die Perspektive ist eine andere, weil die Kulisse anders steht.

Blick von der Bank ganz oben ins Studio.
Übrigens: Die sind echt nett, die Fernsehmacher. Auch, wenn Du nur da bist, um ein bisschen zu entspannen, nicht als Fan-Kurve. Die Betreuung war genau so freundlich und kompetent wie damals, als ich auf einem Angehörigenticket rein kam. Also, wenn Du Dich auch mal ein bisschen entspannen möchtest, bekommst Du hier die Karten. Prosecco, Bier oder alkoholfreie Kaltgetränke gibt's außerdem. Nur zu essen bekommste nix, wennste keine Begleitung bist. Aber wennste auch keine Begleitung bist, hängste da auch nicht den ganzen Tag rum, sondern nur so bummelig zwei Stunden. Die schaffe selbst ich ohne Snack.

Wir sitzen in der Aufzeichnung vom 9. Dezember, oder, wie Alexander Herrmann sagt, vom 9. Advent. Er nimmt den Versprecher, der ihm im Laufe der Woche schon mal passierte, mit Humor und sich immer wieder selbst auf die Schippe. Der kann seinen Job  besser als der Einheizer und schafft schnell einen Draht zum Publikum.

Blick auf den Jourorentisch nach der Entscheidung.
Der Einheizer ist der gleiche vom zweiten Aufzeichnungstag unserer Blind Dates, sogar im gleichen Outfit. Er passt besser in eine graue Amtsstube und brachte Frau Küchenlatein und mich zur Verzweiflung. Damals haben die Damen der Silberstreifen und wir für Stimmung im Frauenblock gesorgt. Heute ist niemand da, der für Stimmung sorgt, dementsprechend verhalten ist das Publikum. Als ich zwei Tage nach dieser Aufzeichnung eine Küchenschlacht-Folge sehe, höre ich plötzlich ein einsames, lautes "Mmmmmm" und weiß, da war wieder besagter Einheizer am Werk, und wieder hat er es nicht geschafft, das Publikum mitzureißen. Schade eigentlich.  

Wir kommen in den Genuss einer Finalsendung mit nur zwei Koch-Kandidaten. Wenn alle sechs Herde besetzt sind, ist das bestimmt ganz schön eng da unten. Vom Kochen sieht man leider kaum was. Anders als bei den "Topfgeldjägern", wo zwei Zuschauermonitore in den Rückwänden der Küchenzeilen versteckt sind, hängt hier nur ein Monitor sehr seitlich - so seitlich, dass man ihn kaum sieht. Das nächste Mal kommt ein Feldstecher ins Handtäschchen, damit hätte ich von hier ganz oben eine Chance, auf den Herd zu sehen. Für die, die weiter unten sitzen, nützt der Feldstecher aber auch nichts.

Da es eine Finalsendung ist, kochen die Kandidaten Hauptgericht und Dessert nach einem Rezept des Koch-Moderators. Es gibt Rehmedaillons im Nussmantel mit Preiselbeersahne und Chicoree sowie karamellisierte Apfelspalten mit Punsch-Sabayon. Riecht lecker. Meine Begleitung wird später sagen, dass es auch lecker schmeckte, denn sie schnappte sich beim Rausgehen ein Medaillon vom Siegerteller. Und als ich Tage später dem Gatten von den Rehmedaillons erzähle, beschließt er spontan, das Reh gibt es an Weihnachten. Mal schauen.

Juror ist Nelson Müller. Während er in der Kulisse auf seinen Auftritt wartet, fragt ihm mein Nachbar von oben herab durch die Sperrholzwand leise wispernd, ob er Wiener Schnitzel mag. Müller bejaht. Für mich ist er ohnehin der Schnitzelkönig schlechthin, seitdem er Heidi in der "Küchenschlacht" die Zubereitung eines perfekten Wiener Schnitzel zeigte, die sie uns auch beim Österreich-Kochtreffen servierte.

Müller tut sich schwer mit der Wertung und findet kein Ende. Beide Gerichte sind nicht perfekt. Letztlich gibt es einen Sieg ohne die fehlende Preiselbeersahne.

Übrigens habe ich festgestellt, dass es mir mehr Spaß macht, wenn ich jemanden von denen, die da unten kochen, kenne. Ist viel spannender, wenn ich mitfiebern kann. Also: Meld' Dich zur "Küchenschlacht" oder zu den "Topfgeldjägern" und buch' mich als Deine persönliche Fankurve ;o)