Sonntag, 14. Juli 2024

Szenen einer Ehe: Hair

Sie: Ey, guckma, das ist ja mal 'ne coole Haarfarbe! Neon-Petrol! Will ich auch!

Er: Was du alles willst ...

Sie: Ich warte ja nur darauf, dass meine Haare endlich komplett grau werden, damit ich sie färben kann. Momentan sind sie zu dunkel dafür.

Er: Dann färb' sie lila.

Sie: Büdde?!

Er: Ja, das machen alte Frauen doch so. 

Samstag, 13. Juli 2024

Wochenplan in KW 28/24: Einkaufen und Kochen in Corona-Zeiten CCXXVI

Wir hatten einen Plan, aber ich kam
nicht dazu, ihn auf die Tafel im
Flur zu schreiben.
Wider besseres Wissen ging ich bei der Wochenplanung letzten Freitag davon aus, dass meine Kehlkopfentzündung sich über das Wochenende verflüchtigen würde, ich ab Montag wieder arbeitsfähig wäre. Das Gegenteil war der Fall. Montag schrieb mich die Hausärztin für eine weitere Woche krank.

Den Wocheneinkauf erledigten wir wieder Freitag im Nachbardorf. Ich war froh, als ich danach wieder ins Bett konnte. Überhaupt habe ich bis vorgestern meistens geschlafen. Sonnabend trabte der Gatte drei Kilometer zum nächsten Edeka-Aldi, weil er am Vortag ein paar Sachen vergessen hatte. Dabei brachte er auch neuen Nudelsalat mit, denn der eingeplante wurde ja zu Fischstäbchen gegessen, weil ich zu spät merkte, dass die angebrochene Sahne, die in den Kartoffelbrei sollte, sauer geworden war. Im Laufe der Woche ging's mehrfach zum Bäcker, in die Trafik, waren wir noch in zwei anderen Supermärkten.

Für Schnappatmung sorgten mal wieder die Preissteigerungen. Die Lieblingsbrause, die ich vor ein paar Wochen im Angebot noch für 0,99 € kaufte, dann für 1,11 €, kostet nun im Discounter-Angebot 1,19 €. Ich muss dringend wieder auf Hibiskus-Tee* umsteigen, der ist wesentlich günstiger.  

Bei der Küche geht es langsam weiter: Ikea hat inzwischen bestätigt, dass kommende Woche die fehlenden Teile geliefert werden. Warum allerdings zwei Speditionsfahrzeuge für eine Küchenarbeitsplatte (60x40 cm), eine Blende (10x60 cm) und zwei Schubladenblenden bzw. -seitenteile notwendig sind, ist uns ein Rätsel. Jedenfalls kann der Küchenbauer wie terminiert kommen, so dass mit vier Wochen Verspätung die Küche komplett sein könnte. Unklar ist, wann die Erstattung der zu viel gelieferten Teile erfolgt. Ikea denkt wohl, ich brauche Beschäftigungstherapie, denn ich bekomme für jedes einzelne Teil eine eigene Mail, um die Bankverbindung zu erfassen. Unklar ist auch, was mit dem defekten Backrost passiert. Da das Gitter kein Ersatzteil ist, soll der komplette Ofen ausgetauscht werden. Das erscheint mir übertrieben, aber ich brauche zwei Roste. Ich habe überlegt, das kaputte mit Sugru* zu kleben, aber das ist nur bis 180°C hitzebeständig. Ich bezweifle, dass ich immer daran denke, wenn ich beide Roste brauche - meistens für Pizza, und da reichen 180°C nicht.

Zu wenig Arbeitsfläche ist ja ein Dauerthema bei uns, weswegen wir für den Herd eine Silikonabdeckung* kauften. Wenn wir kochen, kommt sie zusammengefaltet in die winzige Nische über der Dunstabzugshaube. Das klappt bislang sehr gut. So sehr ich mich über das riesige Spülbecken freue, in das eine ganze Pfanne oder ein ganzes Backblech passen, so unpraktisch ist es manchmal, zum Beispiel, wenn ich etwas abseihen möchte. Ich habe dieses Teil* bestellt und bin gespannt, ob es taugt. Wir brauchen wohl auch noch ein Klemmregal für die Ecke mit Kaffeemaschine und Teekocher, denn die ist rumpelig. Mit Glück passt außerdem ein Nischenregal* in die kleine Nische hinter der Küchentür, dann sind Kartoffeln, Knoblauch und Zwiebeln gut untergebracht. Der bisherige Rollwagen, der in Hamburg unter einer Arbeitsplatte Platz fand, steht in der neuen Küche im Weg rum. Einen Induktionsadapter* brauchen wir auch noch, um die vom Gatten geliebten Pyroflam-Töpfe* weiterhin verwenden zu können. Ich bin mir auch noch nicht sicher, ob alle Pfannen, Schmortöpfe und der Wok induktionstauglich sind.  

Eigentlich sollte gestern eine Ikea-Lieferung mit Besteckkästen und sonstigem Ordnungshelfer-Gedöns kommen, aber die Lieferung verspätet sich. 

Unser Wochenplan in Theorie und Praxis:

Sonnabend wurde gegrillt

Sonntag gingen wir nach dem Nachmittagskino ins Eiscafé. Der Gatte befand abends, er habe keinen Appetit auf Abendessen. Ich machte mir einen Rest Gnocchi mit Salbeibutter. Der Gatte machte sich später einen Riesen-Teller mit Butterbroten.

Montag gab's Roastbeef, das ich vom letzten Dänemark-Urlaub einfror, weil wir nicht alles essen konnten. Dazu gab's Bratkartoffeln

Dienstag grillte der Gatte Rumpsteaks. Dazu gab's Ofen-Kartoffeln

Mittwoch wäre mein 14-Stunden-Tag gewesen, weswegen TK-Pizza auf dem Plan stand. Die kann der Gatte notfalls auch alleine zubereiten, war der Gedanke. Langsam findet er sich mit dem neuen Herd aber gut zurecht. Nun war ich zu Hause und probierte das Pizza-Programm des neuen Backofens aus. Das hat ordentlich Power. 

Donnerstag gab's Schwarzbrot mit Tomaten und Schafskäse.

Freitag wollte ich mir nach 40 Jahren Pause das Antreten der Schützen und den Großem Zapfenstreich geben, aber Regen und dräuendes Gewitter waren ein eindeutiges Zeichen. Dementsprechend fiel das geplante Fremdessen aus. Stattdessen gab's die Frühlingsrollen, die vom letzten Dänemark-Urlaub noch übrig waren. 

Gebacken wurde nicht. Der Gatte fragte mit Dackelblick, wann ich endlich wieder backe, aber ich habe auch drei Wochen nach dem Ausräumen der Interimsküche keinen Plan, wo Küchenmaschine und Backformen sind. Ich komme mit dem Auspacken der Küchenkartons einfach nicht weiter. Es ist irgendwie immer noch alles einfach zu viel. Über Too good to go holte ich auch nichts. 

Bleibt zuversichtlich, bleibt gesund, passt auf euch und eure Lieben auf.

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Samstag, 6. Juli 2024

Wochenplan in KW 27/24: Einkaufen und Kochen in Corona-Zeiten CCXXV

Weil ich Freitagnachmittag einen Termin hatte, erledigten wir den Wocheneinkauf am Sonnabend. Lachen mussten wir, als wir bei Edeka wieder auf unsere Putzfrau trafen, wie in der Vorwoche, nur diesmal beim Edeka am anderen Ende des Dorfes. 

Der Wocheneinkauf war in Drogeriemarkt, Supermarkt und zwei Discountern relativ schnell erledigt mit der obligatorischen Pause beim Bäcker für den Gatten. Im Laufe der Woche musste ich beruflich in ein Einkaufszentrum und nutzte die Zeit, dort Angebotsware und Vergessenes einzukaufen. Der Gatte trabte wieder die drei Kilometer zum nächsten Edeka - er will einerseits seinen aktuellen Parkplatz vor dem Haus nicht verlieren, und andererseits trainiert er, denn er will ja einen Hund und muss dann fit sein für die täglichen Gassi-Gänge. Spaziergänge sind zudem ein wunderbares Kardio-Training. Außerdem ging der Gatte mehrfach zum Bäcker. 

Der Gatte schaffte es erfolgreich, Chili zuzubereiten - wegen der neuen Küche kämpfen wir ja mit einem neuen Herd und Backofen. Inzwischen hat er nur noch Probleme, den Herd anzustellen, weil er den Punkt, den er drücken muss, nicht sieht, schafft es aber, die einzelnen Platten zu bedienen. Mal gucken, was uns dazu einfällt. Ich wäre froh, wenn ich es schaffen würde, etwas anderes als Nudel- oder Kartoffelwasser zu kochen ohne dass es mir anbrennt. Der Herd hat eine Booster-Funktion, die der Wahnsinn ist. So schnell kochte Wasser noch nie. Wasserkocher oder Mikrowelle sind dagegen absolut lahm - und außerhalb der Booster-Funktion ist es auch der Herd. Ebenfalls sehr langsam ist der Backofen. Der alte Herd meiner Mutter und der Herd in unserer Wohnung waren beide turboschnell. Nun, wir werden uns schon noch aneinander gewöhnen.

Von Ikea kam diese Woche immerhin die Nachricht, dass unsere Rücksendung aus der letzten Woche ankam, der Betrag meinem Konto gutgeschrieben wurde. Der Küchenbauer teilte mit, er würde in zwei Wochen kommen, um die Küche fertigzustellen, denn Ikea habe ihm mitgeteilt, dass dann auch die noch fehlenden Teile geliefert werden sollen. Schön, dass Ikea das uns nicht mitteilte ... 

Der Plan für die erste Juli-Woche.

Unseren Wochenplan in Theorie und Praxis:

Sonnabend beendeten wir die Spargel-Saison mit einem Festessen: Spargel-Krabben-Kartoffel-Gratin. Das machte ich das erste Mal im letzten Dänemark-Urlaub. Jetzt ergatterten wir noch grünen Spargel, und Krabben brachten wir reichlich als Souvenir aus Dänemark mit. Beim Lieblingsspargelbauern ging die Saison übrigens bis diese Woche, weil die Pflanzen noch wollten, aber das bekam ich zu spät mit. 

Sonntag nahm der Gatte erfolgreich den Kampf mit dem neuen Herd auf und machte Chili

Montag sah die Planung vor, dass der Gatte grillt, aber das Wetter war seiner Meinung noch danach. Also gab's Chili.

Dienstag hatte ich die Jubiläumsveranstaltung, auf die ich ein dreiviertel Jahr hinarbeitete und kam abends platt nach Hause. Mir steckte seit Tagen eine Erkältung in den Knochen, und so gab's vorsorglich jüdisches Penicillin - half leider nichts. Am nächsten Tag wurde ich richtig malad, bekam nur mit Mühe eine telefonische Krankschreibung - mit Mühe, weil die MFA nicht verstehen konnte, wer am Telefon war, weil ich keine Stimme mehr hatte. Die ist noch immer weg. Montag werde ich wohl in die Infektsprechstunde müssen. Ansonsten war's die schnellste telefonische Krankschreibung, die ich bislang hatte. Ich musste noch nicht mal selbst mit der Ärztin sprechen - wie auch ohne Stimme? 

Mittwoch war ich zu schlapp für alles. Der Gatte erwärmte Chili. Zwei Portionen kamen in den Tiefkühler. Ursprünglich war geplant, Essen bei der Schiebetür zu bestellen, weil Mittwoch mein 14-Stunden-Tag ist und der Gatte nicht wusste, ob er es alleine schafft, den neuen Herd zu bedienen. Aber nun war ich ja da, wurde nichts bestellt. 

Donnerstag machte ich Krabben-Omelette mit Lauchzwiebeln. Sämtliche Zutaten kamen noch aus Dänemark. Was mir beim Kochen bislang nur mit Wasser gelang, klappte hier: Nichts brannte an! So ein perfektes Omelette in einer Pfanne zubereitet schaffte ich selten. 

Freitag sollte es Fischstäbchen mit Kartoffelbrei und Erbsen geben. Leider merkte ich zu spät, dass die Sahne, die ich am Vortag noch für's Omelette nehmen konnte, inzwischen sauer war. Zum Glück hatten wir noch ein Töpfchen fertigen Nudelsalat im Kühlschrank, denn nochmal Kartoffeln kochen hätte zulange gedauert. Fischstäbchen mit Nudelsalat und Erbsen wird nicht meine Lieblingskombi. 

Gebacken wurde nicht, und über Too good to go holte ich auch nichts. 

Bleibt zuversichtlich, bleibt gesund, passt auf euch und eure Lieben auf.

Samstag, 29. Juni 2024

Wochenplan in KW 26/24: Einkaufen und Kochen in Corona-Zeiten CCXXIV

Wir sind immer noch mit dem Küchen-Einbau durch Ikea beschäftigt. Es fehlt noch eine Blende, zwei Auszüge müssen noch fertig montiert werden und die falsch geplante Arbeitsplatte muss getauscht werden. Fünf Artikel wurden zu viel geliefert, ein falsch geplanter Schrank steht montiert im Esszimmer, zwei Artikel wurden berechnet, aber nicht geliefert. Der alte E-Herd muss abgeholt werden. 

Zwei Auszüge wurden nicht fertig, weil Material fehlte.

Bis gestern hieß es, davon wisse Ikea noch gar nichts - sofern ich bei Ikea überhaupt jemanden erreichte. Der Küchenmonteur hätte sich melden müssen, was er angeblich nicht tat. Tatsächlich telefonierte er in meinem Beisein mit Ikea, aber davon wollten die CCAs nicht wissen. 

Hier war ein 60er Schrank geplant. Der hätte auch gepasst, aber nur ohne Arbeitsplatte, was erst nach der Montage auffiel. Mit Arbeitsplatte hätten wir die Tür aushängen müssen. Also wurde flugs per Kurier ein 40er Schrank geliefert. Jetzt haben wir da eine blöde tote Ecke, und die Arbeitsplatte muss ausgetauscht werden. Gefliest werden muss auch noch. Sollte ich jemanden finden, der das macht, wäre das Fliesenleger Nummer vier.

Gestern rief dann die Spedition an, die letzte Woche die die Küchenteile lieferte: Sie wären in einer Stunde für die Abholung des alten E-Herdes da. Hübsch. Bislang wusste ich nicht, dass sie kommen. Zwei Stunden später waren sie dann tatsächlich da und wollten 800 Kilo abholen. Himmel, was kann so ein alter E-Herd wiegen?! Da der nicht auf 800 Kilo kam, sie aber 800 Kilo abholen sollten, fragten sie, ob ich noch etwas zur Anhiolung hätte, gab ich ihnen noch das Geraffel mit, das zu viel geliefert wurde und im Weg stand. Das waren zwar noch immer keine 800 Kilo, aber den Rest der Einrichtung wollte ich gerne behalten.  

Der ausgebaute 60er Schrank steht doof im Esszimmer rum, ist aber eine praktische Ablage.

Keine 15 Minuten später rief ein Ikea-CCA an: Beauftragt gewesen wäre nur die Abholung des E-Herds, wieso ich der Spedition denn die anderen Teile mitgegeben habe?! Und überhaupt: Wieso hätte ich denn die Abholung von 800 Kilo beauftragt? Soll das eine Küchen-Komplett-Demontage sein? Die anderen Teile hätte ich der Spedition nicht mitgeben dürfen. Die laden sie wieder ab, damit ich sie aufbewahre, bis es dafür einen Abholauftrag mit Termin gibt. NEIN! Hätte er wenigstens einen Abholauftrag mit Termin im System gehabt, wäre ich flauschig gewesen, aber offensichtlich war nach einer Woche noch nicht mal das in die Wege geleitet worden. Ich weiß, viele denken, ich könne nicht nein sagen, aber doch ja, das kann ich - sehr entschieden sogar. Das Geraffel bleibt bei der Spedition, basta. Und die Abholung von 800 Kilo habe ich auch nicht beauftragt. 

Immerhin steht nur noch der Herd vor der Tür. Die Küchenschränke und die Spüle nahm der Sperrmüll mit.

48 Minuten später wurde mir ein Abholtermin für das Geraffel, das die Spedition gerade aufgeladen hatte, mitgeteilt. Will Ikea mich veräppeln?!

Laut Küchenplaner sollte die Spülmaschine mit der Arbeitsplatte abgedeckt werden. Nun ja. Es muss also noch eine Blende montiert werden, und dann muss auch hier nochmal ein Fliesenleger kommen.

Diesmal erreichte ich tatsächlich jemanden über die Hotline. Der erste CCA war angesichts der Komplexität des Vorgangs total überfordert und schaltete mich zu einer Kollegin weiter. Die hatte alle Informationen, durchschaute den Vorgang, konnte zu jedem offenen Fall den Bearbeitungsstand sehen und sagte schließlich: "Alles läuft jetzt bei einem Kollegen zusammen. Ach nee, warten Sie, das ist sogar eine KollegIN. Und die ist KüchenplanerIN!" Ich musste sehr lachen, denn bislang waren nur die weiblichen CCA wirklich plietsch, versaute ein Küchenplaner die Planung, bin ich sowieso hartnäckig der Meinung, es brauche zwei Männer, um Arbeit einer Frau zu erledigen. 

Jedenfalls scheint jetzt alles zu laufen, aber ich wäre nicht überrascht, wenn Mittwoch trotzdem wieder die Spedition vor der Tür steht ... 

Der ganze Irrsinn wird noch getoppt vom neuen Backofen. Da ist ein Backrost kaputt, und dafür hätte ich gerne Ersatz. In meiner Naivität fragte ich, ob ich mit dem kaputten Rost einfach zu Ikea fahren und es umtauschen kann. Das geht natürlich nicht. Das Rost ist nicht als Ersatzteil gelistet. Stattdessen wird ein neuer Ofen eingebaut. 

Die Wochenplanung ist durch den Umstand erschwert, dass der Gatte aktuell sehr stark sehbehindert ist und nicht kochen kann, weil er die Felder auf dem neuen Herd nicht erkennt. Das war ja schon von Anfang an unsere Befürchtung. Notfalls müssen wir tatsächlich den Herd austauschen. Bis geklärt ist, ob zumindest ein Teil der Sehkraft des Gatten gerettet werden kann, koche ich, während der Gatte grillt. Es gibt eine kleine Chance, dass sich das betroffene Auge auch von selbst wieder bessert. Einstweilen hat der Gatte weiteren einen Termin in der Augenklinik, um zu gucken, was überhaupt los ist, denn bei der ersten Untersuchung gab es keinen klaren Befund. Jedenfalls konnte er das für diese Woche geplante Chili nicht zubereiten. 

Den Wocheneinkauf erledigten wir im Nachbardorf bei zwei Discountern und einem Supermarkt. Im Laufe der Woche ging's mehrfach zum Bäcker, ins Eiscafé, in zwei Drogeriemärkte und in zwei Trafiken. Außerdem waren wir in Hamburg mal wieder im großen Einkaufszentrum, als wir auf dem Rückweg vom dortigen Augenarzt waren. Auf dem Rückweg ergatterten wir noch Spargel am Büdchen.

Unser Wochenplan in Theorie und Praxis:

Sonnabend gab's verschiedene Kleinigkeiten zu Sangria, bei uns Tapas-Abend genannt.

Sonntag grillte der Gatte für sich Hühnchen und für mich Halloumi. Da es zu viel Hühnchen für den Gatten war, hatte ich Dienstag noch ein schönes Sandwich als Büro-Mittagessen. Der Salat dafür kam sogar aus dem Garten!

Montag war ich den halben Tag mit dem Gatten in der Augenklinik und musste anschließend noch meinen Arbeitstag nachholen. Als wir noch in Hamburg wohnten, kam er mit dem Bus zum Augenarzt, aber nach dem Umzug geht es nicht. Geh- und sehbehindert ist Bahnfahren zu gefährlich. Die Züge und Bahnsteige sind übervoll, die Bahnsteige viel zu eng, die Züge wechseln häufig die Gleise, was der Gatte weder mitbekäme noch so schnell von einem Gleis zum nächsten käme, also fahre ich. Die Alternative wäre ein Taxi, aber das wären bei jeden Arztbesuch 300 Euro Taxikosten - der Gatte muss ein Vierteljahr lang zwei Mal wöchentlich zum Augenarzt, wenn es noch eine Behandlungsmöglichkeit gibt. Die Krankenkasse übernimmt keine Taxikosten. Das täte sie erst ab Pflegestufe drei. Jedenfalls: Nach einem Dreizehn-Stunden-Tag war ich so platt, dass wir wieder mal bei der Schiebetür bestellten. Für den Gatten gab's Gyros mit Bratkartoffeln, für mich ein halbes Hähnchen mit Pommes frites. "Für einen Nicht-Griechen war das Gyros gar nicht mal so schlecht", befand der Gatte zufrieden. Ein Grieche fehlt uns hier im Dorf. 

Da wir noch reichlich Spargel am Büdchen ergatterten, gab's Dienstag gekochten Spargel mit Salzkartoffeln und Hollandaise

Mittwoch waren wir platt, nachdem wir in der Abendhitze Sperrmüll an die Straße schleppen mussten. Ich holte Tapas und Sangria auf unseren Lieblingsplatz unter dem Flieder, "Hummel-Rast" genannt, und wir genossen einen schönen Sommerabend. Der Platz ist prima, um in der Morgensonne zu frühstücken. An Hitzetagen ist er abends ein idealer Schattenplatz, an dem schnell eine leichte Brise weht. So lässt sich die Hitze einigermaßen aushalten.  

Donnerstag gab's Ofen-Spargel mit Ofen-Kartoffeln

Freitag grillte der Gatte wieder, diesmal Würstchen für sich und wie üblich Halloumi für mich (ich bin ja froh über jeden fleischfreien Tag). 

Gebacken wurde nicht - ich habe aktuell noch nicht mal eine Idee, wo Küchenmaschine und Backformen sein könnten, denn ich hänge mit dem Ausräumen der Küchenkartons hoffnungslos hinterher. Die Bestellung bei Too good to go stornierte ich - ich hatte vergessen, dass ich aktuell an den Echtbüro-Tagen keine Zeit habe, um eine Mittagspause zu machen und aus dem Büro zu gehen. Ab übernächste Woche wird es ruhiger im Büro, habe ich nur noch den üblichen Wahnsinn, der vor den Sommerferien immer herrscht.

Bleibt zuversichtlich, bleibt gesund, passt auf euch und eure Lieben auf.

Sonntag, 23. Juni 2024

Szenen einer Ehe: Schlaaaaaaand

Sie freut sich, endlich eine Lichterkette für den Balkon gefunden zu haben, die farbig ist, ohne knallbunt zu sein, und die keine komisch-kitschigen Flamingo-Libellen-Schmetterlinge-sonstiges-Getier darstellt. Dabei übersieht sie, dass die Kette Schwarz-Rot-Gold sein soll.

Er: Ist das etwa Schwarz-Rot-Gold?! Himmel, ist das Teil hässlich! Blinkt die wenigstens automatisch, wenn Deutschland ein Tor schießt?!

Samstag, 22. Juni 2024

Wochenplan in KW 25/24: Einkaufen und Kochen in Corona-Zeiten CCXXIII

Diese Woche richtete sich alles
nach dem Einbau der neuen Küche.
Diese Wochenplanung wurde durch den Einbau der Küche bestimmt. Die Pleiten-Pech-und-Pannen-Serie bei unserem Hausumbau setzte sich dabei nahtlos fort. 

Die linke Küchenzeile war zehn Zentimeter zu lang geplant. Dass die Küchentür gegen den Herd stößt, okay, aber es stellte sich heraus, dass wir die Tür gar nicht mehr öffnen können, wenn auf den Schrank dahinter die Arbeitsplatte kommt. Die Küchentür auszuhängen, war keine Lösung. Ich hatte zwar 20 Jahre eine Küche ohne Tür, aber jetzt hätte ich aus Gründen gerne eine. 

Ich fragte noch, ob der Planer sicher ist, dass der 60er-Schrank hinter der Tür und der 20er-Schrank neben dem Herd passen, denn nach meiner flüchtigen Messung bei der ersten Planung passte es nicht. Aber nun hatten wir ja ein professionelles Aufmaß mit Laser und sonstigem Gedöns und einen professionellen Küchenplaner, und wenn der trotz Nachfrage sagt, es klappt, was soll ich dagegen sagen?!

Dann zeigte sich, dass zwischen Arbeitsplatte und Spülmaschine eine Lücke von sechs Zentimetern klafft. Laut Planer sollte auf die Spülmaschine eine Dämmplatte und darauf die Arbeitsplatte - ohne Lücke. Auch hier fragte ich extra nochmal nach, ob das so passt. Ja, es passt, war die Antwort. Auch hier verließ ich mich auf den Profi. Nur ist die Küchenzeile ist jetzt mit 90 cm zehn Zentimeter höher als sie früher war - das war so nicht abgesprochen. Die Höhe passt, wir sind ja beide nicht klein, aber dadurch ist da jetzt halt eine Lücke, die verblendet werden muss.

Zum Glück war der Monteur pfiffig, hatte eine Standleitung zu Ikea, orderte einen passenden Schrank per Kurier. Nach drei Tagen Montage habe ich jetzt einen montierten Schrank und sechs Teile Irgendwas übrig. Außerdem fehlen zwei Lampen, die zwar berechnet, aber nicht geliefert wurden. Ich brachte 30 Minuten lang eine CCA zur Verzweiflung, die versuchte, das Bestellchaos zu verstehen und Gutschriften für den falschen Schrank auszurechnen, dann aber aufgab, nachdem sie die Artikelnummer für den Schrank falschen herausfand (was ich nicht schaffte). Jetzt habe ich eine schicke Vorgangsnummer und muss am Ball bleiben, was Abholung und Gutschriften betrifft. Praktisch wäre es, wenn das überflüssige Geraffel kommenden Freitag zusammen mit dem alten Herd abgeholt wird, aber da denke ich sicherlich zu pragmatisch. Jedenfalls haben wir zusätzlich zu dem überflüssigen Geraffel eine hübsche Müllhalde im Vorgarten. Der Sperrmüll kommt in zehn Tagen. Mal schauen, was er mitnimmt. Das ist hier Landkreis wohl immer spannend. 

Generell war es aber gut, dass wir einen Küchenplaner hatten, denn er plante viele Gadgets ein, auf die wir nicht gekommen wären, die wir jetzt aber praktisch finden. Richtig begeistern sind wir von den Leuchten unter den Oberschränken. Da der Gatte schlecht sieht, ließ ich sie unter allen Oberschränke anbringen. Sie sind so hell, dass ich froh bin, dass wir nicht in der Einflugschneise wohnen. In den kommenden Wochen muss ich mich mal in Ruhe um die Einrichtung von Schränken und Schubladen kümmern. Momentan geht's mir nur darum, die drölfzich Kisten aus dem Esszimmer auszuräumen, damit wir endlich wieder einen Esstisch haben.

Das Küchen-Theater begann übrigens schon mit der Anlieferung: Ich hatte der Spedition extra einen Parkplatz in der Nähe des Hauses freigehalten. Als sie in die Straße einbogen, fuhr ich unseren Wagen weg, damit sie den Parkplatz haben können. Das wussten sie. Sie rangierten dennoch sauber vor der Einfahrt des Nachbarn ein, was der verständlicherweise nicht toll fand. Es folgte dann allen Ernstes eine Diskussion darüber, warum unser Haus nicht direkt an der Straße steht, sie nicht davor einparken und ausladen können (hier stehen an einer Seite die Häuser in einer langen Reihe direkt an der Straße, während die kurzen Reihen auf der anderen  nur durch einen Fußweg erreichbar sind). Die Bedingungen, unter denen die Männer arbeiten, sind ziemlich prekär: Der Kleinlaster hat keine Hebebühne, sie haben keine Ameise, Plattenwagen o.ä., sondern nur eine Plastikpalette mit Rollen und improvisierten Zugband ... Das ist wirklich abenteuerlich. 

Die Wochenplanung richtete sich danach, dass wir nicht wussten, wie lange wir ohne Küche sein würden. Wir richteten uns sicherheitshalber auf eine lange Zeit ein, denn, siehe oben: Ohne Pannen geht's ja nicht. Also setzten wir auf Convenience und Lieferdienst. Der Gatte schleppte zudem die Baustellen-Mikrowelle in den Vorratskeller, damit wir aufwärmen können. Kaffeemaschine, Wasserkocher, Toaster, Besteck und Geschirr standen auf der Terrasse, denn woanders war kein Platz. Ohne den ständigen Rege wäre das auch nicht weiter kompliziert gewesen. So musste ich alle naslang daran denken, das Wasser von der Markise herunterzubekommen, damit die nicht abbricht. Jetzt muss ich sehen, wie ich die Markise wieder trocken bekomme ... 

Der Einkauf gestaltete sich dennoch nicht schnell und war umfangreicher, als man denken könnte. Es ging in mehrere Discounter und in einen Supermarkt. Ich war im Laufe der Woche noch im Drogeriemarkt und in der Apotheke. Für Schnappatmung sorgte, dass Discounter-Reis inzwischen 2,50 € pro Kilo kostet, das Lieblingsputzmittel selbst im Angebot mit deutlich über 2 € zu Buche schlägt und das Lieblingsdeo selbst im Angebot mit weit über einem Euro. Ich erinnere mich noch an Zeiten, wo es im Angebot um die 70 Cent kostete ... Generell gab's reichlich leere Regale.

Sonnabend gab's Ofen-Fisch mit Ofen-Kartoffeln.

Sonntag gab's nochmal Hühnerfrikassee mit Reis - wir hatten zwei Tage vorher zu viel gemacht.

Montag hatten wir theoretisch noch einen Herd, waren aber nach einem harten Tag zu platt, um das geplante Würstchen-Gulasch zu kochen. Stattdessen trabte ich abends zur Schiebetür und holte Schaschlik

Dienstag war der alte Herd demontiert, aber der neue noch nicht eingebaut. Wir ließen Schweinefleisch süß-sauer liefern.

Mittwoch war der neue Herd montiert und funktionsfähig, aber ich hatte nach einem 14-Stunden-Tag keine Lust, ihn auszuprobieren, und der Gatte auch nicht. Er rief bei der Schiebetür an und ließ Currywurst liefern.

Seit Donnerstag ist die Küche einsatzbereit. Wir hatten dennoch keine Lust, uns mit dem neuen Herd auseinanderzusetzen. Der Gatte befand, er möchte bei McDonald's essen, da wären wir so lange nicht mehr gewesen. Eigentlich mögen wir Burger King lieber, aber dafür müssten wir 34 Kilometer fahren ... Ins Nachbardorf und zurück sind es hingegen nur 10 Kilometer. Mehr fuhren wir früher in Hamburg auch nicht zum nächsten McDonalds, waren aber eher bei Burger King, der genauso weit entfernt war. Mich nervte das neumodische Bestellsystem total - das nächste Mal lassen wir dekadent liefern. Der Laden brummte, dementsprechend war die Wartezeit - es war quasi Slow Food. Im Drive-In stand die Auto zeitweise bis ins Dorf hinein. 

Freitag schaffte ich es, auf dem neuen Herd Wasser zum Kochen zu bringen. Es gab Pesto-Nudeln. Irgendwann, wenn Zeit ist (also vermutlich nie) werde ich mir mal die Bedienungsanleitung von Herd und Ofen durchlesen. Schließlich möchte ich alle die schicken Funktionen nutzen können, die es gibt.

Gebacken wurde nicht - wie auch. Über Too good to go holte ich nichts. Ich hatte es zwar für meinen Bürotag geplant, vergaß aber die Zeit und guckte zu spät in die App.

Bleibt zuversichtlich, bleibt gesund, passt auf euch und eure Lieben auf.

Mittwoch, 19. Juni 2024

Ananas-Spargel-Curry

Der Gatte hatte Schweinefleisch zum Grillen gekauft, das sich als zäh entpuppte - keine Ahnung, was da schief lief. Ich überlegte erst, das Fleisch zum Foodsharing zu geben, aber das ging sich nicht aus, also fror ich es ein und guckte, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, es zarter zu bekommen. Gibt es - Ananassaft, zum Beispiel. 

Ananas-Spargel-Curry.

Ananas in Dosen haben wir immer noch im Vorrat aus den Zeiten, als der Gatte heftigsten Unterzucker hatte. Dank Arztwechsel nach dem Umzug sind die Zeiten Gott sei Dank vorbei. Zufällig hatte ich auch Ananas-Curry* da, so dass es eine richtig fruchtige Sache wurde.

Dieser Beitrag geht rüber zum Creativsalat. Vielen Dank für's Sammeln!

Ananas-Spargel-Curry

Zutaten für 4 Portionen:

1 Dose Ananas (340 g Netto-Gewicht, alternativ Ananassaft und frische Ananas)
200 g Schweinesteak, in Streifen geschnitten
500 g grüner Spargel
400 ml Kokosmilch
400 ml Gemüsebrühe
Ananas-Curry*, Menge nach Geschmack
1 Handvoll Cashews
Öl
Salz
Pfeffer

Zubereitung:

Fleisch über Nacht in Ananassaft marinieren. 

Beim Spargel die holzigen Enden abbrechen und den Rest in mundgerechte Stücke schneiden.

Öl in einer Pfanne erhitzen. Das Fleisch aus dem Ananassaft nehmen und von allen Seiten scharf anbraten. Den Spargel dazu geben und ebenfalls scharf anbraten. Das Ananas-Curry dazu geben und Farbe nehmen lassen. Mit Ananassaft ablöschen, dann die Hälfte der Cashews, Kokosmilch und Gemüsebrühe dazu geben und köcheln lassen, bis alles gar ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit den restlichen Cashews und Reis servieren.

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Sonntag, 16. Juni 2024

Szenen einer Ehe: Platz ist in der kleinsten Hütte

Beide sitzen in der Morgensonne beim Frühstück auf der Terrasse des Ferienhauses, von der sie die Menschen auf dem Weg zum Strand beobachten können.

Sie: Guck mal, die gehen hier sogar mit Krücken und Rollator zum Strand! Wenn das geht, könnten wir den Damen doch mal vorschlagen, hier gemeinsam Urlaub zu machen.

Er: Warum sollten wir das tun?!

Sie: Weil deine Mutter immer wieder davon redet, dass sie so gerne nochmal Ferienhaus-Urlaub in Dänemark machen möchte. Nur ohne Auto geht das ja nicht. Sie hat sogar schon überlegt, mit dem Taxi von Hamburg nach Dänemark zu fahren!

Er: Das ist ja nun Mega-Schwachsinn! Soll der Taxifahrer dann auch mit ihr Urlaub machen? Sie braucht ja vor Ort jemanden, der sie fährt, um in den nächsten Brugsen zu kommen. Ohne Auto ist sie doch aufgeschmissen!

Sie: Eben. Also bleibt nur, dass wir sie fahren. Damit es weniger anstrengend wird und wir genug Schlafzimmer haben, können wir ja zwei Häuser mieten. 

Er: Joa, eines an der Nordsee, eines an der Ostsee.