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Samstag, 18. Mai 2019

Dark Horse Wine: Kalifornischer Rock 'n' Roll auf St. Pauli

Winemakerin Beth Liston
(credits: E. & J. Gallo Winery)
Wer hier regelmäßig liest, weiß, dass ich bevorzugt Wein aus deutschen Gefilden trinke, aber auch gerne mal über den Tellerrand hinausschaue.

So nahm ich gerne die Einladung der kalifornischen Weinmarke Dark Horse Wine an. Hinter der Marke steht die charismatische Beth Liston, die, samt Gatten Daniel, eigens für diesen Abend nach Hamburg kam.

Listons Überzeugung ist es, dass mensch mit richtiger Planung und Technik ein guter Wein zu einem günstigen Preis machen kann. To cut a long story short: Das klappt! Die Weine schmecken und machen Spaß!

Nach einem Spaziergang durch St. Pauli, bei dem uns Julian von Angry Koala Street Art zeigte, ging's in den Weinladen St. Pauli, wo uns die Crew des benachbarten Restaurants Haebel das Abendessen, passend zu den jeweiligen Dark Horse Weinen, servierte. Impressionen vom Spaziergang gibt's im Gedöns-Blog.

Amuse: Spargelsuppe mit Schnittlauch-Öl.
Mich beeindruckte vor allem der Dark Horse Rosé, den es zur Vorspeise gab. Die im Stahltank ausgebaute Cuvée aus hauptsächlich Barbera und Grenache passt perfekt zu Spargel und ist für mich ein wunderbarer Sommerwein. Der Rosé ist trocken, aromatisch-fruchtig, ein wenig floral und mit feiner Mineralität.

Vorspeise: Spargel | Morchel | Hirsch | Kamille
Zum Hauptgericht gab's Merlot und Cabernet. Obwohl der Merlot intensiv und komplex ist, fehlte mir die Tiefe. Der Wein schmeckt, ja, aber andefrs als der Rosé löste er bei mir keine Begeisterung aus.

Hauptgericht: Rind | Artischocke | Wurzel | Portulak | Honig. Die  Wurzel war ein Geschmacksfestival, die Sauce war Umami pur, zum Tellerablecken!
Der Cabernet Sauvignon mit Noten von Beeren, Schokolade und Espresso sagte mir da schon mehr zu. Der wird für den Winter vorgemerkt.

Dessert: Pistazie | Ananas | Süßholz
Ebenfalls für Herbst und Winter vorgemerkt wird der Zinfandel mit Aromen von schwarzem Pfeffer, Schokolade und Johannisbeere, den es zum Dessert gab.

Mitgebsel. Der Gedöns-Blog hat jetzt seine eigene Tasche!
Vielen Dank an alle Beteiligten für einen wunderbaren, inspirierenden Abend!

Affiliate links zu den vorgestellten Weinen:

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Brunch auf der Cap San Diego

Starter: Garnelen mit Mango (als Salat),
Lachs-Zander-Terrine, Gänsebrust,
Wildschweinwürfel
und Hirsch-Baumkuchen,
außerdem gefüllte Mini-Tomate
und Mini-Paprika.
Große Ereignisse wie das kommende Kochtreffen, das uns nach Korea führt, werfen ja bekanntlich ihre Schatten voraus, und so trafen wir uns zum vorweihnachtlichen Brunch auf der Cap San Diego, um in die erste Feinplanung zu gehen.

Die Cap San Diego ist ein 1961 für die Reederei Hamburg Süd erbauter Stückgutfrachter, das letzte noch erhaltene seiner Baureihe, der sogenannten Cap San-Klasse. Zwanzig Jahre lang verkehrte das Schiff zwischen Hamburg und Südamerika.

Aus Hamburg wurden zum Beispiel Maschinen, Chemikalien und Automobile, aber auch lebende, trächtige Kühe in Richtung Südamerika transportiert. Auf dem Rückweg hatte das Schiff Kaffee, Fleisch, Textilien, Süßöle und Fruchtsaftkonzentrate geladen, oft ergänzt durch Kuhfelle, die einzeln in den unteren Laderäumen ausgebreitet und eingesalzen wurden.

Durch die große Menge der zu verladenden Güter und die vor der Erfindung des Containers langwierigen Ladeprozesse betrugen die Liegezeiten in Buenos Aires bis zu vierzehn Tage.

Die in Hamburg gebauten Schiffe der Cap San-Klasse trugen wegen ihrer eleganten Form auch den Beinamen "Die weißen Schwäne des Südatlantiks". Die Eleganz setzte sich auch an Bord fort. Die Luken und Arbeitsbereiche waren natürlich zweckmäßig gestaltet, aber die Cap San-Schiffe konnten auch Passagiere mitnehmen, und denen sollte es an nichts mangeln.

Bibliothek im Salon. 
Die Innengestaltung übernahm Cäsar Pinnau. Bekannt geworden durch die Gestaltung der "Führer"-Gemächer in Hitlers Neuer Reichskanzlei, machte er sich nach der Befreiung hauptsächlich einen Namen als "Einrichter der Reichen", verlegte sich auf die Innengestaltung von Villen, Schiffen und Yachten, zum Beispiel für die Reeder Oetker und Onassis. Hamburg Süd gehört zu Oetker, weshalb eine Beauftragung Pinnaus mit der Gestaltung des Passagierbereichs nahelag.

Heute sind die von Pinnau entworfene Kabinen und der Salon im Stile der 1960er Jahre immer noch erhalten und behutsam restauriert. Bis zu zwölf Passagiere fanden an Bord Platz. Die sechswöchige Reise Hamburg - Buenos Aires kostete etwa 6.000 DM - das entsprach 1961 in etwa dem durchschnittlichen Jahresbruttoeinkommen. Die Kabinen können heute weiterhin für Übernachtungen gebucht werden (was sicherlich für den einen oder anderen Teilnehmer des nächsten Kochtreffens interessant ist).

Im Salon mit Speisesaal und Bibliothek findet sonntags ein Brunch statt. Hier ein paar Impressionen.    

Wildschweinlollies und Hirsch-Baumkuchen
Verschiedene Salate. Rechts nicht etwa Tomate-Mozzarella, sondern Tomate-Wachtelei. 
Fischplatte.
Bresaola mit Pampelmuse, Orange und Bratpaprika.
Blick auf das warme Büffet mit Knöpfle, Bratkartoffeln, Rotkohl, Hirschsteaks ...
Ziegelkäsemousse mit Granatapfelspiegel.
Dessertauswahl: Mousse au chocolat, Zimtmousse, Bickbeermousse. 
Desserts im Detail: Zimtmousse (links) und Bickbeermousse.
Vorweihnachtliche Deko.
Das Brunch auf der Cap San Diego beginnt ab 11.30 Uhr und kostet 31,50 Euro pro Person. Neben dem wirklich leckeren und reichhaltigem saisonalen Büfett sind ein Glas Secco, Kaffee, Tee, Saft und Softgetränke so wie der Museumseintritt (7 Euro pro Person) enthalten. Reservierung erforderlich beim Hamburger Gastmahl, Tel. 040–431 79 46 11.

Donnerstag, 25. April 2013

Barkassenfahrt für die Hafenstraßen-Volksküche auf der MS Claudia

Für die Volksküche in der Hafenstraße, kurz Hafen-Vokü genannt, gibt es morgen eine Solidaritätsfahrt auf der MS Claudia mit buntgemischter Musik durch den Hafen. Die Claudia ist ein Schwesternschiff der Frau Hedi.

Los geht's am 26. April 2013 um 19.30 Uhr ab St. Pauli Landungsbrücken, Brücke 10 (Innenkante). Tickets für 8 Euro (absolutes Schnäppchen!) gibt es an der Abendkasse.

Täte ich tanzen tun, ich täte hingehen.

Mittwoch, 20. Februar 2013

In Hamburg um die Welt: Litauen - Essen im Restaurant "Teigtasche"

Wir reisen kulinarisch in Hamburg um die Welt.
Monambelles hatte vor vielen Monden die Idee, in Hamburg auf eine kulinarische Weltreise zu gehen. Bislang kamen wir nicht so wirklich dazu, das regelmäßig umzusetzen, aber Frau K., der Gatte und ich machten uns zumindest schon mal kulinarisch nach Litauen auf, ins Restaurant Teigtasche in der Hein-Hoyer-Straße. Anlass war diese Überraschung unserer Nachbarn. 

Frau K. war kurz nach der Eröffnung in der "Teigtasche" und damals wenig angetan. Das Essen war ungewürzt, als sie um Salz und Pfeffer bat, kam eine Flasche Ketchup ... Sie beschwerte sich, der Inhaber versprach, es handle sich nur um Anlaufschwierigkeiten, und hielt Wort. Beim Wiederbesuch war das Essen sehr, sehr lecker.

Bei unserem Besuch war das Lokal drinnen sehr leer, was es mir ermöglichte, Fotos zu machen. Die Bänke draußen hingegen waren gut besetzt - es war ein heißer Augustabend, zwischen den Häusern staute sich die Hitze. Wir hatten reserviert, was sich empfiehlt, denn leer ist das Lokal nur selten, und nahmen drinnen Platz.

Blick ins Lokal.

Das Lokal ist rustikal eingerichtet: Stühle und Bänke mit Lederpolsterung, Platzsets aus Leder mit "Teigtasche"-Aufdruck, Speisekarten im Ledereinband, Serviettenkästen aus Holz mit Lederdeckel, Metalllampen - durchdesignt und liebevoll. Mich erinnerte es an ein Mittelalter- oder LARP-Lokal, und ich hätte mit nicht gewundert, wenn Frodo Beutlin und die Seinen um die Ecke gekommen wäre. Die liebevolle Einrichtung setzt sich auch auf dem stillen Örtchen fort.

Noch ein Blick ins Lokal.
Blick auf den noch leeren Tisch.

Unser Platz war strategisch geschickt gewählt, denn an uns vorbei wurde das Essen aus der Küche im Keller nach draußen getragen. Alles roch sehr lecker und verführerisch, so dass wir uns kaum entscheiden konnten. Für die Qualität des Essens spricht auch, dass unter den Gästen viele Litauer sind, hier regelmäßig ein litauischer Stammtisch stattfindet.

Und das kam auf unseren Tisch:

„Bulviniai blynai su mesa“, gefüllte Kartoffelpuffer .
Gekochte Teigtaschen mit Hähnchenfleischfüllung (leider ein wenig unscharf fotografiert).
Frittierte Teigtaschen mit Hähnchenfleischfüllung.
Dessert: Süße Teigtaschen mit Walnüssen und hausgemachter Karamellsauce.
Uns hat der kulinarische Besuch in Litauen sehr gut gefallen. Wir kommen gerne mal wieder und wünschen "Skanaus!" - Guten Appetit!