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Dienstag, 14. Juni 2022

In Hamburg um die Welt: Galettes und Crêpes im Ti Breizh (Bretagne / Frankreich)

Im Ti Breizh in der Deichstraße bin ich viel zu selten, seitdem ich mein Geld nicht mehr auf der Straße verdiene. Das "Haus der Bretagne" im alten Speicher ist einfach zauberhaft. Bei gutem Wetter kann man direkt über dem Fleet sitzen - je nach Wasserstand auch mal direkt auf dem Schlick, denn die Fleete fallen bei Ebbe trocken.

Vorne Galette Estivales mit warmem Ziegenkäse, Honig, Cassis-Zwiebelkonfitüre und Salat, hinten Galette Brocéliande mit Bleu d’Auvergne-Sauce, Walnüssen, Spinat und Salat

Wir waren am Himmelfahrtswochenende dort. Zumindest abends ging ohne Reservierung nichts. Das Restaurant war voller als voll, weswegen ich keine Fotos vom an sich schönen Inneren machte. Wenn du reservierst, frage nach einem Tisch im ersten Stock. Da ist es schöner als im Erdgeschoss. 

Crêpes dessert de ble noires au Caramel breton: Buchweizen-Crêpes mit hausgemachtem Karamell aus gesalzener Butter

Neben Galettes und Crêpes gibt es Fischsuppe und Salate, alles auch vegetarisch oder vegan. Zu Ti Breizh in der Deichstraße gehört auch das P'Ti Breizh an der Ölmühle neben der Marktstraße im Karoviertel. Zumindest abends empfiehlt sich eine Reservierung.

Donnerstag, 9. Juni 2022

In Hamburg um die Welt: Luncheon im Eaton Place (England)

Ende Mai war eine Blog-Freundin in Hamburg, so dass sich ein Treffen ergab. Da sie längere Zeit in UK lebte, beschlossen wir, mittags in den Eaton Place Tearoom einzukehren. Das Lokal war ausgebucht, es war also gut, dass ich vorab reservierte. 

Ploughman's Breakfast.

Eigentlich freuten wir uns auf Cornish Pasties, aber die gab's gerade nicht, und so entschieden wir uns für das Ploughman's Breakfast mit Cheddar Scones, verschiedenen Cheddar-Sorten und Feigen-Portwein-Marmelade. Das war fein.

It's cosy.

Auch die Außenplätze sind sehr gefragt. 

Gerne hätten wir anschließend noch bei Eaton Place at Home eingekauft, aber da gab's 'ne außerplanmäßige Mittagspause, die auch 30 Minuten nach der auf dem Aushang genannten Zeit andauerte. So warteten wir unter den Markisen einen Schauer ab, drückten uns die Nasen an den Scheiben platt und überlegen, was wir kaufen würden, wenn wir kaufen könnten ... 


Freitag, 1. Dezember 2017

In Hamburg um die Welt: Afghanistan - Helms Lounge

Wenn E. und ich uns im Archäologischen Museum in Harburg treffen, kehren wir auf ein Heißgetränk in der Helms-Lounge ein.

Was angesichts von Frühstücks- und Kaffee- und Kuchenangebot kaum wahrnehmbar ist: Die Helms-Lounge ist eigentlich ein afghanisches Restaurant, allerdings ohne die übliche Orient-Einrichtung. Stattdessen ist die Möblierung loungig-stylisch.

Mir ist das Lokal ein wenig zu kühl und kahl, was aber auch an der großen Fensterfront und den beiden Eingangstüren liegt - irgendwo zieht's immer, und ich bin meistens ziemlich fröstelig.

Pekaure Katschalu.
Jüngst probierten wir dann mal die afghanische Küche aus. Wir entschieden uns für Pekaure Katschalu, Kartoffelscheiben in Gewürzteig gebacken mit Salat und zweierlei Chutney, sowie für Borani banjan, Auberginen mit Tomaten und Joghurt. Beides schmeckte gut und machte Lust auf mehr.

Borani banjan.
Was gar nicht ging, war das Fladenbrot, das die Borani banjan begleitete. Kennst Du diese Aufback-Pita, die's im Supermarkt gibt? Genauso schmeckte das Fladenbrot - nur leider nicht aufgebacken ... Da gibt es doch sicher einen besseren Lieferanten.

Kulinarisch gibt es noch einiges zu entdecken.
Mehr zur Reihe "In Hamburg um die Welt" gibt es unter diesem Link.

Montag, 13. Juli 2015

In Hamburg um die Welt: Peking / China - Miss Yang

Wir sollten öfter verzweifelt essen gehen, scheint's, weil wir dann wohl gute Restaurants entdecken.  Das "Ducky's" in Bad Nauheim war jüngst so ein Fall. Jetzt führte uns eine Reihe von Zufällen zu Miss Yang.

Shao Mai, gedämpfte Teigtaschen, mit Hack gefüllt.
Shao Mai von oben.
Was als Notlösung anfing, entpuppte sich als Geheimtipp: Binnen einer Woche waren wir gleich zwei Mal bei Miss Yang, und zwei Wochen später prompt wieder - und das, wo der Gatte ausgesprochen ungern essen geht.

Guo Tie, gebratene Teigtaschen mit Hackfüllung.
Xudong Yang hat ein klares Konzept: Sie bietet Küche ohne Schnickschnack an. Dementsprechend klein (im Vergleich zu anderen China-Restaurants) ist ihre Speisekarte. Was nicht aus dem (großzügig ausgelegten) Großraum Peking kommt, was in ihren Augen nicht authentisch ist, kommt nicht auf die Karte. Basta.

Die Speisekarte.
Blick ins Lokal. Vieles von der Einrichtung wurde vom Vormieter übernommen.

Die Speisen kommen ohne zusätzliches Glutamat aus. Der hauchdünne Teig für Wan Tan und Dim Sum ist selbstgemacht, genau wie die Saucen und die anderen Speisen - eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber heute ja leider nicht mehr. Als Dessert gibt es keine frittierte Banane oder Dosenlitschis, sondern gebackenes Eis, ein Klassiker der asiatisch-europäischen Küche der 1990er Jahre, der es irgendwie nie in deutsche China-Restaurants schaffte.

Noch ein Blick ins Lokal. Rechts geht's in den zweiten Gastraum.
Im Vergleich zu anderen China-Restaurants sind die Portionen klein, aber absolut ausreichend. Wir aßen sonst immer zu viel, weil wir das Bedürfnis hatten, die Mengen schaffen zu wollen - ist doch schade, wenn was umkommt.

Frühlingsrollen.
Wann immer wir zum ersten Mal in ein China-Restaurant gehen, isst der Gatte Schweinefleisch süß-sauer. Das ist für ihn ein Testessen, das über die Güte des Lokals entscheidet. Bei Miss Yang meinte er nach den ersten paar Bissen begeistert, endlich habe er ein Lokal gefunden, in dem das Gericht so schmeckt, wie es seiner Meinung nach schmecken soll.

Kung Pao - Huhn mit Erdnüssen und scharfer Chilisauce, für Mädchen wie mich "nur deutsch scharf".
Und auch mich begeisterte das Schweinefleisch süß-sauer, weil nicht verschiedene 0815-Fertigsaucen zusammengekippt wurden. Die Sauce schmeckte frisch und fruchtig, das Fleisch war hauchdünn mit genau richtig viel Panade.

Schweinefleisch süß-sauer.
Unser Tipp sind Wan Tan, Dim Sum und Frühlingsrollen sowie Miss Yangs Spezialtee - und natürlich das Schweinefleisch süß-sauer und das Dessert und ... ach, am Besten, Du isst Dich einmal durch die Karte!

Schweinefleischstreifen nach Peking Art mit ... 
... Pfannkuchen. Daraus werden ... 
... handgerollte Köstlichkeiten, die auch mit der Hand gegessen werden. 
Miss Yang übernahm die Einrichtung vom Vormieter, denn in der weißen Villa an der Autobahnauffahrt Bahrenfeld, in der sie ihr Zuhause gefunden hat, wechseln die Lokale schneller, als man gucken kann. Dementsprechend sind noch viele Elemente vom mediterranen Vormieter erhalten. Dafür fehlen Brunnen, Buddhas, Aquarien und der sonst übliche Asien-Deko-Kitsch.

Miss Yangs Spezialtee: Grüner Tee, Gojibeeren, Orange, Honig, Ingwer. Heißwasser wird auf Wunsch immer nachgefüllt. 
Zu den Dingen, die vom Vormieter übernommen wurden, gehört auch defektes Kartenzahlungsgerät. Deswegen ist momentan nur Barzahlung möglich (notfalls ist ein ATM an der Tankstelle gegenüber).

Gebackenes Eis mit Früchten.
Wir hoffen, dass Miss Yang lange hier bleibt! Deswegen: Hin da und essen, hopp, hopp!

Nach Japan reisen wir kulinarisch nach Peking. Mal schauen, wohin unsere kulinarische Weltreise als nächstes geht. 

Freitag, 26. Juni 2015

In Hamburg um die Welt: Japan - Zipang

Wir sind kulinarisch sprunghaft: Nach unserer kulinarischen Österreich-Reise ging's im Mai nach Japan, ins Zipang in Eppendorf. Hier wird traditionelle japanische Küche mit westlicher kombiniert. Ergebnis ist feinste Fusion-Küche, die u.a. auch der "Feinschmecker" und der "Gault Millau" auszeichneten. Küchenchef ist der erfahrene Toshiharu Minami.

So leer blieb das Zipang nicht lange. Das Restaurant ist edel in Grau- und Goldtönen gestaltet. 
Blick auf den Tisch.
Wir entschieden uns für das Sechs-Gänge-Menü und das Wagyu-Menü mit Weinbegleitung. Die Menüs begannen mit dem traditionellen "
oshibori おしぼり", dem erfrischenden warmen (im Sommer auch mal kalten) Handtuch.
Wenn ich groß bin, werde ich ein Handtuch-
Das kleine Handtuch wird ausgewickelt. 
Erfrischen Sie sich jetzt!
Dann gab es einige Kleinigkeiten zur Einstimmung.

Saubohnen als Amuse.
Leber als Amuse.
Nun starteten die eigentlichen Menüs.

Sechs-Gänge-Menü
Japanischer karamellisierter Aal / Winter Trüffel 鰻とトリュフ
Japanischer karamellisierter Aal / Winter Trüffel 
Miso-Suppe mit Gemüse 野菜の味噌汁
Miso-Suppe mit Gemüse 
Geschmortes Schweinefleisch 豚の角煮
Geschmortes Schweinefleisch
Sushi 鮨
Sushi. Im Vergleich zu den anderen, sehr filigranen Gängen wirkt es ein wenig derb. 
Lachs / Tofusauce / Grüner Tee-Couscous 鮭の豆腐ソース 抹茶クスクス
Lachs / Tofusauce / Grüner Tee-Couscous
Charolais Entrecote シャロレー牛 リブロース
Charolais mit Wildspargel, weißem Spargel, Wurzel und Reisbällchen
Wagyu-Menü
Wagyu Original aus Japan / Winter Trüffel / Mais / Japanischer karamellisierter Aal 日本産和牛 トリュフ 鰻
Wagyu / Winter Trüffel / Mais / Japanischer karamellisierter Aal 
Edamame Cremesuppe 枝豆のポタージュ
Edamame Cremesuppe 
Entenbrust / Entenstopfleber / Schokoladenpulver 
鴨ロース煮 鴨フォアグラ チョコレートパウダー 
Entenbrust / Entenstopfleber / Schokoladenpulver
Steinbutt / Grüner Tee-Couscous / Yuzu-Chili Sauce 
テュルボ 抹茶クスクス 柚子胡椒
Steinbutt / Grüner Tee-Couscous / Yuzu-Chili Sauce
Hirsch / Salat 鹿 サラダ
Hirsch / Salat
Wagyu-Filet 和牛フィレ 
Wagyu mit Wildspargel, weißem Spargel, Wurzel und Reisbällchen
Das Dessert war dann wieder bei beiden Menüs das gleiche: Crème Brûlée vom Grünen Tee デザート

Crème Brûlée vom Grünen Tee mit Sesamkrokant.


Zu den beiden Menüs wählten wir die Sake-Begleitung. Für mich war's die erste Begegnung mit dem Reiswein. Ich habe gelernt, Sake liebt oder hasst man. Ich habe mich allerdings noch nicht entschieden. Der eine oder andere Sake schmeckte ziemlich terpentinig, dann gab es wieder welche, die sehr weinig schmeckten. Mein Liebling war allerdings ein Yuzu-Sake-Cocktail - davon hätte ich noch einiges mehr trinken können.

Essen gehen als Foodblogger ist harte Arbeit. G. hält die Edamame-Cremesuppe fest.
Eine Reservierung im Zipang ist dringend empfohlen, auch, weil das Lokal sehr klein ist. Übrigens ist das Zipang auch im "Taste Twelve"-Restaurantführer enthalten, was heißt, dass ein Hauptgang kostenlos ist, wenn zwei Personen mit dem Restaurantführer essen gehen.

Wir sagen „Itadakimasu“ und kommen gerne wieder, auch, damit G. ihre Japanischkenntnisse auffrischen kann.

Unsere Weltkarte füllt sich langsam. Nächste Woche geht's nach Peking.
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Freitag, 26. September 2014

In Hamburg um die Welt - Österreich: Tschebull

Ins Tschebull wollten wir schon lange, aber irgendwie ergab es sich bislang nicht.

Letzten Freitag schauten wir dann mal ganz spontan, ohne Reservierung und vor dem Kino-Besuch vorbei und hatten Glück, einen Tisch in der Lounge zu bekommen.

Und ich sach noch so: "Nö, Kinners, reservieren tut nich not! Ischa unter der Woche." Also: Reservierung ist empfohlen, auch unter der Woche!

Im Tschebull wird österreichisch gekocht, modern und zeitgemäß.

Alexander Tschebull begann seine Ausbildung in Wien, ging nach Hamburg, von dort in die Welt und kehrte schließlich 1999 nach Hamburg zurück. Zehn Jahre später eröffneten seine Frau und er ein Restaurant unter eigenem Namen im wunderbaren Levantehaus in der Hamburger Altstadt.

Blick in die Lounge.
Blick auf unseren Tisch. In die leere Mulde vorne links kam später noch eine Erdäpfel-Topfen-Creme für wunderbar frisches Brot.
Nach einigem Hin und Her (nein, Foodblogger sind keine komplizierten Gäste - wir wären auch kompliziert, bloggte ich nicht) kam Folgendes auf den Tisch:

Große Schmankerlvariation mit Hummersuppe, Tafelspitz, Kalbstatar, Zucchinisalat, Kalbsklops, Thunfisch und einem Paté-Baumkuchen
Große Schmankerlvariation mit Hummersuppe, Tafelspitz, Kalbstatar, Zucchinisalat, Kalbsklops, Thunfisch und einem Paté-Baumkuchen.
Große Schmankerlvariation ohne Hummersuppe, Tafelspitz, Kalbstatar, Zucchinisalat, Kalbsklops, Thunfisch und einem Paté-Baumkuchen
Eierschwammerln mit Bergmajoran, Ofenkürbis und knusprigem Zwiebelstrudel (vegan)
Eierschwammerln mit Bergmajoran, Ofenkürbis und knusprigem Zwiebelstrudel (vegan).
Kärtner Kasnudeln mit Kräutertopfen, Nussbutter, Kopfsalat und Sommertrüffel (vegetarisch)
Kärtner Kasnudeln mit Kräutertopfen, Nussbutter, Kopfsalat und Sommertrüffel (vegetarisch).
Alt Wiener Tafelspitz mit Cremespinat, Apfelkren, Schnittlauchsauce und Röstkartoffeln
Alt Wiener Tafelspitz mit Cremespinat, Apfelkren, Schnittlauchsauce und Röstkartoffeln.
Gerne hätten wir auch noch das eine oder andere Dessert probiert, aber wir wollten ja noch ins Kino.

Wir sind sicher: Wir kommen wieder, mit Reservierung.

Die Idee hinter "In Hamburg um die Welt": Wir gehen auf eine kulinarische Weltreise, ohne unseren Heimathafen zu verlassen. Bislang waren wir kulinarisch zu Gast in Litauen, Spanien, Vietnam, Australien, Schottland und Schweden.

Nach LitauenSpanien,VietnamAustralienSchottland und Schweden geht's heuer nach Österreich..