Sonntag, 5. April 2015

Szenen einer Ehe: Oster-Brunch

Ostertisch mit Rüebli-Cupcakes
und Falschem Hasen.
Zwei Wochen vor Ostern.

Er: "Kommt deine Mutter eigentlich?"

Sie: "Wann?"

Er: "Sonntag."

Sie: "Wieso?"

Er: "Zum Brunch."

Sie: "Warum?"

Er: "Na, weil wir Ostersonntag die Mütter wieder zum Brunch einladen wollten?"

Sie: "Ach, wollten wir das?"

Eine Woche vor Ostern.

Sie: "Was essen wir jetzt eigentlich Ostern?"

Er: "Ich wollte einen Falschen Hasen machen. Oder ist das gemein? Meine Mutter hat doch letztens diesen verunfallten fabriziert, der ungenießbar war. Ich wollte ihr mal zeigen, wie man den richtig macht. Ist das sehr gemein?"

Ostertisch mit Rhabarber-Orangen-Creme.
Sie, ihrer Schwiegermutter liebevoll zugetan: "Och, nöö, is nich gemein. Mach ma."

Er: "Meine Mutter sagt, du musst den Rüeblikuchen machen."

Sie: "Okay, klar, mach ich, aber warum?

Er: "Weil du jetzt doch ihre Küchenmaschine hast."

Sie: "Äh ... okaaaay ... aber wer braucht denn eine Küchenmaschine zum Kuchenbacken?"

Er: "MEINE MUTTER!"

Einen Tag vor Ostern. Er renoviert seit dem Vortag Teile der Wohnung. Sie hält die Idee für suboptimal, muss die Wohnung doch schwiegermutterfein gemacht werden. Aber was weiß Sie schon?! Außerdem müssen beide noch einkaufen - für Ostern und überhaupt.

Bei der Einkaufsplanung.

Sie: "Wir brauchen auf jeden Fall Eierlikör."

Er: "Willst du Kikeriki servieren?"

Sie: "Könnt Ihr gerne trinken. Ich darf nicht. Ich muss Mudderns chauffieren."

Er: "Och, dann fülle ich Dir was in Deine Minni-Mouse-Trinkflasche, dann kannste auffem Rückweg schon mit dem Trinken anfangen."

Ostertisch. Das Geschirr ist übrigens
"Melitta Glöckchen", ein Erbstück von des
Gatten Großmutter und ihm sehr lieb.
Sie: "Soll ich zum Hackbraten 'ne Grüne Sauce machen?"

Er: "Gute Idee. Wir ham da nochen Glas Miracle Whip, das weg muss."

Sie: "In meine Grüne Sauce kommt bestimmt kein Miracle Whip!"

Er: "Doch, das muss! Das gibt der Sauce das gewisse Etwas! Deswegen heißt es ja Mirakel!"

Beim Einkaufen.

Er zeigt ihr eine Packung Heringssalat und fragt: "Rat' mal, für wen der ist?"

Sie: "Oh, Schatz, das ist aber lieb, dass du daran denkst, dass ich den gerne esse."

Er: "Ähm, nee, der ist für meine Mutter."

Ostern.

Beide haben viel zu wenig geschlafen. Er renovierte bis gegen Mitternacht, Sie kochte, buk und tischdeckte währenddessen. Bevor Sie ihren Chauffeurdienst aufnimmt, prägt Sie ihm ein, was noch zu machen ist. Er sieht das zwar besser als Sie, aber sicher ist sicher.

Als Sie mit Mudderns und Brötchen im Schlepptau zurückkommt, blitzt die Wohnung. Schwiegermutter ist schon da und sekttrinkend auf Inspektionstour. Sie bewundert die Ergebnisse der Renovierung und tritt dann in den Garten hinaus, der alles andere als frühlingsfein ist.Ratzfatz hat Schwiegermutter eine Handvoll welker Blätter gepflückt und gibt ihr Anweisung, was im Garten alles zu machen sei.

Blätterteighasen, gefüllt.
Sie scheucht die Damen an den Esstisch. Schwiegermutter nimmt hoheitsvoll Platz, lässt sich die Speisen erklären und verzieht mehrfach angeekelt das Gesicht angesichts einer wassergekühlten Butterdose oder der Buttercreme auf den Cupcakes. Butter ist des Teufels.

Während des Essens übertreffen sich beide Damen mit ihren Ernährungsweisheiten und Gebrechen. Sie bekommt Migräne und fragt sich, warum es eigentlich keine Senioren- und Intoleranzen-Quartette gibt. "Künstlicher Darmausgang sticht Hüftgelenk" oder "Glutenintoleranz sticht Reizdarm". Das wär doch sicherlich der Burner beim Seniorenkaffeeklatsch! Nur Bridge oder Canaster ist auf Dauer ja auch langweilig.

Irgendwann erklärt Er das Gabelfrühstück für beendet, scheucht Damen und kleines braunes Hundevieh in den nahegelegenen Park, damit sich alle mal auslüften können. Dann darf Sie wieder Chauffeurdienste übernehmen.

Nach der Schlacht: Erst mal was essen.
Als Sie nach Hause kommt, hat er schon wieder Klarschiff gemacht und hält ihr wortlos ein Glas "Kikeriki" hin.

Donnerstag, 2. April 2015

Karfreitags im Münsterland gibt es Struwen

In ihrem Buch "Phönixkinder" beschreibt Christine Drews Struwen, ein typisches Karfreitagsgericht aus dem Münsterland und vom Niederrhein, das ich bis dahin nicht kannte.

Struwen schmecken nicht nur Karfreitag, sondern auch im Sommer im Dänemark-Urlaub.

Struwen sind Hefepfannkuchen, die meistens mit Rosinen gegessen werden. Erstmals nachgewiesen werden Struwen in einer Urkunde aus dem Jahr 1090. In ihr bestimmte Bischof Erpho von Münster anlässlich einer Auseinandersetzung zwischen der Äbtissin und den Stiftsdamen des Klosters Freckenhorst, dass den Klosterfrauen an verschiedenen Feiertagen, so an Weihnachten, Ostern und Pfingsten, zum Abendessen eine Speise gereicht werden solle, die vom Volk allgemein „struva“ genannt werde. Da in späterer Zeit mit Struwen Pfannkuchen gemeint sind, kann dieses auch für die Zeit der Abfassung der Urkunde vermutet werden*.

Inzwischen sind Struwen ein reines Karfreitagsgericht. Im Christentum ist der Karfreitag ein strenger Fasttag, an dem außer Fisch nur das gegessen werden darf, was auf dem Halm wächst. Kompott oder ähnliches als Beilage sind daher eigentlich nicht angebracht.

Bis heute servieren viele Restaurants im Münsterland an Karfreitag die traditionellen Pfannkuchen. In den allermeisten Fällen muss man schnell sein und reservieren, um einen Platz zu bekommen. Oder mensch backt zu Hause Struwen. Das geht ganz einfach.

Dieses Rezept nimmt teil an Shermins Dauer-Event "Lesehunger".


Struwen

Zutaten für 2 - 3 Portionen:

3 EL Rosinen
2 EL Rum 
300 g  Mehl
200 ml Milch, lauwarm
20 g Hefe (also 1/2 Würfel)
1 EL Zucker
1 Ei
1 Prise Salz
Fett zum Ausbacken

Zubereitung

Die Rosinen über Nacht oder ein paar Stunden im Rum einlegen.

Die Hefe mit etwas lauwarmer Milch aufgehen lassen.

Das Mehl in eine Schüssel sieben und alle Zutaten, einschließlich der aufgegangenen Hefe, hinzugeben und mit der restlichen lauwarmen Milch anrühren. Der Teig sollte sich seidig anfühlen, also ggf. etwas mehr Mehl oder Flüssigkeit zugeben.

Der Teig sollte mindestens 1 Stunde gehen, also sein Volumen deutlich vergrößern.

Ist der Teig gegangen, das Fett in einer Pfanne erhitzen - es sollte so viel Öl sein, dass die Struwen schwimmen können. Den Teig esslöffelweise in das heiße Fett geben und backen - nicht zu schnell, damit die Struwen nicht zu dunkel werden.

Struwen im Werden.
Die fertigen Struwen warmhalten, bis alle fertig gebacken sind, dann servieren.

Dazu schmecken Zimt und Zucker, oder, wenn man nicht fastet, Sahne, Vanilleeis, Apfelkompott, Marmelade oder Chutneys.

* siehe Wikipedia

Affiliate link zum Buch von Christine Drews

Dienstag, 31. März 2015

Rüebli-Cupcakes

Rüebli-Kuchen gehört für den Gatten zu Ostern dazu. In diesem Jahr wünschte er sie sich als Cupcakes mit quietschfarbenem Frosting.

Kann er haben.

Cupcake mit Zuckerwerk und Frosting.
Rüebli-Cupcakes

Zutaten für ca. 24 Stück (oder eine 26er Springform):

5 Eier
250g brauner Zucker
250g Wurzeln (Rüebli)
250g gemahlene Mandeln
1 Zitrone, heiß abgewaschen, Schale und Saft davon
80 g Mehl
1 EL Backpulver
1 Prise Salz
guter Schluck Eierlikör

Viele, viele Cupcakes.
Zubereitung:

Eier trennen.

Eigelb und Zucker schaumig rühren. Eierlikör einrühren.

Wurzeln fein raffeln, Mandeln, dem Saft und der Schale einer Zitrone dazugeben.

Mehl und Backpulver dazusieben.

Eiweiß steif schlagen und mit dem Salz unter die Masse ziehen.

Für Cupcakes: Die Masse auf 24 Muffinförmchen verteilen und bei 180°C (Umluft) ca. 20 Minuten backen. Abkühlen lassen.

Für einen Kuchen: Die Masse in eine gut gefettete, bemehlte Springform füllen und 180°C (Umluft) ca. 50 min backen. Abkühlen lassen.

Unter dem Frosting ist der Cupcake.
Frosting

Zutaten für 24 Cupcakes:

165 g Butter
165 g weißer Zucker
Vanillepulver oder Vanillemark
300 g Frischkäse
Lebensmittelfarbe nach Wahl
Allerlei Zuckerwerk zum Verzieren

Zubereitung:

Butter und Zucker weiß schlagen - das kann bummelig zehn Minuten dauern, also Geduld!

Vanille, Frischkäse und Lebensmittelfarbe schnell, aber gründlich einrühren.

Frosting ca. 10 Minuten kaltstellen, dann auf die Cupcakes oder den Kuchen bringen und mit allerlei buntem Zuckerwerk verzieren.

Quelle für Kuchen / Cupcakes: Birds like cake

Blick in die volle Cupcake-Pracht.
Affiliate links zu meinen Muffinförmchen mit Füßen:

Freitag, 27. März 2015

Big Black Blind: Die neuen Spiegelau Craft Beer-Gläser stellen sich vor

Ein besonderes Event dachte sich der bayerische Glashersteller Spiegelau aus, um im Rahmen der Internorga seine neuen Craft Beer Gläser vorzustellen: Eine Blindverkostung mit Bier-Roulette!

Einstimmung auf den Abend.
Mit dem Ziel, die Glasformen zu finden, die den komplexen Geschmacksprofilen der handwerklich gebrauten Sorten India Pale Ale (IPA), Stout und American Wheat Beer am besten gerecht werden, wurden in Workshops eine große Anzahl Glasformen getestet. Während diesen intensiven Workshops mit den Brauern wird die Form der Gläser optimiert, um die Aromen und das spezifische Geschmacksprofil des jeweiligen Bierstils hervorzuheben. Spiegelau folgt damit bei der Glasentwicklung dem Grundsatz „Form follows Function“.

Die Craft Beer-Gläser zur Blindverkostung stehen bereit.
Den Experten zufolge gelingt es, dank der von ihnen erprobten und speziell auf die Biersorte abgestimmten Glasformen, die Aromen an Nase und Zunge balanciert weiterzugeben sowie Geschmack und Textur der Biere optimal herauszuarbeiten.

Getreu seiner Wurzeln in der traditionellen bayerischen Handwerkskunst hat Spiegelau diese einzigartigen, funktionellen Gläser für Craft Biere entwickelt, um bei jedem Schluck einen besonderen Genussmoment zu erreichen.

Die Einsätze werden gemacht. 
Während eines vergnüglichen Abends im Brauhaus "Altes Mädchen" hatten wir die Gelegenheit, die drei neuen Glasformen mit Ratsherrn Bier auf Herz und Nieren zu testen.

Mir gefallen sie in puncto Haptik und Optik sehr gut, viel besser als bespielsweise die hochstieligen Gläser, in denen Craft Beer im "Alten Mädchen" oft serviert wird. Die erinnern mich einfach zu sehr an Weingläser, sind mir zu fein. Bier ist für mich immer noch ein derbes Getränk, da finde ich hochstielige Gläser unpassend.

Neben der Präsentation der neuen Gläser war ein Bier-Roulette mit den Biersommeliers von Kiesbye der Höhepunkt des Abends. Hierbei kamen schwarze Craft Beer-Gläser zum Einsatz, so dass Farbe, Schaum und Klarheit des Bieres nicht zu erkennen waren.

Manche sahnten ordentlich ab.
Jedes Bier wurde erst im "falschen" Glas ausgeschenkt, dann im "richtigen". Es galt also, Geruch, Geschmack und Aromen wahrzunehmen und in Worte zu fassen.

Ich war erstaunt, dass mir das nach zweieinhalb Jahren Trainings immer besser gelingt, denn bei der Franz-Runde 2012 konnte ich noch kaum etwas schmecken. Diesmal schluck ich mich gar nicht schlecht, schmeckte viele Aromen heraus.

Die neuen Craft Beer-Gläser von Spiegelau im Überblick (Copyright / Quelle: Spiegelau)
Vielen Dank an Spiegelau für einen inspirierenden Abend!

Donnerstag, 26. März 2015

Kaffee-Marzipan-Kranbeeren-Pralinen

Suchst Du noch ein Mitbringsel für die Ostertage? Dann sind diese Pralinen prima, denn sie sind schnell gemacht.

Keine Sorge, wenn Du keine Pralinengabel und kein Pralinengitter* hast – habe ich auch nicht. Stattdessen kannst Du auch einen Schaschlikspieß und ein Kuchengitter oder das umgedrehte Backofenrost nehmen.

Kaffee-Marzipan-Kranbeeren-Pralinen, bereit zum Verschenken.
Kaffee-Marzipan-Kranbeeren-Pralinen vor dem Schokoladenbad.
Kaffee-Marzipan-Kranbeeren-Pralinen

Zutaten für ca. 25 Pralinen:

20 ml Lauterer Luft* (Kaffeelikör)
3 TL Espressopulver (Instant)
200 g Marzipanrohmasse
50g getrocknete Kranbeeren (plus ca. 25 Kranbeeren zum Verzieren)
200 g Kuvertüre (oder andere Schokolade)

Zubereitung:

Den Kaffeelikör in ein Glas geben und in der Mikrowelle erhitzen. Den Instantkaffee dazu geben und im Likör auflösen.

Die Marzipanrohmasse in Würfel schneiden und in eine Schüssel geben. Kaffee-Likör-Mischung unter das Marzipan kneten.

Kranbeeren grob zerkleinern und ebenfalls unterkneten (Achtung: Die zum Verzieren bleiben ganz!).

Die Masse zu einer Kugel formen, luftdicht in Klarsichtfolie einwickeln und eine Stunde bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Die Marzipanmasse in gleich große Stücke teilen und diese zu Kugeln formen. Die Kuvertüre in einem Topf bei mittlerer Hitze unter Rühren schmelzen lassen. Die Marzipankugeln nacheinander mit einer Pralinengabel hineintauchen und anschließend auf einem Pralinengitter abtropfen und trocknen lassen.

Jede Praline direkt nach dem Überziehen mit Kuvertüre mit einer Kranbeere dekorieren, dabei die Einstichstellen der Pralinengabel kaschieren.

Quelle: Sugar and Spice

* Affiliate links

Mittwoch, 25. März 2015

Rezension: "Tödlicher Gruß" von Vincent Voss (eBook)

Tödlicher Gruß (eBook) (Front-Cover)Eigentlich möchte ich auf diesem Blog nur noch Kochbücher rezensieren und alle anderen Rezensionen auf dem Zweitblog schreiben, aber da ich mich für zwei Titel bei "Blogg dein Buch" noch mit diesem Blog bewarb, erfolgt hier noch eine Krimi-Rezension.

Wobei: "Tödlicher Gruß", erschienen als eBook bei Bastei, ist ja kein Krimi, sondern ein Thriller. Was ist das eigentlich der Unterschied? Egal - ich nehme mal das Fazit vorweg und sage: "Tödlicher Gruß" von Vincent Voss ist enorm spannend und hat Potential für mehr!

Zum Inhalt: Mitten in der Nacht wird der junge Bestatter Armin Weidener zu einem Unfallort gerufen. Während der Notarzt noch versucht, das Leben der verunglückten Frau zu retten, bemerkt Armin, dass aus dem Radio des Unfallwagens immer wieder ein und derselbe Song ertönt.

Als zwanzig Jahre später eine Leiche aus Armins Kühlhalle verschwindet, hört er wieder diesen Song. Zunächst hält Armin alles für einen blöden Streich. Doch schon bald muss er erkennen, dass ihn jemand in eine tödliche Falle locken will. Jemand aus seiner Vergangenheit. Um sich und seine Familie zu schützen, muss er einer blutigen Spur folgen …

"Tödlicher Gruß" spielt im nördlichen Hamburger Umland, in Norderstedt, so dass viel Lokalkolorit aufkommt. Voss hat eine abwechslungsreiche berufliche Laufbahn hinter sich, arbeitete unter anderem wie sein Protagonist selbst als Bestatter. Diese Berufsgruppe zu einem Hobby-Detektiv zu machen, finde ich ziemlich originell.

Wenn ich mich um ein Rezensionsexemplar bewerbe, achte ich auf den Inhalt, nicht auf den Umfang. Daher war ich sehr verblüfft, als ich nach dem Download feststellte, dass das Buch nur 93 Seiten hat. Umso gespannter war ich, wie Voss den Plott auf den wenigen Seiten unterbringt.

Kurz gesagt: Vincent Voss schafft es, mit wenigen Worten viel zu sagen.

Das Buch ist eine ideale literarische Zwischenmahlzeit. Trotzdem bleibt es für mich eher ein Appetithäppchen. Ich hätte mir gewünscht, dass das Buch länger ist, dass die Charaktere mehr Platz haben, sich zu entwickeln, dass die Motivation des Täters stärker ausgeleuchtet wird.

"Tödlicher Gruß" liest sich flüssig weg, ist konstant spannend, oft ein wenig atemlos, wie im Zeitraffer und nahm mich gefangen. Die Handlung nimmt immer wieder unerwartete Wendungen. Manches, wie zum Beispiel die sexuellen Vorlieben des Täters, werden nur angerissen. So wird zwar klar, was den Täter erregt, er selbst agiert aber im Verborgenen, sein Motiv lässt sich nur erahnen.

Am Ende, so viel sei verraten, lässt Voss vieles offen, was Platz für eine Fortsetzung lässt. Und die würde ich mir tatsächlich wünschen, weil vieles eben nur angerissen wird, manche Fragezeichen bleiben.

Verlagsangaben zum Buch: Vincent Voss, Tödlicher Gruß / eBook / Bastei Entertainment 2014 / ISBN: 978-3-7325-0387-2 / 93 Seiten, 2,99 €

Danke an Verlag und BdB für das Rezensionsexemplar.

Montag, 23. März 2015

Rezension: Das Hörbuch "Ostfriesenwut" , der 9. Fall für Ann Kathrin Klaasen, von Klaus-Peter Wolf

Ostfriesenwut (Hörbuch) (Front-Cover)Eigentlich möchte ich auf diesem Blog nur noch Kochbücher rezensieren und alle anderen Rezensionen auf dem Zweitblog schreiben, aber da ich mich für zwei Titel bei "Blogg dein Buch" noch mit diesem Blog bewarb, gibt es hier heute und morgen noch je eine Krimi-Rezension.

Den Auftakt macht "Ostfriesenwut", der neunte Fall für die Nordener Ermittlerin Ann Kathrin Klaasen und ihr Team, geschrieben von Klaus-Peter Wolf. Zur Rezension erhielt ich das Hörbuch, gelesen vom Autor, das bei Jumbo erschien. Dafür vielen Dank an Blogg dein Buch und den Verlag.

Ich kannte diese Reihe bislang nicht, kam aber leicht rein, auch wenn die Charaktere nicht lange vorgestellt werden, die geneigte Leserin quasi ins kalte Wasser geworfen wird und schwimmen muss. Irgendwann erschließen sich aber die Verbindungen zwischend en Figuren. Richtig warm wurde ich aber weder mit Ann Kathrin Klaasen noch mit einem der anderen Ermittler. Ob ich die Vorgängerbände noch lesen werde, weiß ich daher noch nicht.

Zum Inhalt: In Leer wird eine junge Frau tot aus einem Weiher gefischt. Erste Spuren führen Ann Kathrin Klaasen zum Freund der Toten. Doch merkwürdig: In der gesamten Wohnung findet sich kein einziger Hinweis auf die Identität des Mannes. Könnte es sein, dass hier einer im Verborgenen lebt und agiert? Klaasen sticht mit ihren Ermittlungen in ein Wespennest und soll daraufhin zum Schweigen gebracht werden. Zudem droht ein Erpresser damit, das Trinkwasser der Region Ostfriesland zu vergiften.

Die Inhaltsangabe macht schon deutlich, was mir an dem Buch nicht so gefiel: Es ist überfrachtet. Den Schlenker zum vergifteten Trinkwasser und die damit einhergehenden Verwicklungen hätte Wolf meiner Meinung nach ruhig weglassen können.

Nach knapp sechs Stunden Lesezeit gelingt es dem Autor zwar, alle Handlungsstränge zusammenzuführen und alle Bösewichte verhaftet zu bekommen, aber ich hatte das Gefühl, er legte dann selbst nur noch Wert darauf, die Handlung zu Ende zu bringen und zaubert Verbindungen oder Mordmotive aus dem Hut. Hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen. Allerdings ist das Hörbuch auch gekürzt - in der gedruckten Ausgabe mögen sich die Handlungsstränge geschmeidiger aneinander fügen.

Da ich die Protagonisten noch nicht kannte, da es wie gesagt mein erster Krimi aus dieser Reihe war, verlor ich gelegentlich den Überblick, wer zu wem gehört und warum, wer gut ist und wer böse. Teilweise beschlich mich das Gefühl, dass auch der Autor den Überblick verlor.

Dafür stellten sich aber bei mir auch nicht die Verschleißerscheinungen ein, die andere Rezensenten bemängeln. Für mich waren alle Personen und Örtlichkeiten erst mal neu, das Lokalkolorit sympathisch. Aber vielleicht macht es sich auch hier wieder bemerkbar, dass das Hörbuch gekürzt ist.

Insgesamt fand ich "Ostfriesenwut" durchaus spannend, zum Ende hin, als sich die Freunde aufmachen, um Ann Kathrin Klaasen zu retten, sogar komisch. Ich hörte das Buch auf dem täglichen Weg zur Arbeit und blieb gelegentlich ein bisschen länger im Wagen sitzen, um zu wissen, wie es weitergeht.

"Ostfriesenwut" packte mich also durchaus, aber nicht so sehr, dass ich gleich alle davor erschienenen Bände lesen möchte. Da bei "Ostfriesenwut" der Autor selbst liest und kein ausgebildeter Sprecher, empfehle ich, vor dem Kauf auf der Verlagsseite mal reinzuhören, ob Du Dich mit seinem Lesestil anfreunden kannst.

Verlagsangaben: Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenwut, Der neunte Fall für Ann Kathrin Klaasen / Interpret: Klaus-Peter Wolf / 4 CDs / Gesamtspielzeit: 05:51:41 / ISBN 978-3-8337-3383-3 / € 19,99 UVP

Affiliate links zu den anderen Büchern Klaus-Peter Wolfs

Samstag, 21. März 2015

Rückblick: Wochenplan in KW 12 und Gespensterbrötchen

Wir kochen weiterhin ziemlich einfach, sind beide zu schlapp für großartige kulinarische Abenteuer.

Dem Gatte geht es gesundheitlich zwar ein ganz klein wenig besser - die Phase, in der der Arzt sagte, er habe Glück, wenn er am nächsten Morgen noch aufwacht, scheint überstanden - aber dafür macht mir das dusselige Burn Out wieder mehr zu schaffen. Ein richtig langer Urlaub ohne Sorgen um den Gatten wäre mal schön ...

Die strenge Trennkost-Eiweiß-Ernährung abends haben wir schnell aufgegeben. Da ich weniger Kohlenhydrate brauche als der Gatte, werde ich damit wohl wieder automatisch anfangen, wenn der Gatte zur Kur gefahren ist.

Bis dahin richtet sich der Speiseplan auch im Wesentlichen nach dem Gatten, der immer noch unter starker Appetitlosigkeit leidet. Aber wenn er auf Kur ist, koche ich mir alle die Gerichte, die ich sonst nicht mache.

Mittagessen im Büro.
Sonnabend gab's Nudeln mit Bolognese. Der Gatte kocht von der Sauce ja immer gleich einen Zehn-Liter-Topf voll und friert sie portionsweise ein - sehr praktisch. Für mich blieb auch noch ein Rest für Sonntag.

Montag kochte der Gatte einen seiner geliebten Eintöpfe, diesmal mit frischen Bohnen. Den gab's für ihn auch am Mittwoch (und ein paar Portionen wanderten in den Tiefkühler) - für mich fiel das Abendessen aus: Ich fiel nach der Arbeit gleich ins Bett.

Dienstag gab's endlich mal ein Trennkost-Eiweiß-Rezept, das dem Gatten schmeckte und ihn sättigte: Überbackene Tomaten mit Beefsteakhack und Currysauce.

Donnerstag machte der Gatte Shrimps in Tomatensauce zu Nudeln. Damit wären dann die TK-Shrimps auch aufgebraucht. Langsam aber sicher wird der Küchentiefkühler leer. Muss ja auch mal sein.

Freitag sollte es eigentlich Eiweiß-Kost geben: Seeteufel auf Sauerkraut mit Weintrauben. Nur wie so oft war dem Gatten mal wieder nicht nach Fisch. Es gab Sauerkraut, Kartoffelstampf und Rostbratwurst.

Freitag kaufte ich zudem das Brot für's Wochenende beim Hansebäcker. Da gab's gerade mal wieder schwarze Brötchen. Von denen hatte ich vor einiger Zeit schon auf meiner FB-Seite berichtet. Da einige nach einem Foto fragten, habe ich mir noch mal ein Brötchen geholt und fotografiert.

"Gespenterbrötchen" vom Hansebäcker.
"Gespensterbrötchen" aufgeschnitten. Gefärbt wird mit Pflanzenkohle.
"Gespensterbrötchen" mit vegetarischem Aufstrich.
Geschmacklich unterscheiden sich die "Gespensterbrötchen" nicht von den anderen Hansebäcker-Brötchen. Sie schmecken einfach lecker. Aber sie ziehen auf jeden Fall die Blicke auf sich. Chefin, immer aktuell in puncto "Functional Food", guckte entgeistert auf meinen Teller und fragte, ob sie jetzt auch Asche essen müsste, weil sie gesund sei.

Ich konnte sie beruhigen.