Donnerstag, 22. Juli 2010

Der Hammer gegen Hochsommer-Hitze: Holunderblüten-Gurken-Granità

Okay, ich halte es heute mal mit Herrn Churchill: „Was schert mich mein Geschwätz von gestern?!“ Heute gibt es schon wieder was mit Gurke. Als ich nämlich dieses Holunderblüten-Gurken-Granità bei Valentine Warner sah, faszinierten mich Kombi und Farbe.


Ob das wohl schmeckt?

Ja. Tut es. Ein wenig seltsam. Etwas gewöhnungsbedürftig. Aber es schmeckt. Sogar nach mehr. Und das sage ich, die keine Gurken mag! Ich darf nur nicht das Gurkenwasser zu früh probieren. Brrrr. Mein Gesicht sieht dann vermutlich so aus wie das des Gatten, wenn ich ihm die Kochvorschläge für die kommende Woche unterbreite. Aber wenn es mit genügend Holunderblütensirup vermischt ist, ist es lecker. Wo es also in Valentine Warners Kochbuch “What To Eat Now: Spring & Summer”, aus dem das Rezept ist, heißt „[…] add a bit more cordial if you can’t taste the elderflower.“, heißt es folglich bei mir: Add cordial until you can’t taste the cucumber anymore. Die Gurke ist dann zwar noch zu riechen, aber das ist erträglich …

Ich behaupte sogar keck: Diese Granità schlägt alles, was zurzeit in Blogs als Sommer-Erfrischung unterwegs ist! Vergesst Melonensorbetsslushssmoothies! Vergesst Ben & Jerry-Eis! Vergesst Kirschkaltschalen!

Die Aromen dieser Granità sind der Hammer!
Den Gatten hauten sie glatt um. Als er den Geschmack wieder aus dem Mund raus hatte und laut im Treppenhaus zeternd beim Müllraustragen sämtliche Nachbarn wissen ließ, was seine Frau mal wieder in der Küche verbrochen hatte, stand seine Meinung fest, dass alle britischen Köche pervers seien. Und die Gattin völlig durchgeknallt ist. Selbige wurde angewiesen, fürderhin nur noch Erdbeeren, Pfirsiche oder Orangen zu Granità zu verarbeiten.

Wie langweilig.

Da mache ich lieber noch eine zweite Portion Holunderblüten-Gurken-Granità. Für mich ganz alleine. Na gut, eine geben ich ab. Zumindest virtuell.

Holunderblüten-Gurken-Granità

Zutaten für 2 Portionen:

1 Gurke
½ Zitrone (besser noch 1 Limone, aber die sind im Hamburger Westen selten zu bekommen)
100 ml Holunderblütensirup (ggf. auch mehr)

Zubereitung:

Die Gurke schälen, in Stücke schneiden und pürieren. Gurkensaft durch ein Sieb passieren. Zitronensaft und Holunderblütensirup dazu geben. Alles gründlich durchrühren und abschmecken. Evtl. noch mehr Sirup zugeben.

Die Flüssigkeit in eine flache Schale mit Deckel geben und in den Tiefkühler stellen (notfalls geht auch das 3-Sterne-Fach des Kühlschranks, aber da dauert der Gefriervorgang sehr lange). Nach zwei Stunden mit einer Gabel durchrühren, dabei Gefrorenes an Boden und Wänden abkratzen. Vorgang nach je einer Stunde noch zwei, drei Mal wiederholen. Wenn die Granità die gewünschte Konsistenz hat, im Glas servieren. Reste einfach in der geschlossenen Schale aufbewahren und bei Bedarf die gewünschte Portion abkratzen.

1 Kommentar:

Ein Kommentar, wie schön! Ich bemühe mich, alle Kommentare zu beantworten. Allerdings kann das manchmal etwas dauern - das Leben neben dem Blog, Du verstehst. Wenn Du Dich durch eine Sicherheitsabfrage quälen musst oder der Kommentar erst moderiert wird, heißt das, dass es gerade viele Spamkommentare gibt. Last but not least: Ich behalte mir vor, einzelne Kommentare zu löschen. Für die Löschung von Kommentaren, die zu kommerziellen Webseiten führen, stelle ich dem Webseiteninhaber 200 Euro in Rechnung.