Freitag, 15. Oktober 2010

Wassernabel-Getränk (Foco Canned Pennywort Leaves Drink)

Der Gatte brauchte eine neue Flasche Hühnerfleisch-Marinade, also fuhren wir in die Stadt, zu Vinh-Loi. Ich komme zwar regelmäßig an dem Geschäft vorbei, war aber noch nie drin – ein schwerer Fehler, wie sich herausstellte. Muss ich erwähnen, dass es nicht nur bei der einen Flasche blieb? Gut, der Laden riecht merkwürdig. Gut, meine Schwiegermutter würde für Desinfizieren, Abbrennen und Neubauen plädieren. Aber die Auswahl ist klasse. Dementsprechend landete dann auch manches im Korb, das ich nicht kenne.

Wie das Wassernabel-Getränk zum Beispiel.Die Netz-Recherche ergab, dass Wassernabel eine Sumpfpflanze ist, die auch bei uns wächst – aber hier wohl weder gegessen noch getrunken wird. Anders als im asiatischen Raum. Indischer Wassernabel beispielsweise ist in der ayurvedischen Medizin und traditionellen chinesischen Medizin sehr beliebt. Das Pflänzchen soll ein wahres Wundermittel sein mit antibiotischer, antimykotischer und zytostatischer Wirkung. Außerdem soll es den Blutdruck senken, die Wundheilung fördern, die Haut straffen und das Gedächtnis stärken. Die Kosmetikindustrie hat es auch schon lange für sich entdeckt.

Hm.

Meine Dose kommt laut Aufschrift aus Thailand, enthält aber nur englische und spanische Informationen (neben dem obligatorischen Aufkleber für den deutschen Markt). 350 ml enthalten 40 % Extrakt des asiatischen Wassernabels, Zucker und Zitronensäure.

Farbe und Geruch erinnern an starken Mate. Das Getränk riecht grasig, wie Heu. Auch der Geschmack geht Richtung Mate, Gras, Heu. Eigentlich nicht schlecht. Wäre da nicht diese fiese Süße. Die übrigen 60 % der Inhaltsstoffe müssen Zucker sein. Ich wird’s also bei diesem einen Versuch belassen – schlichtes Wasser sorgt auch für gestraffte Haut und gestärktes Gedächtnis.

Wenn Ihr allerdings möchtet, besorge ich ein paar Dosen zur allgemeinen Verkostung im Rahmen unseres Asia-Express-Hamburg kocht!-Treffens ;o)

Kommentare:

  1. Es riecht da nach beutzten Windeln, oder? Haben wir jedenfalls neulich festgestellt und konnten uns das nicht wirklich erklären. Schonmal die geschmorten Hühnerfüße probiert? Ich werde darüber berichten, sobald Gras über meine Abenteur mit Fury gewachsen ist.

    AntwortenLöschen
  2. Es ist lange her, dass ich benutze Windeln roch, aber merkwürdig ist der Geruch auf jeden Fall. Im Lokal daneben riecht es nicht so, aber insgesamt sind die Häuser ja ziemlich heruntergekommen, liegt vielleicht auch daran.

    Nee, die geschmorten Hühnerfüße hatte ich noch nicht. Bin gespannt auf Deinen Bericht. Abenteuer mit Fury? Schlechtes Pferd gegessen?

    AntwortenLöschen
  3. Nein, ganz und gar nicht. Nur ging mein Bericht dazu einigen gegen den Strich und zeigt mir einmal mehr, dass Carnivoren potentielle Beute nach mindestens zweierlei Maß bemessen und auswählen. ;-)

    AntwortenLöschen
  4. Ah, verstehe. Niedliche Tiere isst man nicht ... Die Pferdefleisch-Diskussion haben wir zu Hause auch. Dabei will der Gatte unbedingt mal echten Sauerbraten essen. Scheitert bislang am Pferd ...

    AntwortenLöschen

Ein Kommentar, wie schön! Ich bemühe mich, alle Kommentare zu beantworten. Allerdings kann das manchmal etwas dauern - das Leben neben dem Blog, Du verstehst. Wenn Du Dich durch eine Sicherheitsabfrage quälen musst oder der Kommentar erst moderiert wird, heißt das, dass es gerade viele Spamkommentare gibt. Last but not least: Ich behalte mir vor, einzelne Kommentare zu löschen. Für die Löschung von Kommentaren, die zu kommerziellen Webseiten führen, stelle ich dem Webseiteninhaber 200 Euro in Rechnung.