Sonntag, 9. Januar 2011

Neujahrsmenü 2011: Sunday Roast - Rinderfilet mit Yorkshire-Pudding

Ein klassischer Sunday Roast war der Hauptgang unseres Neujahrsmenüs nicht, gehören dazu doch neben Fleisch und Yorkshire-Pudding auch Kartoffeln und Gemüse; alles mit dem Fleisch im Ofen gegart. Die Beilagen waren uns im Rahmen eines Menüs zu viel, die Yorkshire-Puddings reichten völlig aus. Eigentlich sollte es noch einen Salat dazu geben, aber da ich erst um 13 Uhr in die Küche kam und sie nur bis 17 Uhr für die Zubereitung von Suppe, Dessert, Cookies und Yorkshire-Puddings nutzen konnte, weil danach der Gatte sich voll und ganz dem Fleisch widmen musste, schaffte ich den Salat nicht mehr … Ganz klar: Wir brauchen zwei Küchen ;o)

Ebenfalls unklassisch ist, dass es bei uns weder Senf noch Meerrettich zum Fleisch gab, sondern Watermelon Pickles, Zwetschgenchutney mit Orange, Apfel-Thymian-Marmelade und HP Sauce

Da wir das Rindfleisch gerne im Niedertemperaturverfahren garen, mussten die Yorkshire-Puddings vorgebacken werden – traditionell garen sie unter dem Fleisch, so dass Fett und Fleischsaft auf sie tropfen. Traditionell gehört auch Rindernierenfett in den Teig, dafür kein Muskat, muss der Teig 30 Minuten ruhen. Nun ja, manchmal sind Traditionen dazu da, um gebrochen zu werden ;o)

Das Fleischrezept ist übrigens vom Gatten, der sich nie merkt, wie das, was auf dem Teller ist und lecker schmeckt, zustande kam und, gefragt nach dem Rezept, selbst Sekunden nach dem Servieren nur entnervt antwortet: „Och mööönsch, woher soll ich das denn jetzt noch wissen?!“ Bohre ich dann weiter, frage gar nach Zutaten, kommt nur ein grummeliges „Na, alles, was da so rum stand!“ Klasse! Dafür beschwert er sich ständig, dass ich nicht das blogge, was er kochte. Die Logik, dass das nur geht, wenn er sich wenigstens mal rudimentär ein Rezept merkt, entzieht sich seinem Verständnis. Ich hoffe, ich habe aus seinen rudimentären Angaben ein komplettes Rezept machen können.

Das Fleisch ist etwas mehr als medium gegart - die Gästinnen kamen nicht nur eine Viertelstunde zu spät, sondern konnten sich auch nicht vom Sektglas lösen, so dass wir eine Dreiviertelstunde hinter dem Zeitplan waren ... 

Sunday Roast - Rinderfilet mit Yorkshire-Pudding

Zutaten für 6 Portionen:
Für die Yorkshire-Puddings:
250 g Mehl
250 ml Milch
1 Ei
1 Prise Salz
1 Prise Muskatnuss, gemahlen

Für das Filet:
1,5 kg Rinderfilet
400 ml Rinderfond
Rotwein
Stärkemehl
Salz
Pfeffer

Den Backofen auf 220 Grad (Umluft) vorheizen. Das leere Muffinblech auf die oberste Schiene stellen und richtig heiß werden lassen – das ist notwendig, damit die Yorkshire-Puddings nachher richtig aufgehen und das typische Loch in der Mitte bilden.

Mehl, Milch, Ei, Salz und Muskatnuss zu einem flüssigen Teig verrühren. Das heiße Muffinblech aus dem Ofen nehmen und die Vertiefungen mit reichlich Öl auspinseln. Den Teig in die Vertiefungen gießen. Das Öl lagert sich als Film auf dem Teig ab – das soll so ;o) Das Muffinblech sofort wieder auf die oberste Schiene geben und etwa eine Viertelstunde backen, bis die Puddings goldgelb aufgegangen sind. Herausnehmen und beiseite stellen.

Den Backofen auf 80 Grad (Umluft) vorheizen (Ofenthermometer zur Temperaturprüfung verwenden). Das Rinderfilet in der Pfanne rundum anbraten, in eine passende ofenfeste Form legen, ein Fleischthermometer hineinstecken und alles in den Ofen geben. Etwa zwei Stunden garen, bis das Fleisch eine Kerntemperatur von 65 Grad erreichte. Etwa 15 bis 20 Minuten vor Ende der Garzeit das Muffinblech mit den Yorkshire-Puddings ebenfalls in den Ofen geben zum Aufwärmen.

Fleisch aus dem Ofen nehmen und mit Alufolie abgedeckt ruhen lassen. Rinderfond mit einem guten Schuss Rotwein in einem Topf erhitzen, etwas einkochen lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit dem Stärkemehl binden. Noch mal aufkochen lassen.

Auf jeden Teller einen Saucenspiegel geben. Yorkshire-Puddings aus der Muffinform nehmen und auf die Teller verteilen. Fleisch in Scheiben schneiden und ebenfalls auf die Teller verteilen.

Kommentare:

  1. Das Problem mit den kochenden Herren kenne ich auch ;-)

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  2. Traditionen sind definitiv da, um gebrochen zu werden.

    Sieht alles lecker aus und animiert zum Nachmachen - vielleicht schaff' ich's ja bis nächsten Silvester ;-)

    Danke für's Teilen!

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  3. Hmmm, das finde ich fein. Und weil es mir bei Dir überhaupt gut gefällt, habe ich Dir heute den Blog-Award verliehen :-)
    http://spicisi.blogspot.com/2011/01/liebster-blog.html

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  4. @ Sivie,
    eine Küche ist definitiv zu klein für zwei ;o)

    @ mitch,
    so ein Filet muss es ja nicht nur zu Silvester geben ;o)

    @ Isi,
    danke schön! Hat mich sehr gefreut!

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