Freitag, 12. August 2011

Schnatter-Speck mit Salat

In einem unserer Südtirol-Urlaube wohnte mit uns im Hotel eine Nord-Rhein-Westfälin Rheinländerin samt Gatten. Ihn nahm man kaum wahr. Sie hingegen verbreitete lautstark zum Frühstück und zum Abendessen ihre Lebensweisheiten. Ich finde so was ja meistens ausgesprochen amüsant, während mein Gatte meistens genervt abschaltet. Ihrer vermutlich auch. Eine Äußerung der Dame blieb meinem Gatten und mir aber nachhaltig im Gedächtnis: Madame erzählte beim Frühstück allen, die es nicht hören wollten, heute wolle man nach Lana, um den Schnatterspeck-Altar zu besichtigen. Mein Gatte prustete den Kaffee über den Tisch. Leider über unseren. Was so ein kleines S zu viel doch anrichten kann. Der besagte Künstler heißt nämlich Schnatterpeck.

Der Schnatterspeck aber wurde bei uns zum geflügelten Wort. Wenn ich mal wieder friere, fragt der wolldeckenbringende Gatte gerne: "Na, Schatz, Schnatterspeck?" Und wenn ich an kalten Sommertagen Salat mit Speck serviere, kommentiert der Gatte: "Ah, Schnatterspeck." Dabei schnatterte der Speck gar nicht. Dem wurde in der Pfanne nämlich richtig heiß. Und der Esser schnattert auch nicht. Der Salat wird nämlich lauwarm serviert und ist mein Beitrag zum monatlichen Event bei Zorra Kochtopf, diesmal organisiert von Chef Hansen.
Blog-Event LXX - Ran an den Speck (Einsendeschluss 15. August 2011)

Ich mache Salat ja gerne aus der Lamäng, dementsprechend gibt es hier mal wieder keine Mengenangaben.

Kartoffeln kochen. Währenddessen gewürfelten Speck in eine unbeschichteten Pfanne geben und auslassen. Zwiebeln würfeln, zum Speck geben und beides goldbraun und knusprig braten. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Wasser und Essig in die Pfanne geben, aufkochen lassen und den Bratensatz los kochen (ggf. mit einem Schneebesen nachhelfen). Einköcheln und abkühlen lassen.

Kartoffeln abgießen, abschrecken, pellen und in Stücke schneiden. Mit der Speck-Zwiebel-Mischung in eine Schüssel geben und gut mischen.

Aus dem Essigwasser, Senf, Salz, Zucker und Pfeffer im Schüttelbecher eine Sauce machen. Vorsichtig mit dem Salz, der Speck bringt ja schon Salz mit. Sauce über die Kartoffel-Speck-Mischung und gut mischen. Die Sauce zieht sehr schnell ein, also lieber etwas mehr machen.

Rauke von den Stielen befreien, waschen, trocken schleudern und klein schneiden. Kurz vor dem Servieren unter die Kartoffel-Mischung heben.

Kommentare:

  1. Nur mal so, weil es mir gerade kalt den Rücken runterläuft. Es gibt keine "Nordrhein-Westfalen", es gibt nur Rheinländer und Westfalen.

    AntwortenLöschen
  2. Ach so, ja, Salat mit Speck und Kartoffeln essen wir hier, im Rheinland, auch sehr gerne. Ich persönlich esse das sogar für mein Leben gern :o)

    AntwortenLöschen
  3. Ich auch! Wisst ihr was - ich alter Moselaner laufe bei den Schwaben unter "Rheinländer"... Schnatterspeck find ich super, man sagt ja (bei uns zumindest) auch nach einer zu großen Portion Speck und dem unvermeidlichen Aufstoßen schonmal: "Der Speck schwätzt mir mir" ;) Vielen Dank für deinen Beitrag!

    AntwortenLöschen
  4. @Alex: Siehste, und das ist der Beweis. "Schwätzen" sagt man hier nicht. Bei uns heist das "schwade". Das kannst Du den Schwaben mal sagen.

    AntwortenLöschen
  5. Ich hoffe mal, die Dame kam aus dem Rheinland und habe es entsprechend korrigiert ;o) Außerdem: Für eine ordentliche Hamburgerin ist alles südlich der Elbe ohnehin Italien.

    AntwortenLöschen

Ein Kommentar, wie schön! Ich bemühe mich, alle Kommentare zu beantworten. Allerdings kann das manchmal etwas dauern - das Leben neben dem Blog, Du verstehst. Wenn Du Dich durch eine Sicherheitsabfrage quälen musst oder der Kommentar erst moderiert wird, heißt das, dass es gerade viele Spamkommentare gibt. Last but not least: Ich behalte mir vor, einzelne Kommentare zu löschen. Für die Löschung von Kommentaren, die zu kommerziellen Webseiten führen, stelle ich dem Webseiteninhaber 200 Euro in Rechnung.