Mittwoch, 13. Mai 2026

Knuspriges Zitronen-Hähnchen mit Apfelsinen-Thymian-Wurzeln und Rosmarin-Kartoffeln

Im letzten Sommer, als der baldige Tod des Gatten absolut unvorstellbar war, kaufte ich beim örtlichen Geflügelzüchter nicht nur das saisonale Grillsortiment aus der Hofschlachtung, sondern auch ein Brathähnchen. Angesichts des Gewichts von dreieinhalb Kilogramm fragte die Bäuerin bei der Bestellung, ob ich sicher sei, dass ich das Hähnchen haben wolle. Ich bejahte und dachte, so viel größer als ein Hähnchen von der Geflügelzüchterin auf dem Hamburger Wochenmarkt könne der Hahn ja nicht sein. Sie verkauft Rhodeländer, die einiges auf die Waage brachten.

Der Teller ist zu klein für das halbe Hähnchen ...

Ich habe nicht gefragt, welche Rasse die hiesigen Hähnchen haben, aber der Hahn, den ich kaufte, war locker doppelt so groß wie der gewohnte Rhodeländer. Er zog erstmal in den Tiefkühler ein, denn bald nach dem Kauf begann die finale neunwöchige Krankenhausphase des Gatten. Eigentlich sollte es das Monster-Hähnchen am 28. September 2025 geben, aber die Einladung an die Sandkasten-Freundinnen mussten wir zurücknehmen. Der Gatte war seit fünf Tagen palliativ. Besuch überforderte ihn, wie sich zwei Tage zuvor zeigte, und so sagte ich allen ab. Der Gatte sollte noch drei Wochen bei mir bleiben dürfen. 

Apfelsinen-Thymian-Wurzeln (rechts) und Rosmarin-Kartoffeln.

Vom Monster-Gockel werde ich noch häufiger essen. Bei den ersten beiden Mahlzeiten machten mich alleine Keulen und Flügel satt. Das restliche Fleisch wurde eingefroren. 

Dank des Gatten habe ich ja drölfzich Auflaufformen, darunter auch zwei gigantisch große. In die ovale passte der Monster-Gockel so gerade eben.

Knuspriges Zitronen-Hähnchen mit Apfelsinen-Thymian-Wurzeln und Rosmarin-Kartoffeln

Zutaten für 4 Portionen:

1 Brathähnchen, küchenfertig
1 Zitrone, heiß abgewaschen
4 Zweige frischer Rosmarin
Olivenöl 
500 g Wurzeln (Karotten, Möhren)
500 g Kartoffeln
1 Zwiebel 
1 Apfelsine (Orange), heiß abgewaschen
2 Zweige frischer Thymian
2 Knoblauchzehen, gepellt und leicht angedrückt

Zubereitung:

Kartoffeln schälen, mit der ganzen Zitrone in kochendes Wasser geben und garen. Kartoffeln abgießen. Zitrone mehrfach einstechen und in das Hähnchen stecken.

Während die Kartoffeln samt Zitrone kochen, die Wurzeln waschen und schälen, dabei die Schalen in eine große Auflaufform geben. Darauf kommt später das Hähnchen. Die Wurzeln in eine kleine Auflaufform geben.

Zwiebeln schälen und achteln und zu den Wurzelschalen geben. Zwei Rosmarinzweige abstreifen und fein hacken.

Das Hähnchen auf Wurzelschalen und Zwiebeln legen und mit einem Schuss Öl, Rosmarinnadeln und Salz einreiben. Bei 200°C (Umluft) in den Ofen geben. Die Garzeit beträgt pro Kilo Hähnchen ca. eine Stunde. Am Besten verwendest du ein Fleischthermometer. Wenn das Hähnchen an der dicksten Stelle 75°C bis 80°C erreichte, ist es gar. Also immer mal wieder nach der Temperatur schauen und dabei das Hähnchen mit dem ausgetretenen Fleischsaft bepinseln.

Während das Hähnchen gart, In die Auflaufform mit den Wurzeln 1 EL Butter geben. Von der Apfelsine mit einem Sparschäler etwas Schale abnehmen und zu den Wurzeln geben. Die Apfelsine auspressen und den Saft über die Wurzeln geben. Mit Salz und Pfeffer wurzen und die Thymianzweige dazu geben. Die Kartoffeln mit Olivenöl, Salz, Pfeffer, den restlichen Rosmarinzweigen und dem Knoblauch in eine weitere kleine Auflaufform geben. Beide Formen etwa eine halbe Stunde vor Ende der Garzeit zum Hähnchen in den Ofen geben. Werden Wurzeln und Kartoffeln zu dunkel, die Formen mit etwas Alufolie abdecken.

Das Hähnchen aus dem Ofen nehmen, tranchieren und mit Wurzeln und Kartoffeln servieren.

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