Mittwoch, 14. Juli 2010

Kirsch-Cappuccino mit Lavendel

Der Geruch von Lavendel gehört zu denen, die ich erst im Alter zu schätzen lernte. Noch bis vor zwei, drei Jahren pflanzte ich Lavendel nur widerwillig, damit er die Blattläuse von den Rosen fernhält. Inzwischen esse ich ihn sogar, zum Beispiel in diesem Kirsch-Cappuccino, der mein Beitrag zum Garten-Koch-Event Juli: Kirschen, betreut von sus, ist.

Kirsch-Cappuccino mit Lavendel

Zutaten:
500 g Knubberkirschen
1 TL brauner Zucker

½ Vanilleschote

1 Zweig Lavendel
100 ml Wasser
100 ml Sahne
1 TL Vanillezucker
Lavendelblüten zum Dekorieren
Zubereitung:
Kirschen entsteinen und in einen Topf geben. Mark aus einer halben Vanilleschote kratzen und mit der Schote zu den Kirschen geben. Lavendel, Zucker und Wasser hinzugeben.

Den Topf in einen mit Wasser gefüllten größeren Topf geben, mit einem Deckel verschließen und im Wasserbad ca. 60 Minuten köcheln lassen. Dabei gelegentlich Wasser nachfüllen. Kirschmasse gelegentlich umrühren.
Die Kirschmischung durch ein feines Sieb laufen lassen, aber nicht passieren, die Flüssigkeit soll klar bleiben. Abkühlen lassen.
Zum Servieren den Kirschsaft auf vier Gläser verteilen. Sahne mit Vanillezucker halbsteif schlagen und auf dem Kirschsaft verteilen. Eine Prise Lavendelblüten über die Sahne streuen.
Garten-Koch-Event Juli: Kirschen [31.07.2010]

Freitag, 9. Juli 2010

Essen mit Anlauf: Ofengegarter Fisch mit Zucchiniblüten

Zucchiniblüten scheinen in Hamburg was ganz Besonderes zu sein und werden gegen Gold aufgewogen, wenn man sie denn überhaupt bekommt. Im letzten Jahr sah ich sie im Mai / Juni mal in der Metro, wusste damals aber außer Frittieren im Bierteig nichts damit anzufangen. Im Juli / August hatte ich dann ein Rezept, bei dem die Blüten richtig schön zur Geltung kamen, nur da waren keine Zucchiniblüten mehr zu bekommen.

Jedenfalls nicht in Hamburg.

Als ich einer Münchner Freundin die Ohren voll jammerte, meinte die ganz kleinlaut, ihr Mitesser und sie hätten gerade eine ganze Reine voll davon verspeist, sie könnten sich momentan vor Zucchiniblüten nicht retten. Dolle Wurst! Und im Frischeparadies erzählten sie mir am gleichen Tag, die Saison sei schon lange vorbei. Scheint deren Standardsatz zu sein, wenn sie etwas nicht kennen oder bekommen können.
Also ein neuer Versuch in diesem Jahr. Diesmal ließ ich großflächig Foodies ausschwirren ;o) Steph und terschies schauten auf Ise- und Großneumarkt, ich war auf dem Flottbeker, muellerbrueller fragte bei Taufrisch im Mercado, wo man sich bereit erklärte, welche zu bestellen. Der Gatte wollte das am folgenden Tag machen.
Der Gatte (DG): Ich möchte Zucchiniblüten bestellen.
Gemüsefachverkäuferin (Gfv’in): Zucchini liegen da. Wie viele wollen Sie?
DG: Nein, ich möchte keine Zucchini. Ich möchte Zucchiniblüten.
Gfv’in: ????
DG: Na, die gelben Dinger halt.
Gfv’in: Ach, Sie meinen Paprikaschoten!
DG: Ähm, nein, eher nicht.
Okay, zwei Tage später ein neuer Anlauf. Diesmal hatte ich Glück, denn außer der Gfv’in war ein Herr da, der wusste, was Zucchiniblüten sind und mir binnen einer Woche welche besorgen wollte. Und heute war es endlich so weit.
Kaoskoch (KK): Ich möchte die bestellten Zucchiniblüten abholen.
Gfv’in: Bitte, da liegen die Zucchini.
KK: Nee, ich meine die Blüten.
Gfv’in guckte irritiert, ging aber zu dem sachverständigen Herrn, der einen Gemüsefachverkäufer (Gfv) losschickte, um die Zucchiniblüten aus den Katakomben des Einkaufszentrums zu Tage zu befördern. Beim Bezahlen kommt es dann zu folgendem Gespräch:
Gfv: Was ist das eigentlich, was Sie da gerade gekauft haben?

KK: Das sind Zucchiniblüten.

Gfv: Ach. Und wo kommen die her?

KK: Ähm, also auf der Kiste, die Sie mir gerade verkauften, steht, dass sie aus Polen kommen.

Gfv: Nee, ich meine, welcher Teil der Zucchini ist das?

KK: Na ja, die Zucchiniblüte ist die Blüte der Zucchini. Gucken Sie, bevor die Zucchini da ist, ist die Blüte da. Da sehen Sie das sehr schön: Halb ist es noch eine Blüte, halb ist es schon eine kleine Zucchini. Ein Wunder der Natur. (Fast hätte ich gefragt, ob ich das mit den Blumen und den Bienen auch noch erklären sollte, damit er weiß, wie es zu der Blüte kommt ...).

Gfv: Ach.

KK. Ja.

Gfv: Und was machen Sie jetzt damit?

KK: Essen.

Gfv: Nein, ich meine, wie bereitet man die zu?

KK: Man kann sie in Bierteig frittieren. Oder man wickelt sie um einen Fisch. Der Rest der Blüten wird mit Zucchini und Kartoffeln gefüllt und im Ofen mit dem Fisch gegart.

Gfv: Ach, guck' an.

KK: Ja. Tschüß dann mal, ich brauche noch Fisch ...

Ofengegarter Fisch mit Zucchiniblüten
Zutaten für 4 Portionen:
8 kleine Kartoffeln
10 kleine Zucchiniblüten mit Zucchini-Ansatz
400 g Fischfilets (bei uns gab’s Seewolf, im Originalrezept ist es Heilbutt - und ja, ich weiß, ist beides überfischt ... Alternative bei Fisherman wäre Panagsius oder Talapia gewesen, was auch suboptimal ist, und Effenberger hatte schon zu ...)
Salz
Pfeffer
Butter
Olivenöl
Knoblauchflakes
Zitrone
Zubereitung:
Kartoffeln schälen, kochen und nach dem Abkühlen fein würfeln.
Fischfilets säubern, in Portionsstücke schneiden, salzen und pfeffern.
Sechs Zucchiniblüten für ein paar Sekunden in kochendes Wasser tauchen, so dass die Blütenblätter weich werden. Die Blütenblätter vorsichtig ablösen, an einer Seite aufschneiden und um die Fischfilets wickeln (je nach Größe der Blüten ggf. auch nur oben auf die Filets legen).
Auflaufform buttern und die Fischfilets hineinlegen. Etwas Butter auf die Fischfilets geben.
Die Zucchinis fein würfeln. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Knoblauchflakes, Kartoffel- und Zucchiniwürfel hinein geben und bräunen. Salzen und pfeffern und etwas abkühlen lassen. Dann aus den restlichen vier Zucchiniblüten vorsichtig den Stempel entfernen und die Blüten mit den Kartoffel-Zucchinimischung füllen. Restliche Kartoffel-Zucchiniwürfel in der Auflaufform verteilen und die gefüllten Blüten darauf legen.
Auflaufform mit Alufolie verschließen und bei 200 Grad Umluft etwa 20 Minuten garen, bis die Zucchiniblüten weich sind. Auf Tellern anrichten und mit Zitronenschnitzen servieren.
Das Originalrezept stammt von Joachim Gradwohl aus dem Band "Leichte Küche für Genießer" aus der wunderbaren "Österreich kocht!"-Reihe. Gradwohl dämpft den Fisch bei 60 Grad, aber das wäre für den Gatten Sushi gewesen - für den muss Fisch immer doppelt und dreifach tot sein, wenn er nicht als Fischstäbchen daher kommt. Gradwohl serviert dazu außerdem Pfifferlinge, aber die waren mir momentan noch zu herbstlich.

Sonntag, 4. Juli 2010

Frühstück im Obst-Paradies Kleinwort und Pfirsich-Erdbeer-Salat

Mein Büro-Radiosender macht, wie wohl jede Radio- und TV-Station, regelmäßig Gewinnspiele mit mehr oder minder intelligenten Fragen, und so kam es, dass ich ein Frühstück für zwei im Obst-Paradies Kleinwort gewann. Nun lösten wir den Gewinn endlich ein, und da der Winter dieses Jahr so lange dauerte, fiel unser Besuch mit dem Erdbeerfest zusammen, das sonst schon Mitte Juni stattfindet. So gab es rund um Hofcafé und Hofladen viele andere Verkaufsstände mit Brot, Schmuck, Kartoffelkosmetik etc.

Der Hof liegt idyllisch hinterm Deich, unweit der ehemaligen Hatzburg und Fährmannssand. Ursprünglich wollte ich mir das Frühstück verdienen und die knapp 13 km vom heimischen Acker mit dem Rad fahren, denn die Strecke ist wirklich idyllisch, aber zum einen waren wir spät dran, zum anderen war es uns einfach zu heiß. Die Aussicht von der Terrasse des Hofcafés ist zwar wundervoll,
aber hohe Scheiben sorgen dafür, dass es auf der Terrasse sehr windstill ist - ein laues Lüftchen war aber auch das einzige, was uns beim Frühstück fehlte.

Flink war der Tisch reichhaltig gedeckt.
Für 8 Euro pro Person gibt es eine große Aufschnittplatte, einen kaum kleineren Obstteller, Schwarzbrot, Brötchen und Croissants. Für Rührei zahlt man einen Euro Aufpreis. Bei uns gab's auch noch Orangensaft, Himbeer-Prosecco und Kaffee - ich nehme an, dass man die sonst extra zahlen muss, aber die Preise sind sehr moderat. Die Portionen waren so reichlich bemessen, dass selbst gute Esser Schwierigkeiten haben dürften, alles zu schaffen - wir jedenfalls hatten sie, und 13 km Rückweg per Rad wären angebracht gewesen ;o)

Das Kuchenbüfett sah absolut verführerisch aus,allerdings wird sonntags leider kein Kuchen außer Haus verkauft - so blieben uns wenigstens diese Kalorien erspart ;o) Es gibt aber auch im Hofladen eine kleine Kuchenauswahl zum Außer-Haus-Verkauf.

Nach kurzem Blick auf den Streichelzoo


























und Einkauf im Hofladen ging's dann auch schon wieder zurück auf den heimischen Acker. Abends wurden die im Hofladen erstandenen Erdbeeren zum schnellen Pfirsich-Erdbeer-Salat aus der Lamäng verarbeitet.
Ich habe für 2 Portionen 3 Pfirische (möglichst reife), je eine Handvoll Dattel-Tomaten und Erdbeeren gewaschen, geputzt und kleingeschnippelt, dann 200 g Feta gewürfelt und ein paar in Streifen geschnittene Basilikumblätter darüber gegeben. Nun noch aus Pfirsich-Pfeffer-Essig, Olivenöl, Honig, Salz und Pfeffer ein cremiges Dressing herstellen, über den Salat geben und ziehen lassen, bis das Aufback-Foccacia fertig ist. Der Essig ist zurzeit mein absoluter Favorit, er ist angenehm mild und süß zugleich. Unbedingt probieren!

Donnerstag, 1. Juli 2010

Erdbeer-Cappuccino und Erdbeer-Cointreau-Smoothie

Abkühlung gefällig angesichts der momentanen Temperaturen? Durch meine Wüstenzeit mit zwei täglichen warmen Mahlzeiten (außer am Schabbes, da gab's abends Kaltverpflegung) bin ich wärmegestählt und verstehe nicht, warum es momentan allenthalben Salat geben soll. Aber wenn schon Salat, dann wenigstens einen ordentlichen Nachtisch.

Der Erdbeer-Cappuccino (rechts), den bushcook online stellte, ist das Rezept einer Kochfreundin, die im November 2006 das perfekte Dinner gewann - damals, als bei der Sendung noch Wert auf's Kochen gelegt wurde *soifz* Die Erdbeeren schmecken unwahrscheinlich aromatisch - so wie das Berry-Eis zu Kindertagen (die Älteren unter uns werden sich erinnern ;o)) Das Dessert macht sich quasi von selbst, man muss nur aufpassen, dass genug Wasser im Topf ist. Durch die Zubereitungsart bekommt man selbst in die wässerigste Erdbeere Geschmack. Es lohnt sich, gleich größere Mengen herzustellen und einzufrieren - so kann man ein bisschen Sommer in den Winter retten.

Für den Erdbeer-Cointreau-Smoothie (links) habe ich einfach von einem Pfund Erdbeeren ein paar Früchte beiseite gelegt und den Rest püriert. Mit Zucker und Cointreau abschmecken, die restlichen Erdbeeren achteln, alles auf Gläser verteilen - fertig.

Dienstag, 29. Juni 2010

Nachgekocht: Nudeln mit Wurzeln, Rote Bete und Schafskäse

Hesting bloggte unlängst ihr Sonntagsessen, das mir mit der Kombi von Wurzeln und Roter Bete sofort gefiel und auf der Nachkochliste landete. Es ist schnell gemacht und eine schöne Resteverwertung, deswegen auch für mich ein perfektes Sommer-Sonntagsessen nach einem langen Arbeitstag auf Hamburgs Straßen.

Da Hesting das Rezept verschweigt, übte ich mich im freien Improvisieren. Als Nudeln nahm ich ein Italien-Mitbringsel, an dem ich nicht vorbei kam: Disney Pasta Tricolore in Form von Disney-Charakteren bzw. Hundepfotenstapfen.

Nudeln mit Wurzeln, Rote Bete und Schafskäse

Zutaten für 2 Portionen:
125 g Nudeln
3 Wurzeln
Olivenöl
100 ml Gemüsebrühe
200 g Schafskäse
300 g Rote Bete-Scheiben aus dem Glas (vorgegart)

Zubereitung: Wurzeln in Scheiben schneiden und in etwas Olivenöl angaren. Mit Gemüsebrühe ablöschen und weitergaren lassen. Schafskäse in Würfel schneiden und mit der Roten Bete zu den Wurzeln geben. Kurz warm werden lassen.

Pasta garen und mit der Sauce mischen.

Montag, 28. Juni 2010

Rhabarber-Buttermilch-Törtchen mit Apfel-Avocado-Püree

Ich hänge der saisonalen Küche momentan etwas hinterher, denn dieses Dessert wollte ich eigentlich schon zu Beginn der Rhabarberzeit posten. Damals hätte ich auch noch gaaaaanz viele Detailsfotos gehabt, die inzwischen einer britzelnden Festplatte zum Opfer fielen. Sei's drum, Rhabarber lässt sich schließlich prima einfrieren - also, wenn's jetzt nicht passt, schnell noch welchen besorgen, ab damit in den TK und das Dessert später mal nachmachen. Schmeckt auch noch im Herbst, versprochen!

Das Originalrezept stammt von Christian Petz, dessen Buch "Die neue Genusküche" als achter Band der "Österreich kocht!"-Reihe in der "Die Bibliothek der großen Köche" erschien.
Rhabarber-Buttermilch-Törtchen mit Apfel-Avocado-Püree
Zutaten für 6 Personen:
Für das Buttermilch-Mousse:
3 Blatt Gelatine
2 EL Zucker
200 ml Buttermilch
2 EL Zitronensaft
2 EL Cointreau
150 ml Schlagsahne
Für das Rhabarbergelee:
5 - 6 Stangen Rhabarber
200 ml Weißwein
6 EL Zucker
1 kleine Zimtstange
1 Vanilleschote
3 Gewürznelken
3 Blatt Gelatine
Für das Apfel-Avocado-Püree:
80 g Zucker
60 ml Wasser
1 Zweig Minze
3 Granny-Smith-Äpfel
1 Avocado
Für die Erdnusshippen:
100 g Mehl
20 g Erdnüsse, geröstet und gesalzen
240 g Zucker
80 g Butter
1 Spritzer Zitronensaft
Außerdem:
Zwei flache Formen mit einer Länge von 20 cm und einer Breite von 14 cm, ausgekleidet mit Frischhaltefolie oder Backpapier
2 Backbleche
div. Lagen Backpapier
Zubereitung:
Bis auf das Pürieren der Avocado kann alles schon einen Tag vorher vorbereitet werden.
Für die Buttermilch-Mousse 3 Blatt Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Zucker, Buttermilch und Zitronensaft miteinander verrühren. Cointreau erwärmen. Gelatine ausdrücken und im Cointreau auflösen. Zum Temperaturausgleich ein, zwei Teelöffel Buttermilch unterrühren, dann die Gelatine in die Buttermilch einrühren. Schlagsahne steif schlagen und unter die Buttermilch ziehen. Die Masse in eine der Formen geben und etwa 4 Stunden gekühlt gelieren lassen.
Für das Rhabarbergelee Rhabarber schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Würfel in 1 EL Zucker ziehen lassen. Vanilleschote ausschaben. Die Schalen mit Wein, 5 EL Zucker, Zimtstange, Vanilleschote und Gewürznelken ca. 15 Minuten kochen lassen. Den so entstandenen Fond durch ein Sieb gießen und den gewürfelten Rhabarber darin bei geringer Hitze weich dünsten. Das geht je nach Größe der Würfel blitzschnell. 3 Blatt Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Rhabarber aus dem Fond nehmen. Gelatine ausdrücken und in etwas Fond auflösen. Zum Temperaturausgleich ein, zwei Teelöffel Fond unterrühren, dann die Gelatine in den Fond einrühren und die Rhabarberwürfel unterheben. Die Masse in die zweite der Formen geben und etwa 4 Stunden gekühlt gelieren lassen.
Für das Apfel-Avocado-Püree Zucker und Wasser mit dem Minzezweig aufkochen und eine Stunde ziehen lassen. Äpfel schälen, entkernen und würfeln. Etwa 3 Stunden in dem Minzsirup marinieren (keine Zugabe von Zitrone notwendig, die Äpfel werden nicht braun).
Für die Hippen die Erdnüsse fein hacken, noch besser mahlen und dann mit Mehl, Butter und 1 EL Zucker zu einem Teig verkneten. Den Teig dann zwischen zwei Lagen Backpapier auf einem Backblech dünn ausrollen und bei 200°C (Ober-/ Unterhitze) ca. 10 Minuten goldbraun backen. Abkühlen lassen und zerbröseln. Einen kräftigen Spritzer Zitronensaft in einen Topf geben, den restlichen Zucker dazu und karamellisieren lassen. Die Masse in eine mit Backpapier ausgelegte flache Form oder auf ein Backblech geben, abkühlen lassen und fein reiben oder besser fein mahlen. Karamellstaub mit Teigkrümeln vermischen und dünn auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech auftragen (wer ganz dünne Hippen möchte, verteilt die Brösel auf zwei Backbleche). Bei 140°C im Backofen ca. 10 Minuten erhitzen.
Dann einen zweiten Bogen Backpapier auf die Masse legen und sie dünn ausrollen. Backpapier entfernen und in der noch warmen Masse drei Rechtecke mit den Maßen 20 x 14 cm markieren. Diese Rechtecke dann in je 6 kleine Rechtecke schneiden (mit einem Pizzaroller oder einer Schere) – die Masse muss dabei noch warm sein. Die Hippen bis zum Servieren beiseite stellen. Aus den noch warmen Resten Dreiecke zur Deko schneiden oder sie abgekühlt so naschen.
Unmittelbar vor dem Anrichten die Apfelwürfel aus dem Minzsirup nehmen. Die Avocado schälen, entkernen und das Fruchtfleisch mit den Apfelwürfeln pürieren. Nach Geschmack etwas von dem Minzsud dazugeben. Bis zum Servieren lichtgeschützt aufbewahren.
Zum Anrichten Buttermilchmousse und Rhabarbergelee in je sechs Rechtecke schneiden. Auf je einen Teller ein Stück Hippe legen, darauf ein Stück Rhabarbergelee, eine Hippe, ein Stück Buttermilchmousse und zum Abschluss wieder eine Hippe. Das Apfel-Avocado-Püree als Nocken dazu geben (oder zuunterst als Spiegel). Nach Gusto mit Minze, Rhabarber, Erdbeeren und restlichen Hippen garniert servieren.

Sonntag, 27. Juni 2010

Holunderblütensirup (Fläderdryck / Hyldeblomstdrik)


Bislang brachte ich ihn mir entweder aus Dänemark mit oder vom Elchen, denn auf meinem Acker ist er nur schwer zu bekommen: Holunderblütensirup. Dieses Jahr wollte ich ihn nun endlich mal selbst machen. Kann ja nicht so schwer sein, dachte ich blauäugig und machte mich auf die Rezeptsuche. Aber ach, es gibt so viele Rezepte wie Fliederbeerensträucher.

Besonderes Kopfzerbrechen bereitete mir die Schimmelbildung schon im Ansatz und die Menge der Zitronensäure. Von 1 g pro 1 Liter bis 200 g pro Liter war alles vertreten. Nach Suchen und Beraten mit Kochfreunden mischte ich dann schwedische und dänische Rezepte – dass hier die Blütendolden mit dem heißen Läuterzucker überbrüht werden, verringert m. E. die Schimmelbildung. Und einhelliger Tenor unter den befragten Kochfreunden war die Verwendung von 20 g Zitronensäure (alternativ 3 – 5 Teelöffel, je nach Löffelgröße) pro 1 Liter.
So war dann auch das geklärt.
Blieb noch die Frage, wann die Blüten den gesammelt werden sollten. An einem regnerischen Tag, weil dann weniger Käferzeugs mitgesammelt wird? An einem sonnigen Tag, weil dann die Blüten schön offen sind und viel geschmacksträchtiger Blütenstaub mitgesammelt wird?

Die erste Ladung wurde an einem eher regnerischen Tag gesammelt, die zweite zur Mittagsstunde am Johannistag. Weder konnte ich bislang einen Geschmacksunterschied feststellen, noch begegneten mir die unterm Hollerstrauch lebende Göttin Holda samt Hofstaat …

Dafür habe ich seit der zweiten Sammlung einen nach Holunder duftenden Einkaufskorb, weil der Blütenstaub sich da festsetzte …
Noch ist Zeit, schnell ein paar Dolden zu sammeln, denn ein paar Sträucher sind noch in voller Blüte. Also frisch ran ans Werk!
Holunderblütensirup (Fläderdryck / Hyldeblomstdrik)
Zutaten für ca. 4 Liter:
2 Liter Wasser
2 kg Zucker
40 g Zitronensäure
20 Holunderblütendolden
2 unbehandelte Zitronen
Zubereitung:
Wasser, Zucker und Zitronensäure in einem Topf erhitzen, so dass die Flüssigkeit glasklar ist. Wer nicht gerne putzt, achtet sehr gut darauf, dass nichts überkocht ;o) In Dänemark nimmt man zusätzlich zur Zitronensäure noch Atamon, ein Natriumbenzoat (E211), um die Haltbarkeit zu verlängern und Schimmelbildung zu vermeiden. Da ich mir im Mai keines aus dem Urlaub mitgebracht habe, weil ich nicht wusste, wofür ich es brauchte, muss es in diesem Jahr auch so gehen.
Währenddessen über einem ca. 5 Liter fassendem Gefäß die Dolden von den Blüten schneiden, so dass möglichst wenig Grün an den Dolden bleibt. Die Zitronen in dünne Scheiben schneiden und über die Blüten geben.
Das heiße Zuckerwasser über die Dolden gießen. Gut durchrühren, so dass Dolden und Zitronenscheiben mit der Flüssigkeit getränkt sind.
Abkühlen lassen und das Gefäß verschießen. An einem kühlen Ort fünf Tage lang ziehen lassen. Dabei regelmäßig umrühren.
Nach fünf Tagen den Sirup filtern (ggf. durch ein Mulltuch oder Küchenhandtuch – die Flüssigkeit sollte möglichst klar sein) und zum Kochen bringen. Die kochende Flüssigkeit in heiß ausgespülte Flaschen füllen und sofort verschließen.
Der Sirup soll sich ca. 4 Monate halten. Mal schauen, ob er solange durchhält. Erste Geschmacksproben von natürlich völlig neutralen Testern haben nämlich schon ergeben, dass der Sirup sehr gut schmeckt. Obwohl er sich in der Zusammensetzung nicht wesentlich von denen von Ikea oder in dänischen Supermärkten gekauften unterscheidet, ist der Geschmack ganz anders, feiner und intensiver zugleich. Einen Teil werde ich mit Wodka zu einem Likör mischen.

Update vom 24. Mai 2011: Ich trinke gerade den letzten Sirup aus dem letzten Sommer. Nach diesem Rezept ist der Sirup also sicher länger als 4 Monate haltbar - wenn man ihn nicht vorher austrinkt ;o)

Freitag, 25. Juni 2010

Spaghetti mit Garnelen und Zitronen-Erdbeer-Sauce

Beim Kramen fand ich ein Rezeptbuch mit 50 Pasta-Rezepten aus der "Freundin", das 2004 mal der Zeitschrift beilag, aus dem wir bislang aber noch nicht ein Gericht kochten. Liegt vermutlich daran, dass es bei uns meistens Nudeln gibt, wenn uns nichts anderes einfällt, und dann kommt meistens nur ein Pesto (ich gestehe verschämt: es kommt zu 99% aus einem im Supermarkt erworbenen Gläschen) oder von Herrn Kaoskoch höchstselbst gekochte und portionsweise eingefrorene Bolognese drüber.

Experimente gibt es also selten - außer sonntags, wenn ich hemmungslos ganz für mich alleine kochen und fröhlich experimentieren darf. Die Zutaten für Linguine mit Zitronen-Sahne-Sugo haben wir ja im Haus - dachte ich. Die Suche ergab, dass wir keine Linguine haben, und der Griff in den Kühlschrank zur Sahne ging auch ins Leere. Aber Schmand war da. Und was zu beißen wollte ich in der Sauce auch noch haben - ah, da sind noch Garnelen im TK. Als mir die Sauce beim Abschmecken dann zu sauer war, kamen die Erdbeeren ins Spiel. Zu denen passt sicher auch gut Basilikum, aber da beendete der Hunger die Experimentierlust.

Spaghetti mit Garnelen und Zitronen-Erdbeer-Sauce

Zutaten für 2 Portionen:
10 Garnelen, küchenfertig
Olivenöl
1 unbehandelte Zitrone
200 g Schmad (besser ist Sahne, optimal ist Panna da cucina)
10o ml Gemüsebrühe
2 EL Grappa
100 g Erdbeeren
Salz
Pfeffer
evtl. Zucker
250 g Spaghetti
Pecorino oder Parmesan

Zubereitung:

Von der gewaschenen und getrockneten Zitrone die Schale abreiben. Dann die Zitrone filetieren und evtl. würfeln. Die Zitronenreste auspressen, dabei den Saft auffangen.

Erdbeeren waschen, putzen und in Achtel schneiden.

Garnelen in etwas Olivenöl leicht glasig dünsten.

Schmand mit Gemüsebrühe, Zitronensaft, Zitronenschale und Grappa mischen. Zu den Garnelen geben, aufkochen und etwas einköcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Spaghetti al dente garen. Kurz bevor die Spaghetti gar sind, Zitronenwürfel und Erdbeerachtel unter die Sauce heben und kurz warmziehen lassen. Abschmecken, ggf. noch zuckern.