Normalerweise verwende ich Curry als Pulver - ist praktisch und haltbar. Als aber in einem Rezept Malabar-Currypulver verwendet wurde, stand ich etwas auf dem Schlauch. Die Suche nach Rezepten zeigte nur Mischungen, die ich hätte bestellen müssen - normalerweise kein Problem, nur war ich schon quasi in der Küche, als mir aufging, dass mir diese Mischung fehlt. Klar, ich hätte was anderes kochen können. Stattdessen suchte ich noch eine Runde weiter im Netz und ließ mich von Julias Rezept inspirieren.
Was ich mit der Paste kochte, verrate ich morgen an dieser Stelle.
Malabar-Currypaste
Zutaten für 1 - 2 Esslöffel:
Butterschmalz / Ghee
1 EL Tamarindenpaste
10 - 15 Curryblätter, getrocknet
1 TL braune Senfkörner
2 Tomaten
4 Schalotten
3 Knoblauchzehen
1 TL Ingwer, gemahlen
1/2 TL Fenchel, gemahlen
1/2 TL Paprikapulver
1/2 Chilipulver
1 TL Koriander, gemahlen
1 TL Kurkuma, gemahlen
evtl. etwas braunen Zucker
Zubereitung:
Etwas Butterschmalz oder Ghee in einer Pfanne erhitzen. Tamarindenpaste, Curryblätter und Senfkörner in einer Pfanne anrösten, bis es zu duften beginnt. Dann vom Feuer nehmen und etwas abkühlen lassen.
Alle Zutaten in die Moulinette geben und pürieren. Ggf. mit etwas braunem Zucker abschmecken, falls die Paste zu sauer ist.
Die Paste ist zur sofortigen Verwendung bestimmt, lässt sich aber auch einfrieren. Dazu gebe ich sie in einen Tiefkühlbeutel und walze sie platt. Dann verschließe ich den Beutel und friere die Platte ein.
Donnerstag, 26. September 2013
Dienstag, 24. September 2013
Kostprobe: Raw Bite - Rohkost-Riegel
Als ich, angeregt durch das Buch "Rohvolution" auf der Suche nach Carob als Schokoladenersatz war, fand ich bei Budni Schokoriegel der relativ neuen Marke "Raw Bite" aus Dänemark.
Die Riegel sind roh, vegan, gluten- und laktosefrei, ohne Zuckerzusatz und in Bio-Qualität. Ein 50g-Riegel kostet ca. 1,80 Euro.
Da mir nach Schokolade war, entschied ich mich für die Sorte "Raw Cacao" mit 54 % Datteln, 36 % Cashews und Mandeln und 10 % Roh-Kakao. Ich war gespannt, wie mir ein Rohkost-Schokoriegel schmeckt.
Kurz gesagt: Gut!
Die Konsistenz ist sehr weich, ein bisschen wie bei einer Rumkugel, und die ersten Bissen hatten auch eine leichte Rumnote, aber das verging schnell. Während die Cashews gehackt sind, sind die Mandeln teilweise sogar ganz - die Zähne haben also ordentlich was zu tun. Der Riegel hat eine angenehme Schokonote und war (zumindest mir) nicht zu süß.
Einmal angefixt, holte ich mir Nachschub in Form der Sorte "Coconut" mit 57 % Datteln, 25 % Cashews und Mandeln, 16 % Kokosnuss und 2 % kaltgepresstem Kokosöl. Der Riegel ist süßer als "Raw Cacao", schmeckt mir aber auch.
Dritte Sorte, die es bei Budni gibt, ist "Spicy Lime" mit 61 % Datteln und Limettensaft, 39 % Cashews und Mandeln, Inger, Chili und Zitronenöl.
Der Riegel riecht wunderbar zitronig, ist aber für mich ganz schön scharf. Es braucht eine Weile, bis ich mich an die Schärfe von Ingwer und Chili gewöhne, zumal ich nicht unbedingt Ingwerliebhaberin bin. Es war also nicht so ganz mein Geschmack.
Gibt es bestimmt öfter - zumal mein Süßhunger davon effektiver gestillt wird als von Schokoriegeln mit Industriezucker, auf den ich seit einiger Zeit möglichst verzichte.
Die Riegel sind roh, vegan, gluten- und laktosefrei, ohne Zuckerzusatz und in Bio-Qualität. Ein 50g-Riegel kostet ca. 1,80 Euro.
Da mir nach Schokolade war, entschied ich mich für die Sorte "Raw Cacao" mit 54 % Datteln, 36 % Cashews und Mandeln und 10 % Roh-Kakao. Ich war gespannt, wie mir ein Rohkost-Schokoriegel schmeckt.
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| Raw Bite "Raw Chocolate" |
Die Konsistenz ist sehr weich, ein bisschen wie bei einer Rumkugel, und die ersten Bissen hatten auch eine leichte Rumnote, aber das verging schnell. Während die Cashews gehackt sind, sind die Mandeln teilweise sogar ganz - die Zähne haben also ordentlich was zu tun. Der Riegel hat eine angenehme Schokonote und war (zumindest mir) nicht zu süß.
Einmal angefixt, holte ich mir Nachschub in Form der Sorte "Coconut" mit 57 % Datteln, 25 % Cashews und Mandeln, 16 % Kokosnuss und 2 % kaltgepresstem Kokosöl. Der Riegel ist süßer als "Raw Cacao", schmeckt mir aber auch.
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| Raw Bite "Coconut" |
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| Raw Bite "Spicy Lime" |
Gibt es bestimmt öfter - zumal mein Süßhunger davon effektiver gestillt wird als von Schokoriegeln mit Industriezucker, auf den ich seit einiger Zeit möglichst verzichte.
Sonntag, 22. September 2013
Szenen einer Ehe: Bickbeer Muffins (Blueberry Muffins)
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| Bickbeer Muffins. |
Plötzlich klingelt es an der Tür. Es ist die Mutter der ukrainischen Familie von gegenüber. Sie hat einen Teller Teigtaschen in der Hand. "Gefüllt mit Kartoffeln und Kohl", sagt sie, drückt mir den Teller in die Hand und geht. Prima, denke ich, bedanke mich und rufe zum Gatten ins Zimmer: "Schatz, das Abendessen ist gesichert!"
Unsere ukrainischen Nachbarn sind wirklich eine Schau. Es ist noch gar nicht so lange her, da saßen wir abends auf dem Balkon und waren gerade mit dem Abendessen fertig, als die Mutter mit einem Teller ins Nachbarhaus flitzte. Zwischen unseren Nachbarn und einer Familie im Haus nebenan scheint eine innige Verbindung zu bestehen - mehrfach am Tag wird Essen hin und her getragen, bei Wind und Wetter.
Die Nachbarsmutter flitzte wieder zurück. Keine Minute später klingelte es bei uns, stand sie mit einem Teller voller dampfender Käsepfannkuchen da. Okay, wir hatten zwar gerade gegessen, aber kann man so was ablehnen?! Eben. Ich stellte den Teller in die Küche und dachte, die Pfannkuchen schmecken sicher auch noch am nächsten Tag zum Frühstück.
Ich hatte die Rechnung ohne den Gatten gemacht.
Als ich am nächsten Morgen in die Küche kam, war der Teller ratzekahl leer gefuttert. Die Pfannkuchen bildeten des Gatten Mitternachtssnack und scheinen geschmeckt zu haben.
Jetzt, bei den Teigtaschen, die wieder vorzüglich schmeckten, meinte der Gatte: "Wen du das nächste Mal Muffins machst, machst du ein paar mehr, und wir bringen welche zu den Nachbarn rüber."
"Ist okay", antwortete ich.
"Die müssen dann aber wirklich richtig lecker sein!", setzte der Gatte nach.
Ich starrte ihn nieder, bis er ergänzte: "Aber deine Muffins sind ja immer lecker."
Na bitte, geht doch.
Da alle Zutaten im Hause waren, gaben wir am nächsten Tag den leeren Teigtaschen-Teller mit Bickbeer Muffins zurück. Und da Bickbeer Muffins was echt Amerikanisches sind und zudem Maismehl enthalten, sind sie mein Beitrag zum Blog-Event "Länderküche" bei "Schätze aus meiner Küche" und dem Mais-Event im Gärtnerblog.
Bickbeer Muffins
Zutaten für 12 Stück:
125 g zerlassene Butter
175 g brauner Zucker
1 Ei
1 TL Vanillezucker
225 g Mehl
25 g feines Maismehl
1 TL Backpulver
1 TL Natron
1 Prise Salz
1 Msp. Zimt, gemahlen
125 ml Zitronen-Buttermilch (oder Buttermilch und abgeriebene Zitronenschale)
200 g frische oder TK-Heidelbeeren (nicht aufgetaut, gefroren zum Teig geben)
Zubereitung:
In einer Schüssel zerlassene Butter, Zucker (bis auf 2 EL) und Vanillezucker verrühren, Ei und Buttermilch zugeben und alles gut vermischen.
In einer zweiten Schüssel Mehl, Maismehl, Backpulver, Natron, Salz und Zimt verrühren.
Die Mehlmischung zu der Eiermischung geben, den Teig sehr kurz durchrühren, dann behutsam die Heidelbeeren unterheben.
Den Teig in die einzelnen Vertiefungen der Muffinform füllen und anschließend mit dem restlichen Zucker bestreuen.
Die Muffins bei 160°C (Umluft) Ofen etwa 20 - 25 Minuten backen, bis sie goldbraun sind und bei der Stäbchenprobe kein Teig mehr kleben bleibt.
Quelle: USA kulinarisch
Donnerstag, 19. September 2013
Essen im H2O im Scandic Emporio Hotel
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| Blick ins Lokal. |
Im dazugehörigen Restaurant "H2O" wollte ich schon länger mal essen. Die Karte sieht immer vielversprechend aus und verspricht skandinavische Küche - wäre also passend für meine Reihe "In Hamburg um die Welt". Allerdings war das, was ich bestellte, wenig skandinavisch.
Hotel und Restaurant setzen auf Nachhaltigkeit. So gibt es beispielsweise keine Tischdecken, um Wäscheberge einzudämmen, und das Wasser kommt nach dem Motto "Der Weg des Wassers sollte niemals weiter sein als vom nächsten Wasserhahn" gefiltert aus der Leitung. Die Zutaten sind größenteils regional, die Karte ist übersichtlich, die Küche ist offen.
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| Die Wasserflaschen gefallen mir wirklich gut. Weiß jemand, wo es die zu kaufen gibt? |
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| Gruß aus der Küche: Brot im Papierbeutel und Spinatcreme. |
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| Blick in den Brotbeutel. Schmeckte übrigens gut, das Brot. |
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| Gebackenen Matjes mit Sommersalat (Bohnen, Pfifferlinge, Salatherzen, getrocknete Tomaten). |
Als Hauptgang wählte ich sous-vide gegartes Steinköhlerfilet mit mildem Bohnen-Curry, Blattspinat, Spinatschaum und jungen Mandeln.
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| Sous-vide gegartes Steinköhlerfilet mit mildem Bohnen-Curry, Blattspinat, Spinatschaum und jungen Mandeln. |
Zum Dessert wählte ich karamellisierte Erdbeeren mit Pfefferschwamm und Buttermilcheis. Unter einem Pfefferschwamm konnte ich mir nichts vorstellen. Er entpuppte sich als eine Art Biskuit mit Pfeffer. Alles in allem empfand ich das Dessert als stimmig.
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| Erdbeeren mit Pfefferschwamm und Buttermilcheis. |
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| Erdbeeren. |
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| Pfefferschwamm. |
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| Buttermilcheis. |
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| Espresso. Das Geschirr gefiel mir ausnehmend gut. |
Das H2O hinterlässt einen zweispältigen Eindruck. Spontaner Gedanke beim Bezahlen der Rechnung war, dass ich für weniger Geld schon besser aß. Auf jeden Fall werde ich noch mal hingehen, um mir ein zweites Bild zu machen. Sehr schön finde ich, dass mit dem Restaurant und der Bar zwei Anlaufpunkte unweit der Innenstadt entstanden. Der Platz rund um das alte Unileverhaus ist einladend gestaltet - definitiv ein Gewinn für die Gegend!
Dienstag, 17. September 2013
Tortilla, Frittata, Omelette? Egal, Hauptsache Eierkuchen! Diesmal mit Kartoffeln, Tomaten und Mozzarella
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| Eierkuchen mit Kartoffeln, Tomate und Mozzarella. |
Wie bei Resterezepten üblich, hängen die Mengen davon ab, was da ist. Ideal ist es, wenn von Kartoffel, Tomate und Mozzarella so viel da ist, dass die eine Schicht jeweils die andere abdeckt.
Und natürlich mache ich ich auch Eierkuchen ohne fixe Tüten (in diesem Fall für ein Kartoffel-Gratin, aus dem Kartoffel-Tortilla werden soll), auch wenn ich dadurch auf den Großteil dieser getrockneten Zutaten verzichte:
pflanzliches Öl, modifizierte Stärke, Jodsalz, pflanzliches Fett, Milchzucker, Zwiebeln, Milcheiweiß, Molkenerzeugnis, Aroma, Hefeextrakt, pflanzliches Eiweiß, biologisch aufgeschlossen (Weizeneiweiß, Salz), Spuren von Eiern, Soja, Sellerie, Senf.Manchmal denke ich, ich sollte alle Rezepte mit "Kochen ohne Tüte" labeln ...
Und da ich so einen Eierkuchen schon zum (späten) Frühstück essen kann, reiche ich ihn beim Blog-Event von Frl. Moonstruck ein.
Eierkuchen mit Kartoffeln, Tomaten und Mozzarella
Zutaten für 2 bis 4 Portionen:
ca. 500 g Kartoffeln
3 - 4 Tomaten, gerne sehr reif
200 g Mozzarella
6 Eier
1 Schuss Milch
mediterrane Kräuter, frisch oder getrocknet
Salz
Pfeffer
Öl
Knoblauchflakes oder frischen Knoblauch
Zubereitung:
Kartoffeln schälen, in Scheiben schneiden oder würfeln und waschen.
Öl in einer ofenfesten Pfanne erhitzen, die Kartoffeln dazu geben und braten, bis sie etwas Farbe genommen haben. Dann die Hitze etwas reduzieren. Die Kartoffeln gelegentlich umdrehen.
Die Tomaten waschen und in Scheiben schneiden.
Wenn die Kartoffeln von allen Seiten gut gebräunt sind, die Hitze noch weiter reduzieren und die Tomatenscheiben auf den Kartoffeln verteilen. Salzen und pfeffern. Den Mozzarella in Scheiben schneiden und auf den Tomaten verteilen. Leicht schmelzen lassen.
Die Eier aufschlagen, mit etwas Milch, Kräutern, Salz und Pfeffer verquirlen und in die Pfanne geben.
Die Pfanne in den Ofen geben und bei 160°C (Umluft) ca. 20 Minuten backen, bis das Ei gestockt und die Oberfläche leicht gebräunt ist.
Sonntag, 15. September 2013
Szenen einer Ehe: Ein unglückliches Opfer verketteter technischer Pannen
Sie schlappt spät abends schwer mit Tüten beladen in die Wohnung und flötet: Haaasiii, ich hab' dir was mitgebracht!"
Er: Wo warst du denn?
Sie: Beim Spanier. Hab' ich dir heute Morgen doch gesagt. Hier, guck' mal, Fudge für dich!
Er: Vom Spanier?
Sie: Nee, Quatsch, aussem Pralinenladen.
Er: Und da gab's auch Klamotten von Häschen und Mäuschen?
Sie: Nee. Aber ich habe Remoulade vom Frühstücksbrötchen auf's Shirt bekommen, und weil ich nicht mit einem dreckigen Shirt in ein edles Lokal konnte, habe ich mir schnell ein neues Oberteil gekauft.
Er, mit kritischem Blick auf die Tütenmenge: Aha! Auswaschen hätte es doch sicher auch getan!
Sie, vorwurfsvoll: Hab' ich ja getan! Der Fleck ging aber nicht raus! Ich wollte dann bei Budni einen Fleckenstift kaufen, kam auf dem Weg aber bei H&M vorbei und dachte, ich schau mal, ob die nicht ein Oberteil haben. Ist doch gerade Schlussverkauf.
Er: Ein Oberteil? Und warum trägst du so viele Tüten?
Sie: Also, guck mal, das ist das Shirt mit dem Fleck drin. Das musste ich ja irgendwo lassen. Dann ist da noch dieses entzückende Oberteil in Anthrazit, das konnte ich doch nicht hängen lassen. Und ...
Er, ihr ins Wort fallend: Warum nicht?!
Sie rollt mit den Augen und fährt fort: Dann sah ich das weiße Teilchen. Du sagst doch immer, ich soll nicht nur Schwarz tragen. Na ja, und so'n schlichtes weißes Oberteil kann frau ja immer brauchen. Und damit es sich nicht so alleine fühlt, nahm ich das gleiche noch in Schwarz mit. Mehr wollte ich nicht kaufen, aber auf dem Weg zur Kasse fand ich noch dieses orangene Oberteil. Ich trage doch heute orangene Schuhe. Das passt perfekt! Sonst hätte ich noch neue Schuhe gebraucht! Dann stürzte die Kasse ab, als ich bezahlen wollte. Während des Wartens merkte ich, dass meine rote Handtasche nicht zum orangenen Shirt passt. Auf dem Weg zur Bank - ich hatte kein Bargeld mehr - kam ich dann noch an diesem entzückenden Täschchen vorbei. Also ehrlich, das hat sich alles so ergeben! Ich wollte das alles nicht!
Er: Wo warst du denn?
Sie: Beim Spanier. Hab' ich dir heute Morgen doch gesagt. Hier, guck' mal, Fudge für dich!
Er: Vom Spanier?
Sie: Nee, Quatsch, aussem Pralinenladen.
Er: Und da gab's auch Klamotten von Häschen und Mäuschen?
Sie: Nee. Aber ich habe Remoulade vom Frühstücksbrötchen auf's Shirt bekommen, und weil ich nicht mit einem dreckigen Shirt in ein edles Lokal konnte, habe ich mir schnell ein neues Oberteil gekauft.
Er, mit kritischem Blick auf die Tütenmenge: Aha! Auswaschen hätte es doch sicher auch getan!
Sie, vorwurfsvoll: Hab' ich ja getan! Der Fleck ging aber nicht raus! Ich wollte dann bei Budni einen Fleckenstift kaufen, kam auf dem Weg aber bei H&M vorbei und dachte, ich schau mal, ob die nicht ein Oberteil haben. Ist doch gerade Schlussverkauf.
Er: Ein Oberteil? Und warum trägst du so viele Tüten?
Sie: Also, guck mal, das ist das Shirt mit dem Fleck drin. Das musste ich ja irgendwo lassen. Dann ist da noch dieses entzückende Oberteil in Anthrazit, das konnte ich doch nicht hängen lassen. Und ...
Er, ihr ins Wort fallend: Warum nicht?!
Sie rollt mit den Augen und fährt fort: Dann sah ich das weiße Teilchen. Du sagst doch immer, ich soll nicht nur Schwarz tragen. Na ja, und so'n schlichtes weißes Oberteil kann frau ja immer brauchen. Und damit es sich nicht so alleine fühlt, nahm ich das gleiche noch in Schwarz mit. Mehr wollte ich nicht kaufen, aber auf dem Weg zur Kasse fand ich noch dieses orangene Oberteil. Ich trage doch heute orangene Schuhe. Das passt perfekt! Sonst hätte ich noch neue Schuhe gebraucht! Dann stürzte die Kasse ab, als ich bezahlen wollte. Während des Wartens merkte ich, dass meine rote Handtasche nicht zum orangenen Shirt passt. Auf dem Weg zur Bank - ich hatte kein Bargeld mehr - kam ich dann noch an diesem entzückenden Täschchen vorbei. Also ehrlich, das hat sich alles so ergeben! Ich wollte das alles nicht!
Donnerstag, 12. September 2013
Himbeer-Käsekuchen-Brownie nach Cynthia Barcomi
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| Himbeer-Käsekuchen-Brownie. |
Dass es zwei Kuchen wurden, war Zufall. Ich hatte den Brownie eigentlich für den Gatten gebacken, aber mein "Schatz, da steht Kuchen für dich auf dem Herd!" verhallte ungehört.
Klar, sich immer beschweren, dass ich nie für ihn backe oder Pudding koche, dann aber extra für ihn gebackenen Kuchen mit Himbeeren aus dem eigenen Garten übersehen - so was hab' ich schon gern!
In diesem Jahr hatten wir, anders als in den Vorjahren, eine überaus reichliche Himbeerernte. Trotzdem nahm ich überwiegend tiefgekühlte Himbeeren für diesen Kuchen. Die aus dem Garten aßen wir so - es kommt zu selten vor, dass mehr als zwei oder drei Früchte auf einmal reif sind, da waren sie mir zu schade zum Verbacken. Ein paar kamen dann allerdings doch auf den Kuchen.
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| Himbeer-Käsekuchen-Brownie im Werden. |
Für eine rechteckige Backform mit den Maßen ca. 32 x 24 cm:
Brownie-Teig:
100 g Zartbitterschokolade
100 g Edelbitterschokolade
80 g Butter
120 g brauner Zucker
½ Vanilleschote, das Mark davon (im Original ½ TL Vanilleextrakt)
2 Eier
105 g Mehl
¼ TL Salz
¼ TL Natron
Frischkäse-Topping:
300 g Frischkäse (im Original 240 g, aber ich wollte keinen Rest haben)
100 g weißer Zucker plus EL
2 TL Zitronensaft
1 Ei
½ Vanilleschote, das Mark davon (im Original ½ TL Vanilleextrakt)
¼ TL Salz
20 g Stärke
200 g Himbeeren, frisch oder tiefgefroren, aufgetaut und abgetropft
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| Himbeer-Käsekuchen-Brownie bereit zum Verzehr. |
Schokoladen und Butter in einer großen Schüssel über dem Wasserbad schmelzen, dann Zucker und Vanillemark hineinschlagen. Abkühlen lassen.
Nun das Frischkäse-Topping zubereiten: Mit einem Handmixer Frischkäse und Zucker verschlagen. Zitronensaft, gefolgt von Ei, Vanillemark, Salz und Stärke dazugeben.
Wenn die Schokoladenmischung abgekühlt ist, die Eier hineinschlagen.
Mehl, Salz und Natron in einer Rührschüssel mischen und die Mehlmischung zügig unter die Schokolade ziehen. Backform einfetten oder mit Backpapier auskleiden und den Teig gleichmäßig darin verteilen.
Frischkäsemischung ebenmäßig auf dem Teig verstreichen, dabei ringsum 1 cm frei lassen. Himbeeren auf dem Frischkäse verstreuen und mit 1 EL weißem Zucker besprenkeln.
40 Minuten bis 160° (Umluft) backen, dann auskühlen lassen und vor dem Servieren gerne noch ein, zwei Stunden in den Kühlschrank stellen.
Dienstag, 10. September 2013
Mittagspausenspaziergang zwischen Blumen, Schützen und dem Lord von Barmbeck
Grünflächen sind um mein Büro herum irgendwie rar gesät. Außerdem arbeite ich mitten in der Stadt - da Ruhe zu finden, ist gar nicht so leicht. Ruhe brauche ich aber in der Mittagspause, besonders, wenn sich an trubeligen Tagen mein dusseliges Burn Out wieder meldet und meint, es habe was zu sagen.
An solchen Tagen verlasse ich dann das Einkaufszentrum, in dem mein Büro ist, auf dem schnellsten Wege: Durch einen Notausgang, der auf eine Balustrade führt, die von vielen, die hier arbeiten, als Rauchmöglichkeit genutzt wird, aber auch als kurzfristiges Lager.
Am Ende der Balustrade geht's die Treppe runter, über einen Grünstreifen, über die Straße, und dann bin ich auch schon im Park. Der ist übrigens nur selten so leer wie auf diesen Fotos, denn normalerweise machen viele, die im Einkaufszentrum arbeiten, dort Mittagspause, nutzen ihn auch die Anwohner.
Ich habe zwei Lieblingsplätze im Park und freue mich immer, wenn sie frei sind, ich ungestört bin: Einen zum Lesen (dann esse ich im Büro am Schreibtisch eine Kleinigkeit) und einen zum Essen.
Manchmal gehe ich aber auch nur spazieren (wenngleich ich durch den Abteilungswechsel Anfang August oft mehr Bewegung habe, als mir lieb ist). Unterwegs gibt es nicht nur Klinker und Beton, sondern auch liebevoll gepflegte Gärten.
Und es gibt hier viel Geschichte: An der Ecke Beim Alten Schützenhof 16-22 / Bartholomäusstraße 75/76 beispielsweise befand sich ab 1904 die Kellerkneipe des legendären "Lord von Barmbeck", bürgerlich Julius Adolf Petersen. Und ganz nebenbei sind diese um 1870 erbauten Häuser die ältesten noch erhaltenen Barmbeks und die ersten städtischen Bauten des Stadtteils. Damals wuchs der Stadtteil binnen kurzer Zeit von 3.000 auf 90.000 Einwohner. Hier wohnten im Wesentlichen Arbeiter mit ihren Familien. Damals schrieb sich der Stadtteil auch noch mit "ck".
Die Kaschemme, wie Petersen seine Kneipe nannte, wurde zum Treffpunkt von Berufsverbrechern, zu denen auch Petersen gehörte. Rasch wurde er Kopf einer bis zu 200 Mitglieder zählenden Bande, die sich "Barmbecker Einbrechergesellschaft" oder, nach ihrem Kopf, "Petersen-Konzern" nannte. Zu der Bande gehörten bis zu 70 Männern, für die Petersen gut sorgte: Wurde jemand verhaftet, sorgte er für einen Verteidiger und den Unterhalt der Familie des Verhafteten. Die Bande war deutschlandweit verzweigt. Das neue Phänomen der organisierten Kriminalität stellte die Polizei vor neue Herausforderungen.
Petersen wurde 1920 nach einem Überfall auf das Postamt in der Susannenstraße, bei dem über 220.000 Mark und weitere 350.000 Mark in Briefmarken erbeutet wurden, stadtbekannt. Zuvor überfiel er einen Geldtransporter der Farmsener Trabrenngesellschaft, erbeutete dabei 190.000 Mark, und erleichterte die Amtskasse der Seewarte um 50.000 Mark.
Die Hamburger Polizei legte im Laufe der Zeit 20 Meter Akten über Petersen an, 200 Delikte wurden im Laufe der Jahre gegen ihn verhandelt, 400 Personen mussten dabei aussagen, 3.000 Haftbefehle wurden nach seinen umfänglichen Geständnissen ausgestellt. Die erste Haftstrafe trat er schon mit 13 Jahren an: Nach dem Diebstahl einer Geldbörse mit 20 Mark kam er für fünf Tage ins Gefängnis. Die Geschichte zeigt: Abschreckend wirkte dieses Erlebnis nicht.
Auch wenn Petersen und seine Bande sehr viel Geld erbeuteten, lebten sie bescheiden. Sie legten Wert auf gute Kleidung (daher rührt auch Petersens Ökelname, denn er trug mit Vorliebe Bowler, maßgeschneiderte Anzüge, steife Kragen und gewienerte Schuhe), und zumindest Petersen sorgte für die Seinen: So kaufte er seiner Lebensgefährtin beispielsweise eine Pension in den Colonnaden.
Petersen wurde 1921 zu 15 Jahren Haft verurteilt, schrieb im Gefängnis seine Memoiren, wurde 1932 wegen guter Führung entlassen, aber schon wenige Monate später wieder rückfällig.Im Oktober 1933 wird er wieder festgenommen. Am 21. November 1933 erhängt er sich in der Haft.
Das Haus, in dem Petersens Kaschemme war, steht bis heute. Als es samt benachbarter Häuser vor zwei Jahren abgerissen werden sollte, wehrten sich Mieter, Lokalpolitiker und die Geschichtswerkstatt. Erfolgreich: Im Mai 2013 wurde das Ensemble in die Denkmalliste eingetragen.
Gegenüber Petersens ehemaliger Kaschemme erinnert der Name eines leerstehenden Lokals daran, dass Barmbek Mitte des 19. Jahrhunderts noch dörflich war und genug Platz für Schießstände hatte: 1862 eröffnete hier ein Schützenhof mit Schießständen. Dreißig Jahre später war das Gebiet zu dicht besiedelt für Schießstände, und der Schützenhof wurde verlegt.
Mein Weg führt jetzt so langsam durch die Nebenstraßen zurück zum Einkaufszentrum und nochmal vorbei an bunten Gärten mit skurrilen Bewohnern.
Dienstags sehe ich dann schon die Menschen, die bei der Elim-Gemeinde in der Bostelreihe Schlange stehen, lange, bevor Lebensmittelausgabe und Kleiderkammer um 15 Uhr öffnen - ein herber Kontrast zur Glitzerwelt im Einkaufszentrum, in das ich jetzt wieder eintauche, um zu meinem Schreibtisch zurückzukehren..
Bei der Geschichtswerkstatt gibt es übrigens einen Mitschnitt einer Lesung von Rolf Becker aus den Memoiren, die Petersen 1927 in Haft schrieb, zu kaufen.
Quellen: taz, Hamburger Abendblatt Artikel 1 / Artikel 2, Wikipedia.
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| Blick auf den Park von oben. |
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| Sieht nicht nur trist aus, sondern ist es auch: Eine der Balustraden am Einkaufszentrum, in dem ich arbeite. |
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| Eingang in den Park. |
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| Mein Lieblingsleseplatz. |
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| Mein Lieblingsessplatz. |
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| Gelbe Blumen. |
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| Da weiß jemand, dass auch Vögel und Insekten in der Sommerhitze Durst haben. |
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| Eingang in die ehemalige Kaschemme vom "Lord von Barmbeck". |
Petersen wurde 1920 nach einem Überfall auf das Postamt in der Susannenstraße, bei dem über 220.000 Mark und weitere 350.000 Mark in Briefmarken erbeutet wurden, stadtbekannt. Zuvor überfiel er einen Geldtransporter der Farmsener Trabrenngesellschaft, erbeutete dabei 190.000 Mark, und erleichterte die Amtskasse der Seewarte um 50.000 Mark.
Die Hamburger Polizei legte im Laufe der Zeit 20 Meter Akten über Petersen an, 200 Delikte wurden im Laufe der Jahre gegen ihn verhandelt, 400 Personen mussten dabei aussagen, 3.000 Haftbefehle wurden nach seinen umfänglichen Geständnissen ausgestellt. Die erste Haftstrafe trat er schon mit 13 Jahren an: Nach dem Diebstahl einer Geldbörse mit 20 Mark kam er für fünf Tage ins Gefängnis. Die Geschichte zeigt: Abschreckend wirkte dieses Erlebnis nicht.
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| Gab der Straße ihren Namen: Ein Schützenhof, der 1862 an der Straße angelegt wurde. Dieses Haus mit dem (leerstehenden) Lokal wurde später gebaut. |
Petersen wurde 1921 zu 15 Jahren Haft verurteilt, schrieb im Gefängnis seine Memoiren, wurde 1932 wegen guter Führung entlassen, aber schon wenige Monate später wieder rückfällig.Im Oktober 1933 wird er wieder festgenommen. Am 21. November 1933 erhängt er sich in der Haft.
Das Haus, in dem Petersens Kaschemme war, steht bis heute. Als es samt benachbarter Häuser vor zwei Jahren abgerissen werden sollte, wehrten sich Mieter, Lokalpolitiker und die Geschichtswerkstatt. Erfolgreich: Im Mai 2013 wurde das Ensemble in die Denkmalliste eingetragen.
Gegenüber Petersens ehemaliger Kaschemme erinnert der Name eines leerstehenden Lokals daran, dass Barmbek Mitte des 19. Jahrhunderts noch dörflich war und genug Platz für Schießstände hatte: 1862 eröffnete hier ein Schützenhof mit Schießständen. Dreißig Jahre später war das Gebiet zu dicht besiedelt für Schießstände, und der Schützenhof wurde verlegt.
Mein Weg führt jetzt so langsam durch die Nebenstraßen zurück zum Einkaufszentrum und nochmal vorbei an bunten Gärten mit skurrilen Bewohnern.
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| Bunter Vorgarten. |
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| Bunte Blume aus buntem Vorgarten. |
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| Ei, wer hat sich denn da versteckt?! |
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| Großer roter Vogel. |
Bei der Geschichtswerkstatt gibt es übrigens einen Mitschnitt einer Lesung von Rolf Becker aus den Memoiren, die Petersen 1927 in Haft schrieb, zu kaufen.
Quellen: taz, Hamburger Abendblatt Artikel 1 / Artikel 2, Wikipedia.
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