Donnerstag, 14. Juni 2012

Bad Segeberg: Bäcker Michely

Ente mit Brotfüllung ;o)
Wer den Schleichweg kennt, ist von der Klinik rasch in der Segeberger Innenstadt und bei Michely: Die Treppen runter, den Pfad an der Rattenvilla entlang, über die Backofenwiese samt Parkplatz, dann über den Friedhof und an der Marienkriche entlang, und schon stehst Du auf dem Marktplatz, wo auch dieser Bäcker ist. Wir landeten eher zufällig dort, als wir an unserem ersten Klinik-Sonntag nach dem Frühschwimmen frühstücken wollten. Ursprünglich wollten wir in die Markthalle, aber dort war im April / Mai noch nicht sonntags geöffnet. Also gingen wir zu Michely.

Es schmeckte, und so kehrten wir in den folgenden Wochen öfter dort ein, zum Frühstücken, Geburtstagfeiern und Klönen und Gott, Männer und die Welt. Am Liebsten saßen wir draußen, wo frau rauchen und das Treiben auf dem Marktplatz beobachten konnte - inkl. Enten, Tauben und Spatzen, die sich dankbar auf herabfallende Brot- und Kuchenkrumen stürzten.

Sonntags, wenn wir schon gegen 10 Uhr zum Frühstücken kamen, konnten wir dem Bäcker beim Arbeiten zusehen, denn ein Teil der Backstube ist in einem Schaufenster. Sicher ist er auch an den anderen Tagen dort zu sehen, aber da kamen wir erst nachmittags.

Die erste Erdbeertorte in dieser Saison.
Erdbeerkopenhagener,
Nusstorte (vorne) und Puddingteilchen. Man beachte die halb in Schoko getauchte Walnuss auf der Torte.
Mandelhörnchen (vorne) und Erdbeerkuchen.
Die Mandelhörnchen schmeckten mir im Park-Café etwas besser, weil sie da noch eine karamellige Kruste haben. Beliebt war bei uns auch das Laugenkonfekt, etwa 2 cm x 2 cm große Laugenbrötchen mit Mohn, Kümmel und anderen Toppings, die man gut als Snack essen kann.

Mittwoch, 13. Juni 2012

Bad Segeberg: Markttag

"So, junge Frau, hier kommt erstmal der Kleckerbuschen." Kleckerbuschen - den Ausdruck habe ich seit Vadderns Tod nicht mehr gehört. Ich schlendere über den Segeberger Wochenmarkt und nehme Euch mit. Was es mit dem Kleckerbuschen auf sich hat? Geduld!

Mittwochs und sonnabends ist Markttag in Bad Segeberg. Historisch betrachtet, liegt der heutige Marktplatz in Gieschenhagen, das im Laufe der Jahrhunderte mit Segeberg zusammenwuchs. Der ursprüngliche Segeberger Marktplatz liegt vorm Rathaus, unweit des Standorts der alten Synagoge. Hier erinnert noch der Rest eines Schiedgrabens an die einstige Grenze zwischen den beiden Orten.

Das Segeberger Rathaus mit dem ehemaligen Marktplatz.
Ehemaliger Marktplatz mit Pumpe.
Schiedgraben am Standort der alten Synagoge in der Lübecker Straße 2.
Die heutige Marktfläche ist von allen Seiten gut erreichbar, liegt in der Fußgängerzone rund um einen Brunnen, der an allen Tage gerne als zentraler Treffpunkt genutzt wird. Bei gutem Wetter springen große und kleine Menschen auch gerne mal rein ...

An einem Stand gab's Pfingstrosen über Pfingstrosen. Die gehören zu meinen Lieblingsblumen, weil sie um meinen Geburtstag herum blühen. Ein großer Strauß steht jetzt auch hier, aus Schwiegermutters Garten.
In und um Bad Segeberg gibt es viele Gärtnereien und Blumenhändler, die ihre Waren auch auf dem Markt anbieten. Ich kaufte Olivenkraut und hielt mich ansonsten zurück, weil der Gatte schon im Garten fleißig pflanzte .
Noch mehr Blütenpracht.
Irgendwie stehen die Stände geordneter, als ich das von Hamburg kenne: Die Fischstände ganz am Rand, an der Lübecker Straße, die Käse- und Blumenstände ebenfalls eher außen, während rund um den Brunnen Obst und Gemüse zu finden sind.

Die Erdbeersaison ist eröffnet.
Frisch geerntet und zum Verkauf bereit.

Bunte Auswahl.
 "Wir wollten Curry kaufen. Aber wir sehen schon, das ist nicht so einfach"; steht eine junge Frau fest, die mit der Auswahl an Bernd Niedergesäss' Stand mit Gewürzen, Salzen, Tees und Trockenfrüchten leicht überfordert ist. Aber Niedergesäss berät gerne, und selbst, wer glaubt, schon ein gut ausgestattetes Gewürzregal zu haben, findet noch was. Bei mir wollte Macis mit.

Blick auf die Trockenfrüchte und Tees.
Blick auf einen Teil der Gewürze, darunter auch einiges, für das ich in Hamburg lange laufen müsste.
Macis gab's bislang nur gemahlen in meinem Gewürzsschrank.
Zum Schluss gibt's eine Stärkung bei der Landschlachterei Horn: Pferdebockwurst. Hausgemacht. Heiß und leicht scharf. Lecker. Bekomme ich in Hamburg leider nicht so ohne weiteres.

Pferdebockwurst mit ordentlich Senf auf Kleckerbuschen.
Und jetzt weißt Du, wofür ich den Kleckerbuschen brauchte. Das ist nichts anderes als eine Serviette, in diesem Fall schlicht ein Stück Küchenkrepp.

Dienstag, 12. Juni 2012

Bad Segeberg: Quaaler Ehrgarten

Stiller Beobachter.
"Das ist ja wie beim Schlussverkauf, wenn die Türen geöffnet werden!" meinte der entsetzte Gatte, als er die Masse sah, die sich durch die Tore des Quaaler Ehrgartens schob.

Glücklicherweise hat es sich anscheinend noch nicht so sehr herumgesprochen, dass das Café schon um 14 Uhr statt um 14.30 Uhr öffnet, und so gehörten wir mit zu den ersten, die in die großzügige Gartenanlage drängten. Der umsichtige Gatte sicherte gleich ein lauschiges Plätzchen am Teich, während Schwiegermutter und ich uns um Kaffee, Tee und Kuchen kümmerten, denn im Café ist Selbstbedienung.


Der Weg ist das Ziel.

Am Ende des Weges.
Blick über den ehemaligen Hofteich.
Blick zum ehemaligen Hofteich und das Areal um das ehemalige Hofgebäude.
Blick über den Hofteich.
Im ehemaligen Hofteich gibt es ein ungewöhnliches Detail: Die Karpfen können in eine Glocke schwimmen und sind so über Wasser sichtbar. Und natürlich kommen sie da auch wieder raus.  
Der Ehrgarten entstand auf dem Gelände eines Resthofes, rund um den ehemaligen Hofteich. Auf etwa 5.000 m² findet sich ein lauschiges Paradies mit Blumen, Bäumen und Skulpturen; verwunschenen Wegen, die ins Nichts führen; Wasserpielen; verschwiegenen Ecken; einem Spielplatz ... Es gibt sehr viel zu entdecken, die Kamera glühte. Die Tabletts aus dem Hofcafé werden überall hingeschleppt, um Kaffee oder Tee und Kuchen zu genießen. Aber auch der Blick in den Hofladen lohnt, denn es gibt dort kleine Verkaufsstände mit Krims, Krams und kleinen kulinarischen Köstlichkeiten. Und auch der Besuch bei Tante Meyer lohnt: Man kümmert sich hier sehr liebevoll um die Toiletten!

Blick ins Hofcafé, das an Sommertagen eher leer bleibt.
Bücher, zum Verkauf ausgestellt.
Kleine kulinarische Köstlichkeiten warten auf Käufer.
Immer umlagert: Die Kuchentheke mit Getränkeausgabe.
Lauschiges Plätzchen für zwei.
Der Kuchen ist mit ca. 3,50 Euro pro Stück sicher nicht preiswert, aber sehr, sehr gut. "Die Erdbeeren knacken ja noch!" stellte der Erdbeerbaiser-Torte essende Gatte glücklich fest und setzte hinzu: "Die Torte wurde bestimmt heute frisch gemacht!" Auch wir anderen waren mit unserer Tortenwahl sehr zufrieden und bedauerten, dass wir nur ein Stück schafften. Die Preise für die anderen Speisen und Getränke sind ebenfalls etwas höher, selbst für Hamburger Verhältnisse, aber schließlich will ja auch der Garten finanziert werden. Und der Gatte war gleich so begeistert, dass er beschloss, wir müssten am nächsten Wochenende gleich wieder hierher - leider machte uns da das Wetter einen Strich durch die Rechnung, aber Segeberg ist ja nicht so weit von Hamburg entfernt.

Stachelbeertorte mit Baiserhaube.
Erdbeertorte mit Baiserhaube.
Bekam versehentlich eins auf die Spitze, was dem Geschmack aber keinen Abbruch tat: Rosentorte, die Ehrgarten-Spezialität mit Aprikosen.
Beim Streifen durch die Gartenanlage steht man irgendwann vor dem Wohnhaus der Ehrgarten-Besitzer. Wir kamen ins Plaudern, und ich fragte, ob es ihnen nicht leid täte, ihr Paradies mit so vielen Besuchern teilen zu müssen. "Nein", war die Antwort. "Wir haben es ja nach 18 Uhr und von Montag bis Mittwoch für uns." Da ist es sicher kein Zufall, dass die Privatterrasse mit eindrucksvollem Grill zur Abendsonne hin ausgerichtet ist.

Gleichmäßigkeit.
Please Don't Eat the Daisies.

Klatsch, Mohn!

Stille Beobachter.
Zum Garten gehört ein kleiner Laden mit lauter entzückenden Sachen, die mensch nicht braucht, aber unbedingt haben muss. Bei mir wollten zwei Hasen-Eierbecher mit ...

Blick in den Laden, der zum Café gehört.
Mehr zum Quaaler Ehrgarten und seinen Pflanzen gibt es hier zu lesen.

Montag, 11. Juni 2012

Bad Segeberg: Café Spindel - immer noch ein Geheimtipp

Rumpsteak mit Spargel - vielleicht keine typische Kombination,
aber sehr praktisch, weil ich mich nicht entscheiden musste,
ob ich lieber Steak oder Spargel möchte.
Das Café Spindel ist in Bad Segeberg noch immer ein kulinarischer Geheimtipp, obwohl es das Lokal in den alten Geschäftsräumen der Wollspinnerei Blunck schon seit zwei Jahren gibt. Seit Anfang diesen Jahres wird es von den Segeberger Wohn- und Werkstätten als Projekt für Behinderte und Nicht-Behinderte betrieben. Die 1852 gegründete Wollspinnerei ist übrigens die letzte noch produzierende ihrer Art in Norddeutschland, steht samt Maschinen unter Denkmalschutz und lohnt sicher einen Besuch - während meines Aufenthalts ergab sich das leider nicht. Am 23. Juni ist dort Tag der offenen Tür - nichts wie hin! Anschließend kannst Du Dich ja in der Spindel stärken.

Uns lockte meistens nach dem Abendessen der lauschige Biergarten. Man sitzt unter ein paar hohen Bäumen und dem Schlot der Spinnerei und lässt es sich bei Wein oder Bier gut gehen. Da die Spindel-Betreiber neben saisonalen Zutaten auch Wert auf Regionalität legen, kommt das Bier aus der Ricklinger Landbrauerei. Das ist richtig süffig und lecker und viel zu schade für Alsterwasser, wie ich schnell merkte.

Im Biergarten: Blick auf den Schlot der Spinnerei.
Blick in den Biergarten, als er mal kurz einigermaßen leer war.
Essen läßt es sich auch ganz prima in der Spindel, wie Du anhand des oben gezeigten Rumpsteaks mit Spargel siehst. Und die Preise sind absolut okay - insbesondere, wenn ich bedenke, dass Gäste in der Klinik für 4 Stangen teilweise weich gekochten Spargel, Kartoffeln, Fertig-Hollandaise und Schinken 12 Euro zahlen mussten, während ich für nur wenig mehr in der Spindel die obige üppige Portion bekam. Dazu gehörte keine Hollandaise, sondern das Spargelwasser, gebunden und abgeschmeckt. Sah im ersten Moment befremdlich aus, schmeckte aber lecker und wird bestimmt zu Hause mal nachgemacht.

Hausgemachter Kuchen und Kaffee (der dem Gatten und mir 'n büschen zu dünn war, aber das ist ja Geschmackssache).
Blick ins Lokal - hab' die Ecke genommen, die gerade leer war.
Mittags gibt es eine kleine, täglich wechselnde Tageskarte, die sonnabends, wenn in der Klinik Suppentag war, gelegentlich Beachtung fand. Nachmittags waren wir gelegentlich zum Kaffeetrinken in der Spindel - der hausgemachte Kuchen dazu ist auch lecker.

Sonntags ist das Lokal leider geschlossen, an Feiertagen allerdings geöffnet. Der Service ist bodenständig, teilweise ein wenig kantig, aber sehr freundlich und meistens flink.

Kurz: Hingehen! Is' lecker da!

Sonntag, 10. Juni 2012

Bad Segeberg: Hofcafé in Stipsdorf

Tischdeko und Speisekarte zugleich.
"Aus Hamburg kommt Ihr?" fragt der alte Herr. "Hamburg-Osdorf, das kenne ich. Kennt Ihr das auch?" Ich nicke. "Bei Bauer Groth war ich öfter. Der hatte die beste Fruchtfolge, die es gibt. Kennt Ihr die?" - "Äh, meinen Sie den Erdbeerbauern am Osdorfer Born?" - "Nee, Bauer Groth. Und welche Fruchtfolge meine ich?" - "Äh, keine Ahnung." - "Die Fruchtfolge ist Weizen, Raps, Bauland. Hat er damals viel Geld mit gemacht, vor 45 Jahren."

Wir sitzen im Hofcafé im Seeweg 17 in Stipsdorf, einem Örtchen am Großen Segeberger See, und machen eine Pause vom Spaziergang rund um den See. Das Café ist winzig, nur eine Handvoll Tische und Stühle, recht bunt zusammengewürfelt, stehen in einem kleinen Garten.

An einem lauen Sonntag Nachmittag wie heute sind die Plätze schnell weg. Hier kann man gut und gerne den ganzen Tag sitzen und auf den See blicken, denn die Preise für Kuchen, Kaffee und Eis sind sehr zivil.

Blick auf den Großen Segeberger See.

Am Besten gefällt mir das linke Kräuterschild. Davon ernte ich auch immer reichlich im heimischen Garten.

Überall gibt's was zu entdecken - Deko an allen Ecken und Enden.
Unter den Gästen sind Reha-Patienten und Mitarbeiter der nahegelegenen Kliniken, Touristen, aber auch viele Dörfler - man kennt sich, schnackt ein paar Worte mit dem alten Herrn, der guckt, was im Dorf gerade so los ist, und geht wieder seiner Wege.

Rhabarberkuchen vom Blech, hausgebacken.

Damit werden keine Kekse mehr gebacken (hoffe ich ...).

Hier ist besetzt.
Auf ist, wenn auf ist, was meistens der Fall ist, wenn das Wetter gut ist. Meistens ist dann zwischen 14 Uhr und 17 Uhr geöffnet. Am Wanderweg gibt es eine Hinweistafel, aber der man sehen kann, ob geöffnet ist. Auf den Tisch kommt, was da ist. Der Kuchen ist selbstgebacken, der Kaffee lecker.

Für mich eine Ladung Allergene, aber ich rieche ihn trotzdem gerne, den Flieder.

Man beachte das Schild am Zaun *g*

Das ist der, der platzt, wenn er zu viel gefüttert wird.

Ob die die Eier für den hausgemachten Kuchen liefern?
Und wer vor dem Weiterspazieren noch schnell zu Tante Meier will, holt sich den Schlüssel für das Bootshaus bei der Bedienung. Aber so schnell will man eigentlich nicht weiter, denn es gibt so viel zu sehen. Sieh' selbst!