Mittwoch, 14. November 2012

Philips Homecooker 1050/30 Test I: Möhrenstampf und aufgewärmtes Essen

Es ist geschafft: Der Homecooker steht in der Küche!
Letzten Montag war's endlich so weit: Ich konnte meinen Philips Homecooker (kurz HC) auspacken. Der Gatte fluchte nicht schlecht, als er das Teil aus dem Lager zum Auto und vom Auto in die Wohnung schleppte, denn der Karton war ganz schön groß und schwer. "So groß wie ein kleiner Kühlschrank! Und genau so schwer! Ich hätte am Liebsten dagegen getreten!" möpperte der Gatte.

Ich war froh, dass er nicht trat, denn ich hinterlegte für das Teil ein Pfand von 199 Euro ... Deswegen stehen auch noch der Karton und die Verpackung hier. Der ordnungsliebende Gatte ist totunglücklich, dass er den Krams nicht entsorgen darf, aber ich brauche es ja noch für die evtl. Rücksendung. Im Moment steht das Trumm hinter dem Sofa. Da fällt es am Wenigsten auf. Allerdings weiß ich momentan nicht , wohin mit dem Wäscheständer ... Egal, wird halt erst in vier Wochen wieder gewaschen ;o)

Nachdem ich alles ausgepackt hatte und dabei die Bedienungsanleitung für den Schneideturm übersah, ging's ans Zusammensetzen. Der Homecooker besteht aus
  • Bedienfeld mit dem Technikkrams (Heizung, Motor, wasweißich)
  • Edelstahltopf mit Rührarm, der nicht eingesetzt werden muss bzw. individuell ein- und abgeschaltet werden kann
  • Pasta-Einsatz
  • Dampfkorb mit extra Dampfeinsatz
  • Glasdeckel
  • Schneideturm mit verschiedenen Messereinsätzen
Das Zusammensetzen der einzelnen Teile war einfach. Ich war angenehm überrascht, denn bei anderen Testerinnen las ich, die Teile wären schädderig, wackelig, stänken nach China-Plastik ... Das war bei mir alles nicht der Fall. Im Gegenteil: Im Vergleich zu meinem Tischdampfgarer macht der HC einen robusteren Eindruck. Sehr gut gefällt mir die Form des Schneideturms, der genau an der Topf passt. Bei meiner alten Moulinette ist es immer schwierig, eine Schüssel unterzustellen, geht einiges nebenbei (deswegen steht der HC auf dem Foto oben auch noch auf einem Handtuch).

Stolze Maße: Der prallgefüllte Versandkarton mit den
Maßen 70 x 50 x 36 cm (B x H x T).
Angenehm überrascht war ich auch von der Größe des Gerätes, denn nach den Maßen des Kartons und nach diversen Kommentaren wurde das Teil in meiner Vorstellung immer größer, fragte ich mich schon, ob es überhaupt in meine Küche passt. Ich sah mich es schon auf der Fensterbank im Esszimmer aufbauen und fragte mich, wohin die Pflanzen sollten, die da gerade überwintern. Letztlich nimmt der HC aber nicht mehr Platz ein als mein Tischdampfgarer.

Sehr positiv finde ich auch, dass das Gerät flüsterleise arbeitet . im Gegensatz beispielsweise zum Thermomix, den ich als sehr laut kennenlernte. Und anders als beim Dampfgarer tritt kein Dampf aus, wird die Küche nicht vernebelt. Auch das gefällt mir, genauso wie der Umstand, dass die Griffe nicht heiß werden (obwohl das in der Bedienungsanleitung anders angegeben ist). Gut gefällt mir die integrierte Kabelaufwicklung am Boden des Motorblocks. Nicht gut hingegen finde ich die Kratzspuren, die der Topf auf der Heizplatte hinterlässt.

Ich habe mir überlegt, den Homecooker mit meinen herkömmlichen Kochgewohnheiten zu vergleichen. Am Ende jedes Rezeptes findest Du also eine Tabelle, aus der ersichtlich ist, wie ich das Gericht im Homecooker zubereitete und wie ich es herkömmlich zubereitet hätte. So kannst Du vergleichen, ob der Homecooker was für Dich ist.

Ein Wort zur Bezeichnung Homecooker 1050/30: Der Kocher an sich ist das Modell 1040/30, während der Schneidturm das Modell 1051/30 ist. Beides zusammen wird als Modell 1050/30 verkauft, so die Auskunft von Philips laut einem Kommentar bei den Konsumgöttinnen.

Dank einer sehr emsigen CK-Gruppe habe ich viele Ideen, was ich machen möchte. Der Auftakt ist allerdings ein wenig improvisiert. Da ich letzte Woche auf dem Swutsch war, kaufte der Gatte alleine ein und plante auch die Woche alleine. Da ich mich mit dem HC noch nicht wirklich auseinandersetzte, äußerte ich keine Wünsche für Einkaufszettel und Speiseplan. Deswegen ist der erste Testlauf reine Improvisation. Es gab Möhrenstampf mit aufgewärmten Klopsen. Wurzeln und Kartoffeln schnibbelte ich im Schneideturm, wobei es bei den Wurzeln beim Versuch blieb. Mit denen kam der Schneideturm bei der ausgewählten Scheibe nicht zurecht.

Blick in den Karton. Hoffentlich erinnere ich mich im Falle
einer Rücksendung daran, wie das alles zusammengebaut
wurde ... Rechts ist der HC zu sehen, links, im Karton,
unter dem Kochbuch, der Schneideturm.
Das Einsetzen der ovalen Messereinsätze in den Schneideturm ist überhaupt ein Thema für sich. Es fällt mir sehr schwer zu erkennen, welche Scheibe wofür ist. Auf der Umverpackung sind farbige Markierungen, die anscheinend keine Bedeutung haben. Bei meiner Moulinette sind die Messer durch Buchstaben gekennzeichnet, aber bei den HC-Scheiben steht auf allen "A"  ... Ich habe keine Ahnung, welche Scheibe ich nahm, aber sie machte schöne Kartoffelscheiben - so schön, dass ich bald mal Chips aus dem HC ausprobieren werde (sofern ich die richtige Scheibe wiederfinde ...).

Das Einsetzen des Messers wurde für meine Daumenkuppe unangenehm. Dass die Messer scharf sind und nicht angefasst werden sollten, war mir auch ohne den Warnhinweis in der Bedienungsanleitung klar. Unklar ist mir hingegen, wie ich die Messer einsetze, ohne sie anzufassen, denn die müssten richtig fest in einen Träger eingeklippt werden. Da gefällt mir meine Moulinette besser, denn die Messer sind runde Scheiben, die einfach auf das Unterteil gelegt werden, ohne dass ich groß mit den Klingen in Berührung komme.

Kartoffelscheiben fallen aus dem Schneideturm in den Topf.
Die Wurzeln schnippelte ich also mit dem Messer in den Topf, in dem schon der Rührarm war. Dann gab ich Gemüsebrühe dazu, stellte die Temperatur auf 130 Grad (laut Bedienungsanleitung die Temperatur zum Kochen) ein und den Zeitschalter auf 35 Minuten (Erfahrungswert vom Kochen im Topf).

Was mich nachhaltig irritiert, auch noch nach Tagen: Im Topf wird die angegebene Temperatur nicht erreicht. Bei 130 Grad war's im Topf gerade mal so warm, dass ich noch bequem hineinlangen konnte. Ich ließ ein Thermometer mitlaufen. Ergebnis: 70 Grad. Nach 30 Minuten erhöhte ich auf 175 Grad, setzte die Klopse im Dampfeinsatz obendrauf und gab das Thermometer dazu. Nach weiteren 30 Minuten brodelte es im Topf, während im Dampfeinsatz ca. 80 Grad waren. Ehrlich, ob ich mich daran gewöhnen kann? Aber die Klopse waren perfekt aufgewärmt.

Wunderbare Kartoffelscheiben und nicht ganz so
wunderebare Wurzelscheiben.
Ich habe die Menge an Wurzeln und Kartoffeln für 4 Portionen nicht gewogen, aber der Rührer schaffte es nicht, alles umzurühren. Also ging ich immer mal mit dem Kochlöffel dazwischen. Dann goß ich die Wurzeln und Kartoffeln in eine Schüssel, passte dabei auf, dass nicht die ganze Menge an Gemüsebrühe mit dazu kam, gab ein Stück kalte Butter dazu und stampfte.

Dass es nicht die beste Idee war, Kartoffelscheiben zu stampfen, war mir vorher klar, aber ich wollte unbedingt den Schneideturm ausprobieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, Röstzwiebeln und Klopse dazu - fertig.

Hier der Vergleich zwischen der Zubereitung im HC und meiner üblichen Zubereitung:
Vergleich zwischen der Zubereitung im Homecooker und meiner üblichen Zubereitung.

Aufgewärmt: Kartoffel-Lauch-Gemüse mit Klops.
Am nächsten Tag nutzte ich den HC nur zum Aufwärmen. Kartoffel-Lauch-Gemüse kam mit etwas Gemüsebrühe in den Topf, die Klopse kamen wieder in den Dampfeinsatz. Durch den Rührarm setzte nichts im Topf an.

Hier irritierte mich wieder die Temperatur. Wenn ich im Tischdampfgarer auf verschiedenen Etagen koche, ist auf allen die gleiche Temperatur. Im HC hingegen ist die höchste Temperatur am Topfboden, auf den oberen Etagen ist es deutlich kälter. So ließ ich das Kartoffel-Lauch-Gemüse bei 130 Grad 30 Minuten aufwärmen. Das hätte ich danach essen können- Die Klopse im Dampfeinsatz hatten allerdings kaum 50 Grad, waren noch 30 Minuten noch nicht essbar.

Ich gab also die Klopse in den Topf zum Gemüse und ließ sie bei 40 Grad und eingeschaltetem Rührarm noch mal 10 Minuten aufwärmen. Meine Portion wurde dann gegessen. Die zweite Portion wurde unter Rühren warmgehalten, bis der Gatte nach Hause kam.

Hier wieder der Vergleich zwischen der Zubereitung im HC und meiner üblichen Zubereitung:



Wie gesagt, es ist ein etwas improvisierter Test-Auftakt. Mal schauen, wie's weitergeht.

Kommentare:

  1. Dein Blog ist klasse :)

    Vielleicht schaust Du mal bei mir vorbei...
    http://homecooker-rezepte.blogspot.de/

    LG
    Anja

    AntwortenLöschen
  2. Interessant! Das Teil hat meine Neugierde ja auch schon ein wenig geweckt, aber wegen der Größe und des Preises, warte ich erstmal ab und bin gespannt auf Deine weiteren Testberichte. Genau solche ausführlichen und ehrlichen Berichte, helfen dann sicher bei der Entscheidung :) danke!

    LG Alice

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sooo groß ist er nicht, aber der reguläre Preis ist schon happig.

      Löschen

Ein Kommentar, wie schön! Ich bemühe mich, alle Kommentare zu beantworten. Allerdings kann das manchmal etwas dauern - das Leben neben dem Blog, Du verstehst. Wenn Du Dich durch eine Sicherheitsabfrage quälen musst oder der Kommentar erst moderiert wird, heißt das, dass es gerade viele Spamkommentare gibt. Last but not least: Ich behalte mir vor, einzelne Kommentare zu löschen. Für die Löschung von Kommentaren, die zu kommerziellen Webseiten führen, stelle ich dem Webseiteninhaber 200 Euro in Rechnung.