Montag, 3. Dezember 2012

Blogger-Event im Sheraton Frankfurt Airport: Social Hour mit dem Weingut Allendorf

Bei unserem Blogger-Wochenende im Sheraton Frankfurt Airpot jagt eine Veranstaltung die andere. Kaum haben wir die Diskussionsrunde zum Thema "Blogger und Marken" absolviert, geht's zur Social Hour mit dem Weingut Allendorf in der Bar Lemons & Limes.

Die Social Hour wurde im Mai 2012 in 240 Sheraton-Hotels weltweit eingeführt und findet drei bis vier Mal wöchentlich statt. Im Mittelpunkt steht eine Weinprobe. Zwei Weine samt Fingerfood werden zum Festpreis serviert. Dabei können die Gäste miteinander ins Gespräch kommen. Sagt ein Wein besonders zu, können weitere Gläser bestellt werden (gegen Aufpreis).

Die Social Hour ist zwar im Wesentlichen für Hotelgäste gedacht, ist aber selbstverständlich öffentlich, so dass man auch einfach zu einem entspannenden Gläschen nach Arbeit vorbei schauen kann, wenn man in der Nähe ist. Die Idee gefällt mir wirklich!

Mittels der "Schwalben" am Stiel kann sich der Gast für
seinen favorisierten Wein entscheiden und
den gegen Aufpreis nachbestellen.
Das Weingut Allendorf ist in Oestrich-Winkel. Den Ort kennst Du, wenn Du gelegentlich hier mitliest, denn dort ist auch das Weingut August Eser, dessen Weine ich im letzten Jahr kennenlernte. Allendorf ist größer, verfügt über 60 Hektar eigene Rebfläche (Eser verfügt dagegen über 10 Hektar), verkauft auch einige Gewächse in Rewe-Supermärkten und beim zu Rewe gehörenden Perfetto, der Lebensmittelabteilung der Karstadt-Warenhäuser.

Der Ort Oestrich-Winkel ist winzig. Gerade mal 12.000 Menschen leben dort, und ich frage mich, ob es eine Statistik gibt, wieviele Reben auf einen Einwohner kommen. So klein der Ort ist, er ist tatsächlich Universitätsstadt - und die Uni hat noch nicht mal was mit Wein zu tun. Sachen gibt's!

Beim Stöbern im Allendorf-Shop fiel mir gleich das Oestricher Lenchen auf. "Das kennst du!" dachte ich mir. Und: "Wieso haben die auch ein Lenchen?!" In meiner Unkenntnis dachte ich, der Wein sei nach einem leibhaftigen Lenchen benannt. Dabei wird damit die Lage bezeichnet.

Engagiert und sachkundig stellt Max Schönleber
die Allendorf-Weine vor.
Wieder einmal merke ich, ich muss noch viel über Wein lernen. Aber das wichtigste Kriterium habe ich schon verinnerlicht: Schmeckt oder schmeckt nicht. Mehr muss man eigentlich nicht über Wein wissen.

Kellermeister Max Schönleber stellt uns Riesling, Roten Riesling und Spätburgunder / Pinot Noir vor. Insgesamt verkosten wir neun Weine, davon einen Teil zum nachfolgenden Abendessen. Ich steige schnell auf Wasser um - nicht, weil mir der Wein nicht schmeckt. Im Gegenteil!

Aber ich bin ein Mädchen. Ich vertrage nichts. Jedenfalls keinen Alkohol. Irgendwann hätte ich unweigerlich schmutzige Lieder gesungen und auf den Tischen getanzt. Da alle außer mir youtuben und twittern, wäre alle Welt live dabei gewesen. Das hättest Du gerne sehen mögen, sagst Du? Sei nicht so vergnügungssüchtig!

Grundlage für den Weingenuss: Gebäck und Spundekäs,
eine typisch rheinhessische Frischkäsezubereitung.
Im Nachhinein, beim Schreiben dieses Berichtes, hätte ich mir gerne eine Möglichkeit gewünscht, mir Notizen zu den einzelnen Weinen zu machen, zum Beispiel eine kleine Liste. Ich dachte auch nicht daran, mir einfach den kleinen Block vom Nachttisch mitzunehmen.

Also, mal schauen, was ich behalten habe: Da ich leicht migränig bin, halte ich mich heute Abend an die Rieslinge, denn das Histamin im Rotwein begeistert meine Migräne mehr als mich.

Zudem probieren wir im Barrique ausgebaute Rotweine, und die dabei entstehende Holznote ist einfach nicht meins - außer bei Rotspon. Den kann ich immer trinken, selbst mit Migräne. Schon komisch.

Stetig fließt der Wein.
Aber so kann ich mir immerhin merken, dass es der Quercus ist, der mir gar nicht schmeckt, während ich bei den probierten Rieslingen ins Schwimmen komme. Generell bin ich wieder einmal total von den Rieslingen geflasht. Bis auf Weiteres bleibt das einfach mein Lieblingswein aus dem Rheingau. Na gut, so viel anderes wächst da ja auch nicht ...

Ich mag die Leichtigkeit, das Mineralische, das Fruchtige und Spritzige. Sehr gut gefiel mir die herbe Riesling Spätlese "Handwerk" 2011. Im Glas riecht der Wein erstmal gar nicht. Ich dachte schon, mir wäre versehentlich Wasser eingeschenkt worden. Im Mund entfaltet der Wein aber sein ganze Aroma - bombastisch!

Auch hier gilt: Alles muss im Bild festgehalten werden.
Dann blieb mir der Wein im Gedächtnis, den wir zum Nachtisch serviert bekommen. Es ist ein 2009er Winkeler Hasensprung Auslese. Der Wein ist goldgelb und zähflüssig, riecht nach Honig, schmeckt wie Met - ein Traum!

Die Kellnerin hat Recht, als sie sagt, den müsse ich probieren, denn während des Abendessens hielt ich mich ja an Wasser. Es wäre wirklich schade gewesen, diesen Wein zu verpassen!

Als Wein-DAU habe ich heute gelernt, was ein Erstes Gewächs ist und dass Roter Riesling kein Rotwein ist, sondern ein Weißwein.

Beim Schreiben dieses Berichtes bekomme ich per Chat von einer Nebenerwerbswinzerin einen Crashkurs in Sachen wundersamer Weinvermehrung. So lerne ich, dass Weingüter Weine zukaufen, um ihre Produktionsmenge zu steigern, dass ohne Angabe bis zu 15 % Fremdweine zugemischt werden dürfen, selbst wenn Weine aus bestimmter Lage kommen oder den Vermerk "Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (QbA)" tragen. Wohlgemerkt: Es darf gemischt werden, aber es muss nicht.

Alle Berichte über das Blogger-Event im Sheraton Frankfurt Airport:

Blick in die Küche
Pâtisserie und Hexenhaus
Cocktail-Kurs / Blick in die Bar
Kochen im Restaurant Taverne
Social Hour mit dem Weingut Allendorf
Blick auf verschiedene Büfetts
Workshop zum Thema "Blogger und Marken"

Kommentare:

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