Freitag, 30. Mai 2014

Rezension: "Als Gott schlief" von Jennifer B. Wind

Als Gott schlief (eBook) (Front-Cover)"Als Gott schlief" ist der Thriller-Erstling der Österreicherin Jennifer B. Wind, der jetzt als eBook bei dotbooks vorliegt. Vielen Dank an Blogg dein Buch für die Rezensionsmöglichkeit.

Schauplätze des Thrillers sind München, Berlin und Wien, wo eine Serie brutaler Morde an katholischen Geistlichen und Nonnen die Öffentlichkeit schockiert.

Die Opfer werden auf grausame Weise gefoltert und getötet. An den Tatorten werden mysteriöse Hinweise gefunden, die jedoch niemand entschlüsseln kann.

Kommissarin Jutta Stern und ihr Partner Thomas Neumann stehen vor einem Rätsel. Was hat die Opfer verbunden? Was treibt den Mörder an? Bei ihren Ermittlungen stößt Stern auf eine Mauer aus Angst und Schweigen – doch dann entdeckt sie eine Spur, die weit in die Vergangenheit zurückreicht …

Um das  Fazit vorweg zu nehmen: Wind gelang ein grandioses Debut. "Als Gott schlief" nahm mich so gefangen, dass es mich noch nicht einmal störte, dass auf dem Heimweg Busse und Bahnen ausfielen - so hatte ich immerhin mehr Lesezeit.

Das Buch ist ideal für ein langes Wochenende, denn einmal angefangen, wirst Du es nicht so schnell aus der Hand legen wollen.

Schade, dass es "nur" als eBook erhältlich ist, denn es gehört zu der Kategorie Buch, die ich mir als eBook zum schnellen Lesen zwischendurch hole und dann als Print kaufe, um es im Schrank zu haben oder zu verschenken (und eBooks zu verschenken finde ich doof - wie wickle ich die denn biddeschön hübsch ein?!).

Zugegeben: Am Anfang tat ich mich ein wenig schwer mit dem Buch, befürchtete ich doch, die seelischen Befindlichkeiten der durch einen Mord gerade erst verwitweten Jutta Stern stünden im Mittelpunkt, aber dem ist nicht so. Zwar spielt das (sehr sensibel geschilderte) Schicksal Sterns durchaus eine Rolle, genauso wie der Liebeskummer ihres Kollegen Neumann, aber im Mittelpunkt stehen die mysteriösen Verbrechen und ihre Aufklärung.

An Verdächtigen mangelt es den Kommissaren nicht. Bis zum Schluss wird der Leser auf verschiedene Fährten gelockt. Ist es der Bürgermeister, in dessen Dorf merkwürdige Sachen rund um ein Kinderheim vorgingen? Oder sein Sohn? Idealer Verdächtiger wäre auch der psychisch kranke Sohn der Dorfwirtin. Oder ist es vielleicht jemand ganz anderer?

Wind arbeitet mit unterschiedlichen Erzählperspektiven und Rückblenden. So gelingt ihr ein atmosphärisch dichtes Mosaik mit einer Geschichte, die dem Leser unter die Haut geht, ihn mit sich reißt in einen Strudel ungeahnter Grausamkeiten. „Als Gott schlief“ ist harter Tobak, nichts für empfindliche Gemüter, aber sehr lesenswert. Und ich finde, dass es am Schluss sogar ein happy end gibt – aber ich verrate nicht, für wen.

Die Charaktere der Protagonisten Stern und Neumann sowie ihrer Kollegen werden von Wind nur angerissen – da geht noch was, da ist Platz für (mindestens) eine Fortsetzung, auf die ich mich jetzt schon freue.

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