Sonntag, 28. September 2014

Szenen einer Ehe: Like a big pizza pie

Er: "Ich habe heute im Fernsehen gesehen, wie man richtig Pizza macht."

Sie, die Tagesschau guckend und daher mäßig interessiert: "Aha."

Er: "Also, man braucht erst mal den ultimativen Teig. Wie gut, dass ich letztens extra Pizzamehl kaufte."

Sie, immer noch mäßig interessiert: "Aha. Meine Pizza schmeckt dir also nicht."

Er: "Das will ich so nicht sagen. Sie schmeckt anders als die richtige. Bei der richtigen muss der Ofen richtig heiß sein. Mindestens 300°C."

Sie, begreifend, dass das mit der Tagesschau nichts mehr wird: "Soso. Du weißt, dass unser Ofen nur bis 250°C geht?"

Er, pragmatisch: "Dann müssen wir da 'n Feuer drunter machen! Und dann brauche ich einen Pizzastein!"

Sie: "Wir haben einen Pizzastein."

Er: "Ja, aber nur sonnen klein'. Der muss richtig groß sein, so 60 x 80."

Sie, ignorierend, dass der Stein dann größer wäre als der Ofen: "Jahrelang habe ich Dir gesagt, dass ich sonnen Stein haben will, aber du wolltest nicht."

Er: "Ja, aber ohne geht's nicht! Ich muss sonnen Stein haben!"

Sie: "Schamottstein. Krichste in jedem Baumarkt. Willst du nicht erstmal mit dem Pizzastein üben, den wir haben?"

Er: "Och nööö. Was kostet eigentlich ein Pizzaofen?"

Sie: "So'n Alberto? Keine Ahnung. Hundert Euro?"

Er: "Alberto? Heißt der echt so wie die Pizza von Lidl? [Sie googlen und stellen fest, der Pizzaofen heißt Alfredo.] Okay, lass' uns den bestellen!"

Sie: "Aber dann steht doch wieder was in der Küche rum! Das magst du doch nicht!"

Er: "Stimmt. Und hässlich ist der auch. Und was soll der Hundenapf da auf dem Bild?"

Sie: "Auf dem Teil kann man auch grillen."

Er: "Warum soll ich auf 'nem Pizzaofen grillen?"

Sie: "Zumal du auf deinem Grill Pizza backen könntest."

Er: "Joa, stimmt schon."

Sie: "Wollen wir das mit der Pizza im Grill im Urlaub mal üben?"

Er, gottergeben: "Okay, dann nehmen wir den Pizzastein auch noch mit nach Dänemark. Gibt's in Dänemark eigentlich Hefe? Ach, egal, die nehmen wir auch noch mit."

Kommentare:

Ein Kommentar, wie schön! Ich bemühe mich, alle Kommentare zu beantworten. Allerdings kann das manchmal etwas dauern - das Leben neben dem Blog, Du verstehst. Wenn Du Dich durch eine Sicherheitsabfrage quälen musst oder der Kommentar erst moderiert wird, heißt das, dass es gerade viele Spamkommentare gibt. Last but not least: Ich behalte mir vor, einzelne Kommentare zu löschen. Für die Löschung von Kommentaren, die zu kommerziellen Webseiten führen, stelle ich dem Webseiteninhaber 200 Euro in Rechnung.