Freitag, 2. September 2011

Food Porn und Blind Dates XI: Ohne Soß' nix los

Die Ruhe vor dem Sturm.
Die erste Klippe ist überwunden. Die erste "Topfgeldjäger"-Sendung im ZDF-Nachmittagsprogramm  ist überstanden. Während Heidi, Ulrike und ich uns wieder auf der Sofa-Landschaft im Aufenthaltsraum für Angehörige lümmeln, geht's für Heike und Bushi hinter den Kulissen vermutlich rund. Knapp anderthalb Stunden liegen zwischen zwei Aufzeichnungen. Die beiden werden kaum zum Durchatmen kommen, stehen doch Maske, Umziehen, Besprechungen usw. an. Die Sendung ist keine Erholung. Zumindest nicht für die außerhalb des Aufenthaltsraumes. Wir hingegen haben es weiterhin kommod, naschen Gummizeugs, trinken Cola und Kaffee und stochern im Büfett-Essen herum, das uns nicht schmeckt. Zumindest nicht das in den Chafing Dishes. Zu salzig. Brote, Salate und süß gefüllte Weckgläser sind lecker.

Im Aufenthaltsraum sind inzwischen die Gesichter ausgetauscht worden. Frau Monnem ist eingeflogen. Frau Monnem ist ein Star und dabei so bescheiden geblieben. Frau Monnem drängt uns in ein Gespräch. Sie erklärt uns, dass unsere Mädels auf keinen Fall mehr als zwei Aufzeichnungen durchhalten. Mehr schaffe man einfach nicht. Nervlich. Denn Färnsähn ist anstrengend. Sie weiß das, denn sie hat Fernseherfahrung. Sie war schließlich bei der Küchenschlacht. Am Montag. Und am Dienstag. Mehr hält man ja nicht durch. Nervlich. Wir schweigen beeindruckt. Wir nicken verständnisvoll. Wir wissen genau, was sie meint. Unter uns ist eine, die gewann "Das perfekte Dinner". Damals, als man dafür noch kochen können musste. Unter uns ist eine, die gewann "Unter Volldampf". Damals, als - na, Du weißt schon. Unter uns ist eine, die überstand vier Runden "Kochchampion". Und bei der Küchenschlacht war sie auch. Am Montag. Am Dienstag. Am Mittwoch. Und am Donnerstag. Und dabei war sie bei den Aufzeichnungen noch nicht mal in Hochform, sondern malad. Wer weiß, was sonst passiert wäre. Aber das sagen wir Frau Monnem nicht. Denn Frau Monnem ist ein Star. Und trotzdem so bescheiden geblieben. Frau Monnem weiß Bescheid.

Blick auf Hensslers Küchenblock mit den Quiz-Kisten
und den Zutaten für die schnelle Nummer.
Schließlich ist die Wartezeit vorbei. Es geht wieder ins Studio. Der Einheizer macht wieder seinen Job. Wir klatschen. Wir jubeln. Wir mmmmhen. Wir oooohen. Wir aaaaahen. Wir leckern. Wir wissen inzwischen, was von uns erwarten wird. Wir sind schließlich die dritte Frau im Frauen-Duo. Einmal mehr hoffe ich, dass mich hier niemand kennt. Egal. Ich stehe über Peinlichkeiten. Einen schönen Menschen kann nichts entstellen. Wer schön sein will, muss leiden. Ich bin nicht schön und lasse andere leiden. Ich muss mich ja nicht im Färnsähn sehen. Nicht ich bin wichtig. Die Mädels sind wichtig.

Was wollen sie eigentlich kochen? Ah, da steht's ja: Rauke-Salat, Lamm mit Kichererbsen und Johannisbeertörtchen. Okay. Mit anderen Worten: Sie haben die Zutaten aus dem Warenkorb wenigstens schon mal in drei Gänge sortiert, aber noch keine Ahnung, was sie daraus machen wollen. Da könnte auch stehen: Vorspeise, Hauptgang, Dessert. Na ja, ist ja auch noch Zeit, sich zu überlegen, was sie kochen wollen. Sie haben ja jede 45 Minuten Zeit. Also insgesamt 90 Minuten. Jamie Oliver kocht in der Zeit neun Gänge, glaubt man seinem 30-Minuten-Menü-Buch. Aber wer ist schon dieser englische Kochknabe angesichts unserer beiden Mädels?! Eben.

Das Männerteam kommt. Sie nennen sich die Pälzer Buben. Wieder bekomme ich nicht mit, was sie eigentlich kochen. Hört sich ihr Menü ambitioniert an? Ehrlich, ich weiß es nicht mehr. Ich bin ganz auf das konzentriert, was vor mir passiert. Wobei: Als Zuschauer siehst Du ja nichts außer einer Schrankwand. Von hinten. Und Steffen Henssler. Auch von hinten. Mit Bauarbeiterdekolleté. Ist alles drei keiner schöner Anblick. Von einer Schrankwand erwarte ich ja, dass sie von hinten flach ist. Einen Mann hingegen habe ich von hinten gerne knackig. Frau Küchenlatein neben mir raunt, der Arsch ihres Sohnes sei knackiger. Selbst wenn sie ganz neutral gucke. Ich nicke. Ich kenne den Arsch ihres Sohnes nicht. Aber ich kenne den meines Mannes. Und der ist auch knackiger als der vom Henssler. Und ich bin da auch ganz neutral. Klar. Angesichts des Bauarbeiterdekolletés kommen mir allerdings so Gedanken für den Kochlöffel. Und ich frage mich, ob's Po-Push-Ups auch für Männer gibt. Die Dinger sind sicher unisex, oder?

Hexenrat.
Die Mädels ziehen ihr Ding durch. Henssler fragt nach Zubereitungsarten, probiert hier und da, fragt schließlich nach Sauce. Bushi lässt ihn auflaufen. Gestern schon erklärte sie Henssler, zu kross gebratenem Fisch gehöre keine Sauce. "Merk' Dir das!", zischt Frau Küchenlatein mir zu. Kein Problem. Ich kann weder Sauce noch Fisch. Heute lernt Henssler, dass auch zu Hummus keine Sauce gehört. Aber großzügig, wie sie ist, setzt Bushi hinzu, dass sie eine Sauce mache, wenn ihr langweilig sei. Minuten später rührt sie unbeteiligt in einer Pfanne. Ich fass' es nicht. Und Heike wäscht mal eben 'ne Runde ab. Danach fragt sie vermutlich, ob sie mal kurz raus kann. Eine rauchen. Später wird sie sagen, dass die Vorspeise fertig war, Fleisch und Kuchen im Ofen waren. Und sie noch 26 Minuten Zeit hatten.

Auch diese Sendung vergeht wie im Fluge. Rosin nimmt Platz, öffnet die Clochen, probiert - und zuckt beim Hummus zusammen. Zu viel Knoblauch! Später fragen wir, wie viel Knollen Bushi im Hummus versenkte. Nix Knollen. Da war noch nicht mal eine Zehe drin. Heike würde Rosin jetzt vermutlich als Mädchen bezeichnen. So nannte sie mich, als mich die Ananas-Mango-Salsa schaffte. Aber die Sauce rettet den Hauptgang. Und das Dessert ist ohnehin ein Selbstgänger. Runde zwei meistern die Mädels auch. Machen sie weiter? Was für eine Frage!

Nach der zweiten Sendung: Gemeinsames Beratschlagen,
was man mit dem Warenkorb der dritten Sendung anfangen
würde. Und Heike klaute den verlorenen Männer-Amaretto
aus der Quiz-Kiste.

Wieder stürmen wir von unseren Plätzen, sobald wir dürfen, um zu gratulieren. Diesmal bleibt Zeit für ein paar Fotos, denn es ist die letzte Aufzeichnung des Tages. Wir verabreden, im Hotel noch ein Bier zu trinken. Dort angekommen, sitzen Bushi und Heike schon in der Lobby. Ihre Köpfe rauchen. Was ist los? Die beiden haben den Warenkorb im Studio vergessen und erreichen da jetzt niemanden mehr! Ich fass' es nicht! Meine Nerven. Aber halt, ich hab' doch Fotos gemacht. Auch vom Warenkorb. Okay, da ist er. Uff.

Den Rest des Abends entspannen wir beim Bier. Frau Küchenlatein ist überzeugt, dass wir drei zu mindestens 0,1 % mit daran beteiligt sind, dass die Mädels jetzt feiern dürfen. Um uns herum schleicht Frau Monnem. Wir ignorieren sie.

Inzwischen ist es so spät, dass Frau Küchenlatein überlegt, sich in Hamburg ein Zimmer zu nehmen. Nicht, weil kein Zug mehr fährt, sondern weil sie am nächsten Tag zur nächsten Aufzeichnung wieder hier sein wird. Und am übernächsten zum Kochkurs im trific. Wir verabreden uns für den nächsten Tag. Nach Hause fahre ich mit einer prall gefüllten Messertasche und einem Stockschirm unter Arm und einem Hermann in der Tasche.

Wie's weitergeht, erfährst Du am 5. September um 15.05 Uhr im ZDF. Und im Anschluss wieder meine Eindrücke hier im Blog.

Weitere Topfgeldjäger-Berichte bei Hamburg kocht!:
Vorbericht von 31. August 2011
Topfgeldjäger am 1. September 2011
Topfgeldjäger am 2. September 2011
Topfgeldjäger am 5. September 2011
Topfgeldjäger am 6. September 2011

Frau Küchenlateins Blind Dates

Topfgeldjäger-Berichte von denen, die kochten:
Bushcooks Kitchen:
Erst das Vergnügen, dann die Arbeit
Warum?
Durchschnaufen
Finale
Nachlese

Heike Essen von Au:
Warenkorb vom 1. September 2011
Warenkorb vom 2. September 2011
Wochenende
Finale
Nachlese

Kommentare:

  1. Wieder mal ein Highlight der Nachbereitung. Hoffentlich kommen noch ganz viele Berichte :-)

    Wärst du solo, wäre ein Schirm in der Tasche und ein Hermann im Arm wahrscheinlich auch nicht schlecht, oder?

    Schade, dass du nicht da bist :-(.

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