Sonntag, 25. Dezember 2011

Heiligabend-Menü: Würstchen und Kartoffelsalat - sozusagen

Wochenlang beantwortete der Gatte die Frage, was wir Heiligabend essen, mit "Würstchen und Kartoffelsalat!" Mir sollte es recht sein. Ich bin nämlich immer noch krank, und selbst, wenn ich gesund wäre, wäre Weihnachten anstrengend genug. Zudem sind am zweiten Feiertag Schwiegermutter und Tante zum Essen eingeladen, was Streß pur ist, selbst, wenn ich normal ticke.

Eine Woche vor Weihnachten, als endlich das Menü für den zweiten Feiertag stand, meinte ich beim Frühstück zum Gatten, jetzt seien wir durch mit der Planung und könnten entspannen, denn Heiligabend gäbe es ja Würstchen mit Kartoffelsalat. Der Gatte schrie empört auf. Wie könne ich nur auf diese Idee kommen?! Ich wimmerte schwach: "Raclette? Käsefondue?" und erntete einen empörten Blick des Gatten. Okay, also koche ich. Kochen entspannt schließlich. Aber was einfaches soll es werden. Die, die Planung für das Menü am zweiten Feiertag kennen, werden jetzt laut auflachen. Da wollte ich ja eigentlich auch was ganz einfaches kochen ... 

Auf dem Frühstückstisch lag ein Prospekt mit Maggi-Fix-Rezepten. Den nehme ich mir immer aus dem Supermarkt mit. Als Anregung - nachgekocht wird ohne Tüte, klar. Flugs drin geblättert und den Gatten gefragt, was er von Hirschbraten mit Kranbeerensauce hält. "Lecker!" Okay, das Hauptgericht hätten wir. Von der Sauce mache ich gleich mehr, dann haben wir welche für den zweiten Feiertag. Und was wünscht sich der werte Herr Gemahl als Dessert? "Du, halt mich nicht für verrückt, aber ich hab' schon seit Tagen so Lust auf Rote Grütze!" - "Es ist Winter!" - "Ja, und? Dann mach halt 'ne Wintergrütze!" - "Hm, ich glaub', die Wintergrütze ist die Grüne Grütze. Mit Stachelbeeren." - "Igitt - Stachelbeeren. Nee, ich will Rote Grütze." Na, toll. Zum Glück habe ich meine grandiose virtuelle Kochgruppe, die nach kurzer Erholung vom Schock über Rote Grütze im Winter nur schulterzuckend meinte, dann müsse ich halt die Rote Grütze winterlich machen und mir auch gleich Gewürztipps mitlieferte. Auf die Jungs und Mädels ist echt Verlass.

Blieb noch die Vorspeise. "Worauf hast Du Lust?" fragte ich den Gatten. "Krabben! Und was Frisches! Avocado!" - "Bei Tschebull gibt's Heiligabend Hummer mit Vanille-Sternanis-Butter." - "Jaaaaaa!" Es könnte Ehemänner geben, die spätestens jetzt ihre Gattin kurzerhand zu Tschebull eingeladen hätten. An meinem flog der Lattenzaun vorbei.

So gab's also bei uns Heiligabend Würstchen mit Kartoffelsalat. Sozusagen.

Beim Ausdekorieren der Teller kam ich ein wenig in Hektik; die Spätzle waren ein erster, nicht auf Anhieb geglückter Versuch; und die Damwildkeule wurde etwas trocken, da zu lange im Ofen - ich habe das Zeitmanagement noch nicht wieder im Griff.

Schichtsalat mit Hummer in Vanille-Sternanis-Butter
Schichtsalat mit Hummer in Vanille-Sternanis-Butter

Damwildbraten mit Preiselbeerensauce
Damwildbraten mit Preiselbeerensauce und einem ersten Spätzle-Versuch

Weihnachtliche Rote Grütze mit Joghurtmousse
Weihnachtliche Rote Grütze mit Joghurtmousse
Die Rezepte blogge ich wie üblich in den nächsten Tagen und verlinke sie dann hier.

Kommentare:

  1. Ich hätte aber jetzt schon erwartet, daß Du die Grütze halbierst und als Winterfalter wieder zusammensetzt....

    Hast Du schön gemacht. Schöne Feiertage, erhol' Dich ein bißchen und lies Dir als Tip für nächstes Jahr mal mein "Türl" durch. :-)

    AntwortenLöschen
  2. Holla die Waldfee! Das sieht man bezaubernd aus! Ich krieg von Frau Mama ja immer aufwendiges-Essen-Verbot zu Weihnachten *g*
    Wünsche Euch, trotz Schwiegermutter-Einladung geruhsame Feiertage!

    AntwortenLöschen
  3. Das sieht gut aus und fasziniert mich wegen der kurzfristigen Planung.

    Unser Essen sah aus wie Kürbiscremesuppe mit Blätterteigstange, Kartoffelsalat, Geflügelsalat und Würstchen. Kein Stress, kein Dessert! Dir wünsche ich gutes Gelingen und ruhig Blut für morgen.

    AntwortenLöschen

Ein Kommentar, wie schön! Ich bemühe mich, alle Kommentare zu beantworten. Allerdings kann das manchmal etwas dauern - das Leben neben dem Blog, Du verstehst. Wenn Du Dich durch eine Sicherheitsabfrage quälen musst oder der Kommentar erst moderiert wird, heißt das, dass es gerade viele Spamkommentare gibt. Last but not least: Ich behalte mir vor, einzelne Kommentare zu löschen. Für die Löschung von Kommentaren, die zu kommerziellen Webseiten führen, stelle ich dem Webseiteninhaber 200 Euro in Rechnung.