Donnerstag, 31. Juli 2014

Der Garten im Juli: Feste und ein Fast-Abschied

Gleich kommen Gäste.
"Was darf's sein?", fragte die Gemüsefachverkäuferin.

"Hm, lassen Sie mich überlegen ... Also, ich will Salat machen ... Was brauche ich da? Salat? Habe ich im Garten. Tomaten? Habe ich im Garten. Gurke? Ja, genau, eine Gurke bitte!"

So ein Garten ist wirklich schön. So klein er ist, so paradiesisch ist er für uns. Wenn ich in Schwiegermutters Garten gucke, der grün und sauber ist, finde ich unseren wühlig-bunten viel schöner (und bin froh, dass ich nicht ihre Rasenfläche pflegen muss).

Die Ernte, die im Juni begann, wurde jetzt fortgesetzt. Vom Pflücksalat aßen wir drei große Mahlzeiten. Beim Pflücken roch der Salat schon so gut, dass ich ihn am Liebsten gleich aus der Hand gegessen hätte. Inzwischen ist der Salat nachgesät.

Pflückfrischer Salat für das Abendessen.
Reichliche Ernte lieferten auch die Himbeeren - über ein Pfund wurde es. Dafür, dass wir eigentlich nur einen Strauch habe, der inzwischen über zwei Hochbeete wuchert, ist das enorm, finden wir.

Genatzt haben mich die Schwarzen Johannisbeeren. Die haben wir vor zehn Jahren gepflanzt und vier Jahre später wieder raus gerissen, weil sie nichts produzierten außer Blättern. Als ich dann dieses Jahr die ersten Himbeeren erntete, wuchsen da doch tatsächlich fünf Schwarze Johannisbeeren - so viele auf einmal konnten wir noch nie ernten!

Die übersehenen Schwarzen Johannisbeeren bleiben also und wurden genau wie die Himbeeren inzwischen zurückgeschnitten.

Anfang des Monats überraschte uns dann unser Vermieter mit der Nachricht, dass schon wieder ein Gerüst aufgestellt wird.

Ein Teil der üppigen Himbeerernte.
Wir waren gehörig vergrätzt, denn wiedermal wird die Sanierung von der Firma ausgeführt, über die sich unser Vermieter angeblich im letzten Jahr so ärgerte und die er angeblich nicht mehr beauftragen wollte. Und wiederum beauftragte die Firma reichlich Subunternehmer.

Außerdem werden die gleichen Arbeiten durchgeführt wie letztes Jahr, und statt der im letzten Jahr geplanten zwei Wochen (aus denen dann mehr als zwei Monaten wurden), sind diesmal gleich zwei Monate angekündigt (das dauert dann sicher ein halbes Jahr - mindestens).

Gut, wir können froh sein, dass unser Vermieter die Arbeiten tatsächlich drei Tage vor Beginn ankündigte - er neigt dazu, ohne Ankündigung einfach Hand anzulegen, schließlich stört so ein Mieter nur bei Vermögenssteigerung und Wertschöpfung.

Und: das Gerüst ist diesmal kleiner als das aus dem Vorjahr, so dass wir Terrasse und Garten tatsächlich noch nutzen können. Die alte Dame über uns, die ihre Wohnung kaum noch verlassen kann und deswegen bei gutem Wetter so gerne auf dem Balkon in der Sonne sitzt, kann den Garten-Balkon mit der Nachmittagssonne hingegen wieder nicht nutzen.

Rekordernte bei den
Schwarzen Johannisbeeren,
die wir eigentlich gar nicht
mehr im Garten haben. 
Das Gerüst steht wie letztes Jahr dumm rum im Garten. Arbeiten finden kaum statt, wie uns die immer mehr werdenden Spinnweben verraten (oder die Arbeiter schaffen es, sich so zu bewegen, dass sie keines der vielen sich bildenden Spinnennetze beschädigen).

Inzwischen freuen sich die Meisen über neue Flugstangen, hänge ich Wäsche, Lampions und Blumenampeln am Gerüst auf ...

Und irgendwelche Informationen vom Vermieter oder dem Unternehmen, welches die Arbeiten durchführt, gibt es auch nicht, außer der Mitteilung, dass ein Gerüst im Garten steht (was ja inzwischen nicht mehr zu übersehen ist).

Wann gearbeitet wird? Ob wir Terrassenmöbel und Pflanzen wegräumen müssen (und wenn ja, wohin)? Die Arbeiter räumen jedenfalls kaum was weg, decken nichts ab - beim letzten Gewitter mit Sturzregen wurde unsere Terrasse samt Möbeln geflutet, weil die Arbeiter kurz vorher das Regenrohr einfach kappten. Wie lange das noch so bleibt? Keine Ahnung. Ob wieder Kinder auf der Baustelle eingesetzt werden und bis spät abends oder am Wochenende gearbeitet wird? Das hängt vom Subunternehmer ab, das kann doch der Vermieter oder Erst-Auftragnehmer nicht beantworten.

Aber dieses Jahr bin ich stur und nutze Garten und Terrasse, so gut es eben geht. Zum Abendessen können wir uns zu zweit gerade so draufquetschen, zum Lesen, Basteln oder Schreiben habe ich alleine ziemlich viel Platz.

Zumindest kann ich mich momentan nicht über mangelnden Platz zum Wäscheaufhängen betragen, und die abgeblühten Blumenampeln können bequem zwischengelagert werden. 
Zumindest eine Tomate werden wir dieses Jahr wohl ernten können. 
Hübsche rote Blüten im Kräuterbeet.
Es ist nicht zu übersehen: Es wird langsam Herbst. Die Fliederbeeren werden langsam reif.
Gladiolen, gelb.
Kaum steht das Rad mal eine Woche, wird es von Kartoffeln überwuchert. 
Sagte ich schon, dass wir reichlich Himbeeren ernten konnten?!
Bei den Kartoffeln frage ich mich inzwischen, ob sie nicht zu Kürbissen mutierten - sie überwuchern alles. Die Kürbisse hingegen wachsen sehr zurückhaltend. Ich bin auf die Kartoffelernte jedenfalls sehr gespannt.

Mal schauen, wie es im August mit dem Garten weitergeht.

1 Kommentar:

  1. Wie wunderschön, deine Ausbeute. Da geht einem doch das Herz auf, was du alles geerntet hast.

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