Dienstag, 8. Juli 2014

Polenta pasticciata - Polenta-Auflauf aus dem Piemont

Polenta pasticciata.
Wenn wir viele Gäste haben, aber weniger das Essen, sondern die Gespräche und die Geselligkeit im Mittelpunkt stehen, mache ich gerne diesen Polenta-Auflauf mit einfachen Zutaten aus der bäuerlichen Küche Norditaliens.

Die Auflaufform wird einfach die die Tischmitte gestellt, drum herum eine Auswahl an Antipasti und knackigen Salaten, und dem fröhlichen, geselligen Schmausen steht nichts mehr im Wege.

Polenta pasticciata lässt sich gut am Vortag vorbereiten und kommt dann nur noch zum Aufwärmen in den Ofen, kurz bevor die Gäste kommen, abgedeckt mit etwas Alufolie.

Essen Vegetarier mit, mache ich eine zweite Form mit Lescó oder Ratatouille statt Hack als Füllung. Heute kommt aber erstmal das klassische piemontische Rezept als erster Beitrag zum Blog-Event der Herzensköchin.

Das Rezept stammt aus einem meiner Lieblingskochbücher, Die echte italienische Küche* von Reinhardt Hess und Sabine Sälzer, 1991 bei Gräfe und Unzer erschienen. Dieser Beitrag passt also auch zu Petras DKduW-Event. Ich mag dieses Kochbuch, weil es nicht nur Rezepte enthält, sondern auch Impressionen aus allen italienischen Regionen. Und die Rezepte funktionieren.

CIMG5518 - Kopie

Polenta pasticciata

Zutaten für 4 bis 6 Portionen:

250 g Maisgrieß (Polenta)
1 l Wasser
100 g Butter
1 Zwiebel
350 g Rinderhackfleisch
150 g Kalbsbrät
2 EL Tomatenmark
100 g Parmesan, frisch gerieben
Salz
Pfeffer

Polenta pasticciata frisch aus dem Ofen.
Zubereitung:

Wasser mit etwas Salz aufkochen. Nach und nach den Maisgrieß einrieseln lassen, dabei ständig rühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Und Vorsicht: Polenta neigt dazu, zu spritzen!

Wenn der Grieß vollständig eingerührt ist, die Temperatur verringern und die Polenta 30 Minuten köcheln lassen, dabei so oft wie möglich kräftig rühren. Dabei bildet sich eine Kruste im Topf, und der Maisbrei beginnt, sich vom Topfboden und der Wandung zu lösen. Wird der Brei zu fest, löffelweise kochendes Wasser nachgießen. Ist er zu weich, noch etwas Maisgrieß unterrühren.

Den fertigen Maisbrei auf ein großes Brett oder auf ein mit Grieß bestreutes Tuch stürzen, etwa 5 cm hoch zusammenschieben, glattstreichen und auskühlen lassen.

Während die Polenta auskühlt, das Hackfleischragout zubereiten. Die Zwiebel fein hacken. In einer Pfanne 2 EL Butter erhitzen, Zwiebel glasig dünsten. In kleinen Portionen Rinderhack und Kalbsbrät einrühren und krümelig braten. Salzen und pfeffern, 2 EL Tomatenmark und 2 EL Wasser einrühren. 5 Minuten köcheln lassen.

Polenta pasticciata.
Die restliche Butter schmelzen. Eine große, feuerfeste Form mit 2 EL geschmolzener Butter ausstreichen. Den abgekühlten und fest gewordenen Maisbrei in 1 cm breite Scheiben schneiden (traditionell nimmt man einen starken Zwirnfaden, aber ein scharfes Messer tut's auch).

Eine Schicht Polentascheiben in die gefettete Form legen. Mit etwas zerlassener Butter beträufeln, einige EL frisch geriebenen Parmesan aufstreuen, mit Hackfleischragout bedecken. Wieder eine Lage Polentascheiben einschichten, mit flüssiger Butter beträufeln, Parmesan aufstreuen und Hackfleisch hineingeben. Auf diese Weise alle Zutaten aufbrauchen. Mit Polenta abschließen, restliche Butter aufstreichen.

Im Backofen bei 160°C (Umluft) etwa 30 Minuten garen. Restlichen Parmesan aufstreuen und den Polenta-Auflauf sehr heiß in der Form servieren.

*Affiliate links

Kommentare:

  1. Sabine, was für ein tolles Rezept und ich habe es noch nicht mal entdeckt, bin ich doch auch stolze Besitzerin des Kochbuches "Die echte italienische Küche"

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Angesichts der tollen Rezepte in dem Buch ist das hier ja auch eher unscheinbar - aber auch lecker.

      Löschen

Ein Kommentar, wie schön! Ich bemühe mich, alle Kommentare zu beantworten. Allerdings kann das manchmal etwas dauern - das Leben neben dem Blog, Du verstehst. Wenn Du Dich durch eine Sicherheitsabfrage quälen musst oder der Kommentar erst moderiert wird, heißt das, dass es gerade viele Spamkommentare gibt. Last but not least: Ich behalte mir vor, einzelne Kommentare zu löschen. Für die Löschung von Kommentaren, die zu kommerziellen Webseiten führen, stelle ich dem Webseiteninhaber 200 Euro in Rechnung.