Freitag, 17. Oktober 2014

Rezension: „Der Tote und das Mädchen“ von Martina Bick

Der Tote und das Mädchen (Front-Cover)
Wenn bei „Blogg dein Buch“ Hamburg-Krimis angeboten werden, muss ich mich natürlich bewerben.

"Der Tote und das Mädchen" der Hamburger Autorin Martina Bick erschien erstmals 1995. Jetzt liegt ihn dotbooks neu als eBook auf – in alter Rechtschreibung, was für manche befremdlich ist.

Schade fand ich, dass die Umsetzung vom gedruckten ins digitale Buch nicht immer sorgfältig erfolgte. So wurde aus dem Namen „Anne“ beispielsweise irgendwann „Arme“.

Aber zum Buch und seiner Handlung.

Im Klappentext heißt es  „Wetten, dass es in Hamburg wieder einen Toten gibt, wenn ich nach dem Urlaub ins Büro komme?“ Marie Maas hat gerade erst einen erholsamen Kurzurlaub an der Nordsee verbracht und hätte eigentlich gern noch etwas mehr Zeit für ihren Liebhaber. Doch die Pflicht ruft, schließlich trägt man als Chefin der Hamburger Mordkommission eine gewisse Verantwortung – und natürlich wartet schon ein neuer Fall auf sie. Der Devisenmakler Horst Reimann wurde in seiner Wohnung erschossen. Hat der Mord etwas mit den illegalen Waffengeschäften des Opfers zu tun? Oder wurde er von seiner eigenen Vergangenheit eingeholt?“

„Der Tote und das Mädchen“ ist der Auftakt zu einer achtbändigen Reihe mit der Kommissarin Marie Maas, die eine Fernbeziehung zum in London lebenden Schriftsteller Tomkin hat, die Elbe, die frische Hamburger Brise und das Alte Land liebt und in den 1990er Jahren eine der wenigen weiblichen Ermittler in der deutschen Krimilandschaft war.

Dieser Krimi ist eine Mischung aus einer Reise ins Hamburg der 1990er Jahre und brisanter Aktualität. Alte Frauen wie ich erinnern sich daran, dass das Polizeipräsidium damals noch am Berliner Tor in einem zwanzigstöckigen Hochhaus war, dass man unterwegs nach Telefonzellen suchen musste, wollte man jemanden anrufen und dass man bei „Lenôtre“ in den Großen Bleichen gepflegt französisch konditorn ging.

Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass aktuelle Ereignisse wie die Situation der Kurden schon (und nicht erst) in den 1990er Jahren konfliktreich waren. Die fiktiven illegalen Waffengeschäfte, die der Devisenmakler Horst Reimann abwickelte, sind beispielhaft für die Geschäfte, die damals wirklich liefen, bis heute laufen und dafür sorgen, dass aktuell sehr viele Kriegsflüchtlinge bei uns Unterschlupf suchen.

Die Handlung des Krimis leidet also nicht darunter, dass der Plot schon bald 20 Jahre alt ist. Trotzdem wurde ich mit dem Buch und mit der Ermittlerin Marie Maas nicht so richtig warm. Die Story, die Bick auf knapp 180 Seiten erzählt, hätte teilweise etwas mehr Länge gut getan. Viele Konflikte, zum Beispiel der zwischen Tomkin und seinem Vater, werden zwar gestreift, dann aber wieder fallen gelassen. Im Idealfall reicht so was bei mir, um mich auf das nächste Buch zu freuen, in der Hoffnung, dass das eine oder andere Thema vertieft wird. In diesem Fall reicht es leider nicht.

Zwar musste ich mich nicht durch „Der Tote und das Mädchen“ kämpfen, aber es fesselte mich auch nicht so sehr, dass ich eine begeisterte Leseempfehlung ausspreche und mich auf die weiteren sieben Bände stürze.

Danke an dotbooks und „Blogg dein Buch“ für die Möglichkeit der Rezension.

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