Montag, 19. April 2010

3. Hamburg kocht!-Treffen am 29. Mai: "Viva Italia!" Aktueller Planungsstand

Langsam geht es in die heiße Phase. Steph und ich sind gerade etwas angeschlagen, aber unsere Planungslisten vermisste zum Glück ja noch niemand ;o)

Aktuell sind dabei:

1. Kaoskoch (nudelt, ohne Maschine)
2. Steph (nudelt - zwangsläufig ;o) - mit Maschine)
3. terschies
4. fitus123
5. Mocat
6. Küchenlatein
7. Sivie von den Küchengeistern
8. rebecca-lecka (nudelt, mit Nudelmaschine)
9. Martin von Kochessenz (nudelt, mit Nudelmaschine)
10. muellerbrueller (nudelt, ohne Nudelmaschine)
11. ORsi (nudelt, ohne Nudelmaschine)

Bis auf eine Person haben auch alle schon bezahlt - dafür vielen Dank! Wir haben noch Plätze frei. Ihr könnt also gerne für uns trommeln oder jemanden mitschnacken ;o)

Wann: Sonnabend, 29. Mai 2010, ab 15 Uhr (je nach nudeln ggf. früher. Wir haben die Küche den ganzen Tag bis maximal 23 Uhr).

Wo: Im Loft in Winterhude in der Timmermannstraße 9 in - na, wo wohl? - Hamburg-Winterhude

Kostet: An Raummiete zahlen wir 310 Euro. Hinzu kommt die Umlage für Lebensmittel, ca. 10 Euro pro Person. Mit Anmeldung erhaltet Ihr eine Mail mit meinen Bankdaten und überweist binnen einer Woche 30 Euro / Person. Ein evtl. Restbetrag wird vor Ort nachgezahlt, ein evtl. Überschuss wird vor Ort ausgezahlt. Bei Absage ohne Ersatz von der Warteliste behalten wir eine Pauschale von 10 Euro / Person ein, damit die Kosten für alle überschaubar / tragbar bleiben.

Die Gänge:

Antipasti und Olivenölverkostung – jeder, der mag, bringt eine selbstgemachte Antipasti mit, so dass wir dann ein buntes Büfett haben. Und jeder, der mag, bringt sein Lieblings-Olivenöl mit. Außerdem werden noch da sein:
Eingelegte Gemüse
Carta da Musica (Steph)
Grissini
Parmaschinken, Coppa, Salami usw.

Pastavariationen mit verschiedenen Sorten Pesto und Salbeibutter
Vorstellung Annatto-Öl und Nudel-Herstellung (Steph)
Normaler Nudelteig, Krabben-Chili-Nudeln, Steinpilznudeln, Maronennudeln
Ferrazzuoli , Garganelli, Farfalle
Pappardelle mit Kräuterblättern und Salbeibutter
Gefüllte Nudeln mit Ricotta-Spinat-Füllung (Ravioli (Raviolibrett und Ausstecher), Fagottini, Cannelloni)
Erklärung, was man mit der Nudelmaschine noch machen kann (Cracker, Nachos etc.)
Jeder bekommt nur einen wönzigen Schluck, äh, ein kleines Portiönchen Nudeln, aber trotzdem empfiehlt es sich, die eine oder andere Tupperdose mitzunehmen, falls Reste bleiben ;o)

Melonensorbet

Osso Bucco mit Polenta-Sternen (fitus123 und Kaoskoch)

Dessertvariationen
Panna Cotta auf Himbeerspiegel (terschies)
Granitavariatonen nach Jeffrey Steingarten (Kaoskoch)
und … und … und

Italienische Käsevariationen mit Espresso

Noch offenen Fragen:
Wie machen wir das mit den Getränken? Bringt jeder was für sich mit?
Und soll es eine Alternative zum Osso bucco geben? Polenta pasticciata al ragù - Polenta mit Hackfleischragout zum Beispiel oder Gnocchi alla romana (vegetarisch)?

Montag, 12. April 2010

Kummerower Möhren in Eiersauce

Eine Woche nach Ostern und immer noch hartgekochte Eier übrig? Da hab' ich was ;o) In diesem Jahr haben wir es erstmals geschafft, in weniger als binnen einer Woche nach Ostern alle hartgekochten Eier zu vernichten. Seit letztem Jahr gibt es zur Eiervernichtung neben Grüner Sauce auch Kummerower Möhren. Und jetzt kann ich bis auf Weiteres keine Eier mehr sehen, geschweige denn essen ...

Die Kummerower Möhren in Eiersauce stammen aus dem Kochbuch "Von Apfelkartoffeln bis Zwiebelkuchen" von Kurt Drummer und Käthe Muskewitz, erschienen 1984 im VEB Fachbuchverlag Leipzig - jawoll, ich rote Socke habe nicht nur Marx, Engels und Lenin gesammelt im Bücherregal, sondern auch DDR-Kochbücher ;o)

Kurt Drummer war so was wie der Wilmenrod der DDR - mit dem Unterschied, dass Drummer tatsächlich ein ausgebildeter und international anerkannter Koch war. Zwischen 1958 und 1983 produzierte er 650 Folgen der Sendung "Der Fernsehkoch empfiehlt", die seit 1961 zweiwöchentlich ausgestrahlt wurden. Parallel dazu arbeitete Drummer als Interhotel-Chefkoch und veröffentlichte mit Muskewitz zahlreiche Kochbücher.
Sowohl bei der Fernsehsendung als auch bei den Kochbüchern mussten beide Rücksicht nehmen auf Mangelwirtschaft und Versorgungsengpässe - ein Grund, warum sie regionale Küche propagierten. Kein Grund allerdings für die häufige Verwendung von Glutal und Speisewürze, also Geschmacksverstärkern, die bei fast jedem Gericht in der Zutatenliste erscheinen. Aber wir können ja ohne kochen ;o)

Ich habe das Rezept auf meinen Tischdampfgarer umgewandelt; es lässt sich natürlich auch ohne nachkochen.

Kummerower Möhren in Eiersauce

Zutaten für 4 Portionen:

800 g Möhren (Wurzeln)
1 TL Zucker
3 Bund glatte Petersilie
100 g Butter
6 EL Mehl
200 ml Weißwein
4 hartgekochte Eier
200 ml Sahne
Muskat
Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Die Möhren waschen, schälen und in Stifte schneiden. Die Petersilie waschen. Die Möhren in den Garkorb eines Tischdampfgarers geben. 1 TL Zucker darüber streuen, ein Bund Petersilie oben darauf legen. Etwa 20 Minuten dämpfen, die Garzeit hängt davon ab, wie fein die Möhren gestiftelt sind, probieren und ggf. mehr Zeit geben.
Aus Butter und Mehl eine Schwitze bereiten, mit dem Weißwein unter Rühren mit dem Schneebesen ablöschen, etwas reduzieren lassen. Die Sahne unterrühren, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Ist die Sauce zu dick, noch etwas Milch, Wasser, Gemüsebrühe oder Möhrenwasser dazu geben.
Die anderen beiden Bunde Petersilie fein hacken und unter die Sauce mischen.

Die Eier grob hacken und in die Sauce geben.
Die Petersilie von den Möhren nehmen und die Möhren unter die Sauce heben. Alles zusammen noch ca. 5 Minuten durchziehen lassen und noch mal abschmecken.

Dazu passen Salzkartoffeln oder Kartoffelpüree sowie hart gekochte Eier, Bratwürste, Fisch, Frikadellen, Rippchen oder Koteletts.
Als Variante gebe ich auch gerne mal Vanillezucker über die Möhren und würze die Sauce mit Zwiebeln und Knoblauch.

Donnerstag, 8. April 2010

Viva Italia! Torta pasqualina

Wie bei Anikó auch stand bei uns Ostermontag Torta pasqualina, ligurische Ostertorte, auf dem Speisezettel. Das Gericht entdeckte ich bei den Vorbereitungen für unser 3. Hamburg kocht!-Treffen, das unter dem Motto "Viva Italia!" steht, in dem wunderbaren Buch "Die echte italienische Küche" von Reinhardt Hess und Sabine Sälzer, erschienen 1991 bei Gräfe und Unzer. 2007 wurde es neu aufgelegt, ist also noch im guten Buchhandel erhältlich. Jede Region zwischen Südtirol und Sizilien wird ausführlich vorgestellt, mit Informationen über regionale kulinarische Besonderheiten und Produkte wie ligurischem Olivenöl oder Tomaten aus Kalabrien und Sizilien. Den Weinen jeder Region ist ein eigenes kleines Kapitel gewidmet. Die Fotos machen nicht nur Lust aufs Kochen, sondern auch auf den nächsten Italienurlaub.

Ursprünglich besteht die Torta pasqualina aus 33 Teigschichten - jede ein Symbol für eines der vollendeten Lebensjahre Jesu Christi - und wird vor Ostern hauptsächlich in der Gegend um Genua gegessen. Nach anderen Quellen hingegen ist die Zahl 7 wichtig für die Torte, nimmt man 7 Teiglagen und 7 Eier als Erinnerung an die 7 Schöpfungstage, die 7 Kardinalstugenden, die 7 Todsünden und die 7 Sakramente; als eine Zahl, die das Geistliche und das Weltliche umfasst.

Genug von der Zahlenmystik. Zurück zur Kulinarik.

Beim Lesen war mir schnell klar, dass sich die Ostertorte auch wunderbar eignet, um den Filoteig aus dem Tiefkühler und obligatorischen Massen an hartgekochten Ostereiern zu verwerten. Meine Torta pasqualina ist also eine Instand-Variante mit fertigem Teig und gekochten Eiern - aber mit frischem Spinat. Dessen Verwendung war eine Premiere für mich, aber anscheinend nicht für andere Marktgänger, denn bei meiner Vierländer Marktfrau bekam ich mit Müh' und Not die letzten 750 g statt der gewünschten 1000 g ...

Und anscheinend ernährte sich der Hamburger Westen zwischen Ende März und Anfang April von Ricotta, denn dessen Beschaffung war in der Woche vor Ostern ausgesprochen schwierig. Ostersonnabend ergatterte ich mit einem Hechtsprung ins Kühlregal die letzten beiden Pakete, die gerade jemand greifen wollte ... Ach ja, ich habe das Rezept insgesamt ein wenig verschlankt. Merkt man am Geschmack aber nicht ;o)

Torta pasqualina - Ligurische Ostertorte

Zutaten für eine 26er-Springform:
1 trockenes / altbackenes Brötchen
750 g Spinat
1 Handvoll Gemüsebrühpulver (selbstgemacht, natürlich ;o))
250 g Ricotta
1 Packung Strudel-, Yufka- oder Filoteig (10 Blatt)
Majoran
Salz
Pfeffer
frischer Knoblauch oder Knoblauchflakes
8 hartgekochte Eier
80 g frisch geriebener Parmesan
Olivenöl

Zubereitung:

Das Brötchen in Wasser einweichen und quellen lassen.

Spinat putzen, waschen und tropfnaß in kochendes Wasser geben. Ein knappe Handvoll Gemüsebrühpulver dazu geben und den Spinat garen. Danach die Blätter gut abtropfen und abkühlen lassen und auspressen - es ist übrigens keine gute Idee, dazu den Kartoffelstampfer zu nehmen, denn es dauert, bis man die Spinatblätter wieder aus dem Stampfer gefriemelt hat ... Ein Küchenhandtuch leistet beim Pressen bessere Dienste. Dann den Spinat fein hacken.

Das Brötchen auspressen (zum Beispiel zwischen zwei Brettchen), klein schneiden und zum Spinat geben. Ricotta und die Hälfte des geriebenen Parmesans unter die Spinat-Brötchen-Masse rühren. Kräftig mit Salz, Pfeffer, Majoran und Knoblauch würzen.

Die Springform mit Olivenol auspinseln und mit der Hälfte des Filoteigs auskleiden. Kleben die einzelnen Teigschichten nicht aneinander, diese mit Olivenöl einpinseln und erneut andrücken.

Die Spinatmasse auf dem Filoteig verteilen, dann die hartgekochten Eier in die Spinatmasse drücken. Mit dem restlichen Parmesan bestreuen (bei mir landete das meiste in der Mitte ...) und mit dem restlichen Filoteig abdecken.

Im Backofen bei 200C (Umluft) 50 bis 60 Minuten backen. Dabei nach etwa 15 Minuten die Form abdecken.

Uns schmeckte die Ostertorte direkt aus dem Backofen, aber traditionell wird sie lauwarm oder kalt gegessen.

Montag, 5. April 2010

Küchenhelfer: Rabbit Jelly Mould – Hasen-Puddingform mit Himbeer-Wackelpeter

Welches Datum eignet sich besser zur Vorstellung dieses Küchenhelfers als Ostern? Wir haben die Puddingform, die Rabbit Jelly Mould, aus dem letzten London-Urlaub mitgebracht. Sie fasst laut Hersteller einen Pint, also 0,568 Liter, nimmt aber randgefüllt auch einen knappen Liter auf, und hat ihr Zuhause an der rechten Ecke des Coca-Cola-Blechschilds in unserer Küche.

Um die Jelly Mould standesgemäß einzuweihen, habe ich tatsächlich mal Wackelpeter (Götterspeise, Wackelpudding) selbst hergestellt, nach einem Rezept aus dem Kochgesetzbuch von Christian Rach und Susanne Walter (edel Edition, Hamburg 2008).

Himbeer-Wackelpeter

Zutaten für ca. 900 ml:
500 ml Wasser
750 g TK-Himbeeren
250 g Zucker
Saft von 1 Zitrone
12 Blatt Gelatine

Zubereitung:

Wasser, Himbeeren, Zucker und Zitronensaft in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Dann den Topf vom Herd ziehen und die Mischung 15 Minuten ziehen lassen.

Küchensieb in eine Schüssel hängen und mit einem Handtuch ausschlagen. Die Himbeeren in das Sieb geben und mindestens 15 Minuten abtropfen lassen. Dann das Handtuch über den Himbeeren zusammendrehen und mit leichtem Druck zusätzlich den Saft aus den Früchten pressen – da machte sich das regelmäßige Bizepstraining von Herrn Kaoskoch bezahlt. Das Foto des Geleehasen zeigt, dass die eine oder andere Himbeere allerdings einen erfolgreichen Fluchtversuch unternahm.

Gelatine in Wasser einweichen und auspressen. Etwas Himbeersaft erwärmen und die Gelatine daran auflösen. Dann teelöffelweise kalten Himbeersaft dazu geben zum Temperaturausgleich und die Gelatine in den restlichen Himbeersaft einrühren.

Himbeersaft in die kalt ausgespülte Jelly Mould gießen und 8 bis 12 Stunden im Kühlschrank durchkühlen lassen (bei der Aufteilung auf kleinere Förmchen reicht eine Kühlzeit von ca. 4 Stunden). Kurz vor dem Verzehr die Form in heißes Wasser eintauchen, dabei darauf achten, dass kein Wasser in die Form kommt. Die Form auf eine Kuchenplatte stürzen.

Der Hase löst sich relativ schlecht, man muss am Rand vorsichtig ein bisschen ruckeln, manchmal das Gelee auch mit dem Messer vorsichtig vom Rand lösen. Bislang kam aber noch jeder Hase heil aus der Form.

Zum Himbeer-Wackelpeter passt natürlich eine Vanillesauce – die kam in diesem Fall, ich gestehe, aus dem Tetrapack. Zum Ausgleich gibt es noch ein Foto von einem Vanillepuddinghasen auf selbstgemachter Erdbeersauce, die vom letzten Sommer noch im TK schlummerte.

Samstag, 3. April 2010

Fast Food: Amaretto-Trüffel-Eier

Ein schnelles kulinarisches Oster-Mitbringsel für die, die keine Kalorien scheuen, sind Amaretto-Trüffel-Eier. Ich entdeckte das Rezept weiland in den Achtzigern in einem "Freundin"-Heft. Zu der Zeit war meine Küche kaum drei Quadratmeter groß, konnte ich kaum mehr als aufzutauen oder Dosen zu öffnen, und die Herstellung dieser Trüffel brachte mich an den Rand der Verzweiflung. Überall auf Arbeitsfläche, Wänden, Schranktüren und Kaoskoch waren Butter und Kakao verteilt, weil die Masse einfach nicht das tat, was sie sollte: Sich zu Eiern formen. Inzwischen habe ich die Zutatenmenge etwas korrigiert, so dass sie formbar ist. Eines aber bleiben die Dinger: Sehr mächtig - man könnte sie sich auch direkt auf die Hüften schmieren ;o)

Zutaten für ca. 60 Stück:

250 g Puderzucker
125 g Kakaopulver
100 g zimmerwarme Butter
10 EL Sahne
1 EL Amaretto
etwas Kakaopulver zum Wälzen

Zubereitung:
Puderzucker und Kakaopulver in einer Schüssel mischen, dann die zimmerwarme Butter hineinkneten. Sahne und Amaretto hinzufügen, so dass eine geschmeidige Masse entsteht. Aus der Masse kleine Eier formen und in Kakao wälzen.

Wird die Masse zu warm, zwischendurch immer mal wieder kurz kalt stellen. Man kann die Masse auch in Silikon-Eiswürfel-Bereiter drücken und mit Frischhaltefolie abgedeckt kurz in den Tiefkühler stellen, um vielfältigere Formen zu bekommen.
Luftdicht verpackt im Kühlschrank halten sich die Trüffel ca. eine Woche. Die Menge reicht für ca. 60 Trüffel.

Donnerstag, 1. April 2010

Fast Food: Osterhase im Nest

Ein Osterhase im Nest: Mit diesem schnellen Dessert überraschte uns meine Schwieger-mutter letztes Jahr beim Oster-Dinner.

Die Zubereitung ist denkbar einfach:

Zutaten für 4 Portionen
1 Pck. grüner Wackelpeter
1 Pck. Schokoladen- Puddingpulver
½ Liter Milch
2 EL Zucker
4 kleine Schoko-Osterhasen
Eierlikör oder Vanillesauce

Zubereitung
Den Wackelpeter nach Anleitung auf der Packung zubereiten und in einer flachen Form erkalten lassen.

Den Schokoladenpudding nach Anleitung mit der Milch und Zucker zubereiten, in vier halbrunde Portionsschälchen oder kleine Tassen füllen und erkalten lassen.

Jeweils einen Schokoladenpudding in ein Glasschälchen stürzen. Den fest gewordenen Wackelpeter in Würfel schneiden und um den Pudding verteilen. Auf jeden Pudding ein Schokohäschen setzen. Vanillesauce oder Eierlikör darum/darüber verteilen.

Montag, 29. März 2010

Quarkhasen wie vom Bäcker

Fünfzig Prozent unseres Haushaltes bereiten sich schon seit ein paar Tagen auf Ostern vor. Die anderen fünfzig Prozent gucken sich seufzend in der Wohnung um, weil die nicht pessachtauglich geputzt ist (Feiertage kommen immer so plötzlich ...), hängen Hasen und Ostereier in blühende Zweige, um fünfzig Prozent eine Freude zu machen, und trollen sich statt an den Sedertisch in die Küche, um Quarkhasen zu backen - in diesem Jahr sind Pessach, das Fest, das an den Auszug der Juden aus Ägypten erinnert, und Ostern nämlich quasi parallel. Pessach beginnt heute Abend mit dem Seder und endet am 6. April, also einen Tag nach Ostern.

Hundert Prozent unseres Haushaltes mögen Quarkhörnchen sehr gerne und freuen sich Ostern über Quarkhasen. Als Gattin eines Hasensammlers hat frau da natürlich auch Unmengen von Ausstechern, die zum Zuge kommen müssen. Die Quarkhasen nach diesem Rezept schmecken wirklich wie von meinem Lieblingsbäcker. Da ich, wenn möglich, keine künstlichen Aromaten oder Margarine nehme, änderte ich das Rezept ein bisschen ab:

Zutaten
500 g Quark
150 g Rohrzucker
Schale von 1 Zitrone
4 EL Vanillezucker
3 Eier
12 EL Öl
9 EL Milch
600 g Mehl
1,5 Tüte Backpulver
flüssige Butter und weißer Zucker

Zubereitung
Quark in einem mit einem Handtuch ausgeschlagenen Sieb über Nacht abtropfen lassen. Es bleiben um die 300g Quark übrig.

Quark mit Eiern, Zucker, Vanillezucker, Öl, Milch und Zitronenschale zu einer glatten Creme verrühren. Mehl mit Backpulver mischen und unter die Quarkcreme arbeiten, bis ein Hefeteig ähnlicher Teig entstanden ist. Diesen etwa 30 Minuten ruhen lassen und dann noch mal kurz mit der Hand durchkneten.

Backofen auf 200°C (Umluft 180°C) vorheizen. Teig ausrollen und Hasen ausstechen. Mit flüssiger Butter bestreichen, damit die Hasen beim Backen weich bleiben. Etwa 10 - 15 Min. backen. Etwas auskühlen lassen, auf ein Küchenpapier legen, flüssiger Butter bestreichen und sofort in feinem Zucker wälzen.

Sonntag, 28. März 2010

Fattoush - libanesischer Brotsalat mit Postelein

Fattoush oder Fattouche, ein libanesischer Salat mit den Hauptbestandteilen Tomate, Gurke und Brotwürfeln, gehört zu den Gerichten, die ich erst nach meiner Wüstenzeit kennenlernte - keine Ahnung, warum. Irgendwie kam er mir damals einfach nicht unter. Dafür gab’s ständig Tabbouleh. Ist ja auch lecker. Zurück in Deutschland, stand der Salat lange auf meiner Kochliste, bis ich jetzt durch Zufall feststellte, dass Postelein bzw. Portulak zu den traditionellen Zutaten zählt. In der deutschen Übersetzung arabischer Rezepte geht der Portulak verloren bzw. wird ersetzt durch Feldsalat, was daran liegen mag, dass Portulak in Deutschland inzwischen ziemlich unbekannt ist. Jetzt kam der Salat mir wie gerufen für das Postelein-Event im Gärtnerblog.

Bislang kannte ich Portulak als miner’s lettuce nur aus meinen englischen Kräuterbüchern, hatte ihn im Geschäft oder auf dem Markt noch nicht gesehen, geschweige denn gegessen. Zu meiner Verblüffung hatte dann tatsächlich ein Stand auf dem Wochenmarkt Portulak aus den Vierlanden, einem großen Obst-, Gemüse- und Blumenanbaugebiet im Hamburger Südosten. Bei einem Preis von 16 Euro pro Kilo bekam der Gatte zwar Schnappatmung, aber ich brauchte ja auch nur zwei Handvoll. Der Gatte fragte beim Aufnotieren der Einkaufsliste übrigens etwas verwirrt: „Porto-Lack? Warum willste Briefmarken lackieren?“ Dass es sich bei Portulak um etwas Essbares handelte, stimmte ihn nicht fröhlicher, kannte er das Pflänzchen und seinen Geschmack doch auch nicht.

Bevor der Portulak in den Salat kam, probierte ich ihn mit Butter und Salz auf einem Brötchen – der Tipp einer Kochfreundin, und ein richtig schöner Frischekick zum Frühstück, vor allem nach einem langen Winter.
Fattoush – libanesischer Brotsalat

Zutaten für 6 - 8 Portionen
300 g Portulak
1 Salatherz (muss nicht sein, gibt dem Salat aber mehr Substanz, finde ich)
4-6 Tomaten, möglichst dunkelrot und reif (es ist in unserem Klima also eigentlich eher ein Sommersalat)
1 Salatgurke
2 Lauchzwiebeln
2 Bund glatte Petersilie
Minze (ich nehme nur ein paar Blättchen, aber man kann durchaus ein ganzes Bund nehmen)
½ Fladenbrot
Saft von 2 Zitronen
Olivenöl
Salz
Pfeffer
Zucker
Olivenöl
evtl. Sumach
evtl. Knoblauch

Zubereitung:
Vom Portulak die Wurzeln entfernen. Die Blätter gründlich waschen und trockenschleudern. Salatherz in feine Streifen schneiden, waschen und trockenschleudern. Tomaten waschen, achteln, Kerne entfernen. Salatgurke waschen oder schälen, halbieren, die Kerne entfernen und die Gurke klein würfeln. Lauchzwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Petersilien- und Minzblätter fein hacken, ebenso den Knoblauch. Alles in eine Schüssel geben und gut durchmischen.

Zitronensaft mit Gewürzen und einer Prise Zucker verrühren, dann mit der gewünschten Menge Olivenöl zu einem cremigen Salatdressing verquirlen. Unter den Salat heben.

Während der Salat zieht, das Fladenbrot würfeln und in einer Pfanne anrösten (die faule Hausfrau nimmt Croutons ;o)). Brotwürfel zum Salat geben und servieren.

Wegen der Brotwürfel lässt sich der Salat schlecht vorbereiten, ist auch weniger für ein Büfett geeignet, außer, man mag die Brotwürfel aufgequollen und matschig. Deswegen nur die Menge vorbereiten, die man auch tatsächlich isst, oder Brotwürfel und Dressing getrennt servieren. Wer mag, ergänzt Fattoush noch um gewürfelten Schafskäse, auch wenn er traditionell nicht dazu gehört. Mais gehört eigentlich überhaupt nicht in den Salat. Aber wir hatten da beim zweiten Mal Fattoush-Machen noch eine angebrochene Dose von einem anderen Gericht im Kühlschrank … Bei der Rezept-Recherche entdeckte ich auch Fattoush-Variationen mit Radieschen und Thymian, was ich mir nun geschmacklich überhaupt nicht vorstellen kann. Aber die Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden ;o)

Garten-Koch-Event