Freitag, 4. November 2011

Erst mal gucken. Dann mal sehn.

Jetzt liegt er hier rum, der Fragebogen für den Feinschmecker-Hobbykoch-Wettbewerb 2012. Vier Seiten hat er. Drei davon sind voll mit Fragen, die beantwortet werden müssen, zum Teil auf extra Bögen.

Was die alles wissen wollen. Das Gericht, das ich in meinem Lieblingsrestaurant besonders gerne bestelle, zum Beispiel. Ich habe noch nicht mal ein Lieblingsrestaurant. Obwohl: Ich esse mindestens einmal im Monat Curry Pommes im Stan's. Passt!

Oder ein Gericht, das mir stets besonders gut gelingt und das ich jederzeit spontan kochen könnte. Hmmm. Ist Resteverwertung ein Gericht? Für alles andere brauche ich ein Kochbuch. Und das Ergebnis ist jederzeit anders, nicht nur bei der Resteverwertung.

Oder was ich aus Kabeljau, Roter Bete und grünen Bohnen machte - als Zwischengericht für vier Personen. Dolle Wurst. Apropos Wurst: Für den Gatten muss ich den Kabeljau durch Steak ersetzen. Da könnte ich doch gleich den ganzen Kabeljau ... nee, die wollen Kabeljau, kein Steak.

Dann wollen die wissen, wie ich einen frischen Lachs filetiere. Gar nicht. Ich habe einen Fischhändler, der das kann.

Und die wollen wissen, wie ich den Geschmack einer reifen Mango beschreibe. Ja, wie wohl?! Lecker. Obwohl: Der Gatte sagt, mangoig. Gibt da wohl doch mehrere Möglichkeiten.

Ratlos bin ich bei der Frage, was man bei der Wahl des passenden Wassers zu Speisen und Wein bedenken sollte. Dass man es kleckerfrei aus dem Hahn in die Karaffe und auf den Tisch bekommt, ist vermutlich die falsche Antwort.

Ich ahne schon: Mit meinen rudimentären Kochkünsten komme ich hier nicht weiter, zumal ich einige kenne, die da auch mitmachen. Und die können kochen, richtig kochen. Und vermutlich sollte ich das Ganze auch ernst nehmen. Wenn ich das Gezicke unter Hobbyköchen so betrachte, das ich des Öfteren mitbekomme, muss ich mir eingestehen, dass Kochen eine ernste Angelegenheit ist. Bei mir hingegen ist das mit dem Kochen hoffnungslos, aber nicht ernst.

Andererseits: Die beim Feinschmecker wollen ja auch was zu lachen haben. Und jemanden zum Rauswerfen. Außerdem gibt es hier einen, der meint, ich rocke das Ding mit Eskimoflip, Lachs an Mineralwasser in drei Konsistenzen und Gemüse-Eis am Stiel, kurzum, dem perfekten, werbepartnerorientierten Menü. Außerdem habe ich einer, die richtig kochen kann, ja schon gesagt, dass sie sich warm anziehen solle, weil ich sie im Finale in Grund und Boden kochen werde. Mit unfreiwilliger Komik bei kompletter Ahnungslosigkeit. Obwohl: Das Latinum habe ich auch so geschafft. Geht also.

Werde ich den Fragebogen abschicken? Schaun wir mal. Dann sehn wir schon. Und Abschicken heißt ja auch noch nicht, dass ich tatsächlich teilnehme ...

Kommentare:

  1. Wahrscheinlich brauchen sie den Fragebogen nur, damit sie hinterher etwas daraus zitieren können.

    Auf jeden Fall fände ich es lustig, wenn Du mit Deiner jetzigen Einstellung auch noch gewinnen würdest.

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  2. Ich glaube, mit der momentanen Einstellung komme ich noch nicht mal in die nächste Runde. Obwohl: Man weiß es nicht. Käme auf einen Versuch an *g*

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  3. Ich habe mir das einmal durchgelesen, angefangen auszufüllen und dann vorzeitig abgebrochen. Vielleicht sind nächstes Jahr die Fragen besser. Solltest Du Dich für das Mitmachen entscheiden, ich drück die Daumen.

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  4. Also, ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen. Wenn jemand das so locker nimmt und trotzdem gewinnt, dann ist das wesentlich sympathischer und unterhaltsamer als wenn sich einer so verbissen abrackert. Ich möchte das jedenfalls gerne mal sehen!

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  5. Ich hab den Fragebogen jetzt schon eine Woche beiseite geschoben und schlafe drüber. Du kannst echt Gedanken lesen, das selbe ging mir in den ganzen Tagen durch den Kopf. Aber was nu? Liegen lassen oder doch ausfüllen?

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  6. Ausfüllen, Sandra! Obwohl ich davon auch nicht 100 Prozent überzeugt bin. Aber ich denke schon, dass ich den Bogen ausfüllen und abschicken werde. Ob dann meine Antworten zu den Fragen passen, steht auf einem anderen Blatt ...

    Danke für's Daumen drücken, Peter!

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  7. Den ganzen abend hab ich den Bogen nun wieder vor mir liegen. Mittlerweile bin ich davon überzeugt ihn auszufüllen. Und zwar genau so, dass ich mich nicht verbiege. Der Rest wird sich finden...

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  8. Ja, das mit dem Verbiegen kenne ich. Da schwanke ich auch noch extrem. Na ja, erst mal mus sich muß ich mich ohnehin entscheiden, was ich aus dem Warenkorb mache ... Ist ja noch 'n büschen Zeit ...

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