Freitag, 10. Oktober 2014

Rezension: „Mein Schiff in der verfluchten Karibik“ von Udo Thies

Mein Schiff in der verfluchten Karibik (Front-Cover)Ich gebe zu: Mein Verhältnis zu Hochseekreuzfahrten ist nicht das Beste. Ich habe sie lange Zeit verkauft, und ich war gut in meinem Job. Ich habe lange Zeit im Incoming in Hamburg und Kiel gearbeitet, und ich war noch besser in meinem Job.

Ich selbst machte nur eine Kreuzfahrt. Was ich da erlebte, reichte, um jeden Satz in David Foster Wallaces Buch “Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich“* zu unterschreiben. Fortan war ich Fan von Flusskreuzfahrten – die könnte ich in jedem Urlaub machen.

Trotzdem interessierte mich das Buch „Mein Schiff in der verfluchten Karibik“ vom Kölner Schauspieler Udo Thies, erschienen bei Frieling. Thies ging schon öfter mit „Mein Schiff“ auf Kreuzfahrt – privat, nicht, um an Bord zu arbeiten.

Im Pressetext heißt es: „Wie lustig eine Seefahrt sein kann, erzählt Schauspieler Udo Thies, der zwei Wochen lang zusammen mit seiner Frau und fast 2000 anderen Passagieren in der Karibik kreuzt. Diese erweist sich als überaus freundlich und weniger verflucht, als es einige populäre Filme glauben machen. Charmant und locker schildert der Autor malerische Inseln, traumhafte Strände, unvergessliche Erlebnisse sowie Begegnungen auch mit den Schattenseiten des einheimischen Alltags. Der eigentliche Star aber ist das Schiff, das seinen Gästen höchsten Komfort und Luxus bietet. In seinem kurzweiligen Bericht nimmt der fabulierfreudige Erzähler neben ausgewählten Reisegefährten auch sich selbst oder den genüsslichen Sturm auf das stets exquisite Büfett mit Vergnügen aufs Korn.“

Thies schildert die Landausflüge, die er mal individuell, mal in der Gruppe unternimmt, Begegnungen mit Einheimischen und das Leben an Bord samt Begegnungen mit einem an Bord arbeitenden Konsonanten-Promi. Das liest sich gelegentlich durchaus vergnüglich und kurzweilig, wenngleich Thies‘ Blick gelegentlich eurozentrisch und oberflächlich ist (und meistens nicht mein Humorzentrum trifft, aber ich bin sicher ohnehin keine Zielgruppe).

„Mein Schiff in der verfluchten Karibik“ ist also kein Reisebuch oder ein Reiseführer, mit dem man vor oder während einer Karibikkreuzfahrt mehr über Land und Leute erfahren kann, sondern eine Sammlung von Anekdoten und Erlebnissen. Sicher schön zu lesen für alle, die schon mal eine Karibikkreuzfahrt machten oder planen.

Vielen Dank an Blogg dein Buch und den Verlag für die Möglichkeit der Rezension.

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