Samstag, 14. September 2019

Zwei Wochen Mallorca kulinarisch

In diesem Jahr waren wir ganze zwei Wochen auf Mallorca, wieder in Port d' Alcúdia. Während wir im letzten Jahr ein optimales Hotel hatten und es genossen, abends bummeln zu können, mussten wir dieses Jahr auf ein anderes Hotel ausweichen, etwa zwei Kilometer von dem vom letzten Jahr entfernt.

Der Gatte kochte: Cheeseburger.
Kein Problem, dachten wir, denn Restaurants und Bars gibt es ja an der ganzen Bucht bis hoch nach bis Can Picafort, da wird der Unterschied schon nicht so groß sein. Oh doch!

Der Gatte kochte: Tumbet mallorquin.
In vielen Restaurants zwei Kilometer rund ums Hotel (weiter wollten wir nicht laufen) gab's All-you-can-eat-Büfetts mit lauwarmem, aufgetautem Convience-Futter, in den Bars Flatratesaufen, ansonsten Systemgastronomie wie Pizza Hut, Burgerläden und KFC. In den ersten Tagen waren wir ein wenig verzweifelt, denn trotz Appartements wollte der Gatte eigentlich nicht jeden Tag kochen.

Der Gatte kochte: Salat aus Tomaten, Oliven, Pfirsich, Zwiebel und Schafskäse an Pa amb oli. 
Zwei Mal landeten wir in der Stiu Bar. Man sitzt nett, das Estrella ist süffig, und zu jedem Glas gibt es kostenlose Tapas. Dass es dort nur aufgetautes Convience gibt, fällt auf, wenn man sich eines der Gerichte bestellt: Das Essen ist mit Glück nicht mehr halbgefroren, sondern lauwarm, die Pommes kommen aus der Mikrowelle. Kein Wunder, dass die einheimischen Stammgäste dort nur trinken, nicht essen.

Restesalat aus Tomaten, Oliven und Schafskäse am letzten Strandtag.
Wesentlich besser ist das Essen in der Cafeteria Croasan, wo im Wesentlichen Einheimische und Residenten als Stammgäste einkehren, kaum Touristen, denn das Lokal liegt nicht an der Hauptstraße. Die Pizza hat einen knusprigen, dünnen Boden, das Frito mallorquin schmeckt, das Bier ist süffig. Einmal fuhren wir nach Port d' Alcúdia und aßen gut im La Recoleta.

Arroz brut im Restaurant Sa Mata in Valldemossa.
Mit Abstand am Besten aßen wir im Blue Sapphire, ein Juwel in direkter Nachbarschaft des Hotels, abseits der Hauptstraße. Eigentlich wollten wir dort am letzten Urlaubsabend noch mal hin, aber das Unwetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Für's nächste Jahr ist aber mindestens ein Besuch geplant.

Blue Sapphire: Gegrillter Oktopus für mich, Schweinefilet mit Ziegenkäse für den Gatten.
Blue Sapphire: Fondant au chocolat mit Eis für den Gatten.
Blue Sapphire: Mojito-Sorbet für mich.
Unterwegs aßen wir putzigerweise Eis - und einmal traute sich der Gatte an Arroz brut, und da es den "schmutzigen Reis" nur für zwei Personen gab, aß ich mit. Hoffen wir mal, dass in der Portion des hasophilen Gatten kein Kaninchen war ...

Muss in Sóller einfach sein: Mit 'nem Eis von Ca'n Pau auf dem Marktplatz sitzen.
Wenn wir den Tag am Strand verbrachten, gab's mittags für jeden eine große Tupper mit Obst - meistens Honigmelone für den Gatten und Wassermelone für mich. Außerdem kamen für den Gatten Cracker und Schnobkram mit. Einmal nahmen wir Salat mit, zwei Mal gab's wirklich leckere Pommes von der Strandbar. Blieb Obst übrig, wurde es abends zum Smoothie, denn aus irgendeinem Grund gab's im Appartement einen Pürierstab.

Smoothie aus Honigmelone, Ananas und Pflaume.
In Sóller waren wir natürlich auch wieder in der Patisseria L. Vidal, aber diesmal war's eher enttäuschend: Die Ensaïmada de Mallorca war trocken, nicht fluffig.

Mit einer Tortenschlacht wird das Unwetter erträglich.
Gewundert hat uns immer wieder das unterschiedliche Preis-Niveau auf der Insel: Während wir in Palma für zwei Cappuccino knapp 19 Euro zahlten, gab's die in Son Servera für unter fünf Euro. Hielten wir die Kugel Eis für 1,70 € in Palma für teuer, wurden wir in Port de Pollença mit 2,25 € für eine Kugel eines Besseren belehrt. In Cala Bona zahlten wir für den halben Liter Wasser im Supermarkt 40 Cent, in Alcúdia 80 Cent. Unschlagbar günstig mit 2,40 € war die HP Sauce, die prompt mit nach Hause kam und für die im nächsten Jahr mehr Platz im Koffer freigehalten wird.

Fette Beute gemacht in der Markthalle von Palma.
Erfreulich fand ich das große und sehr gute Angebot auf Märkten und in Supermärkten, selbst noch in den kleinsten Spar-Märkten. Schnell fiel uns aber auf, dass mallorquinische Lebensmittel grundsätzlich teurer als importierte sind, egal, ob sie vom spanischen Festland oder von viel weiter weg kamen. Wir kauften, wann immer es ging, mallorquinische Lebensmittel. Alles andere erschien uns widersinnig, schließlich kaufen wir Zuhause auch möglichst regional.

Diesmal schaffte ich es endlich, Honig von Mels de na Marta aus Artà zu kaufen und bin gespannt, wie er schmeckt.
Für nächstes Jahr ist ein Mallorca-Urlaub quasi schon beschlossene Sache. Mal schauen, ob's klappt. Mehr Mallorca-Impressionen gibt's übrigens im Gedöns-Blog.

Kommentare:

  1. Ach ja, ich könnte auch schon wieder. Seltsam, erst wollten wir nie nie nie hin, jetzt kriegen wir nicht genug. Es ist einfach herrlich da. Für Valldemossa gebe ich euch einen Tipp - ich muss nachschauen, wie das Restaurant hieß. Sehr urig, mit Francesco, dem Hund und sehr gutem Essen. Irgendwo im ersten Stock in einer Seitenstraße.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich bin gespannt, liebe Jutta! In den Seitenstraßen waren tolle Lokale, die wir später auf dem Spaziergang entdeckten, aber da der Gatte gerade akut unterzuckte, musste schnell was her, landeten wir im ersten Restaurant am Parkplatz.

      Löschen

Ein Kommentar, wie schön! Ich bemühe mich, alle Kommentare zu beantworten. Allerdings kann das manchmal etwas dauern - das Leben neben dem Blog, Du verstehst. Wenn Du Dich durch eine Sicherheitsabfrage quälen musst oder der Kommentar erst moderiert wird, heißt das, dass es gerade viele Spamkommentare gibt. Last but not least: Ich behalte mir vor, einzelne Kommentare zu löschen.