Sonntag, 29. August 2010

Farmville Bakery I: Raspberry Blondie

Ich bekenne, ich bin Farmville-süchtig. Das Spiel ist aber auch ideal für Foodies: Man kümmert sich den ganzen Tag um’s Essen, ohne zuzunehmen. Und es ist absolut realistisch: Braune Kühe geben Schokomilch, rosane Erdbeermilch, orangene Pfirsich-Melba … Als Nebeneffekt kann ich jetzt eine Reihe von Obst- und Gemüsesorten auf Englisch runterbeten, was auf dem Flottbeker Wochenmarkt gelegentlich für Verwirrung sorgt, da mir die englischen Namen oft eher als die deutschen einfallen.

Seit Neustem gibt es Bakery, Winery und Spa, kann man virtuell backen, keltern und verschönern. Und wie’s so kommt, dachte ich mir irgendwann: Guck’ doch mal, ob’s zu Pie, Tart, Bread, Muffin und Co. auch Rezepte gibt.

Gibt es.

Den Auftakt macht der Raspberry Blondie. Vorweg: Der Teig bleibt leider ziemlich feucht. In allen Blogs und Rezepten, die ich las, ist das auch der Fall gewesen. Deswegen (und weil noch was vom letzten Menü übrig war) entschied ich mich für eine Variante mit Himbeerpüree, denn da soll genau das nicht passieren. Im Original werden die Zutaten noch durch Mandeln, Macadamia oder Walnüsse ergänzt. Tastespotting nutzt Macadamia und weiße Schokolade als Zwischenschicht, um den Kuchen trockener zu bekommen. Werde ich beim nächsten Mal auch versuchen.

Aber die Dinger schmecken auch jetzt schon. Und haben leider mehr Kalorien als die virtuelle Variante. Dabei habe ich den Zucker schon radikal reduziert. Ich fand Rezepte mit bis zu 385 g. Plus Zucker in der Schokolade und Zucker für die Himbeeren. Da zog sich selbst mir zuckersüchtigem Speckbällchen alles zusammen.

Raspberry Blondie

Zutaten für eine 25 cm x 15 cm-Form:

500 ml Himbeerpüree, gesüßt und kernlos
2 TL Stärkemehl
200 g weiße Schokolade
125 g Butter
100 g brauner Zucker
2 Eier
1 TL Vanille-Extrakt
500 g Dinkelmehl
1 TL Backpulver
1 TL Natron
1 Prise Salz
Milch
Nach Wunsch frische Himbeeren und Puderzucker zum Dekorieren

Zubereitung:

Himbeerpüree erhitzen und die Stärke einrühren.
Während das Himbeerpüree abkühlt, Mehl, Backpulver, Natron und die Prise Salz in einer Schüssel mischen und die Schokolade grob hacken.

In einer zweiten Schüssel Butter und Zucker schaumig rühren. Vanille-Extrakt und Eier dazu geben und gut verrühren. Dann die Mehlmischung einrühren und die Hälfte der Schokolade unterziehen. So viel Milch dazu geben, dass der Teig schwer reißend vom Löffel fällt.

Die Hälfte des Teigs auf einer mit Backpapier ausgelegten quadratischen Form verteilen. Glatt streichen und das Himbeerpüree gleichmäßig auf dem Teig verteilen. Die zweite Teighälfte in großen Klecksen auf das Püree geben und die restliche Schokolade darüber streuen.
Bei 180°C (Umluft) ca. 30 Minuten backen, dann mit Alufolie abdecken und nochmals 30 Minuten backen. Abkühlen lassen.

Nach Geschmack mit Puderzucker bestreuen und mit frischen Himbeeren servieren. Dazu passt Vanillesahne, Vanillesauce oder Vanille-Eis.

Freitag, 27. August 2010

Bananen-Hühner-Curry-Suppe

Okay, das Wetter erinnert uns momentan daran, dass in vier Monaten schon wieder Weihnachten gewesen ist ... Ich lief heute im strömenden Regen nach Hause, weil im Hamburger Westen mal wieder der Verkehr zusammenbrach - da ist es dann ein Trost, wenn zu Hause was Warmes wartet. Zum Beispiel eine Bananen-Hühner-Curry-Suppe.

Zutaten für 4 Portionen:
400 ml Hühnerbrühe
80 g Zwiebeln
350 g Bananen, möglichst vollreif
200 ml Schlagsahne
200 g Hähnchenbrustfilet
1 EL Currypulver
30 g gehobelte Mandeln
30 g Butter
Öl
Ingwer, gemahlen oder frisch
Chiliflocken
Cayenne
Paprika edelsüß
Kurkuma
Kardamom, gemahlen
Zitronenpfeffer
Zitronensalz
Salz
Pfeffer

Zubereitung:

Zwiebeln fein würfeln, Bananen in Scheiben schneiden.

Die Zwiebeln in der Butter glasig anbraten und 3/4 der Bananen dazugeben, den Rest beiseite stellen.

Bananen und Zwiebeln mit Currypulver und den anderen Gewürzen (außer Salz und Pfeffer) kurz anschwitzen. Mit der Hühnerbrühe auffüllen und alles mit dem Stabmixer pürieren. 125 ml Schlagsahne dazugeben, mit Zitronenalz und - pfeffer abschmecken (damit's nicht zu sauer wird, ggf. nicht aromatisiertes Salz / nicht aromatisierten Pfeffer dazugeben).
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Das Fleisch würfeln und in Öl rundherum braun braten. Salzen, pfeffern und mit den restlichen Bananenscheiben in die Suppe geben.

Die übrige Schlagsahne halbfest schlagen. Mandelblättchen in einem Pfännchen ohne Fett goldgelb rösten. Suppe mit der Sahne und den Mandelblättchen garniert servieren.

Quelle

Dienstag, 24. August 2010

Walk Like an Egyptian

Während meiner Wüstenzeit war ich auch ein paar Mal in Ägypten, genauer gesagt im Sinai, allerdings haben weder Land, Leute noch Kulinarik einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Basbussa aß ich dann auch das erste Mal in Jordanien - das hinterließ einen bleibenden Eindruck, in jeder Beziehung.

Basbussa ist aber im gesamten Nahen Osten verbreitet und wird in unterschiedlichen Variationen zubereitet: Mit Kokos, mit Orangenblütenwaser, mit Pistazien oder Mandeln ... Mir ist diese klassische ägyptische Variante am liebsten, und daher ist sie mein Beitrag zum 11. mediterranen Kochevent "Ägypten" (wenngleich ich bezweifle, dass traditionell Butter verwendet wird, aber so schmeckt sie mir am Besten).

11ter mediterraner Kochevent - Ägypten - tobias kocht! - 10.08.2010-10.09.2010

Basbussa - Ägyptische Grießschnitten


Zutaten für 1 Portion (28er Springform):
500 g Hartweizengrieß
150 g weiche Butter
1 Pck. Backpulver (wenn's glutenfrei sein soll, aus Weinstein - oder etwas Natron)
Zimt
1 Prise Salz
2 TL Zitronensaft
150 g Joghurt
100 g Walnüsse
500 g Wasser
600 g Zucker
3 EL Rosenwasser

Zubereitung:

Grieß mit Butter, Backpulver, Zimt, Salz, Joghurt und Zitronensaft verkneten.

Eine Springform (Ø 28 cm) sorgfältig mit Alufolie umhüllen, da sonst später der Sirup ausläuft, oder eine Auflaufform mit Backpapier auskleiden.

Den Teig in die Form geben und glatt streichen. Mit einem Messer Rauten von ca. 5 x 5 cm markieren, aber den Teig noch nicht ganz durchschneiden. In jede Raute einen Walnusskern setzen.

Bei 175 Grad (Ober-/Unterhitze) auf dem mittleren Rost 40 Minuten backen.

Nach 40 Minuten Backzeit die Grießschnitten aus dem Ofen nehmen und die markierten Rauten ganz durchschneiden. Weitere 25 bis 30 Minuten in den Ofen geben, bis die Grießschnitten eine goldbraune Färbung angenommen haben.
Währenddessen für den Sirup 500 ml Wasser mit dem Zucker aufkochen und bei mittlerer Hitze etwa 15 Minuten einkochen lassen. Vom Herd nehmen, das Rosenwasser unterrühren und erkalten lassen.

Die Grießschnitten aus dem Ofen nehmen. Sofort den Sirup nach und nach darüber geben, bis alles in den Teig eingezogen ist. Achtung, es ist viel Sirup, aber die Schnitten saugen die ganze Menge auf. Man kann auch nur einen Teil des Sirups darüber geben, die Schnitten über Nacht stehen lassen und am nächsten Tag den Rest darüber gießen.
Die Schnitten abgekühlt servieren. Dazu passt auch Vanille-, Walnuss- oder Pistazieneis. Durch den hohen Zuckergehalt sind die Schnitten im Kühlschrank lange haltbar.

Freitag, 20. August 2010

Ich beiß' ins Gras! Forelle im Wiesenkräuterbett

Am Wochenende soll's ausnahmsweise nicht regnen. Eine gute Gelegenheit also, mal wieder den Rasen zu mähen und "Unkraut" in den Beeten zu zupfen. Und alles anschließend zu essen. Mit einer Forelle. Für die Forelle im Wiesenkräuterbett aus dem Tischdampfgarer durfte der Tefal VS 40o1 VitaCuisine mal wieder ran. Und bevor es jemand bemerkt: Ja, ich kann keinen Fisch filetieren. Das muss ich dringend lernen. Dementsprechend sieht dann auch das vorletzte Foto aus ...

Die Kräuterbeute aus unserem Garten: Sauerampfer, Klee, Petersilie und KerbelDer Fisch ist bereit zum Dämpfen: Gesalzen, gefüllt mit hauchdünnen Zitronenscheiben und einer Prise Za'atar - alles ganz sparsam dosiert, damit die Wildkräuter nicht erschlagen werden.
Dann bezog der Fisch sein Bett auf gemischten Kräutern auf der Garplatte. Er wurde auch gut zugedeckt.
Der Fisch garte 30 Minuten - bei fast 500 g erschien mir das angemessen, 25 Minuten wären aber auch okay gewesen.Das Ergebnis war ausgesprochen lecker! Der Käutergeschmack war sehr fein, durchzog den Fisch, würde nicht von Zitrone oder Za'atar überlagert. Für meinen Geschmack hätten es noch mehr Wildkräuter sein können, aber mehr gab der Garten gerade nicht her. Der Fisch war sehr saftig, einfach ein Genuß! Dazu gab's einen Rest Sommerpasta.
Jetzt hätte ich gerne Heinzelmännchen, die das Küchenchaos beseitigen ...

Mittwoch, 18. August 2010

Bickbeersuppe mit Schneeklößen

Manchmal ist es schon komisch mit der Erinnerung: Ich war fest davon überzeugt, dass es Bickbeersuppe mit Schneeklößen in meiner Kindheit öfter gab. Als ich Mudderns nach ihrem Rezept fragte, bestritt sie, dieses Gericht jemals zubereitet zu haben. Die Großmütter könnens auch nicht gekocht haben, ebenso wenig wie die Mütter von Freundinnen. Vielleicht verwechsle ich es mit Fliederbeersuppe, aber dafür ist die Zeit noch nicht.

So war also vor dem Kochen erst mal ein Blick ins Kochbuch für eine Grundlage angesagt - in diesem Fall in "Norddeutsche Küche. Rezepte, Bräuche und Geschichten im Jahreslauf", 2008 bei Bassermann in München erschienen.

Die Zubereitung geht blitzschnell - norddeutsches Fast Food also ;o) In Norddeutschland sind süße Fruchtsuppen übrigens Vorspeise oder Hauptgericht, kein Nachtisch. Die Suppe kann warm oder kalt gegessen werden - beim derzeitigen Wetter mag ich sie am liebsten warm.

Bickbeersupe mit Schneeklößen

Zutaten für 4 Personen:

500 g Bickbeeren (Heidelbeeren, Blaubeeren)
1/2 l Wasser
100 g Zucker
Abrieb einer unbehandelten Zitrone
1 TL Speisestärke
2 Eiweiß

Zubereitung:

Bickbeeren verlesen und waschen, dann mit Wasser, Zucker und Zitronenabrieb aufkochen. Leise köcheln lassen, bis die Beeren weich sind. Pürieren und mit der Speisestärke leicht binden.

Eiweiß zu Schnee schlagen.

Suppe auf Teller verteilen und auf jeden Teller zwei Eiweißnocken setzen.

Montag, 16. August 2010

Lamm für Mensch und Hund

Am Ackerrand steht ein Baum mit roten Früchten, die ich lange Jahre nur insofern beachtete, als dass ich versuchte, nicht auf das Fallobst zu treten. In diesem Jahr fragte ich mich erstmals, was das wohl sein mag, das da auf den Gehweg plumpst. Zuerst dachte ich an wilde Kirschen, dann voller Freude, es seien Mirabellen - aber nein, es sind doch "nur" Wildpflaumen - wobei die Grenze zu den Mirabellen fließend ist, weil die Früchte sich wohl fröhlich quer kreuzen.

Herr Kaoskoch erklomm tapfer die Leiter und erntete knapp zwei Kilo. Trotzdem biegen sich die Äste noch unter den Früchten, aber die hängen leider unzugänglich - falls jemand eine 7-Meter-Leiter hat und das Pflückgut mit mir teilt, verrate ich den Fundort ;o)

Die Hälfte der Früchte wurde nach diesem Rezept zu Lammtopf mit Wildpflaumen - optisch ist es kein Highlight, aber es schmeckt gut ;o) Ich musste allerdings reichlich Honig dazu geben, denn roh sind die Wildpflaumen zwar zuckersüß, gekocht werden sie doch sehr säuerlich.
Da wir nur Lammschulter mit Knochen bekamen, zudem beim Ablösen noch viel Fleisch am Knochen blieb, griff natürlich das Prinzip "Esst den ganzen Büffel!": Aus den Resten wurde Lammfond. Jetzt muss ich mich beim nächsten Lamm nicht darüber ärgern, dass wir Fond kaufen mussten.

Diesmal war der Kauffond mangels Auswahl von Escoffier. Ich war erstaunt, dass keine Geschmacksverstärker enthalten sind, auch keine getarnten. Trotzdem: Fonds sind unterm Strich so schnell selbst hergestellt, dass ich es eigentlich nicht einsehe, sie teuer zu kaufen, zumal die selbstgemachten meistens auch wesentlich geschmacksintensiver sind. Der von Escoffier war dann im Vergleich zum Selbstgemachten ziemlich laff. Schade, dass ich den Kauffond nicht zum Vergleich im Foto festhielt - der war blass, fast durchsichtig.

Den Knochen schließlich bekam das kleine braune Hundevieh, das sich glücklich verzog und den Rest des Abends nicht mehr gestört werden wollte.

Donnerstag, 12. August 2010

4. Hamburg kocht!-Treffen: Kurzes Update

Beim Blick aus dem Fenster auf den Acker ist gefühlt schon November, aber so bummelig drei Monate sind es trotzdem noch bis zum 4. Hk!-Treffen am 27. November. Hier ein schnelles Update zu Teilnehmern und so.

Bislang dabei sind:

1. Steph
2. Sabine
3. Martin
4. Orsi
5. Ulrike
6. Sivie
7. Mocat
8. fitus123
9. Schwaben-Spatz
10. terschies
11. Steinkäuzchen
12. Steinkäuzchens Liebster

Vermutlich schauen mittags auch kurz zwei Foodie-Freunde von mir von Weitweitweg kurz vorbei, es gibt also zwei Überraschungsgäste ;o) Fünf Personen konnten sich außerdem noch nicht entscheiden.

Und nun nochmal alle Informationen im Schnelldurchlauf ;o)

Datum: 27.11.2010
Ort: Eventküche Loft in Hamburg Winterhude
Zeit: 13:00 - 23:00 Uhr
Kosten: 50 € pro Person
Teilnehmer: ca. 20

Ich werde am Wochenende die Mails wegen des Teilnehmerbeitrags versenden, zumindest an die, die noch nicht überweisen haben - einige habe es ja unmittelbar nach dem letzten Treffen gemacht. Und wie Ihr seht, gibt es auch noch ein paar freie Plätze. Ihr könnt also noch Hobbyköche mitschnacken ;o)

Mittwoch, 11. August 2010

Szenen einer Ehe

"Duhu, Schahatz, was ist mit den Eiswürfeln passiert?!" fragt der Gatte irritiert, hält mir einen Silikonblock unter die Nase und setzt leicht angeekelt hinzu: "Die sehn so komisch aus!"

Recht hat er.

Für Eiswürfel sieht das wirklich komisch aus.

Für Hühnerfond sieht das aber völlig normal aus.

Die letzten 400 ml hatte ich in die Silikonform gegossen. 4 x 100 ml sind die optimale Menge, um irgendwas zu verfeinern. Dusseligerweise passt an die Silikonform kein Schild, und ich vergaß, dem Gatten Bescheid zu sagen, dass kurzfristig kein Wasser in der Form ist.

Zum Glück landete kein Eiswürfel in seinem Glas.

Obwohl: Cola-Light mit Zitrone und Hühnerfond ist vielleicht eine Marktlücke.

Auf jeden Fall wäre es ein Geschmackserlebnis gewesen.