Montag, 18. Januar 2010

Nachgekocht: Grünkohlpastete mit Kürbis

Die Rezeptauswahl für die Kochtreffen fiel uns bislang nicht schwer - kein Wunder, wir starten ja auch erst zum zweiten Treffen ;o) Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass da noch Plätze frei sind?! Für das zweite Treffen kochte ich aber dennoch einiges zur Probe. Neben der Pannen-Panna war's unter anderem die Grünkohl-Pastete mit Kürbis von den Datenhamstern.
Ich tu' mich mit Grünkohl ja bannig schwer. Eigentlich mag ich ihn. Im Prinzip. Uneigentlich habe ich ein schweres Grünkohl- und Spargel-Trauma. Nein, kein Grünkohl-mit-Spargel-Trauma. Meine Mutter kochte sehr selten für Vadderns und mich, denn Vadderns hatte in den Siebzigern in der Praxis so eine Art Konvektomaten, in den Alumenüschalen für ihn, Mudderns und alle Mitarbeiter kamen. Und weil er das Teil so toll, Mudderns es so praktisch fand, wurde auch eines für Zuhause angeschafft. An anderen Tagen aßen wir bei Kunden, denen Restaurants gehörten. War das Geld knapp, gab's Eier in Senfsauce (*schüttel*), Kohlrabi- oder Gurkengemüse. Meine Kindheit war also von Restaurantessen und TK-Alumenüschalen geprägt. Das hat Vorteile: Ich bin essensmäßig vor kaum was fies.

Außer vor Grünkohl.

Und Spargel.

Denn zwei Mal im Jahr kochte Mudderns exzessiv selbst und frisch: Im Frühjahr und nach dem ersten Frost. Nun gibt es ja zahlreiche Varianten für Grünkohl und Spargel. Theoretisch. Praktisch kamen bei uns nur zwei auf den Tisch: Spargel immer mit neuen Kartoffeln, Katenschinken und gebräunter Butter. Und Grünkohl immer mit Mettwurst, Pinkel, Kassler und Kartoffeln. Da Mudderns außerdem uns allen aus gesundheitlichen Gründen salzlose Küche verordnete und andere Kräuter unbenutzt im Schrank standen, kamen Spargel und Grünkohl wie auch alles andere mit Aromat- oder Fondorstreuer und Maggiflasche auf den Tisch. Fielen Restaurantbesuche in die Zeit, bestellte sich Vadderns je nach Jahreszeit ausschließlich Spargel oder Grünkohl. Ich durfte aber zum Glück was anderes bestellen.

Es dauerte zwei Jahrzehnte, bis ich Spargel und Grünkohl wieder gerne aß, und inzwischen freue ich mich sogar auf die jeweilige Saison. Das freut den Gatten. Der liebt nämlich beides. Und will am liebsten Spargel immer mit neuen Kartoffeln, Katenschinken und gebräunter Butter. Und Grünkohl immer mit Mettenden, Pinkel, Kassler und Kartoffeln ...

Dementsprechend gab's bei der Ankündung der Grünkohlpastete mit Kürbis auch ein langes Gesicht bei meinem Mitesser. Und die Frage: "Kannst Du statt Grünkohl nicht Spinat nehmen? Und statt Kürbis hartgekochte Eier?" Nein. Sonst würde ich gleich Spinat-Eier-Pastete machen.Die Grünkohl-Kürbis-Pastete schmeckte uns beiden ausnehmend gut. Höchstes Lob vom Gatten: "Kannste ins Programm aufnehmen."

Die Reste gab's am nächsten Tag mit Röstkartoffeln und Tomaten-Zwiebel-Salat.

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