Samstag, 5. Februar 2011

Lecker Swienkroom: Gebackene Bananen mit Rum und Hamburger Braune Kuchen

Bananen bleiben bei uns oft übrig, da wir sie beide nicht mehr mögen, wenn sie erstmal braune Stellen haben. Ist natürlich kompletter Blödsinn, die Bananen sind dann ja nicht schlecht, sondern reif, aber ich kann sie dann einfach nicht mehr essen. Das Aroma ist mir zu intensiv, und beim Kauen vermehren sie sich im Mund. Als sparsame Hausfrau werfe ich die Bananen natürlich nicht weg, sondern verstecke sie im Essen – in einer Bananen-Hühner-Curry-Suppe zum Beispiel.

Nur Suppen sind aber auch langweilig, also kamen mir „Baked Bananas with Rum“ aus dem Buch „What to Eat Now Autum & Winter“ von Valentine Warner gerade recht als Inspiration. Im Originalrezept werden die gebackenen Bananen mit gingerbread loaf, also mit holländischem Frühstückskuchen, kombiniert, aber da ich noch Hamburger Braune Kuchen hatte, nahm ich die – das Rezept ist also auch eine nachweihnachtliche Resteverwertung.

Für Nicht-Norddeutsche: Hamburger Braune Kuchen sind flache, rechteckige Kekse, die mit Zuckerrübensirup und Lebkuchengewürzen kross gebacken werden. Erfunden hat sie angeblich 1782 der Altonaer Bäcker Kemm, weswegen sie auch Kemm’sche Kuchen heißen. Ich vertrete allerdings die These, dass Kemm ein ursprünglich dänisches Rezept aufgriff, nämlich Brune Kager – zur Kemm’schen Zeit war Altona ja noch die zweitgrößte dänische Stadt. 1992 wurde der Name Kemm’sche Kuchen samt dazugehörigem Rezept verkauft. Sie schmecken inzwischen leider nicht mehr so gut wie früher, und nach nur einem Keks bekommen wir beide Sodbrennen. Keine Ahnung, woran es liegt – die Zutatenliste liest sich bis auf unspezifizierte Aromen sauber.

Jedenfalls kaufe ich inzwischen Hamburger Braune Kuchen beim einzig wahren Hamburger Keksbäcker. Da schmecken sie einfach unvergleichlich gut – und kein Sod brennt, auch nicht nach mehr als einem. Der Bäcker hat auch einen Online-Shop, also gibt es keine Ausrede, die Kekse nicht zu probieren ;o)

Ein ordentlicher Hamburger isst die Braunen Kuchen übrigens auf gebuttertem Schwarzbrot oder Rundstück. Ich mag sie auch mit Salami, Schinken oder Leberwurst. Oder jetzt zu diesen gebackenen Bananen.  

Gebackene Bananen mit Rum und Hamburger Braune Kuchen

Zutaten für 2 Portionen:
3 Bananen, vollreif
20 g Butter
2 gehäufte Teelöffel Rohrzucker (noch besser Muscovado, also unraffinierter Zucker aus Zuckerrohr, aber der war gerade nicht zur Hand)
Muskatnuss, frisch gerieben
100 ml brauner Rum
½ Zitrone, Saft davon
100 – 150 g Hamburger Braune Kuchen
1 Teelöffel flüssiger Honig

Zubereitung:

Die Bananen pellen, halbieren oder vierteln und in eine Auflaufform legen. Butter in Würfelchen schneiden und über den Bananen verteilen. Zucker und geriebene Muskatnuss ebenfalls verteilen, dann den Rum und den Zitronensaft dazu geben. Auflaufform für 15 Minuten bei 200 Grad Umluft in den Ofen geben.
Nach 15 Minuten die Form aus dem Ofen nehmen. Die Masse sollte jetzt schon ziemlich blubbern und klebrig sein. Die Braunen Kuchen zerbröseln und auf die Masse geben. Den Honig darüber träufeln und die Form für weitere 10 Minuten in den Ofen geben. Dann mal schauen, ob die Braune-Kuchen-Kruste zu braun wird – ggf. mit Alufolie abdecken und weitere 10 Minuten im Ofen lassen.
Wer meint, der lecker Swienkroom sei noch zu kalorienarm, serviert das Ganze mit Sahne, Double Cream (so wird’s im Original gemacht), Vanillesauce oder Eis.

Bananen lassen sich übrigens prima einfrieren, und Braune Kuchen halten sich auch 'ne Weile. So sind die wesentlichen Zutaten also zu jeder Jahreszeit im Haus. 

Kommentare:

  1. Das klingt sehr gut und Rezepte für zu reife Bananen kann man immer gebrauchen. Ich habe da auch noch ein Rezept zu verbloggen. Werde mich mal dran machen.

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  2. Oh, da freue ich mich, Sivie! Ich habe noch ein Eis nach Jamie Oliver auf der Liste, das ohne Eismaschine funktioniert, fettfrei und lecker ist.

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  3. Nette Idee. Ich mag ohnehin die Bananen nur wenn sie reif sind.

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