Montag, 11. April 2011

Nichts für schwache Mägen: Der Mensa-Report Tag 5

Boah, wat bin ich neidisch auf Anikós Luxus-Mensa! Nun muss man aber wissen, dass unsere Hochschule in einem ziemlich maroden Gebäude untergebracht ist, das 1967 fertiggestellt und wohl nur selten renoviert wurde. Zudem gibt es mehr Studenten, mehr Personal als ursprünglich für das Gebäude vorgesehen. Das Haus platzt aus allen Nähten. Die Hochschule, für die das Gebäude ursprünglich gebaut war, ist schon längst in einen Neubau gezogen, und auch wir sitzen dort nur in Wartestellung, bis unser Neubau fertig ist. Dementsprechend wurde in der Küche lange Zeit nichts modernisiert und wird es sicher bis zum Umzug, wann auch immer der sein mag, auch nicht mehr. Personal- und Geldmangel komplettieren dann die schwierigen Bedingungen, unter denen in unserer Mensa gekocht wird.

Am letzten Tag meiner Mensa-Woche hattet Ihr mir ja das Nudel-Gulasch ausgesucht. Hier ist es:
Es schmeckte wie Zuhause, wenn wir Nudeln übrig haben, keine Lust zu kochen, der Gatte einmal durch's Dosenregal und Gemüsefach geht und verkocht, was ihm unterkommt. Ich fand's lecker, auch wenn mir Pecorino oder was anderes Käsiges fehlte. 

Meine erste Wahl wäre die Hirtenrolle nach griechischer Art gefüllt mit Tzaziki, Krautsalat und Kräuterreis gewesen - ist 'ne sichere Wahl, hatte ich schon mal, kann man essen.
Weniger zufrieden war die Kollegin, die das natur gebratene Seelachsfilet mit Dillsauce, Romanescoröschen natur und Vollkornreis hatte - ich hätte ihn wegen des Romanescos nicht bestellt. Ist nicht mein Gemüse.
Am Ende einer Mensa-Woche geht's mir wie Anikó: Ich bin froh, nicht mehr jeden Tag in der Mensa essen zu müssen. Das liegt aber vor allem daran, dass ich, wie schon am ersten Tag geschrieben, normalerweise abends warm esse. Zwei Mal pro Tag eine warme Mahlzeit ist mir schlichtweg zu viel. Ich muss mal schauen, wie ich meinen Vollzeit-Arbeitstag essensmäßig organisiere. Es wird wohl auf Joghurt mit Früchten, Salate oder Brote hinaus laufen. Wenn ich mich meines Tagesablauf besser organisiert bekommen habe, beschäftige ich mich auch mal intensiver mit Bento.

Zum Abschluss einer Fremdessen-Woche und zum Einstieg in ein perfektes kochbeklopptes Wochenende gab's abends im Alten Rathaus in Bad Honnef Trab-Trab: Rheinischer Sauerbraten vom Päd mit Klöß und Appelmus - wobei mir erst jetzt aufgeht, dass das Apfelmus vergessen wurde. Kann also gar nicht geschmeckt haben. Schmeckte auch ohne.
Am nächsten Tag ging's um halb zehn in die Küche. Um halb eins und nach gefühlten tausend Gängen waren wir wieder draußen. Nach drei Stunden Schlaf ging's in den Zug nach Hamburg. Von zwei bis halb sieben stand ich in der nächsten Küche. Und nach dem Kochstreß habe ich jetzt Blogstau. Mal schauen, wann ich die Tage bloggen kann ...

Das Mensa-Projekt im Überblick:Tag 1 aus Hamburg
Tag 1 aus Kassel
Tag 2 aus Hamburg
Tag 2 in Kassel
Tag 3 aus Hamburg
Tag 3 aus Kassel
Tag 4 aus Hamburg
Tag 4 aus Kassel
Tag 5 aus Kassel
Tag 5 aus Hamburg

Kommentare:

  1. Nicht mal Käse gibt es bei Euch? Den gibt es dann immer in größeren Containern zum selbstnehmen.
    Der Salat bei der Hirtenrolle sah gut aus :-)

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  2. Doch, Käse gibt es schon, wenn er vorgesehen ist - dann gibt ihn die Essensausgabe aufs Gericht ;o)

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