Freitag, 14. Oktober 2011

Herbstlicher Emmer-Salat mit Kürbis und Kran-Bären

Mudderns kommt so’n utländisches Zeugs wie Cranberries nicht ins Haus. Aber Kran-Bären liebt sie. Eigentlich kann Mudderns nur kein Englisch und spricht die roten Beeren deswegen so aus. Vorm Tippen dieser Zeilen stellte ich dann aber fest, dass Mudderns Recht hat: Eine deutsche Übersetzung ist tatsächlich Kranbeeren. Okay, wir lernen: Mütter haben meistens Recht. Nur nicht bei der Wassermelonenschale.

Emmer ist in Norddeutschland leider kaum bekannt, was sehr schade ist, denn das Getreide hat einen angenehm nussigen Geschmack und sättigt rasch. In der Toskana, in einigen Teilen Österreichs und Bayerns ist Emmer noch recht bekannt. Auf Italienisch heißt das Getreide Farro perlato, weswegen es oft mit Dinkel verwechselt wird. Emmer und Dinkel sind aber zwei unterschiedliche Getreide.

Ich bekam Emmer einmal von Fritz geschickt, dann brachte ich ihn aus Südtirol mit, denn in Hamburg war er nicht aufzutreiben. Ihn im Internet zu bestellen, ist eine Möglichkeit, aber sturr wie ich bin, würde ich den Emmer gerne hier kaufen … Jetzt ist der Biohof Timmermann so nett, mir welchen zu bestellen – vorausgesetzt, ich nehme insgesamt 3 kg ab. Falls also jemand Geschmack an diesem Getreide findet und mir beim Verzehr helfen möchte: Bitte melden, dann können wir gemeinsam bestellen.

Herbstlicher Emmer-Salat mit Kürbis und Kranbeeren

Zutaten für 4 bis 6 Portionen:

500 g Muskatkürbis (geschält und geputzt gewogen)
Knoblauchflocken
Kurkuma
Paprika (edelsüß)
Kreuzkümmel, gemahlen
Kardamom, gemahlen
Vanillesalz
½ TL Honig
200 g Emmer
400 ml Gemüsebrühe
50 g Feldalat
1 kleiner Apfel (von den säuerlichen aus Mudderns Garten, aber Du wirst auch bei Dir sicher was Passendes finden)
Zitronensaft
30 g Kranbeeren, getrocknet
200 g Schafskäse
5 EL Olivenöl
3 EL Essig
1 EL Apfel-Thymian-Marmelade

Zubereitung:

Den Kürbis würfeln. 2 EL Olivenöl, 1 EL Essig, Honig, Vanillesalz, Knoblauchflocken, Kurkuma, Paprika, Kreuzkümmel und Kardamom zu einer Sauce verrühren und den Kürbis darin schwenken. Alles auf ein Backblech geben und ca. 30 Minuten bei 200 Grad (Umluft) garen.

Emmer in (gesalzener) Gemüsebrühe bissfest garen – dauert ca. 20 Minuten. Abkühlen lassen.

Feldsalat putzen, waschen und trockenschleudern. Apfel schälen, Kerngehäuse entfernen und den Apfel achteln. Mit etwas Zitronensaft beträufeln, damit er nicht braun wird.

Schafskäse würfeln.

Emmer, Feldsalat, Apfelstücke, Kranbeeren, Schafskäse und Kürbiswürfel miteinander vermengen.

Aus dem restlichen Olivenöl, Essig und der Apfel-Thymian-Marmelade ein Dressing machen, über den Salat geben, durchmischen und bis zum Servieren ziehen lassen.

Dazu schmeckt ein rustikales Brot mit Butter und Fleur de sel.

Dieser Salat ist mein Beitrag zum Herbst-Event beim Gemüseregal.

Herbst vegetarisch

Mittwoch, 12. Oktober 2011

8. Hamburg kocht!-Treffen am 4. Februar 2012: Persische Leckereien - Genüsse aus 1001 Nacht

Hamburger Deerns sind fix, und so legten wir beim Dampfgar-Treffen schon mal den Termin für das nächste Treffen fest. Hier die üblichen wwwww's:

Was? Persische Leckereien, Genüsse aus 1001 Nacht. Heidi nimmt uns unter ihre Fittiche und verwöhnt uns. Was genau sie mit / für uns kochen wird, verrät sie uns noch - bis zum Treffen ist ja nochen büschen Zeit. Lecker wird es, da bin ich mir ganz sicher. Hier gibt es vorab ein paar wiki-Infos über die persische Küche.

Wann? Am 4. Februar ab 13 Uhr, und wie üblich, bis wir vor die Tür gekehrt werden oder von selbst gehen.

Wo? Bei Heidi. Die genaue Adresse bekommen die Teilnehmerinnen kurz vorher.

Wie? Wenn Du mitkochen möchtest, melde Dich bitte hier im Blog an und hinterlasse Deine eMail-Adresse. Da wir Kosten verauslagen müssen, sammeln wir vor dem Treffen einen Betrag von 25 Euro / Person ein. Davon werden die Lebensmittel, Wasser und Saft gekauft. Will eine was anderes trinken, bringt sie es sich selber mit. Mit der Anmeldung hier im Blog erhältst Du eine eMail mit den Zahlungsinformationen. Bitte beachte Folgendes: Mit der Zahlung der TN-Kosten ist Deine Anmeldung verbindlich. Selbstverständlich kannst Du im späteren Falle der Verhinderung eine Ersatzperson schicken. Solltest Du erst nach erfolgtem Einkauf absagen, so werden Dir anteilige Lebensmittelkosten berechnet. Wir versuchen, nicht mehr als 25 Euro / Person auszugeben. Kommt es doch mal vor, sammeln wir den Restbetrag beim Treffen ein. Bleibt etwas über, zahlen wir das natürlich aus. Wir verdienen nichts an den Treffen und versprechen, uns nicht mit den gesammelten Geld in die Karibik abzusetzen.

Wer? Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt. Und wie es so ist, hat die Prominenz aus Funk und Fernsehen sich schon wieder mal die besten Plätze gesichert. Wenn Du noch mitmachen möchtest, musst Du also flink sein. Dabei sind bislang:
  1. Gundi (?)
  2. Sabine
  3. Ulrike
  4. Sivie
  5. ORsi
  6. Barbara
  7. Anikó
  8. Mocat
  9. Bushcook
  10. Heidi
  11. Jutta
  12. Sarah
Update vom 24.10.11: Wir sind ausgebucht. Ab jetzt geht's nur noch über die Warteliste.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Szenen einer Ehe: Ice Age

Sie: Duhu Schahaatz, sachma büdde: Die Moltebeeren, wiegen die gefroren genauso viel wie aufgetaut?

Er, mit langsam schneller werdender Atmung: Das ist jetzt nicht Dein Ernst, oder?

Sie: Dooochoooch, sonst fragte ich ja nicht. Also, die fühlen sich jetzt gefroren viel schwerer an als damals ungefroren. Kommt bestimmt durch das viele gefrorene Wasser in den Beeren. Das macht die so schwer. Kann ich die denn jetzt gefroren wiegen, um zu wissen, wie viel das in Echt is?

Er, leicht röchelnd: Was hattest Du eigentlich damals in Physik?

Sie: 'Ne fünf. Wieso willst Du das jetzt wissen? Und gehören Moltebeeren nicht eher zu Bio? Und was ist jetzt, muss ich die aufgetaut wiegen oder nicht, wenn ich wissen will, wie viel Zucker und Essig ich für das Chutney brauche?

Er, schnappatmend: Also, 500 Gramm Erbsen wiegen tiefgekühlt genau so viel wie aufgetaut. Und ein Kilo Blei wiegt genauso viel wie ein Kilo Federn. Das hat was mit dem Volumen zu tun.

Sie: Was soll ich mit Erbsen, Federn und Blei? Erbsen hatten wir doch gerade erst. Und mit Federn und Blei koche ich nicht. Ich spreche von Moltebeeren. Das sind auch keine 500 g mehr. Die Packung ist schon angebrochen, deswegen muss ich sie ja wiegen. Und wieso Volumen? Ich brauch' das Gewicht. Kannst Du nicht einfach mal meine Frage beantworten? Und da heißt es immer, ich schweife ab. Ich wieg' die Beeren jetzt einfach vor dem Auftauen und dann noch mal danach. Wieso röchelst Du denn? Schahaatz? Schaaahaaatz?

Sonntag, 9. Oktober 2011

7. Hamburg kocht!-Treffen am 08.10.11: Kronshagen unter Volldampf

Artischocken vor Tischdampfgarer.
Vier Hamburgerinnen, eine Geesthachterin, eine Kasselerin und eine Kronshagenerin machten sich nach Kronshagen auf, um Frau Küchenlateins Domizil zu entern. Ihre Männer ergriffen rechtzeitig die Flucht - fast. Ihr Gatte versuchte noch tapfer, eine gute Stunde lang die Stellung zu verteidigen, ehe er hektisch ins Auto sprang. Er tat gut daran, denn das Treffen war wieder total langweilig und freudlos. Zu Küchen-Fachgesprächen über Männer in orangenen Frottierschlüppern und Tigertangas, Staubsaugerexperimenten, Lack, Leder, Latex, geopferten Brüsten und homosexuellen Horden am Maschener See hätte er sicher nichts beitragen können.

Ein Tischdampfgarer geht auf Reisen.
Ähm, halt, worüber wir sprachen soll ich hier ja  nicht schreiben, weil ja eine von uns einem seriösen Forum versucht glauben zu machen, sie wäre in einem Dampfgar-Kochkurs und bekäme was über's gesunde Kochen beigebracht. Also, vergiss, was Du gerade gelesen hast. Wir beschäftigten uns einen Nachmittag lang ganz seriös und hoch wissenschaftlich (schließlich haben wir mindestens eine Doktorandin unter uns) mit dem Einsatz verschiedener Dampfgarmöglichkeiten. Dabei waren wir wie üblich ganz ernst, gingen planvoll vor, hatten keinen Spaß und lachten nicht. Kochen ist schließlich eine ernste Sache, klar?!

Muss auch mal gesagt werden.
Diesmal versuchten wir uns also am Dampfgaren mit verschiedenen Methoden. Zum Einsatz kamen ein Tischdampfgarer (TDG), ein Backofen mit Dampf (Frau Küchenlatein kann bestimmt sagen, wie das Teil richtig heißt), ein Dampfgarer und ein zweistöckiger Bambuskorb. Ich hatte sicherheitshalber noch Dampfgarbeutel für die Mikrowelle dabei, die ich seit Jahren im Dampfgarerfach des Küchenschranks von links nach rechts und zurück räume, aber die wollte niemand ausprobieren.

Ich beharrte starrsinnig auf den Einsatz eines TDGs, weil die Geräte unterschätzt werden und meist nach ersten begeisterten Versuchen mit Kartoffeln und Möhren in irgendeiner Ecke vestauben, weil viele nicht wissen, dass man damit noch viel mehr machen kann. Seitdem ich meinen TDG habe, habe ich mich sozusagen zur Missionarin des TDG-Kochens aufgeschwungen, und da mussten dann gestern alle gnadenlos durch - auch die Flüssigtapete, von der Frau Küchenlatein zeitwillig fürchte, sie würde von der Wand fließen.

Platz ist im kleinsten Garraum: Artischocken und
Rote Bete im TDG brauchen beide knapp 40 Minuten.
Wir setzten den TDG also fleißig ein: Zum Auftauen von Wan Tan-Blättern, die wir vergaßen, rechtzeitig aus dem Tiefkühler zu nehmen, weil richtiges Dim Sum nur gemacht werden kann, wenn die Wan Tan-Blätter auf den Punkt genau zum Füllen aufgetaut werden, weiß man doch; zum Garen von Artischocken und Rote Bete sowie von Perlhuhnbrüstchen im Ackerpille-Mantel mit Marzipanpflaumen. Einzig für Crème caramel taugt der TDG nicht. Die Crème braucht kontinuierliche 80 Grad, der TDG hat aber kontinuierliche 95 Grad bis 97 Grad. Das ging uns zu spät auf ... Die Crème war also ein optisches Desaster genau so, wie sie sein musste.

Nur Menschen, die kochen können, brauchen die Rezepte
in der Küche. Alle anderen lagern sie in den Flur aus,
wenn in der Küche kein Platz mehr ist.
Wie üblich wurde das Menü kurzfristig umgeworfen. Dank Ulrikes Akribie hatten wir diesmal zwar alle Zutaten, aber bei mir fanden sich noch zwei Artischochen und zwei Mangos, die in der letzten Woche nicht gegessen wurden und jetzt weg mussten, und als ich fragte, ob wir die auch verarbeiten könnten, fiel Heidi ein, dass sie ja auch noch eine Mango hätte ... An Gundi ging das vorbei, sonst hätte sie ihre Mangos auch noch mitgebracht. Dafür hat Ulrike jetzt gefrorene Himbeeren, die eigentlich geplant waren.

Für mich gab's außerdem ein Erfolgserlebnis: Ich kann Orangen filetieren, die anderen nicht. Cool. Vielleicht klappt das doch noch mal mit mir und dem Kochen.

Und das gab's zu essen:

Gruß aus der Küche: Baguette aus dem Backofen mit Dampf mit Dips aus Kartoffel, Linse und Aubergine

Rote Bete-Orangen-Salat und Artischocken aus dem Tischdampfgarer sowie Wan Tan Dim Sum aus dem Bambus-Dampfkorb
Rote Bete-Orangen-Salat und Wan Tan Dim Sum.

Artischocken. Man beachte die süß-saure Sauce links unten im Bild: Die ist selbstgemacht.

Die Wan Tan werden gefüllt.
 Perlhuhnbrust im Ackerpille-Mantel mit Marzipanpflaumen aus dem Tischdampfgarer und Baouzi mit herzhafter Füllung aus dem Dampfgarer
Die Perlhuhnbrüstchen werden zusammengebaut.
Für das Hauptgericht wurde der komplette TDG genutzt und der Garraum um die Garplatte erweitert.
Links sind Kohlblätter mit Hack (Resteverwertung), rechts sind die Perlhuhnbrüstchen im Ackerpille-Mantel.

Perlhuhnbrust im Ackerpille-Mantel mit Marzipanpflaumen und Baouzi mit herzhafter Füllung.

Spontane Resteverwertung: Die übrigen Kohlblätter mit den Resten der Baouzi-Füllung.
Crème caramel mit Grand Marnier aus dem Tischdampfgarer
Da sah's noch gut aus: Die Crème caramel-Förmchen sind im großen Garraum des TDG.
Da dämmerte uns: Irgendwas ging schief ... Frau Küchenlatein kam schließlich drauf: Im TDG ist die Temperatur schlichtweg zu hoch für Crème caramel.
Nein, das ist kein Milchreis. Das ist missglückte Crème caramel aus dem TDG.
Man beachte die perfekten drei Deko-Himbeeren ;o)
Pudding auf Himbeerspiegel. Und sag' nicht, Du siehst ihn nicht, den Himbeerspiegel ;o)
Hier gibt es die fast vollständigen Rezepte.

Ulrikes Bericht

ORsis Bericht

Sivies Bericht

Das nächste Treffen ist bereits geplant: Im Februar kochen wir persische Leckereien. Mehr Details gibt es demnächst hier.

Samstag, 8. Oktober 2011

Duett vom Thunfisch: Lauwarmes Sashimi und Sesam-Schwarzkümmel-Würfel

Lauwarmes Sashimi und Sesam-Schwarzkümmel-Würfel
vom Thunfisch.
Seitdem ich Sushi für mich entdeckte, mag ich Thunfisch besonders gerne. Über Jahrzehnte kannte ich nur Dosenthunfisch. Dass die Tiere nicht rund eingedost im Meer schwimmen, war eine wirkliche Entdeckung für mich. Als ich irgendwann mal las, wie groß so ein Thunfisch werden kann, fragte ich mich, wie man so einen großen Fisch in so eine kleine Dose bekommt - der Rote Thun oder Blauflossen-Thunfisch schafft immerhin bis zu 4,50 Metern und 600 kg. Das ist mal 'ne Hausnummer.

Da Thunfisch überfischt ist, steht er selten auf meinem Speiseplan. Als ich beim Fischhändler auf dem Markt ein Prachtfilet sah, wurde ich aber schwach und erstand 500 g für meinen ersten Versuch, Thunfisch ohne Dose zuzubereiten.

Diesem Filet konnte ich nicht widerstehen.
Aus einer Hälfte schnitt ich rechteckige Stücke für lauwarmes Sashimi, das Steffen Henssler mal als "schnelle Nummer" in der Sendung Topfgeldjäger zeigte. Eine Seite wird jeweils in frisch gemahlenes Salz (in meinem Fall blaues, persisches Salz) und frisch gemahlenen Pfeffer gestippt ...
... und in der Pfanne angebraten.
Anschließend in möglichst dünne Scheiben schneiden.

Aus der anderen Hälfte schnitt ich Würfel, die ich in Sesam und Schwarzkümmel wendete und von jeder Seite kurz anbriet. 

Ergebnis war ein schnelles, edles Abendessen, aus dem man auch eine Vorspeise oder einen Zwischengang im Rahmen eines Menüs machen kann. Das Thunfisch-Duett ist mein Oktober-Beitrag für die Cucina Rapida von Man kann's essen.

Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Malfuf aus dem Tischdampfgarer

Malfuf, arabische Kohlrouladen aus dem Tischdampfgarer.
Kohlrouladen gehören zu den Gerichten, um die ich lange einen Bogen machte. Oft wird der Kohl bis zur Unkenntlichkeit verkocht oder schlimmer noch, kommen die Kohlrouladen aus der Dose. Mutter und Schwiegermutter setzen beim Kochen von Kohlrouladen immer Leidensmienen auf und betonen, das ganze Haus stinke nun tagelang nach Kohl.

Gleichzeitig mögen wir die Kombination Kohl und Hack, gibt es im Herbst und Winter öfter Kohl-Hack-Pfannen aus der Lamäng, denn uns stört der Kohlgeruch nicht (und da wir, anders die Mütter, lüften und nicht auf Duftkerzen setzen, werden ihn auch schnell wieder los).

Aber Kohlrouladen machten wir dennoch nicht selbst, bis ich in irgendeinem orientalischen Kochbuch ein Rezept für Malfuf, arabische Kohlrouladen, die klassischerweise mit Reis und Hack gefüllt werden, entdeckte. Gleichzeitig entdeckten wir im Supermarkt Jaroma, einen platten Weißkohl, der leicht nussig schmeckt, kaum nach Kohl riecht und angeblich eine Kohlsorte aus dem 16. Jahrhundert sein soll. Im Winter, wenn es auch bei uns reichlich heimische Kohlsorten gibt, kommt der Jaroma aus Spanien. Jaroma kommt uns also nur selten in den Einkaufskorb. Die Rouladen schmecken mit anderem Weißkohl auch gut.

Malfuf aus dem Tischdampfgarer

Zutaten für 4 Portionen

8 große Jaroma-Blätter (oder Blätter von einem anderen Weißkohl)
2 Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
1 Bund glatte Petersilie
500 g Rinderhack
3 EL Olivenöl
1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
Salz
1 Zitrone, den Saft davon
100 g Schmand oder türkischer Joghurt
5 EL Tomatenmark
TL Harissa
1 TL Speisestärke

Zubereitung:

Vorweg: Ich habe den Tischdampfgarer Tefal VitaCuisine. Bei anderen Modellen kann die Zubereitung abweichen.

Kohlkopf waschen, putzen und den Strunk entfernen. 8 große Blätter ablösen und etwa 10 Minuten dämpfen, so dass sie weich und flexibel genug sind zum Weiterverarbeiten. Abschrecken und abtropfen lassen.

Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken. Petersilie waschen, trocken schütteln und ohne die groben Stiele fein hacken. Alles mit Hack, Olivenöl und Cumin in eine Schüssel geben und gut miteinander vermischen.

Von den Kohlblättern die Mittelrippe flach schneiden. Auf jedes Blatt am Blattende (Stielansatz) etwa 2 EL Hackmasse geben, bis die Masse aufgebraucht ist. Dann die Blattseiten zur Mitte hin über die Füllung einschlagen und das Blatt von unten her fest aufrollen. Evtl. mit Küchengarn oder Zahnstocher fixieren. Die Kohlrouladen in den großen Garraum legen und ca. 30 Minuten dämpfen, dann warm halten.

Flüssigkeit aus der Auffangschale in einen Topf gießen und evtl. mit Wasser auffüllen, so dass es insgesamt 250 ml Flüssigkeit sind. Zitronensaft, Schmand (türkischen Joghurt), Tomatenmark und Harissa einrühren und kurz aufkochen lassen. Speisestärke mit etwas Wasser glatt rühren und in die Sauce einrühren. Unter Rühren die Sauce noch mal kurz aufkochen lassen. Rouladen und Sauce zusammen servieren.

Dazu passt Reis, der klasssicherweise in die Hackmasse kommt. Wir mögen ihn aber lieber als Beilage. Auch Kartoffeln oder Fladenbrot passen.

Verteilt man die Hackmasse auf 16 oder mehr Kohlblätter, kann man die Kohlrouladen auch als Fingerfood servieren.

Es lohnt sich, gleich mehr Kohlrouladen zu machen und den Rest portionsweise einzufrieren. Sie lassen sich schnell in der Mikrowelle aufwärmen.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Kuchen, verflucht: Apfeltarte mit Zimt und Kardamom

Der Kuchen ist perfekt durchgegart, klar?!
Wenn Du öfter hier vorbeischaust, hast Du es sicher schon gemerkt: Oft kokettiere ich nur damit, dass ich weder kochen noch backen kann.

Gelegentlich finde ich sogar in aller Bescheidenheit, dass mir das eine oder andere Gericht ganz gut gelingt. Gelegentlich finden das sogar andere. Volker zum Beispiel, der mir seit März monatlich das Kochen beibringt und im Juni nur noch kurz auf meinen Posten guckte, murmelte: "Was gucke ich eigentlich bei Dir?! Dich kann ich doch laufen lassen", was mir neidische Blicke der anderen Kursteilnehmer einbrachte.

Oder der Profi-Koch, der anfragte, ob ich für ihn Platz in meiner Küche hätte. Auf meine eloquente Gegenfrage "Hä???" stellte sich heraus, er dachte, ich hätte ein Restaurant. Ich wuchs um ein paar Zentimeter, bis mich Volker wieder auf den Boden zurückholte, indem er sich vor Lachen am Herd festhalten musste, als ich ihm die Geschichte erzählte.

Und dann passiert so was wie das hier. Ich mache ein einfaches Rezepte, das seit Jahren zu meinem Standard-Repertoire gehört, das ich sogar fast auswendig kann. Tja, und dann, plötzlich, will es nicht mehr so, wie ich will. Und ich weiß nicht, warum.

Diese Tarte sah immer so aus, wie auf dem Foto im Kochbuch "Kochen mit Kräutern und Gewürzen". Na ja, fast. Im Originalrezept werden Backpflaumen statt Rosinen verwendet. Ich habe die Tarte vor drei Jahren zuletzt gebacken. Damals dachte ich, ich müsste auf Silikonbackformen umstellen. Ich hätte auf meine Mutter hören sollen. Als ich ihr vom Kauf der ersten Silikonform berichtete, meinte sie: "Kind, liest Du keine Zeitung? Silikon kommt mir nicht ins Essen! Die Silikonimplantate müssen aus den Brüsten 'raus, weil sie lebensgefährlich sind, und wir sollen jetzt mit dem Zeug kochen? Nicht mit mir!" Nun wäre es müßig gewesen, meiner Mutter zu erklären, dass ich mir mit der Backform weder meine Oberweite vergrößern lassen möchte, noch, dass meine Backform aus dem Silikon ehemaliger Brustimplantate hergestellt wurde (hoffe ich zumindest).

Die Silikonform, mit Knöpfchen an der Seite und schicker Glasplatte im Boden, sollte laut Hersteller gut für flüssige Teige sein, also geradezu perfekt für diese Apfeltarte - dachte ich und schritt frohen Mutes zur Tarte. Tja, als ich die Form in den Ofen befördern wollte, fiel mir ein, dass da ja noch das Brühpulver trocknet. Also das Blech mit dem Brühpulver aus dem Ofen genommen, und, da gerade alle Arbeitsplatten vollgestellt waren, auf den Hocker unter der Arbeitsplatte geschoben. Als ich die Silikonform am Rand von der Arbeitsplatte aufhob, um sie aufs Rost zu stellen, lief der Teig schon langsam unten raus.

Also tief durchgeatmet, Alufolie hervorgekramt, die Form mit beiden Händen angehoben und mit der dritten Hand die Form auf die Folie geschoben - äh, welche dritte Hand? Flugs die Form wieder auf die Arbeitsplatte gestellt und versucht, die Folie unter die Form zu schieben, um sie dann mit der Folie zu umwickeln. Dabei löste sich der Silikonrand von der Glasplatte, und der flüssige Teig ergoss sich über die Arbeitsplatte, tropfte auf das Blech mit dem Brühpulver unter der Arbeitsplatte. Aber immerhin war die Form jetzt auf der Alufolie.

Ich musste jetzt nur noch einen Alufolien-Damm falten, um das Brühpulver-Blech zu retten, auf die Leiter klettern, um die alte Springform zu holen, die Teigreste in die (vorher mit Alufolie ummantelte) Springform gießen, einen neuen Teig machen, den Kuchen ins Rohr schieben, den Rest des alten Kuchens entsorgen, die Küche putzen, Mandelblättchen rösten, Sahne schlagen - und schon konnte ich lecker Apfelkuchen essen.

Von diesem Desaster musste ich mich anscheinend drei Jahre erholen, denn solange hatte diesen Kuchen nicht mehr gebacken. Bis jetzt. Die Silikonform habe ich ausgemustert. Stattdessen habe ich wieder eine ganz normale Springform, die ich mit Alufolie ummantelte. Ich bekam den Kuchen heil in den Ofen hinein und heil wieder hinaus. Allerdings wurde er diesmal nicht gar. Keine Ahnung, warum. Die Temperatur stimmte, die Backzeit war richtig, einzig die Mandeln wurden durch Pinienkerne ersetzt, aber das kann's ja nun wirklich nicht gewesen sein. Geschmeckt hat der Kuchen trotzdem, aber perfekt ist anders.

Apfeltarte mit Zimt und Kardamom

Zutaten für eine 26er Tarte- oder 26er Springform:

6 EL Öl
1 kg Äpfel
50 g Rosinen
½ TL Kardamom, gemahlen
½ TL Zimtpulver
125 g Zucker
1 TL Vanillezucker
3 Eier
150 g Mehl
250 ml Milch
30 g Mandelblättchen oder Pinienkerne

Für die Sahne:
250 ml Sahne
1 TL Vanillezucker
1 Prise Kardamom, gemahlen
1 Prise Zimtpulver

Zubereitung

Den Backofen auf 225 Grad vorheizen. Die Äpfel schälen und in dünne Spalten schneiden. Eine Tarteform mit 1 EL Öl auspinseln. Alternativ kann man eine Springform nehmen, sollte die aber mit Alufolie ummanteln, denn der Teig ist sehr flüssig.

Die Apfelspalten und die Rosinen in die Springform geben.

5 EL Öl mit Zucker und 1 TL Vanillezucker schaumig rühren, dann Eier, Zimt und Kardamom unterrühren. Zuletzt Mehl und Milch unterrühren, dann den Teig über die Äpfel gießen.

Bei 225 Grad (Umluft) 35 bis 40 backen (ggf. zwischendrin mit Alufolie abdecken), dann die Mandelblättchen oder Pinienkerne über den Kuchen streuen. Noch 5 bis 10 Minuten weiter backen, bis die Mandeln bzw. Pinienkerne leicht gebräunt sind.

Die Sahne mit 1 TL Vanillezucker und je einer guten Prise Zimt und Kardamom würzen und steif schlagen. Zum lauwarmen Kuchen servieren.

Sonntag, 2. Oktober 2011

Birnen-Toast mit Parmesan

Zwei Mal in der Woche sind wir beim Sport, und danach steht schnelle Küche auf dem Plan. Überbackene Toasts sind da ideal. Sie gehen schnell, sind sättigend, und Reste, wie in diesem Fall vollreife Birnen, kann man auch noch verwerten.

Das Ursprungsrezept stammt aus einer Toast-Serie aus irgendeiner Frauenzeitschrift, ich weiß nicht mehr, aus welcher. Ich hatte mir die Serie damals ausgerissen, weil ich Toastpfännchen geschenkt bekam und die irgendwie füllen musste. Da die Pfännchen aber leider nicht spülmaschinenfest sind, mache ich die Toasts dann meistens doch schlicht auf dem Backblech ...

Birnen-Toast mit Parmesan

Zutaten für 4 Portionen
4 Scheiben Toastbrot
1 Birne, vollreif
4 Scheiben Parmaschinken (je nach Größe der Scheiben evtl. mehr)
50 g frischer Parmesan
Pfeffer
evtl. Butter

Zubereitung

Backofen auf 200 Grad (Umluft) vorheizen.

Brot leicht toasten und nach Geschmack buttern. Parmaschinken auf den Toastscheiben verteilen.

Birne waschen, vierteln und das Kerngehäuse herausschneiden. Birne in dünne Spalten schneiden und auf den Toastscheiben verteilen. Mit Pfeffer würzen.

Parmesan in dünne Scheiben hobeln und über den Toastscheiben verteilen.

Bei 200 Grad (Umluft) etwa 4 Minuten überbacken, bis der Parmesan zerfließt. Dann je nach Geschmack und gewünschter Bräunung des Käses noch etwa 1 Minute unter den Backofengrill geben.