Freitag, 28. Oktober 2011

Run Rabbit Run: Every Friday is Rabbit Pie Day

Mock Rabbit Pie: Kaninchenpastete ohne Kaninchen
Während der täglichen Fahrt ins Haus, das Irre macht, höre ich zurzeit keinen Hard Rock, sondern eine CD aus dem Imperial War Museum mit dem auch zu meinem Brötchengeber passenden Titel "Keep calm and carry on". Der Slogan wurde mit Beginn des Zweiten Weltkriegs in Großbritannien auf Postern veröffentlicht, aber laut Wikipedia erst im Jahr 2000 wieder entdeckt - komisch, ich könnte schwören, dass ich auch schon vorher Artikel mit diesem Slogan sah. Egal.

Auf der CD ist auch das Lied "Run Rabbit Run", das 1939 von Noel Gay und Ralph Butler geschrieben wurde. Vordergründig beschreibt es die Jagd nach einem Kaninchen für Rabbit Pie, einem beliebten Gericht während der Rationierungszeit. Popularität erhielt das Lied, als beim ersten deutschen Luftangriff auf Großbritannien, am 13. November 1939, als einzige Opfer zwei Kaninchen zu beklagen waren (wobei bis heute ungeklärt ist, ob die Mümmler nicht in Wahrheit einem britischen Schlachter zum Opfer fielen, keinem deutschen Schlächter). Bald wurde das Nazi-Spottlied "Run Adolf Run" zu der Melodie gesungen. Das Original-Lied ist bis heute ein beliebtes Kinderlied und wurde in unterschiedlichen Versionen von vielen Künstlern aufgenommen.

Falls Du das Lied "Run Rabbit Run" nicht kennst, hier die Originalversion und unsere Lieblingsversion von den Muppets.





Es gibt unzählige Rabbit Pie-Rezepte. Ich fand meines in einem der kleinen Anne Wilson-Bändchen, die, bei Könemann erschienen, immer mal wieder auf Büchergrabbeltischen zu finden sind. Dieses Heftlein heißt "Süße und pikante Pasteten", und beim Lesen fragte ich mich wieder einmal, ob es diese Anne Wilson, von der zahllose Kochbücher stammen, überhaupt gibt. Mysteriös. Aus dem gleichen Buch stammt übrigens auch das Rezept für den Tripple Berry Pie.

Tja, und da der Gatte nach dem Motto "Hasen sind Freunde, kein Futter!" lebt und Gleiches auch für Kaninchen gilt, musste ich die Hauptzutat ersetzen: Durch Rinderhack. So entstand ein Mock Rabbit Pie, eine Falsche Kaninchenpastete. Lecker. Und sehr, sehr sättigend. Ich war anfangs skeptisch, ob das mit dem vielen Mehl in der Füllung tatsächlich so soll, ob das Mehl nicht hervorschmeckt, aber das passte.

Mock Rabbit Pie

Zutaten für eine 26er Springform (ca. 12 Portionen):
1 kg Rinderhack
Olivenöl
2 EL Schinkenwürfel
2 Zwiebeln, fein gewürfelt
1 Apfel, geschält, entkernt und gewürfelt (ich nahm Holsteiner Cox, also eine säuerliche Sorte)
125 ml Mehl und Mehl für die Form
brauner Zucker
333 ml rotes Ale (alternativ Cidre)
ca. 12 süß-sauer eingelegte Zwetschgen (alternativ Backpflaumen, entsteint)
2 Zweige Thymian, die Blätter davon (alternativ 1 TL getrockneter Thymian)
6 Platten TK-Blätterteig, aufgetaut
1 Eigelb, mit Wasser verquirlt

Zubereitung:

Für die Füllung Öl in eine hohe Pfanne geben und Hack, Speck, Zwiebeln, und Apfel darin dünsten. Wenn alles Farbe genommen hat, löffelweise das Mehl und eine gute Prise braunen Zucker darüber stäuben, gut umrühren und unter Rühren anschwitzen. Das Bier langsam dazugeben und die Masse einkochen lassen. Ist die Konsistenz fester geworden, die Zwetschgen und den Thymian dazu geben. Köcheln lassen, bis alle Flüssigkeit verkocht ist, die Masse eine feste Konsistenz hat. Zwischendrin mal abschmecken.

Pastete mit Pastetenpfeife
Währenddessen eine Springform mit etwas Öl auspinseln und mit Mehl ausstreuen, damit der Blätterteig nicht ansetzt. Blätterteigplatten ausrollen und die Springform inkl. Rand damit auskleiden. Am Rand kann der Teig ruhig etwas überstehen, er wird nachher überd en Deckel geklappt.

Eine Pastetenpfeife in der Mitte der Form platzieren und die Füllung in der Form verteilen. Platten für den Deckel ausrollen und auf der Füllung verteilen. Darauf achten, dass die Pastetenpfeife gut abgedichtet ist und der Teigdeckel gut schließt. Was jetzt noch an Teig übersteht, abschniden.

Eigelb mit etwas Wasser verquirlen. Den Teigdeckel damit bepinseln. Aus den Teigresten Muster schneiden, auf dem Deckel verteilen und ebenfalls mit Eigelb bepinseln.

Die Pastete bei 210 Grad (Umluft) ca. 30 Minuten backen, bis der Blätterteig goldbraun ist. Etwas abkühlen lassen und portionsweise servieren.

Das passen ein knackiger grüner Salat, HP-Sauce, Mango-Chutney, Apfel-Thymian-Marmelade, Pontack-Sauce ...

Kommentare:

  1. Na, danke! Davon habe ich jetzt den ganzen Tag was. Muppets verursachen bei mir quasi unheilbare Ohrwürmer.

    Aber das Rezept ist sicher gut. Ich mag es nämlich, wenn man Hasen oder Kaninchen durch was anderes ersetzt.

    AntwortenLöschen
  2. Hmpf, jetzt wird das Lied wieder auf Dauerschleife laufen müssen und ich krieg es wahrscheinlich das ganze WE nicht ausm Kopf *g* Aber gibt schlimmere Ohrwürmer ... Die Plüschkaninchen sind aber auch zu goldig!
    An Pastete hab ich mich noch nicht getraut, aber 12 Portionen für mich allein, ist auch etwas viel, aber vielleicht versuche ich das Rezept zu halbieren :-)

    AntwortenLöschen
  3. Ach und hier kommen Fozzies ganzen Kaninchen her: http://www.youtube.com/watch?v=10i5qnm_5ag&feature=related

    Ich liebe die Muppets!

    AntwortenLöschen
  4. Geniales Video, Anikó!

    Ich glaube, den Pie kann man auch einfrieren. Wir nahmen ihn auf die Woche verteilt mit ins Büro. Er ist wirklich unwahrscheinlich sättigend und reicht entsprechend lange.

    nata, ich hoffe, der Ohrwurm ist inzwischen vertrieben.

    AntwortenLöschen

Ein Kommentar, wie schön! Ich bemühe mich, alle Kommentare zu beantworten. Allerdings kann das manchmal etwas dauern - das Leben neben dem Blog, Du verstehst. Wenn Du Dich durch eine Sicherheitsabfrage quälen musst oder der Kommentar erst moderiert wird, heißt das, dass es gerade viele Spamkommentare gibt. Last but not least: Ich behalte mir vor, einzelne Kommentare zu löschen. Für die Löschung von Kommentaren, die zu kommerziellen Webseiten führen, stelle ich dem Webseiteninhaber 200 Euro in Rechnung.