![]() |
| (c) Oli Hilbring, Hilbring Cartoons |
Köttbullar blogge ich dann mal im nächsten Jahr ;o)
Und für alle, die's noch nicht kennen, hier die finalen Tipps zum korrekten Umgang mit Silvesterknallern:
![]() |
| (c) Oli Hilbring, Hilbring Cartoons |

![Garten-Koch-Event Dezember 2010:
Granatapfel [31. Dezember 2010]](http://farm6.static.flickr.com/5204/5235420369_126d1003d4.jpg)
Der Zwischengang unseres diesjährigen Weihnachtsmenüs stammt aus dem Kochbuch „Johanna Maier“ von – ja, genau – Johanna Maier ;o) Hummer kannten wir bislang nur mit Cocktailsauce. Es war für uns beide also eine geschmackliche Neuentdeckung – eine gelungene!
Unser diesjähriges Weihnachtsmenü eröffnete eine Petersilienwurzel-essenz nach einem Rezept von Schrat. Ich habe das Rezept nur leicht geändert. Geschmacklich ist die Suppe sehr fein. Der Gatte fand die Einlage störend; fand, sie nehme den feinen Geschmack weg, aber ich brauche bei klaren Suppe oder Essenzen was zum Beißen … Trotzdem hätte es ein halbes gehobeltes Würzelchen auch getan ;o)
Muss ich sagen, dass Überkochen da vorprogrammiert war?! Blöd ist, dass mein Herd nur zwei kleine, eine mittlere und eine große Platte hat, nicht vier große. Bislang reichte mir das. Dann kam dieser Kochbuchtest … Und ich habe gelernt, vorm Kochen Kontaktlinsen einzusetzen – oder ich flog als Brillenträgerin bei den Dampfschwaden in der Küche manches Mal halt blind.
Dieses Essen war nämlich richtig, richtig lecker.
Und stressfrei.
Diesmal entschied ich mich nämlich, das Rezept nur als Handlungsempfehlung zu nehmen.
Ich verzichtete auch darauf, alles außer dem Ofen vorzuheizen, weil ich keine Lust hatte, wieder in der Sauna zu stehen. Den Ofen hätte ich ruhig noch länger vorheizen können, damit das Muffinblech noch heißer wird und der Yorkshire-Pudding-Teig einen besseren Start bekommt, aber die Teilchen wurden auch so lecker. Die typische Vertiefung fehlt zwar, aber Puristen würden auch bemängeln, dass dem Teig das Rindernierenfett und die 30minütige Ruhepause fehlt. Sei’s drum. Sie sind lecker, das zählt.
Als das Gemüse vorbereitet war, brachte ich die Kartoffeln aufs Feuer, machte den Mehl-Milch-Ei-Teig für die Yorkshire-Puddings mit dem Handrührer statt im Standmixer, und als die Puddings im Ofen waren, kamen die Möhren dran. Das Rinderfilet briet ich anschließend von allen Seiten an – ohne hektische Wendungen.
Nach gut 45 Minuten stand das Essen auf dem Tisch – und da ist sogar die Zeit enthalten, die ich brauchte, um die Sauce durch’s Sieb zu geben, weil ich bei der Bindung mal wieder schluderte; für die Fotos; für die Schüsselsuche; für das Freiräumen des Esstisches und für Mal-schnell-den-Gatten-knuddeln-und-Milde-stimmen-weil-es-schon-wieder-ein-JO-Gericht-gibt. Der letzte Punkt hätte aber nicht Not getan, wie man in Hamburg sagt, denn – siehe oben – das Essen war richtig, richtig lecker.
"Im östlichen Mittel-meerraum hängen die Bäume im Moment voll mit reifen und überreifen Granatäpfeln", schreibt Sus als Einleitung zum aktuellen Event rund um den Granatapfel im Gärtnerblog. Ein paar Jahre lang war ich zu dieser Zeit regelmäßig im Nahen Osten, konnte mich zwischen Amman und Pella mit frisch gepflückten und am Wegrand verkauften kindskopfgroßen, fast schwarzen, Granatäpfeln eindecken oder frisch gepressten Granatapfelsaft in Akko trinken ... Nur selten bekomme ich hier Granatäpfel in der gleichen Qualität wie im Nahen Osten, wo die Früchte reif geerntet werden.![Garten-Koch-Event Dezember 2010: Granatapfel [31. Dezember 2010]](http://farm6.static.flickr.com/5201/5235420469_8872abd27c.jpg)
Der Endspurt des Projekts beginnt – die Lovelybooks-Aktion „4 Menüs in 4 Wochen“ endet am 12. Dezember. Ich hinke zurzeit etwas hinterher – beruflich zu viel um die Ohren, außerdem ein wenig kränkelnd: Da waren mir die JO-Menüs einfach zu anstrengend. Wer übrigens eines der drei Probe-Rezepte bis zum 12. Dezember nachkocht und hier bei Lovelybooks in den Kommentaren verlinkt, kann eines von 10 JO-Kochbüchern gewinnen.
Wieder tat ich mich mit den von JO vorgegeben Arbeitsabläufen total schwer. Wenn ich Curry mache, schnippel ich erst Gemüse (und ggf. Fleisch) klein, stelle Gewürze, ggf. Kokosmilch und alle anderen Zutaten parat. Dann schwitze ich den Reis in etwas Sesam- oder Erdnussöl glasig, manchmal auch mit ein paar Gewürzen, bevor ich ihn mit Wasser ablösche, aufkochen und auf kleiner Stufe ausquellen lasse. Ist der Reis auf dem Weg, kommt das Curry an die Reihe. Während das gart, wäre auch noch Zeit, einen Wurzelsalat, ein Relish und die Brote zuzubereiten – ich behaupte also keck, dass ich in meinem Törn das gleiche „Menü“ auch in 30 Minuten schaffe.
Währenddessen kommt der Reis mit Nelken (das ist das erste Kochbuch, in dem explizit von Gewürznelken gesprochen wird - oder ist es mir in anderen Kochbücher nur nie aufgefallen?!) in einen kalten mittelgroßen Topf – warum wird dieser Topf jetzt nicht vorgeheizt? Das vorgekochte Wasser darüber geben, salzen und bei mittlerer Hitze sieben Minuten garen. Dann soll er vom Herd genommen werden und weitere sieben Minuten quellen. Schnell wird mir klar, warum ich für einen Kaffeebecher Reis einen mittelgroßen Topf nehmen soll – im kleinen Topf, der mir nach meiner Methode für die Menge reicht, würde der Reis überkochen. Der Wasserkocher soll nun wieder aufgefüllt und eingeschaltet werden.
Das Curry war dem Gatten zwar zu scharf, schmeckte uns aber. Gegen die Schärfe half Joghurt. Mir war der Reis zu laff - die Nelken schmeckte man überhaupt nicht. Dem Gatten fehlten Früchte – Mangos, Bananen, Äpfel – oder was Knackiges wie Cashews. Ich werde es nach meinem Törn bestimmt noch mal machen, dann mit Mango oder Banane. Auf die Kombi Blumenkohl – Kürbis – Spinat wäre ich nicht gekommen. Wenngleich ich mit der vorgegebenen Zeit gut hinkam – ich machte ja auch nur ein Gericht – fand ich es trotzdem stressig und unstrukturiert.
Schnee und Eis können richtig Spaß machen – wenn man beispielsweise in netter Gesellschaft zur blauen Stunde im kuschelig warmen Alsterdampfer sitzt, Punsch oder heißen Kau-Kau (Ka-ka-o kennt man in Hamburg nicht ;o)) schlürft, in festlich geschmückte Gärten blicken und die Eisschollen auf Augenhöhe am Fenster vorbei ziehen sehen kann.
„Wir wissen ja recht wenig von der syrischen Küche, und viele syrische Lokale, in denen man mal nachfragen könnte, gibt es ja auch nicht“, schreibt Tobias in seiner Einleitung zum 14. mediterranen Kochevent, der nach Syrien führt. Ich fürchte, da hat er Recht. In Hamburg haben wir Glück, es gibt Hanna Saliba. Allerdings habe ich den Eindruck, dass sich die Küche mit Schließung des Haupthauses in der Leverkusenstraße in Bahrenfeld nicht mehr weiterentwickelt – zumindest bietet die Speisekarte in den Alsterarkaden nichts Neues. Aber ich mag mich täuschen.